Sven Knoll

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Sven Knoll am 6. September 2009 auf der Brunner Mahder

Sven Knoll (* 6. Juni 1980 in Bozen, Südtirol) ist ein Südtiroler Politiker der Süd-Tiroler Freiheit und Abgeordneter im Landtag.

Leben[Bearbeiten]

Er besuchte die Grundschule „Johann Wolfgang von Goethe" in Bozen, die Mittelschule in Schenna, und maturierte am „Humanistischen Gymnasium Beda Weber" in Meran. Anschließend begann Knoll ein Studium der Human- und Zahnmedizin an der Medizinischen Universität Innsbruck.

Bei den Landtagswahlen 2008 erhielt er 6.641 Vorzugsstimmen[1] und wurde zum ersten Mal in den Südtiroler Landtag gewählt; seitdem ist er dort Fraktionssprecher der Süd-Tiroler Freiheit. Vor seiner Wahl in den Landtag war Knoll Gemeinderatsmitglied in seiner Heimatgemeinde Schenna. Bei den Landtagswahlen 2013 konnte er erneut ein Mandat erringen.[2]

Bekannt wurde Sven Knoll als Jugendsprecher der Union für Südtirol, die er zusammen mit Eva Klotz verließ, sowie durch die Plakataktion „Süd-Tirol ist nicht Italien“.

Sven Knoll setzt sich seit Jahren für die Doppelte Staatsbürgerschaft ein.[3] Danach sollen alle Südtiroler, deren Vorfahren bis 1920 die österreichische Staatsbürgerschaft besaßen, die Möglichkeit bekommen, die österreichische Staatsbürgerschaft neben der italienischen wieder zu erhalten[4][5].

Kritik und Kontroversen[Bearbeiten]

Die Zeitschrift L’Espresso behauptete 2008 kurz vor der Landtagswahl, Sven Knoll habe bei einer Veranstaltung in Südtirol teilgenommen, an der unter anderem auch Politiker der rechtsextremen Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) teilgenommen hätten[6], die allerdings schon vorher verstorben waren. In einem Bericht der Tageszeitung "Corriere dell'Alto Adige" vom 25. Oktober 2008 bestätigte jedoch der damalige Oberstaatsanwalt Cuno Tarfusser, dass weder Sven Knoll noch andere Mitglieder der Bewegung "Süd-Tiroler Freiheit" mit NPD-Mitgliedern und NPD-Veranstaltungen zu tun hatten bzw. haben[7].

Bei der dritten Vollversammlung der Süd-Tiroler Freiheit 2009 nannte Sven Knoll die unkontrollierte Zuwanderung der ausländischen Bevölkerung in Südtirol eine Bedrohung für die Selbstbestimmung Südtirols, was Kritik von Seiten den Südtiroler Grünen hervorrief.[8]

Eine von Sven Knoll mitverfasste und in den «Eckartschriften» der Österreichischen Landsmannschaft im Jahr 2009 erschienene Publikation zu Andreas Hofer wurde vom Historiker Hannes Obermair aufgrund ihres „völkischen“ Sprachgebrauchs 2014 scharf kritisiert.[9]

Schriften[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorzugsstimmenergebnisse der Landtagswahl 2008 auf der Website des Landes Südtirol, abgerufen am 1. Februar 2011
  2. Die 35 neuen Landtagsabgeordneten im Überblick. Südtirol Online (stol.it), 28. Oktober 2013, abgerufen am 31. Oktober 2013.
  3. Doppelte Staatsbürgerschaft: Südtiroler Freiheit sammelt 20.000 Unterschriften auf der Webseite von 'Südtirol Online' (STOL), abgerufen am 17. Februar 2011
  4. Österreich wird das Anliegen der Südtiroler nach einem rotweißroten Pass weiterverfolgen auf der Website der Tiroler Tageszeitung, abgerufen am 23. März 2012
  5. Doppelte Staatbürgerschaft: Expertenausschuss hält sie für möglich auf der Website von Südtirolnews, abgerufen am 22. März 2012
  6. Pura razza Sud Tirolo, L’Espresso vom 23. Oktober 2008
  7. "Corriere dell'Alto Adige" vom 25. Oktober 2008, Seite 5
  8. Doppelte Fremdenfeindschaft: SF-Abg. Knoll stempelt Migranten zur 5. Kolonne Italiens ab Pressemeldung der Südtiroler Grünen am 23. November 2009
  9. Il Monumento, lo storico e il patriota. salto.bz – Das Nachrichten- und Community-Portal für Südtirol, 27. Juli 2014, abgerufen am 27. Juli 2014.

Weblinks[Bearbeiten]