Swans

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Swans
Swans während einem Konzert in Warschau am 10. Dezember 2010
Swans während einem Konzert in Warschau am 10. Dezember 2010
Allgemeine Informationen
Genre(s) No Wave, Postrock, Noise-Rock
Gründung 1982
Auflösung 1997
Neugründung 2010
Website http://www.swans.pair.com/
Gründungsmitglieder
Michael Gira
Bob Pezzola (1982)
Daniel Galli-Duani (1982)
Jonathan Kane (bis 1983)
Aktuelle Besetzung
Gesang, Gitarre
Michael Gira
Gitarre
Norman Westberg (1983 - 1991, 1995, seit 2010)
Gitarre
Kristof Hahn (1991, 1997, seit 2010)
Schlagzeug
Phil Puleo (seit 2010)
Chris Pravdica (seit 2010)
Schlagzeug, Percussion
Thor Harris (seit 2010)
Ehemalige Mitglieder
Gesang, Keyboard
Jarboe (1984-1997)
Schlagzeug
Roli Mosimann (1983–85)
Ivan Nahem (1985–1986)
Ted Parsons (1986–1987, 1992–1995)
Vincent Signorelli (1992)
Bass
Harry Crosby (1983–86)
Al Kizys(1986–1987, 1992–1995)
Keyboard
Bill Rieflin (1995)
Martin Atkins (1995)

Swans (engl. Schwäne) ist eine New Yorker Band, die 1982 vom Musiker Michael Gira gegründet wurde. Das musikalische Frühwerk wird häufig dem No Wave[1] und dem Post-Industrial zugeordnet. Die avantgardistischen Stücke späterer Veröffentlichungen enthalten Anleihen aus dem Noise Rock, aber auch akustisch-folkloristische und orchestrale Einflüsse. Einem breiteren Publikum wurde die Band 1988 durch ihre Coverversion von Love Will Tear Us Apart von Joy Division und dem von Bill Laswell produzierten Album The Burning World bekannt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Laut Michael Gira wurde der Name gewählt, weil Schwäne am besten zum Musikstil der Band passen:

Swans are these beautiful animals, who are in reality completely obnoxious. They’re hateful things.

Michael Gira[2]

1982 debütierten die Swans mit einer EP, die noch deutliche No Wave-Einflüsse aufwies. Das erste Album Filth markierte dann den Wechsel zu monoton-rhythmischen Power Rock-Klängen, die ab Mitte der 1980er durch komplexere Arrangements erweitert wurden.

Bis 1988 standen Swans bei Independent-Labels wie Neutral Records, K.422 und Caroline Records unter Vertrag. Mit dem Erfolg der Single Love Will Tear Us Apart wurde das Major-Label Universal Music Group auf die Band aufmerksam und produzierte das Album The Burning World (1989) in Zusammenarbeit mit Bill Laswell. Um seiner musikalischen Vision von Swans uneingeschränkt folgen zu können, gründete Gira 1990 das Label Young God Records, welches bis heute besteht und bei dem auch andere Künstler wie Lisa Germano unter Vertrag stehen.

Ein Merkmal der Band ist der häufige Wechsel der Besetzung. So waren neben Michael Gira Jarboe und Norman Westberg die einzig konstanten Bandmitglieder über mehrere Jahre. Insgesamt spielten bereits über 20 verschiedene Musiker bei Swans. Durch diesen häufigen Wechsel veränderte sich sowohl das musikalische als auch das optische Erscheinungsbild der Band.[3]

Ein weiteres Markenzeichen der frühen Swans waren schmerzhaft-infernalisch laute Konzerte, bis zu dem Punkt, an dem Besucher ohnmächtig wurden oder die Polizei Shows abbrechen musste. [4][5] Dies verlieh den Swans eine Reputation, der Gira am Ende überdrüssig war. Für ihn war dieser Ruf mit ein Grund für die Niederlegung des Projekts Swans im Jahr 1997. [6]

In der Zeit nach der Auflösung wurden sowohl von Michael Gira als auch von Jarboe mehrere Kompilationen, Live-Mitschnitte und eine Best Of-CD (Various Failures) veröffentlicht.

[Bearbeiten] Wiedervereinigung 2010

2010 reformierte Gira die Swans. 14 Jahre nach dem letzten Studioalbum wurde ein neues Album namens My Father Will Guide Me up a Rope to the Sky angekündigt, das im September 2010 erschien.[7] Jarboe trat weder auf diesem Album noch auf der anschließenden Tournee in Erscheinung, da Gira sie nicht um eine Teilnahme ersuchte[8][9].

