Svetlana Velmar-Janković

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Svetlana Velmar-Janković (kyrillisch: Светлана Велмар-Јанковић; * 1. Februar 1933 in Belgrad; † 9. April 2014 ebenda) war eine serbische Schriftstellerin und Journalistin. Sie zählte zu den einflussreichsten serbischen Autorinnen ihrer Zeit.

Werdegang[Bearbeiten]

Während des Studiums begann die Tochter des serbischen Autors Vladimir Velmar-Janković als Journalistin zu arbeiten. 1959 erhielt sie im Belgrader Prosveta Verlag eine Anstellung als Lektorin für zeitgenössische jugoslawische Prosa und Essaysammlungen. Nach einer Tätigkeit als Lektorin und Herausgeberin im Verlag wurde Velmar-Janković 1971 Mitglied des Verlagsvorstandes, seit 1989 war sie als freie Schriftstellerin tätig. Bis 2003 war sie Mitglied der Komisije za istinu i pomirenje (Kommission für Wahrheit und Versöhnung). Zuletzt lebte Velmar-Janković in Belgrad – der Stadt, die im Mittelpunkt der meisten ihrer Publikationen steht.

Für ihr Schaffen erhielt sie unter anderem den NIN-Literaturpreis und den Literaturpreis des Politikin zabavnik.

Ihre Arbeiten wurden im Verlag Stubovi kulture in Belgrad veröffentlicht und ins Englische, Französische, Spanische, Italienische, Bulgarische, Koreanische und Ungarische übersetzt. In deutscher Sprache erschien der Roman „Lagum“. Der 1990 in Serbien veröffentlichte Roman thematisiert die politischen Umwälzungen in den 1940er Jahren in Belgrad und die Veränderungen in der Bevölkerung unter den neuen Verhältnissen. Im Mittelpunkt des Textes steht das Leben der achtzigjährigen Milica Pavlović, die sich an die Umbrüche in Jugoslawien während des Zweiten Weltkriegs erinnert. Velmar-Janković schrieb mit Unterbrechungen fast 20 Jahre an diesem Roman und verwarf zahlreiche Versionen, bevor sie ihn Ende der 1980er Jahre abschloss. In „Lagum“ nimmt Velmar-Janković nicht nur Bezug auf reale politische Persönlichkeiten der Nachkriegszeit, sondern anhand der Figur eines Professors auch auf das Leben ihres Vaters. Vladimir Velmar-Janković, der während der deutschen Besetzung Serbiens Anfang der 1940er Jahre Mitglied der serbischen Regierung war, setzte sich gegen Ende des Zweites Weltkriegs nach Italien ab, um einer Verurteilung wegen Kollaboration zu entgehen. Die Reflexion dieser Vorfälle machte „Lagum“ zu ihrem persönlichsten Roman.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Ožiljak (1956)
  • Savremenici (1968)
  • Dorcol (1981)
  • Lagum (1990), dt.: Lagum. Roman. Aus dem Serbischen von Mirjana und Klaus Wittmann. Frankfurt am Main: Edition Büchergilde, 2003.
  • Ukletnici (1993)
  • Vracar (1994)
  • Knez Mihailo (1994)
  • Bezdno (1995)
  • Glasovi (1997)
  • Knjiga za Marka (1998)
  • Svetilnik (1998)
  • Nigdina (2000)
  • Žezlo (2001)
  • Prozraci (2003)
  • Ocarane naocari (2006)

Weblinks[Bearbeiten]