Supreme Headquarters Allied Expeditionary Force

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Ärmelabzeichen des Supreme Headquarters Allied Expeditionary Force

Das Supreme Headquarters, Allied Expeditionary Force (kurz SHAEF) war von Ende 1943 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges das Hauptquartier der alliierten Streitkräfte in Nordwesteuropa und erhielt Weisungen von den Combined Chiefs of Staff. Es wurde im Januar 1944 in London durch die Umbenennung des Stabes COSSAC gebildet. Oberbefehlshaber des SHAEF war von Beginn an Dwight D. Eisenhower. Nach der Befreiung Frankreichs hatte SHAEF seinen Sitz in Versailles und Reims.

Geschichte[Bearbeiten]

Southwick House bei Portsmouth, Sitz des vorgeschobenen Marine-Hauptquartiers während der Operation Overlord

Eisenhower wurde im Januar 1944 Oberbefehlshaber des SHAEF, nachdem er zuvor Leiter des Allied Forces Headquarters (AFHQ) auf dem Kriegsschauplatz Mittelmeerraum war. Der Stab des SHAEF nahm den Grundriss des vom Generalleutnant Frederick E. Morgan, dem Chef von COSSAC, entwickelten Plan zur Landung in Nordfrankreich („Operation Overlord“) und formte ihn in die Endversion, die am 6. Juni 1944 (D-Day) von Eisenhower und dem Landstreitkräftekommandanten für den Anfangsteil der Invasion, General Sir Bernard Montgomery ausgeführt wurde.

SHAEF verblieb bis zum Abschluss der Operation Overlord durch die Einnahme von Paris Ende August im Vereinigten Königreich (anfangs noch am St. James’s Square in London, ab März 1944 im Camp Griffiss in Bushy Park, London). Am 1. September 1944 nahm es seine Tätigkeit in Frankreich (bei Granville) auf,[1] wobei Eisenhower den Befehl über die Operationen der Landstreitkräfte von Montgomery übernahm. Diese bestanden zu dieser Zeit aus der britisch-kanadischen 21st Army Group unter Montgomery im Norden und der amerikanischen 12th Army Group unter General Omar Bradley im Süden. Mitte des Monats bezog SHAEF dann sein neues Hauptquartier im Trianon Palace Hotel in Versailles und übernahm gleichzeitig die Kontrolle über die während der Operation Dragoon an der Côte d’Azur gelandete amerikanisch-französischen Truppen der 6th Army Group unter Jacob L. Devers, die zuvor dem AFHQ zugeteilt war. Eisenhower selbst wählte ein vorgeschobenes Hauptquartier in Gueux bei Reims, um näher am Geschehen zu sein. Zu diesem Zeitpunkt hatten die drei alliierten Heeresgruppen die deutsche und niederländische Grenze erreicht und bildeten eine geschlossene Front:

  • die britische 21 AG im Norden,
  • die 12 US AG in der Mitte und
  • die 6 US AG im Süden.

Unterstellte Formationen und Befehlsstruktur[Bearbeiten]

Organisation und Befehlsstruktur des SHAEF am 6. Juni 1944

Das SHAEF-Hauptquartier kommandierte die größte Anzahl US-amerikanischer Formationen, die je für eine Operation verpflichtet wurde, zusammen mit beachtlich vielen britischen, freifranzösischen und kanadischen Truppen. Es hatte zuletzt drei Armeegruppen unter seinem Kommando, die eine Gesamtsumme von neun Armeen – fünf US-amerikanische, eine britische, eine kanadische, eine französische und die 1. Alliierte Luftlandearmee. Außerdem kommandierte das SHAEF beachtliche Seestreitkräfte während der Operation Neptune, der Landungsphase von Overlord. Zwei taktische Luftflotten, die 9. amerikanische und die 2. britische, unterstanden ihm bis Kriegsende, außerdem für die Dauer von „Overlord“ die beiden in England stationierten alliierten strategischen Bomberflotten (8. US-Luftflotte und RAF Bomber Command).

Nach Kriegsende[Bearbeiten]

Unterzeichnung der (ersten) deutschen Kapitulation vom 7. Mai 1945 in Reims

Das SHAEF wurde am 14. Juli 1945 in Frankfurt am Main aufgelöst und bezüglich der amerikanischen Streitkräfte an gleicher Stelle durch das Hauptquartier US Forces, European Theater (USFET) ersetzt. Das 1951 durch die NATO gebildete Supreme Headquarters Allied Powers Europe steht in der Tradition des SHAEF. Erster Supreme Allied Commander Europe war Eisenhower, mit Montgomery als seinem Stellvertreter.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Martin Blumenson: Breakout and Pursuit (U.S. Army in World War II: The European Theater of Operations). Center of Military History, Washington, D.C. 1961, Kap. 32: Towards the Heart of Germany: Broad Front versus Narrow, S. 684 (Webseite der HyperWar Foundation, engl.).

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Supreme Headquarters Allied Expeditionary Force – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien