Swisttal

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Swisttal
Swisttal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Swisttal hervorgehoben
50.6902777777786.9225140Koordinaten: 50° 41′ N, 6° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rhein-Sieg-Kreis
Höhe: 140 m ü. NHN
Fläche: 62,22 km²
Einwohner: 17.480 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 281 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53913
Vorwahlen: 02254, 02226, 02255, 02251
Kfz-Kennzeichen: SU
Gemeindeschlüssel: 05 3 82 064
Gemeindegliederung: 10 Ortschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 115
53913 Swisttal
Webpräsenz: www.swisttal.de
Bürgermeister: Eckhard Maack (CDU)
Lage der Gemeinde Swisttal im Rhein-Sieg-Kreis
Rheinland-Pfalz Bonn Köln Kreis Euskirchen Oberbergischer Kreis Rheinisch-Bergischer Kreis Rhein-Erft-Kreis Alfter Bad Honnef Bornheim (Rheinland) Eitorf Hennef (Sieg) Königswinter Lohmar Meckenheim (Rheinland) Much Neunkirchen-Seelscheid Niederkassel Rheinbach Ruppichteroth Sankt Augustin Siegburg Swisttal Troisdorf Wachtberg WindeckKarte
Über dieses Bild
Rathaus der Gemeinde Swisttal (2013)

Swisttal ist eine Gemeinde im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Orte der Gemeinde liegen in der Voreifel, etwa zwischen Bonn und Euskirchen. Swisttal erhielt seinen Namen nach dem Bach namens Swist, der mitten durch das Gemeindegebiet fließt. Die Flächen liegen auf Höhen zwischen 126 m und 187 m. Die Gemeindeverwaltung befindet sich zwischen den Dörfern Ludendorf und Essig.

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten]

Swisttal hatte am 1. November 2012 18.495 Einwohner (davon Zweitwohnsitz: 686) und umfasst eine Fläche von etwa 63 km². Davon sind 10 km² Waldfläche und 49 km² landwirtschaftlicher Nutzfläche. Die Gemeinde besteht aus folgenden Ortschaften:[2]

Ortschaft Einwohner
Heimerzheim 6100
Odendorf 3746
Buschhoven 3224
Morenhoven 1684
Miel 989
Ollheim 734
Dünstekoven 544
Ludendorf 559
Straßfeld 476
Essig 393

sowie den Weilern Hohn, Mömerzheim, Vershoven und Müttinghoven.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde wurde am 1. August 1969 im Rahmen der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen geschaffen. Die bis dahin selbstständigen Gemeinden Buschhoven, Essig, Heimerzheim, Ludendorf, Miel, Morenhoven, Odendorf und Ollheim sowie die aus dem Landkreis Euskirchen stammende Gemeinde Straßfeld wurden aufgelöst und gingen mit ihrer Verwaltung in der neuen Gemeinde Swisttal auf.[3] Der Name „Swisttal“ wurde in Anlehnung an Wuppertal erdacht und beschreibt die Lage der Ortschaften im Einzugsgebiet des namensgebenden Baches.

Als Flächengemeinde kann nicht annähernd vom Ort „Swisttal“ gesprochen werden. Zum einen liegen die Dörfer der Gemeinde teils viele Kilometer ohne jegliche Bebauung voneinander entfernt. Zum anderen bestehen zwar historisch zwischen einigen Orten enge Beziehungen, zwischen anderen hingegen keine oder nur sehr geringe. Zudem haben sich die Einwohner schon immer je nach Wohnort zu unterschiedlichen umliegenden Städten wie Euskirchen, Rheinbach oder Bonn orientiert. Dies hat sich bis heute nicht geändert; bis auf die kommunale Verwaltung haben die Orte ihre Eigenständigkeit und ihren individuellen Charakter bewahrt.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[4]
Wahlbeteiligung: 60,03 % (2009: 60,09 %)
 %
50
40
30
20
10
0
42,84
24,10
15,58
12,06
5,41
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-9,42
+3,64
+15,58
-2,60
-7,20

Die 42 Sitze des Gemeinderats verteilen sich wie folgt:

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Swisttal ist das Wappen des früheren Amtes Ludendorf.[5]

Die Blasonierung lautet: „Im gespaltenen Schild vorn in Silber (Weiß) ein durchgehendes schwarzes Kreuz, hinten in Gold (Gelb) zwei in drei Reihen von Rot und Silber (Weiß) geschachte Balken.“ Das Wappen weist mit dem kurkölnischen Kreuz auf die Zugehörigkeit von sechs Orten auf die Landesherrschaft des Kurfürstentums Köln hin, die geschachten Balken entstammen dem Wappen der Herren von Tomberg, die die Herrschaft über die anderen Orte ausübten.

Die Dörfer der Gemeinde haben alle jeweils eigene historische Wappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Mitten durch Buschhoven verlief die Trasse der früheren Eifelwasserleitung, eines römisches Aquäduktes zur Versorgung von Köln mit Trinkwasser aus der Eifel. Noch heute kann man die Leitung in ihrer ursprüngliche Lage im Boden sowie ausgegrabene Teilstücke besichtigen.

