Susan Sarandon

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Susan Sarandon, 2008

Susan Sarandon (* 4. Oktober 1946 in New York City als Susan Abigail Tomalin) ist eine US-amerikanische Schauspielerin. Sie ist das älteste von neun Kindern einer streng katholischen Familie italienisch-walisischer Herkunft.

Leben[Bearbeiten]

Sarandons Vater Philip Tomalin war als Sänger einer Big Band ebenfalls im Showbusiness tätig. „Man hat mir das Singen verboten, weil ich keine schöne Stimme hatte. So entstand eine Musikphobie in mir“, so Sarandon gegenüber dem Guardian.[1]

Nach ihrer Schulausbildung schrieb sie sich an der Catholic University in Washington, D.C. ein und belegte u. a. die Fächer Schauspiel, Englisch und Militärstrategie. Das Geld für das Studium verdiente sie sich durch Jobs als Sekretärin, Putzfrau und Model. Eigentlich hatte sie wenig für die Schauspielerei übrig, dennoch nahm sie 1964 an einer Theateraufführung teil. Dabei lernte sie Chris Sarandon kennen, der sie schließlich doch zur Schauspielerei brachte. Die beiden heirateten 1967. „Ich heiratete Chris, den ersten Mann, mit dem ich jemals geschlafen habe. Ich war davon überzeugt, dass er alles weiß", erklärt Sarandon in einem Interview mit der Zeitschrift The Guardian im März 2006.[1]

Durch ihren Mann kam Sarandon 1970 zum Film, beide wurden für den Film Joe – Rache für Amerika (Regie: John G. Avildsen, mit Peter Boyle) gecastet. Chris fiel durch, und sie wurde für eine Hauptrolle besetzt. Sie drehte anschließend, noch während ihres Studiums in Washington, D. C., kleinere Parts für das Fernsehen. 1975 war sie neben Robert Redford in Tollkühne Flieger zu sehen und sie hatte ihren ersten großen Erfolg mit dem Kultfilm The Rocky Horror Picture Show, in dem sie die Janet Weiss spielte. In dem Drama Pretty Baby (von Louis Malle) überzeugte sie als Mutter einer Prostituierten (dargestellt von Brooke Shields). Kurz darauf arbeitete sie erneut mit Louis Malle für Atlantic City, USA – und sie wurde für ihre Rolle als Bedienung für einen Oscar nominiert – zusammen. Dabei kamen sich die beiden auch privat näher. 1979 ließ sie sich von Chris Sarandon scheiden. 1983 war sie neben Catherine Deneuve in dem Horrorfilm Begierde zu sehen, bevor ihr eine Hauptrolle neben Jack Nicholson und Michelle Pfeiffer in dem Film Die Hexen von Eastwick zum endgültigen Karrieredurchbruch verhalf.

Bei ihrem nächsten Filmprojekt Annies Männer lernte sie 1988 Tim Robbins kennen und begann eine Beziehung mit ihm. Ihre Mitwirkung an dem Projekt kam auf Betreiben von Kevin Costner zustande, so Sarandon in einem Interview mit dem Londoner Guardian. „Die Produzenten wollten weder Tim noch mich für den Film besetzen. Wir haben es Kevin zu verdanken, dass wir die Rollen bekommen haben. Er hat sich für uns eingesetzt und nicht locker gelassen."

Im Dezember 2009 gaben beide ihre Trennung bekannt.[2]

1991 war Sarandon gemeinsam mit Geena Davis in Thelma & Louise zu sehen. Für ihre Darstellung einer kriminell gewordenen Kellnerin wurde sie für einen Oscar nominiert. Schon im Jahr darauf war sie erneut nominiert, nachdem sie in Lorenzos Öl als treusorgende Mutter überzeugt hatte, sie bekam den Preis aber wieder nicht. In der Regiearbeit Dead Man Walking ihres Lebensgefährten Tim Robbins, mit dem sie ein starkes liberales politisches und soziales Engagement verband, stand sie neben Sean Penn vor der Kamera und wurde dafür endlich mit einem Oscar für ihre Rolle als Nonne belohnt.

Ihre deutsche Synchronstimme ist in den meisten Filmen Kerstin Sanders-Dornseif, sie wird aber auch von Gisela Fritsch, Ute Meinhardt, Monica Bielenstein, Uta Hallant, Ana Fonell und Hannelore Elsner gesprochen.

In ihrer bisherigen Karriere wurde sie fünfmal für einen Oscar nominiert. Sie gewann ihn schließlich 1996 für Dead Man Walking (1995).

Sie war zudem achtmal für den Golden Globe nominiert, zuletzt für den Film Bernard and Doris.

Familie[Bearbeiten]

Sarandon hat zwei gemeinsame Söhne mit Tim Robbins. Ihre Tochter Eva Amurri aus der Beziehung mit dem italienischen Regisseur Franco Amurri ist heute ebenfalls Schauspielerin.

Sonstige Engagements[Bearbeiten]

1999 protestierte sie gegen „rassistische Fahndungsmethoden“ der New Yorker Polizei. Anlass war der Tod von Amadou Diallo, der von einer Spezialeinheit erschossen worden war. Im Dezember 2000 unterstützte Susan Sarandon neben weiteren Prominenten auf einer Demo vor dem UNO-Hauptquartier die Gegner der Giftspritze und des elektrischen Stuhls. Bei einer Demonstration gegen das Vorgehen der Polizei wurde sie verhaftet.[3]

2003 trat sie im Werbespot Love is Love is Love auf, der für die Akzeptanz von Schwulen, Lesben und Transgender warb, und 2005 war sie die Präsentatorin des elften Live-8-Konzerts in Edinburgh. Bei der Eröffnungsfeier der XX. Olympischen Winterspiele trug die bekennende Pazifistin gemeinsam mit sieben weiteren Frauen, darunter die chilenische Schriftstellerin Isabel Allende und die Friedensnobelpreis-Trägerin Wangari Muta Maathai, die Olympische Flagge ins Olympia-Stadion von Turin. Außerdem beteiligte sie sich neben vielen Kollegen aus dem Filmgeschäft an der Kampagne United Hollywood anlässlich des Streiks der Drehbuchautoren 2007.

2010 wurde Sarandon zusammen mit Celine Dion zur Botschafterin von FAO Goodwill Ambassador ernannt.

In einem auf ihre Rolle als Schwester Helen Prejean in dem Film Dead Man Walking bezogenen Interview im Jahr 2011 bezeichnete Susan Sarandon den damaligen Papst Benedikt XVI. als Nazi („Den davor, nicht den Nazi, den wir gerade haben“).[4] Zwei Tage nach dem Vorfall wurde sie von der Anti-Defamation League aufgefordert, sich dafür zu entschuldigen.[5]

Filmografie[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Oscars

Preisträgerin:

Nominierungen:

Golden Globe Award

Nominierungen:

London Critics’ Circle Film Award

Preisträgerin:

Chlotrudis Award

Preisträgerin:

Women’s World Awards

Preisträgerin

  • 2006: World Lifetime Achievement Award
Goldene Himbeere

Nominierung:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Susan Sarandon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Interviews

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b A fine romancer – Suzie Mackenzie meets Susan Sarandon. The Guardian, 18. März 2006, abgerufen am 23. April 2010 (englisch).
  2. „Susan Sarandon und Tim Robbins trennen sich“, dpa, 24. Dez. 2009
  3. Frankfurter Rundschau (Magazin), S. 32 v. 6./7. Juni 2007
  4. Susan Sarandon über den Papst: „Der Nazi, den wir gerade haben“. taz.de, abgerufen am 19. Oktober 2011.
  5. Abraham H. Foxman:ADL Says Susan Sarandon Should Apologize For Referring To Pope Benedict XVI As 'A Nazi', Anti-Defamation League, 17. Oktober 2011, Zugriff am 19. Oktober 2011