Suzanne-Lucienne Rabinovici

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Suzanne-Lucienne Rabinovici, auch Schoschana Rabinovici (* 14. November 1932 in Paris als Suzanne-Lucienne Weksler), ist eine Überlebende der Shoah.

Lebensweg[Bearbeiten]

1937 übersiedelte sie mit ihren Eltern in deren Heimatstadt Wilna, damals zu Polen gehörend, ab 1939 unter sowjetischer, ab 1941 unter deutscher Besatzung. Der Vater wurde am Tag der Einnahme der Stadt durch deutsche Truppen - im Juli 1941 - verhaftet, nach Ponar geschafft und kurz darauf gemeinsam mit weiteren fünftausend polnischen Juden umgebracht; die Familie wurde ins Wilnaer Ghetto getrieben.

Das Ghetto wurde 1943 „liquidiert“, was die Deportation aller verbliebenen Bewohner bedeutete. Es kam zu einer Selektion: Die Arbeitsfähigen wurden nach rechts geschickt, die Nichtarbeitsfähigen, darunter überwiegend Kinder und alte Menschen, nach links. Diese kamen sogleich in Vernichtungslager.

Suzanne war mit ihren elf Jahren deutlich zu jung, um bei der Selektion eine Überlebens-Chance zu haben. Dennoch gelang es ihrer Mutter, sie auf die rechte Seite zu schleusen. Mutter und Tochter wurden gemeinsam ins KZ Kaiserwald in Riga und von dort 1944 ins KZ Stutthof bei Danzig gebracht. Da das Mädchen immer noch zu klein und für Zwangsarbeit nicht tauglich war, muss sie sich immer wieder verstecken. Mit List gelang es ihrer Mutter, sie älter aussehen zu lassen. Trotzdem erlebte Suzanne körperliche Qualen, Entbehrung und psychischen Terror und wurde Zeugin von Misshandlung und Mord. Entkräftung und Fieber, ständiges Erbrechen und offene Wunden führten zu lebensbedrohlichen Erkrankungen. Im Februar 1945 wurden Mutter und Tochter auf einen elftägigen Todesmarsch geschickt, überlebten allerdings auch diesen, wenn auch nur knapp, und wurden Ende März 1945 in Tauentzin von der Roten Armee befreit. Zu diesem Zeitpunkt waren Mutter und Tochter bis auf das Skelett abgemagert. Suzanne lag eine Woche lang im Koma. Von über dreißig Familienangehörigen überlebte - neben den beiden - nur Onkel Wolodja.

1950 wanderten Mutter und Tochter nach Israel aus. Suzanne heiratete David Rabinovici, brachte zwei Söhne zur Welt (der ältere, * 1955, und Doron, * 1961) und arbeitete als Physiotherapeutin. 1964 übersiedelte die Familie nach Wien, 1994 erschien das Buch Dank meiner Mutter, welches sie eigentlich für ihre Söhne und deren Kinder geschrieben hatte, als Schulausgabe in Frankfurt/Main. Es hatte rasch nachhaltigen Erfolg, insbesondere in der englischen Ausgabe von Penguin.

In der Spielzeit 2013-14 wirkte sie bei der Zeitzeugenproduktion Die letzten Zeugen des Wiener Burgtheaters mit; die Produktion wurde von ihrem Sohn Doron Rabinovici gemeinsam mit Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann konzipiert und gestaltet. Das Stück bezog sich auf die Novemberpogrome 1938. Diese Produktion erlangte hohe Wertschätzung seitens Publikum und Presse und wurde zum Berliner Theatertreffen und ans Staatsschauspiel Dresden eingeladen.

Auszeichnung[Bearbeiten]

Buchpublikation[Bearbeiten]

  • Schoschana Rabinovici: Dank meiner Mutter. Ein Bericht vom Überleben der Wenigen in Ghetto, Konzentrationslagern und auf dem Todesmarsch. Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler. Mit einem Titelporträt und einigen Abbildungen im Text. Schulausgabe. Frankfurt/M.: Alibaba. 1994. ISBN 3-86042-159-X
    • [Taschenbuchausgabe]: Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag 2009, ISBN 978-3596805716
    • [english]: Thanks to My Mother, übersetzt von James Skofield, New York: Penguin 1998, ISBN 0-14-130596-7

Weblinks[Bearbeiten]