Svava Jakobsdóttir

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Svava Jakobsdóttir (* 4. Oktober 1930 in Neskaupstaður; † 21. Februar 2004) war eine isländische Schriftstellerin und Politikerin.

Leben[Bearbeiten]

Svavas Eltern waren der lutherische Theologe Hans Jakob Jónsson und dessen Frau Þóra Einarsdóttir.[1] Der Schriftsteller Jökull Jakobsson[2] und der Meteorologe Þór Edward Jakobsson[3] waren ihre Brüder. Einen Teil ihrer Kindheit verbrachte sie in Saskatchewan, wo ihr Vater von 1935 bis 1940 als Priester tätig war.[4]

Svava studierte von 1949 bis 1952 englische und amerikanische Literatur am Smith College in Northampton (Massachusetts) und danach bis 1953 nordische Literatur am Somerville College in Oxford.[1] Sie arbeitete unter anderem als Journalistin und Lehrerin und von 1955 bis 1960 in der isländischen Botschaft in Stockholm.[5] Von 1965 bis 1966 studierte sie ein weiteres Jahr schwedische Literatur an der Universität Uppsala.[1] Ihr erstes Buch, die Kurzgeschichtensammlung Tólf konur, erschien 1965.

Von 1971 bis 1979 war Svava für die Volksallianz Mitglied des Althing.[2]

Werk[Bearbeiten]

Svava verfasste neben Kurzgeschichten zwei Romane und einige Dramen. Sie gilt eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen Islands[6] und als Pionierin unter den isländischen Dramatikerinnen.[7] Ihr erstes Drama, Hvað er í blýhólknum?, beschäftigte sich 1970 als erstes isländisches Theaterstück hauptsächlich mit der Situation der Frauen.[8]

1990 war Svavas Roman Gunnlaðar saga für den Literaturpreis des Nordischen Rates nominiert.[9]

Ihr Werk gilt auch als ein wesentlicher Einfluss für Gerður Kristný.[10]

Werke[Bearbeiten]

Kurzgeschichtensammlungen[Bearbeiten]

  • Tólf konur (1965)
  • Veizla undir grjótvegg (1967)
  • Sögur (1979)
  • Gefið hvort öðru (1982)
  • Endurkoma (1986)
  • Smásögur (1987)
  • Undir eldfjalli (1989)
  • Sögur hana öllum (2001)

Romane[Bearbeiten]

  • Leigjandin (1969)
  • Gunnlaðar saga (1987)

Dramen[Bearbeiten]

  • Hvað er í blýhólknum? (1970)
  • Friðsæl veröld (1974)
  • Æskuvinir (1976)
  • Í takt við tímann (1980)
  • Lokaæfing (1983)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Svava Jakobsdóttir in Torfi Jonsson: Æviskrár samtídarmanna. Olivers Steins, Skuggsjá 1982–1984
  2. a b Ernst Walter: Jakobsdóttir, Svava in Horst Bien (Hrsg): Meyers Taschenlexikon Nordeuropäische Literaturen. Bibliographisches Institut, Leipzig 1978
  3. Þór Edward Jakobsson in Jonsson: Æviskrár samtídarmanna
  4. Jakob Jónsson in Jonsson: Æviskrár samtídarmanna
  5. Svava Jakobsdóttir bei goodsread.com
  6. Helga Kress: Icelandic Writers in Helen Tierny (Hrsg): Women's Studies Encyclopedia. Greenwood, Westport 1999
  7. Daisy Neijmann (Hrsg): A history of Icelandic literature, University of Nebraska, 2006. Seite 581
  8. Neijmann, Seite 569f
  9. Jakobsdóttir, Svava in Jane Eldridge Miller (Hrsg): Who's who in contemporary women's writing. Routledge, London 2001
  10. Neijmann, Seite 456
Island Anmerkung zu isländischen Personennamen: Isländer werden mit dem Vornamen oder mit Vor- und Nachnamen, jedoch nicht allein mit dem Nachnamen bezeichnet. Weiterführende Informationen finden sich unter Isländischer Personenname.