Gira heißt es gut, dass ihre Konzerte seit der Wiedervereinigung so intensiv seien wie einst - "seelisch beflügelnd und körperlich zerstörend". Um den physischen Aspekt in seiner Musik zu unterstreichen weist er Konzertveranstalter gelegentlich an, in den Sälen die Lüftung oder Klimatisierung auszuschalten, um das Konzert an einen Aufenthalt in einer indianischen Schwitzhütte erinnern zu lassen.[10]

Am 14. Juli 2011 schrieb Pitchfork Media, dass die Swans an einem neuen Album arbeiten würden. Erscheinungsdatum sei Anfang 2012, voraussichtlich erneut auf Young God Records. Zusätzlich arbeitete Gira an einem weiteren Livealbum, welches erstmals Auftritte nach der Wiedervereinigung kompiliere. [11]

[Bearbeiten] Musikstil und Texte

Nach den No Wave-Klängen der Debüt-EP wechselten die Swans mit ihrem ersten Album zu einem lärmenden Power-Rock, der von einer markanten Percussion, dem ganz eigenen Gitarrenspiel Norman Westbergs und Michael Giras sonorem Sprechgesang geprägt war. Die Texte handelten meist von Vereinsamung, seelischer und sexueller Abhängigkeit und (häufig erotisch besetzter) individueller oder institutioneller Gewalt.[12] Auf dem Album Children of God (1986) wurden Stücke dieser Art um akustische und orchestrale Kompositionen und Arrangements ergänzt. Bandmitglied Jarboe, die 1985 zu den Swans gestoßen war, zeigte nun auch mehr Präsenz als Leadsängerin. Da die Art der Texte jedoch blieb, wurde diese musikalische Wandlung meist als abgründiger Sarkasmus oder Umsetzung der Doppelbödigkeit in allem Menschlichen interpretiert.

Auf dem darauf folgenden Swans-Album The Burning World (1989) wurde der Einfluss von Folk und Ethno-Musik durch Co-Produzent Bill Laswell verstärkt. White Light From The Mouth Of Infinity (1991) und Love Of Life (1992), wieder von Gira allein produziert, versuchten eine Kombination von folkloristisch-akustischen, orchestralen und Noise Rock-Elementen sowie Ton-Collagen. Die Instrumentierung in dieser Phase war sehr aufwendig: Es waren unter anderem zwölfsaitige Gitarren, Mandolinen, Geige und Cello zu hören.

Mit The Great Annihilator (1995) und Soundtracks for the Blind (1996) trat der Folk-Einfluss zunehmend wieder in den Hintergrund, während unter anderem Ambient-Klänge größeren Raum erhielten. Speziell das letztgenannte Album gilt als eines der vielschichtigsten in der Geschichte der Band.

Großen Einfluss hatten die Swans aufgrund der Langsamkeit und düsteren Atmosphäre ihrer frühen Alben im Doom-Metal-Bereich.

[Bearbeiten] Diskografie

[Bearbeiten] Studioalben

[Bearbeiten] Compilations

  • 1991: Body to Body, Job to Job (Unreleased Recordings 1982–1985)
  • 1999: Various Failures 1988–1992
  • 2003: Forever Burned
  • 2004: Mystery of Faith – Unreleased Pieces: Swans + World of Skin (von Sängerin Jarboe unter ihrem Namen veröffentlichte Compilation)

[Bearbeiten] Live-Alben

  • 1986: Public Castration Is a Good Idea
  • 1986: A Long Slow Screw (VHS)
  • 1987: Feel Good Now
  • 1990: Anonymous Bodies in an Empty Room
  • 1992: Omniscience
  • 1995: Kill the Child
  • 1998: Swans Are Dead
  • 2012: We Rose From Your Bed With The Sun In Our Head

[Bearbeiten] Singles/EPs

  • 1982: Swans (EP)
  • 1984: Young God (EP)
  • 1986: Time Is Money (Bastard)
  • 1986: A Screw
  • 1987: New Mind
  • 1988: Love Will Tear Us Apart
  • 1989: Saved
  • 1989: Can’t Find My Way Home
  • 1992: Love of Live/Amnesia
  • 1994: Celebrity Lifestyle/
  • 1996: Die Tür ist zu (EP)
  • 1996: Failure/Animus
  • 1997: I Am the Sun

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Jessamy Culkin: Nobody knows No Wave. In: The Daily Telegraph, 26. Januar 2008. Abgerufen am 24. Mai 2010. 
  2. Gira Im Interview mit der Zeitschrift Reflex, Ausgabe 03/1988.
  3. SWANS.
  4. Swans interview with Seconds (1996). Abgerufen am 31. Juli 2011.
  5. Swan Song: Spike Magazine. Abgerufen am 31. Juli 2011.
  6. The Final Sacrifice: M. Gira retires Swans. Abgerufen am 31. Juli 2011.
  7. mlampin: Neues Swans-Album im September.
  8. Jarboe. In: Slayer, Nr. 20, Blood Fire Death, 2010, S. 84.
  9. Johnson Cummins: Back on dark waters.
  10. Michael Gira Interview on Crasier Frane. Abgerufen am 31. Juli 2011.
  11. Tom Breihan: Swans at Work on New Album bei Pitchfork Media, 14. Juli 2011
  12. Addicted to Sound: An Interview with Michael Gira. Abgerufen am 18. Februar 2011.
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