Survivorship Bias

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Survivorship Bias (deutsch etwa: Überlebensirrtum bzw. Verzerrung zugunsten der Überlebenden) bezeichnet einen Fehlschluss: Da Erfolge größere Sichtbarkeit im Alltag erzeugen als Misserfolge, neigt man systematisch dazu, die Aussicht auf Erfolg zu überschätzen. Der Survivorship Bias ist damit ein Beispiel für eine statistische Stichprobenverzerrung.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Begriff geht auf englische Flugzeugingenieure im Zweiten Weltkrieg zurück, welche die Panzerung der englischen Flugzeuge verbessern, und somit die Überlebensrate der Piloten steigern wollten. Sie panzerten die zurückgekehrten Flugzeuge an den Stellen mehr, wo sie die meisten Einschusslöcher aufwiesen. Allerdings wurde dadurch die Überlebensrate nicht verbessert. Schlussendlich erkannte man den Irrtum als ein Ingenieur anmerkte, dass man die Flugzeuge dort panzern sollte wo sie keine Einschusslöcher aufwiesen, da Treffer an diesen Stellen offensichtlich einen Absturz auslösten und somit die Rückkehr unmöglich machten. [1]

Beispiel aus der Wirtschaft[Bearbeiten]

Fondsgesellschaften liquidieren erfolglose Fonds nach einer bestimmten Zeit. Dies führt dazu, dass die kollektive Performance der Gruppe der aktiv gemanagten Fonds als Ganzes besser ausgewiesen wird als in Wirklichkeit gerechtfertigt, da die „pleitegegangenen Fonds“ laufend aus der Bilanz herausfallen.[2]

Beispiel aus der Populärkultur[Bearbeiten]

Wie auch bei Beispielen aus der Wirtschaft, ist dem Beobachter nicht klar, dass hinter einem erfolgreichen Schauspieler oder Sänger oft dutzende Amateure stehen, die es nie geschafft haben berühmt zu werden. Dies ist wohl mit ein Grund warum viele Kinder und Jugendliche denken, es wäre einfach ein "Star" zu werden. [3]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Beck: Auf die Verlierer kommt es an. In: Frankfurter Allgeimene. 6.1.
  2. Elton, Gruber, Blake: Survivorship Bias and Mutual Fund Performance. In: Review of Financial Studies. 9, Nr. 4, 1996, S. 1097–1120. doi:10.1093/rfs/9.4.1097.
  3. Beck: Auf die Verlierer kommt es an. In: Frankfurter Allgemeine. 2012.