Burg Morenhoven

Außerdem sind erwähnenswert:

  • Die teils mittelalterlichen Burgen:
  • Das ehemalige Kloster Schillingskapellen in Dünstekoven
  • Schloss Miel
  • Der historische Swistübergang „Lützermiel“ bei Miel
  • Das Zehnthaus Odendorf
  • Die Versöhnungskirche (frühere katholische, heute evangelische Pfarrkirche) in Buschhoven mit ihrer renovierten Romantikorgel.
  • Die zwischen 1831 und 1834 errichtete ehemalige Grundschule in Miel

Natur[Bearbeiten]

Der größte Teil der Flächen wird wegen des fruchtbaren Lössbodens in der Zülpicher Börde landwirtschaftlich genutzt. Östlich von Heimerzheim, Dünstekoven und Buschhoven liegt der ausgedehnte Wald Kottenforst, Bestandteil des Naturparks Kottenforst-Ville bzw. des Naturparks Rheinland. Nordöstlich von Dünstekoven wurde eine ehemalige Kiesgrube in ein Naturschutzgebiet umgewandelt. Das Gebiet kann von drei Aussichtspunkten eingesehen und nach Anmeldung besichtigt werden. In letzter Zeit werden Anstrengungen unternommen, die Swist wieder naturnäher zu gestalten.

Am nordwestlichen Ortsrand von Buschhoven nach Heimerzheim zu verläuft am Rande des Kottenforstes der etwa 6 km lange Swisttalwanderweg als Rundweg zum Teil vorbei an der Eifelleitung bis hin zum Siebenschuss.[6]

Kultur[Bearbeiten]

In Swisttal findet Kulturarbeit dezentral statt. Jährlich wird die Morenhovener Lupe vergeben, ein anerkannter Kleinkunstpreis der örtlichen Initiative KuSS (Kultur und Spektakel im Swisttal), ursprünglich angeregt durch die Morenhovener Kreativitätschule. In der Aula der Haupt-/Realschule in Heimerzheim finden sporadisch Theatervorführungen und gelegentlich Auftritte bekannter Kabarettisten statt. Musikalische Aufführungen finden vor allem in den regen Kirchengemeinden der Orte innerhalb der Gemeinde Swisttal statt. Einen Höhepunkt stellt in den meisten Orten die Karnevalssession mit jährlichem Karnevalszug dar.

Jugendarbeit[Bearbeiten]

Jugendarbeit geschieht ebenfalls dezentral und wird hauptsächlich in den diversen Vereinen der Orte sowie in den Kirchengemeinden durchgeführt. Zudem wurde der „Jugendring Swisttal“ gegründet, der Jugendtreffs in den größeren Orten betreibt.

Kirchengemeinden[Bearbeiten]

  • Evangelische Kirchengemeinde Swisttal
St. Kunibert in Heimerzheim
mit St. Katharina (Dünstekoven)
  • St. Petrus und Paulus (Odendorf)
  • St. Katharina (Buschhoven) (Pfarr- und Wallfahrtskirche)
  • St. Nikolaus (Morenhoven)
  • St. Georg (Miel)
  • St. Martinus (Ollheim)
  • St. Petrus und Paulus (Ludendorf)
  • St. Antonius (Straßfeld)

Wallfahrt[Bearbeiten]

Buschhoven ist seit 1806 katholischer Wallfahrtsort mit der „Rosa Mystica“, einer Wandermuttergottes, und dem sich auf diese romanische Holzfigur beziehenden alljährlichen sogenannten Rosenfest im Juni. Die Rosa Mystica kam ursprünglich aus dem 1197 gegründeten Prämonstratenserinnen-Stift Schillingscapellen bei Dünstekoven, als das Kloster im Zuge der Säkularisation aufgelöst worden war. Die neue Wallfahrtskirche wurde 1975 gebaut.

Außerdem liegt Buschhoven auf einem der historischen Jakobswege, worauf die Muschel an der Versöhnungskirche hinweist.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Dörfer Swisttals sind vor allem Wohnorte, größere Industriebetriebe gibt es nicht. Allerdings bestehen in Heimerzheim und Odendorf ausgedehnte Gewerbegebiete und diverse Einzelhandelsgeschäfte.

Verkehr[Bearbeiten]

In Swisttal waren 2010 laut dem MWEBWV NRW 11.901 Kraftfahrzeuge zugelassen, davon 10.139 Pkw.[7] Wichtige Straßenverkehrswege sind die A 61 Kerpen–Koblenz (Abfahrten 26 Heimerzheim und 27 Miel) und die B 56 zwischen Selfkant und Wiehl

Für den ÖPNV:

Durch das Gemeindegebiet verläuft der Radwanderweg Wasserburgen-Route. Sie verbindet über 524 km mehr als 130 Burgen am Rand der Eifel und in der Kölner Bucht.

Bildung[Bearbeiten]

Kindergärten gibt es in jedem Dorf der Gemeinde, in den größeren Orten auch mehrere. Grundschulen bestehen in Heimerzheim, Odendorf und Buschhoven. Die Georg-von-Boeselager-Hauptschule in Heimerzheim wurde zum Schuljahr 2006/2007 um einen Realschulzweig erweitert. Gymnasien sind in den umliegenden Städten Bonn, Rheinbach, Meckenheim und Euskirchen, Gesamtschulen in Weilerswist und Bornheim.

Die Außenstelle FH-Bund (Fachbereich Öffentliche Sicherheit) in Heimerzheim dient unter anderem dem BND, dem BKA sowie dem Verfassungsschutz[8] als Ausbildungsstätte. Sie liegt im Bereich der dort ansässigen Bundespolizei.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Swisttal – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Website der Gemeinde Swisttal
  3.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 83.
  4. Ratswahl 2014
  5. Website der Gemeinde Swisttal
  6. privater Eintrag zum Rundweg
  7. Ministerium f. Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr: Mobilität in NRW. Daten und Fakten 2010
  8. Liste der Hochschulen in Deutschland