Swobnica

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Swobnica
Wappen fehlt
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Swobnica (Polen)
Swobnica
Swobnica
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Landkreis: Gryfino
Gmina: Banie
Geographische Lage: 53° 3′ N, 14° 37′ O53.04277777777814.624444444444Koordinaten: 53° 2′ 34″ N, 14° 37′ 28″ O
Höhe: 60 m n.p.m
Einwohner: 700
Postleitzahl: 74-112
Telefonvorwahl: (+48) 91
Kfz-Kennzeichen: ZGR
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów

Swobnica (deutsch Wildenbruch in Pommern) ist ein Dorf mit 700 Einwohnern in der polnischen Woiwodschaft Westpommern im Powiat Gryfiński.

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage [Bearbeiten]

Der Ort liegt etwa 50 Kilometer südlich von Stettin (Szczecin), unmittelbar am südlichen Ufer des Jezioro Długie (Langer See). Die nächstgelegenen größeren Städte sind Gryfino (Greifenhagen) im Nordwesten, Chojna (Königsberg in der Neumark) im Südwesten und Pyrzyce (Pyritz) im Nordosten. In 28 Kilometer Entfernung befindet sich ein Grenzübergang nach Schwedt.

Geschichte [Bearbeiten]

Wildenbruch wurde 1345 erstmals urkundlich erwähnt. Der Johanniterorden erhielt als Nachfolger der Templer 1377 die Erlaubnis, einen neuen Komtursitz als Ersatz für den in einer Fehde zerstörten Sitz in Rörchen zu erbauen, der 1382 bezogen wurde. Nach der Reformation gehörte die Komturei Wildenbruch zum 1532/41 gebildeten Teilherzogtum Pommern-Wolgast. Die Komture gehörten zu dieser Zeit dem schlossgesessenen Adel Pommerns an, zuletzt waren es Mitglieder des rügischen Geschlechts von Putbus. Durch die doppelte Unterstellung der Komture unter den regierenden Herzog von Pommern-Wolgast und den Herrenmeister von Sonnenburg entstanden zeitweilige Konflikte zwischen Pommern und Brandenburg. Mit dem Westfälischen Frieden 1648 wurde Wildenbruch zunächst ein Teil von Schwedisch-Pommern. Die Komturei wurde säkularisiert. Wildenbruch gehörte zu dem Teil Schwedisch-Pommerns, der bereits 1679 mit dem Frieden von Saint-Germain an Brandenburg kam.

1680 erwarb die zweite Gemahlin des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (der Große Kurfürst) Dorothea mit eigenen Schatullgeldern die Herrschaft Wildenbruch, vereinigte sie mit der bereits 1670 erworbenen Herrschaft Schwedt-Vierraden und bildete damit die Grundherrschaft der Nebenlinie der brandenburg-preußischen Hohenzollern Schwedt-Wildenbruch.

Schloss Wildenbruch in Swobnica.

Prinzessin Dorothea begann sofort mit dem barocken Umbau der Burganlage. Namhafte Architekten wie Nering (Schloss Charlottenburg in Berlin) oder Ryckwaert (Schloss Oranienbaum, Zerbst und in der Nachbarschaft von Swobnica das Schloss Sonnenburg) waren an den Modernisierungsarbeiten beteiligt. Holländische Stuckateure und Tischler schufen die reiche barocke Innenausstattung, die bis heute erhalten geblieben ist. Diese Ausstattung ist vermutlich das einzige so gut erhaltene Beispiel barocker säkulerer Kunst auf dem Gebiet der polnischen Wojewodschaft Westpommern.

Nach dem Tod seiner Mutter Dorothea erbte Markgraf Philipp Wilhelm die Herrschaft Schwedt-Wildenbruch. Sein Sohn, Markgraf Friedrich (der tolle Markgraf), starb 1771 in Wildenbruch. Nach dem Aussterben der Sekundogenitur Schwedt-Wildenbruch mit dem Tod des Markgrafen Friedrich Heinrich 1788 fiel Wildenbruch an das preußische Königshaus zurück.

Aus der Partnerschaft zwischen Prinz Louis Ferdinand von Preußen und der aus einer Magdeburger Beamtenfamilie stammenden Henriette Fromme gingen zwei Kinder hervor: Anton Albert Heinrich Ludwig (1803-1874), der spätere Vater des Schriftstellers Ernst von Wildenbruch, und Blanche. Beide erhielten 1810 von König Friedrich Wilhelm III. den Namen „von Wildenbruch“ zuerkannt und wurden in den Adelsstand erhoben.

Im Jahre 1895 erhielt Wildenbruch durch die Greifenhagener Kreisbahnen eine Kleinbahnverbindung über Bahn nach Greifenhagen. Der Personenverkehr zwischen Banie und Swobnica wurde 1983 eingestellt und die Strecke 1987 abgebaut.

Vor 1945 bildete Wildenbruch eine Gemeinde im Kreis Greifenhagen der preußischen Provinz Pommern. 1945 kam Wildenbruch, wie ganz Hinterpommern, an Polen.

Von 1992 bis 2011 befand sich das Schloss in Händen eines privaten holländischen Investors, der jedoch keinerlei Sanierungsmaßnahmen durchführte. Im Februar 2008 stürzte der nördliche Seitenflügel auf Grund mangelnder Pflege ein. Seit August 2009 versuchen Schlossliebhaber die Öffentlichkeit auf dieses Gebäude aufmerksam zu machen, um es vor dem endgültigen Verfall zu retten. Hierzu wurde 2009 in Polen ein Verein, 2010 in Berlin die Gesellschaft Schloss Wildenbruch | Swobnica e.V. gegründet. Im November 2011 gelangte das Schloss in das Eigentum der Gemeinde Banie. 2012 wurde mit Mitteln des polnischen Kulturministeriums und des Marschalls der Woiwodschaft Westpommern die Instandsetzung des maroden Dachs des Corps de Logis durchgeführt.

Entwicklung der Einwohnerzahlen [Bearbeiten]

Verweise [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  • Martin Reepel: Pommern. Das Handbuch für Reisen und Wandern im Pommernland. Verkehrsverband für Pommern, Stettin 1932. (Nachdruck: Verlag Gerhard Rautenberg, Leer 1988, ISBN 3-7921-0386-9, S. 52-53).
  • Detelef Schnell: Schloß Wildenbruch. In: Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte, 41. Jg. (2003), Heft 2, S. 30-32.
  • Roman Czejarek: Swobnica. Wildenbruch. Stowarzyszenie Czas Przestrzeń Tożsamość, Szczecin 2006, ISBN 83-923059-3-0.
  • Guido Hinterkeuser: Wildenbruch | Swobnica, Berlin 2007 (= Schlösser und Gärten der Neumark/Zamki i Ogrody Nowej Marchii 4)

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Swobnica Castle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten [Bearbeiten]

  1. a b c http://www.verwaltungsgeschichte.de/greifenhagen.html