Susan E. Rice

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Susan E. Rice (Foto circa 2009)

Susan Elizabeth Rice (* 17. November 1964 in Washington, D.C.) ist eine US-amerikanische Außenpolitikerin und ehemalige Botschafterin der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen. Rice war Mitglied des National Security Council und während der zweiten Amtszeit von Bill Clinton vom Oktober 1997 bis zum 20. Januar 2001 Assistant Secretary of State for African Affairs. Sie war nach Jeane Kirkpatrick und Madeleine Albright die dritte Frau auf der Position als Botschafterin bei den Vereinten Nationen. Seit Juli 2013 ist sie nationale Sicherheitsberaterin von Präsident Barack Obama.[1][2]

Leben[Bearbeiten]

Jugend und Ausbildung[Bearbeiten]

Rice wuchs im Washingtoner Stadtteil Shepherd Park auf.[3] Ihr Vater ist Emmett J. Rice, Wirtschaftsprofessor an der Cornell University und ehemaliger Gouverneur der Federal Reserve.[3] Rice besuchte die National Cathedral School in Washington, D.C., eine private Mädchenschule.[4] An dieser Schule spielte sie im Basketball-Team auf der Position des Point Guards.[4]

Rice besuchte die Stanford University mit Hilfe eines Truman-Stipendiums. Sie schloss ihr Studium 1986 mit einem Bachelor of Arts in Geschichte ab. Sie war ein Mitglied von Phi Beta Kappa.

Sie erhielt ein Rhodes-Stipendium und besuchte das New College der University of Oxford, wo sie 1988 einen Masterabschluss und 1990 einen Doktortitel in Internationalen Beziehungen erwarb.[3][5]

Karriere[Bearbeiten]

Während der Präsidentschaftswahlkampagne 1988 war sie für den demokratischen Kandidaten Michael Dukakis tätig. In den frühen 1990er Jahren arbeitete sie als Assistentin des Managements bei McKinsey & Company.[6]

Während der Präsidentschaft Bill Clintons übte sie verschiedene Funktionen aus. Von 1993 bis 1997 war sie Mitglied des nationalen Sicherheitsrates, zunächst als Abteilungsleiterin für internationale Organisationen und Friedenssicherung und von 1995 an als Assistentin des Präsidenten und Hauptabteilungsleiterin für afrikanische Angelegenheiten. In der zweiten Amtszeit Clintons wurde sie 1997 Unterstaatssekretärin des Außenministeriums für afrikanische Angelegenheiten und blieb auf dieser Position, bis Clinton am 20. Januar 2001 das Weiße Haus verließ.

Die damalige Außenministerin Madeleine Albright ist eine langjährige Mentorin von Rice und eine Freundin der Familie, die Bill Clinton nahelegte, Rice zur Staatssekretärin zu machen[3].

Als Unterstaatssekretärin galt Rice als „jung, brillant und ambitioniert“ und sie arbeitete daran, Afrika in die globale Wirtschaft zu integrieren. Kritiker wiederum warfen ihr vor, „autoritär, barsch und unwillig zu sein, andere Meinungen als ihre eigenen zu erwägen“[3].

Rice war von 2001 bis 2002 geschäftsführende Direktorin der Intellibridge Int., einem internetbasierten Information- und Analyse-Unternehmen.[7][8] Zu ihren Kunden gehörte der ruandische Präsident Paul Kagame.[9]

2002 ging sie zur Brookings Institution als Senior Fellow für Außenpolitik und Entwicklungshilfe, wobei sie auf die amerikanische Außenpolitik, auf schwache und gescheiterte Staaten, die Auswirkungen der globalen Armut und die internationalen Gefahren für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten spezialisiert ist.

Im Wahlkampf von John Kerry im Jahr 2004 war Susan Rice dessen außenpolitische Beraterin. Dieselbe Funktion übte sie 2008 im Wahlkampf von Barack Obama aus. Sie ist derzeit von ihrer Tätigkeit für die Brookings Institution beurlaubt. Am Tag nach dem Wahlsieg Obamas wurde sie in das Gremium berufen, das die Transition der Regierungsgeschäfte von George W. Bush auf Barack Obama abwickeln sollte.[10] Am 1. Dezember 2008 gab Obama bekannt, dass er Rice für das Amt der UN-Botschafterin der USA nominieren werde.[11] Am 22. Januar wurde sie vom US-Senat einstimmig in diesem Amt bestätigt.

Zum Bürgerkrieg in Libyen verbreitete Rice das Gerücht, Gaddafi setze Viagra-unterstützte Massenvergewaltigungen als Waffe ein; US-Militärs und -Geheimdienste widersprachen sofort und erklärten, dass dafür keinerlei Beweise vorlägen.[12]

Rice galt als Favoritin auf die Nachfolge von Hillary Clinton als Außenministerin, die sich nach der gewonnenen Wiederwahl Obamas als Präsident aus der Politik zurückgezogen hat. Mitte Dezember 2012 gab Rice jedoch bekannt, nicht mehr als mögliche Nachfolgerin von Clinton zur Verfügung zu stehen. Zuvor hatte die Republikanische Partei damit gedroht, ihre mögliche Ernennung im Senat zu verhindern. Rice war nach dem Terroranschlag auf die US-amerikanische Botschaft in Bengasi am 11. September 2012 in die Kritik geraten, da sie noch Tage nach dem Vorfall diesen öffentlich als spontanen Protest bewertet hatte.[13]

Seit Juli 2013 ist Rice Sicherheitsberaterin im Weißen Haus.[14] Sie folgte auf Tom Donilon. Ihren Posten bei den Vereinten Nationen übernahm Samantha Power.

