Swap (Wirtschaft)
Ein Swap (engl. (Aus-)Tausch) stellt im wirtschaftlichen Sinne einen Sammelbegriff für Finanzinstrumente dar, deren Gemeinsamkeit ein Austausch von zukünftigen Zahlungsströmen (Cash Flows) ist. Swaps gehören zu den OTC-Geschäften.[1] Die Vereinbarung definiert dabei, wie die Zahlungen berechnet und wann sie fällig werden.
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Anwendung [Bearbeiten]
Mit Swaps können Zahlungsströme fast beliebiger Natur getauscht werden. Dadurch können gezielt finanzielle Risiken in der Finanzierung, in der Bilanzstruktur oder in der Absicherung eines Portfolios optimiert werden. Die beiden Vertragspartner eines Swaps sollten unterschiedliche Bonität, entgegengesetzte Finanzierungsinteressen und unterschiedliche Zinsrisikoprämien haben.[2]
Zu den am häufigsten vorgenommenen Swaps zählen
- Asset-Swap
- Constant Maturity Swap
- Credit Default Swap (CDS; dt. auch Kreditausfall-Swap)
- Devisenswap (auch FX-Swap)
- Equity Swap
- „Total Return Swap“ bzw. „Total Rate of Return Swap“ (TRS bzw. TRORS)
- Währungsswap
- Zinsswap
Darüber hinaus gibt es weitere Swaps, etwa Derivate auf Wettergeschehen oder Rohstoffswaps.
Auch bei jedem herkömmlichen Termingeschäft wird getauscht. Der Unterschied zum Swap liegt darin, dass es beim Termingeschäft in der Regel nur einen einzigen Austauschtermin gibt. Zudem kommt es bei einem Swap in keinem Fall zu einer physischen Erfüllung.
Bewertung [Bearbeiten]
Ein Swap lässt sich mittels Duplikation bewerten. Dabei wird für beide Seiten des Swaps je eine Anleihe mit dem jeweiligen Zahlungsstrom beobachtet. Ein Zinsswap kann zum Beispiel mit Hilfe einer Anleihe mit fixem Kupon und einer Anleihe mit variablem Kupon bewertet werden. Ein Credit Default Swap kann mit Hilfe einer ausfallrisikofreien und einer ausfallrisikobehafteten Anleihe bewertet werden.
In der Regel findet zum Beginn und zum Ende der Laufzeit kein Austausch von Nennwerten statt. Das heißt, dass bei einem gewöhnlichen Swap beide Seiten den gleichen Nennwert haben und zu Laufzeitbeginn den gleichen Marktpreis. Um den gleichen Marktpreis zu erhalten, werden die Zahlungsverpflichtungen beider Seiten entsprechend ausgestattet.
Gründe für die Existenz von Swapgeschäften [Bearbeiten]
Eine Begründung für die Existenz von Swaps liegt darin, dass ein Kontraktpartner des Swap-Geschäftes die relativen Kostenvorteile (komparativen Kostenvorteile) des anderen Kontraktpartners ausnutzt und beide somit ihre Kosten reduzieren können.[3] Beispielsweise kann ein deutsches Unternehmen auf Finanzierungsvorteile eines amerikanischen Unternehmens – und andersherum – zugreifen, sofern beide Unternehmen einen Währungsswap vereinbaren.
Darüber hinaus sind riskante Aktiva häufig nicht handelbar. Eine Bank kann zum Beispiel Kredite ihrer Kunden aus rechtlichen Gründen nicht am Kapitalmarkt verkaufen, jedoch mit Hilfe von Swaps die Kredit- und Zinsrisiken getrennt weitergeben. Swaps sind häufig leichter zu handeln und ihre Märkte liquider als die Märkte ihrer Basiswerte.
Swappolitik [Bearbeiten]
Die Swappolitik ist ein außenwirtschaftlicher Ansatz der Geldpolitik, um mit Swaps Geldmenge und Zins in einer Volkswirtschaft beeinflussen zu können. Geldimporte und Geldexporte können über die Veränderung der offiziellen Swap-Sätze der Nationalbanken mehr oder weniger attraktiv gestaltet werden. So können unerwünschte Devisengeschäfte behindert und erwünschte Geschäfte gefördert werden. Zudem wird der Devisenkurs und damit auch die Geldmenge des Landes beeinflusst. Die Geldmenge eines Landes wird zudem durch Liquiditätsbeschaffung oder Liquiditätsabschöpfung reguliert[4].
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Grundlagen der Finanzierung von Geyer/Hanke, 3. Auflage, Seite 271 ff.
- ↑ Schierenbeck, H.; Ertragsorientiertes Bankmanagement; Band 2; 6. Auflage, Seite 134.
- ↑ Ricardo. D; The Principales of Political Economy and Taxation; London/New York 1817.
- ↑ Einführung in die Swappolitik