Swetlana Alexejewna Gannuschkina

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Swetlana Gannuschkina, 2009

Swetlana Alexejewna Gannuschkina (russisch Светлана Алексеевна Ганнушкина, wiss. Transliteration Svetlana Alekseevna Gannuschkina, oft auch in englischer Transkription Svetlana Gannushkina; * 6. März 1942 in Moskau) ist Vorsitzende der Flüchtlingshilfsorganisation „Zivile Unterstützung“ (Гражданское содействие, übersetzt auch als „Bürgerbeteiligung“) und Leiterin des „Netzwerks juristischer Beratungsstellen für Flüchtlinge und Vertriebene“ (Миграция и Право), Trägerin des Menschenrechtspreises 2003 der deutschen Sektion von amnesty international.

Biographie[Bearbeiten]

Swetlana Gannuschkina ist verheiratet und hat eine Tochter und einen Sohn. 1965 beendete sie Ihr Mathematik-Studium an der Universität Moskau. 1968–1969 arbeitete sie an der Hochschule für chemischen Maschinenbau in Moskau. Von 1970 bis 2000 war sie Mathematikprofessorin an der Hochschule für Geschichte und Archivierung (aktuell Staatliche Russische Humanitäre Universität, Moskau).[1]

Weltanschaulich-politisches Engagement: Menschenrechtlerin[Bearbeiten]

Swetlana Gannuschkina setzte sich seit Ende der 1980er Jahre für Flüchtlinge und Vertriebene ein, denn zu dieser Zeit kam es zum ersten Mal in der Geschichte der Sowjetunion zu Flüchtlingsströmen. In den letzten Jahren galt Gannuschkinas besonderes Augenmerk den ernsten systematischen Verletzungen der Menschenrechte in Tschetschenien, von wo aus Menschen nach Russland flüchten.

1990 gründete Gannuschkina zusammen mit anderen engagierten Bürgern die Organisation „Zivile Unterstützung“, die erste Menschenrechtsorganisation in Russland, die speziell Flüchtlingen und Vertriebenen eine vielseitige Unterstützung bietet. 1996 wurde sie Gründerin des „Netzwerks juristischer Beratungsstellen für Flüchtlinge und Vertriebene“ bei der Menschenrechtsorganisation „Memorial“ und baute ein landesweites Netzwerk mit Beratungsstellen auf. Rechtsanwälte aus ganz Russland sind in diesem Netz zusammengeschlossen. Vertriebenen und Flüchtlingen wird juristischer Beistand angeboten. Es wird ihnen bei Behördengängen geholfen. Des Weiteren bietet die Flüchtlingshilfeorganisation medizinische und psychologische Hilfe an, ebenso bei der Vermittlung von Arbeit.

Seit Oktober 2002 ist Gannuschkina Mitglied der Kommission der Menschenrechte des Präsidenten der Russischen Föderation. 2003 wurde ihr der Menschenrechtspreis der deutschen Sektion von amnesty international zuerkannt. Auf Gannuschkinas Initiative hin erhalten Bewohner Tschetscheniens seit 2004 in Zusammenarbeit mit der Caritas Frankreich (Secours catholique) medizinische Hilfe. Das Projekt wird finanziell unterstützt durch die EU-Kommission. Für ihr jahrelanges Engagement für Flüchtlinge- und Vertriebenen erhielt sie den Homo Homini Preis 2005 verliehen.[2] Swetlana Gannuschkina arbeitet mit Abgeordneten der Russischen Duma zusammen, insbesondere bei Gesetzen, die die Rechte von Flüchtlingen betreffen.

Swetlana Gannuschkina wurde mehrfach für den Friedensnobelpreis nominiert, zuletzt 2011.

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://www.sovetpamfilova.ru/text/gannugh_biogr/?type=7&parent=47
  2. Recipients of the Homo Homini Award (englisch) clovekvtisni.cz. Abgerufen am 17. Dezember 2012.

Weblinks[Bearbeiten]