Privates[Bearbeiten]

Rice heiratete 1992 den ABC-News-Produzenten Ian Cameron, den sie während ihres Studiums in Stanford kennengelernt hatte. Das Ehepaar lebt mit den beiden Kindern in Washington.[15][16][4]

Susan E. Rice ist nicht mit Condoleezza Rice verwandt, die unter Präsident George W. Bush ebenfalls Nationale Sicherheitsberaterin war.[17]

Tätigkeiten[Bearbeiten]

Susan Rice ist in mehreren Gremien unterschiedlicher Einrichtungen vertreten, darunter Institutionen wie National Democratic Institute, U.S. Fund for UNICEF,[7] Atlantic Council,[18] dem Freeman Spogli Institute for International Studies an der Stanford University,[19] Bureau of National Affairs,[20] oder der Beauvoir School. Sie war im Direktorium von Internews.[21][22]

Sie ist ebenfalls ein Mitglied des Council on Foreign Relations und der Aspen Strategy Group.[6][23]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Susan E. Rice – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. spiegel.de: US-Außenpolitik: Rice wird Obamas Sicherheitsberaterin
  2. faz.net: Susan Rice wird neue Sicherheitsberaterin. Damit nimmt Obama eine Konfrontation mit den Republikanern in Kauf.
  3. a b c d e „The Meteoric Rise of the State Department’s Susan Rice.“ The Journal of Blacks in Higher Education: 20 (Summer 1998), S. 40–41.
  4. a b c Martha Brant: Into Africa (Englisch) In: Stanford Magazine Januar/Februar 2008. Stanford Alumni Association. Februar 2000. Abgerufen am 14. Mai 2008.
  5. Black Community Services Center Hall of Fame (Englisch) Stanford Alumni Association. Abgerufen am 5. November 2008.
  6. a b Jari Väliverronen: Susan Rice, Former White House and State Department Senior Official, Joins Brookings Institution (Englisch) Brookings Institution. 13. September 2002. Abgerufen am 14. Mai 2008.
  7. a b Susan Rice (Englisch) U.S. Fund for UNICEF. Archiviert vom Original am 25. Juni 2008. Abgerufen am 13. Mai 2008.
  8. Black Alumni Hall of Fame Inductees. In: Stanford Alumni – Reunion Homecoming 2008. Stanford University. Februar 2008. Abgerufen am 13. Mai 2008: „[inducted] 2002“
  9. HELENE COOPER: U.N. Ambassador Questioned on U.S. Role in Congo Violence - NYT, 9. Dezember 2012
  10. Sweet, Lynn Jarrett, Podesta, Rouse to lead Obama transition; Bill Daley co-chair Chicago Sun-Times, November 5, 2008
  11. Pressemitteilung des Büros von Obama, abgerufen am 1. Dezember 2008.
  12. Fog of War: No, Pfizer Is Not Supplying Ghadafi's Troops With Viagra for Mass Rapes
  13. Clinton-Nachfolge: Obamas Favoritin Rice mag nicht mehr bei Spiegel Online, 13. Dezember 2012 (abgerufen am 14. Dezember 2012).
  14. Neue Sicherheitsberaterin Obama vertraut auf Susan Rice Stern.de, abgerufen am 5. Juni 2013.
  15. Board of Directors – Susan E. Rice, Ph.D (Englisch) The Partnership for Public Service. Archiviert vom Original am 21. November 2008. Abgerufen am 5. November 2008.
  16. WEDDINGS; Susan E. Rice, Ian Cameron, The New York Times. 13. September 1992. Abgerufen am 5. November 2008.  „Susan Elizabeth Rice, the daughter of Dr. Emmett J. Rice and Lois Dickson Fitt, both of Washington, was married there yesterday to Ian Officer Cameron… 
  17. Focus Online „Obamas außenpolitisches Gehirn“ vom 23. Juli 2008
  18. The Atlantic Council of the United States – Board Members (Englisch) The Atlantic Council of the United States. Archiviert vom Original am 15. Juni 2008. Abgerufen am 13. Mai 2008.
  19. Freeman Spogli Institute for International Studies Annual Report 2007 (Englisch, PDF; 3,1 MB) Stanford University. S. 47. 2007. Abgerufen am 6. Mai 2008.
  20. Bolbach, Cynthia J.: Proxy Statement Pursuant to Section 14 (a) of the Securities Exchange Act of 1934 (Englisch) The Bureau of National Affairs, Inc.. S. 3. 28. März 2008. Abgerufen am 13. Mai 2008.
  21. 2003 Annual Report (Englisch, PDF) Internews International. S. 10. 2003. Archiviert vom Original am 25. Juni 2008. Abgerufen am 13. Mai 2008.
  22. Internews – Directors and Officers (Englisch) Internews International. Archiviert vom Original am 12. Juni 2008. Abgerufen am 13. Mai 2008.
  23. Aspen Strategy Group (Englisch) Aspen Institute. Archiviert vom Original am 27. Juni 2008. Abgerufen am 14. Mai 2008.
Vorgänger Amt Nachfolger
George Moose Assistant Secretary of State for African Affairs
1997–2001
Walter H. Kansteiner