Surgut
| Stadt
Surgut
Сургут
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Surgut (russisch Сургу́т) ist eine russische Großstadt am Fluss Ob, im westsibirischen Tiefland. Sie gehört verwaltungstechnisch zum Autonomen Kreis der Chanten und Mansen/Jugra und hat 306.675 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010).[1]
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Surgut wurde 1594 gegründet und ist damit eine der ältesten Städte Sibiriens. Der Ortsname entstammt der Chantischen Sprache und bedeutet so viel wie „fischreiche Gegend“. Im 17. und 18. Jahrhundert war Surgut einer der größeren Orte im asiatischen Teil Russlands und ein bedeutender Siedlungsort russischer Kolonisten in Sibirien. Bis Ende des 18. Jahrhunderts verlor es jedoch seine einstige Bedeutung und den 1708 erlangten Stadtstatus. 1930 wurde Surgut als Siedlung Teil des damals neu gebildeten Autonomen Kreises der Chanten und Mansen.
Nachdem in den 1950er- und 1960er-Jahren in der Nähe der Ortschaft große Vorkommen an Erdöl und Erdgas entdeckt worden waren, setzte erneut eine schnelle Entwicklung ein: 1965 erlangte Surgut wieder Stadtstatus, bis 1970 verdoppelte sich seine Bevölkerung auf über 30.000 Einwohner, Ende der 1970er-Jahre konnte die Großstadtmarke von 100.000 Einwohnern überschritten werden.
Bevölkerung [Bearbeiten]
Die demografische Entwicklung in Surgut verlief in den Jahren 2002 bis 2012 positiv. Die Geburtenrate stieg seither um fast 70 Prozent, während die Sterberate merklich schrumpfte. Seit Jahren zeichnet sich Surgut durch ein stabiles Bevölkerungswachstum aus. Zwischen Dezember 2011 und Februar 2012 stieg die Bevölkerungszahl um 6.100 an, was für russische Verhältnisse ungewöhnlich hoch ist.
Die durchschnittliche Lebenserwartung betrug im Jahr 2012 etwa 69 Jahre. Dabei werden Männer im Schnitt 67 und Frauen 75 Jahre alt.
Es leben mehr Männer als Frauen in der Stadt (51 zu 49 Prozent).
Die Arbeitslosenquote beträgt wegen der gut entwickelten Rohstoffindustrie nur 0,25 Prozent.
Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1897 | 1.120 |
| 1959 | 6.031 |
| 1970 | 34.011 |
| 1979 | 107.343 |
| 1989 | 247.823 |
| 2002 | 285.027 |
| 2010 | 306.675 |
Anmerkung: Volkszählungsdaten
Religionen [Bearbeiten]
In Surgut gibt es sechs russisch-orthodoxe Kirchen, ein Bethaus der Evangeliums-Christen sowie eine sunnitisch-muslimische Moschee.
Politik [Bearbeiten]
Ergebnis der Parlamentswahl in Russland 2011 in Surgut:[2]
- Einiges Russland: 37,84 %
- Liberal-Demokratische Partei Russlands: 22,14 %
- Kommunistische Partei der Russischen Föderation: 18,08 %
- Gerechtes Russland: 15,53 %
- Jabloko: 4,11 %
- Patrioten Russlands: 1,44 %
- Rechte Sache: 0,86 %
Die Wahlbeteiligung lag bei rund 61 Prozent.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Surgut gilt als eines der wichtigsten Zentren der Ölförderindustrie in ganz Russland. Zudem bildet die Stadt einen Knotenpunkt im westsibirischen Pipeline-Netz. Hier treffen die Erdöl- und Erdgaspipelines aus Nischnewartowsk und Nowy Urengoi sowie jene nach Nowosibirsk, Perm und Tscheljabinsk aufeinander.
Die wichtigsten in der Stadt ansässigen Unternehmen sind Surgutneftegas und Surgutgasprom, letzteres gehört zum Staatskonzern Gazprom. Die Stadt besitzt außerdem zwei der größten Wärmekraftwerke der Welt, GRES-1 und GRES-2. Diese gehören zur OGK-4, die zu 78,3 Prozent zur E.ON Russia Power gehören.[3]
Surgut hat eine eigene Universität und verfügt über einen Flughafen, Eisenbahnanschluss und einen Ob-Binnenhafen. Einige Kilometer unterhalb der Stadt überspannen eine in den 1970er-Jahren errichtete Eisenbahnbrücke sowie die im Jahr 2000 eröffnete Surguter Straßenbrücke den Ob. Es handelt sich um die zwei am weitesten flussabwärts gelegenen Querungen des Flusses, bis zu dessen Mündung es von dort noch gut 1200 Kilometer sind.
Telekommunikation [Bearbeiten]
Seit 1993 gibt es in Surgut flächendeckenden Internet-Empfang. Aktuell gibt es in der Stadt zehn verschiedene Internetdienstanbieter, darunter Rostelekom und Mobile TeleSystems.
Sport [Bearbeiten]
Die Volleyball-Männer von ZSK Gazprom-Ugra Surgut spielen in der russischen Superliga.
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Igor Sergejewitsch Bobkow (* 1991), Eishockeyspieler
- Jewgeni Wladimirowitsch Chwostow (* 1981), Eishockeyspieler
- Isolda Dychauk (* 1993), Schauspielerin
- Ilja Wiktorowitsch Maljuschkin (* 1984), Eishockeyspieler
- Anton Sergejewitsch Poleschtschuk (* 1987), Eishockeyspieler
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
- ↑ http://surgut-today.ru/news/437/7679/
- ↑ http://eng.ogk-4.ru/?obj=share1
Weblinks [Bearbeiten]
- Website der Stadtverwaltung (russisch)
- Surgut auf mojgorod.ru (russisch)
- Staatliche Universität Surgut (russisch)
Verwaltungszentrum: Chanty-Mansijsk
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