Suq

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Suq von Esna in Ägypten
Suq in Aleppo in Syrien, 2010

Ein Suq (arabisch ‏سوق‎, DMG Sūq „Markt“, Plural ‏أسواق‎ / Aswāq; alternative Schreibweisen im Deutschen: Soq, Souk, Suk, Sook, Soukh oder Souq) ist ein kommerzielles Viertel in einer arabischen Stadt.

Sūqs sind ein beinahe allgemeines Kennzeichen einer arabischen Stadt und meistens deren Wirtschaftszentrum. Im Gegensatz zu europäischen Geschäfts- und Handwerksvierteln sind die Sūqs im Allgemeinen unbewohnt und einstöckig.

Wirtschaftliche Funktion des Sūqs[Bearbeiten]

Typische Gasse in den Souks von Fez

Die typischen Sūq-Gassen sind von jeher die Domäne des Einzelhandels und des Handwerks. Zusätzlich sind die Sūqs aber auch Zentren des Außen- und Fernhandels, des Finanz- und Kreditwesens und allerlei öffentlichen und privaten Dienstleistungen, wie z. B. Moscheen. Sūqs sind so organisiert, dass Geschäfte mit gleichen Waren meist nahe beieinander liegen und zusätzlich noch eine kurze Verbindung zu den Warenlagern besteht, z. B. der Textileinzelhandel in den Gassen und die Stofflager in den angrenzenden Warenhäusern.

Als Mittelpunkt des Groß- und Fernhandels, sowie der finanziellen Angelegenheiten, hat sich die Gebäudeform des Chan herausgebildet. Dies ist ein mehrgeschossiges Gebäude mit absperrbarem Innenhof, das den meisten Sūqs angeschlossen ist.

Darüber hinaus sind sie meist so organisiert, dass sich die „edleren“ Handwerke, etwa Goldschmiede, in der Mitte befinden, bzw. hat sich der umsatzstarke Einzelhandel gegenüber dem Handwerk an den belebteren Straßen durchgesetzt. Traditionell waren Werkstatt und Verkaufsstelle an einem Ort.

Viele Sūqs sind weitestgehend überdacht, um den Besucher vor der sengenden Hitze zu schützen.

Wandel im Laufe der Zeit[Bearbeiten]

Anfang des 20. Jahrhunderts verloren die Sūqs zunehmend an Bedeutung und wurden zu einem billigen Wohnplatz für Zuwanderer. Sie konkurrierten zumeist mit westlich orientierten Stadtteilen, die angenehmere Wohnalternativen boten.

Wiederentdeckung durch Touristen[Bearbeiten]

Der moderne Suq von Schardscha, Vereinigte Arabische Emirate

Mit dem orientalischen Charme und dem exotischen Einkaufserlebnis wurde der Sūq zunehmend für Touristen attraktiv.

Er erlebte auch eine zunehmende Wertschätzung durch die lokale Bevölkerung, was zu teilweise sehr aufwändigen Restaurierungen der erhaltenen Gebäude führte, um diese weiterhin nutzen zu können.

Angebotswandel[Bearbeiten]

Mit der wachsenden Bedeutung der Touristen als Kunden passte sich natürlich auch das Warenangebot an, und folkloristische Waren, Luxusgüter und modische Lederwaren nahmen einen größeren Platz in den Sūqs ein.

Das traditionelle Handwerk muss diesem Trend mehr und mehr weichen, während das Kunsthandwerk von den zahlungskräftigen Kunden profitiert.

Sonstiges[Bearbeiten]

In arabischen Sūqs handelt man mit dem Ladeneigentümer, um eine Vereinbarung über den Preis zu erzielen (Feilschen).

Das Konzept, verschiedenste Ladengeschäfte, Dienstleister und Restaurants auf einem engen Raum konzentriert zu haben, ähnelt der Struktur moderner Einkaufszentren in westlichen Ländern.

Zitat[Bearbeiten]

  • Neben den Läden, wo nur verkauft wird, gibt es viele, vor denen man zusehen kann, wie die Gegenstände erzeugt werden. So ist man von Anfang an dabei, und das stimmt den Betrachter heiter. Denn zur Verödung unseres modernen Lebens gehört es, dass wir alles fix und fertig ins Haus und zum Gebrauch bekommen, wie aus hässlichen Zauberapparaten.Elias Canetti (Die Stimmen von Marrakesch, Die Suks)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Eugen Wirth: Der Suq, das Wirtschaftszentrum der arabischen Stadt. In: Günter Meyer (Hrsg.): Die arabische Welt im Spiegel der Kulturgeographie (= Veröffentlichungen des Zentrums für Forschung zur arabischen Welt (ZEFAW). Bd. 1). Zentrum für Forschung zur Arabischen Welt, Mainz 2004, ISBN 3-88250-330-0, S. 32–40.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Souqs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien