Sussex (1693)

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Sussex
Modell der Sussex von Steuerbord

Modell der Sussex von Steuerbord

p1
Schiffsdaten
Flagge EnglandEngland England
Schiffstyp Linienschiff
Bauwerft Werft von Chatham (Kent)
Stapellauf 11. April 1693
Verbleib Am 1. März 1694 nahe Gibraltar untergegangen.
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
47,91 m (Lüa)
40,29 m (Lpp)
Breite 12,61 m
Tiefgang max. 5,22 m
Verdrängung 1.203 ts
Takelung und Rigg
Takelung Vollschiff
Anzahl Masten 3
Bewaffnung
  • 26 × 24-Pfünder
  • 28 × 12-Pfünder
  • 26 × 6-Pfünder
Mutmaßlicher Fundort der Sussex

Die Sussex war ein englisches Kriegsschiff, das 1694 mit einer größeren Wertladung unterging.

Das Schiff[Bearbeiten]

Dieses Fahrzeug war das siebte Schiff, das als 80-Kanonenschiff für die Royal Navy als Zweidecker gebaut wurde. Allerdings wurde dieses Konstruktionskonzept sehr schlecht ausgeführt. Bereits Zeitgenossen kritisierten das Design der Klasse.[1] Deshalb wurde das Schiff nach dessen frühem Verlust auch nicht durch einen Neubau ersetzt. Die anderen 80-Kanonenschiffe des dritten Ranges (Third Rates) wurden später in der gewohnten Form als Dreidecker gebaut.

Nach der Auftragserteilung wurde es auf der Werft von Chatham (Kent) ab 1691 gebaut. Der Stapellauf erfolgte am 11. April 1693.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Sussex befand sich als Flaggschiff einer Kriegsflotte aus über 200 Schiffen auf seiner ersten größeren Fahrt, als es in der Nähe der Küste Gibraltars in einen schweren Sturm geriet und am frühen Morgen des 19. Februarjul./ 1. März 1694greg. sank. Nur zwei Besatzungsmitglieder überlebten das Unglück. Neben der Sussex gingen noch fünf andere Kriegsschiffe und sechs Handelsschiffe unter.[1] Forschungen deuten darauf hin, dass die Sussex in geheimem Auftrag des englischen Königs Wilhelm III. eine Million Pfund Sterling an Bord hatte, um den Herzog von Savoyen während des Pfälzischen Erbfolgekrieges zu einem Feldzug gegen Ludwig XIV. von Frankreich zu bewegen.

Schatzsucher[Bearbeiten]

Von 1998 bis 2001 suchte die amerikanische Firma Odyssey Marine Exploration im Auftrag Großbritanniens nach dem Wrack. Als sie fündig geworden war und die Bergung vorbereitete, untersagte Spanien im Januar 2006 alle Arbeiten. Langwierige Verhandlungen führten dazu, dass die spanische Regierung im März 2007 grünes Licht für das Unternehmen gab. Die Bedingung der Regierung ist aber, dass auch spanische Archäologen an der Bergung beteiligt werden. Das mutmaßliche Wrack der Sussex liegt in etwa 900 Metern Tiefe in spanischen Gewässern.

An Bord werden zehn Tonnen Gold (oder 100 Tonnen Silber) vermutet. Die Ladung hätte heute einen geschätzten Wert von bis zu vier Milliarden US-Dollar und wäre damit einer der wertvollsten Funde überhaupt.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b Lavery, Ship of the Line, S. 57

Literatur[Bearbeiten]

  • Lavery, Brian: The Ship of the Line. Bd. 1: The development of the battle fleet 1650–1850. Conway Maritime Press, London 1983. ISBN 0-85177-252-8
  • Lyon, David: The Sailing Navy List. All the Ships of the Royal Navy. Built, Purchased and Captured, 1688–1855. Conway Maritime Press, London 1993. ISBN 0-85177-617-5

Weblinks[Bearbeiten]