Syców

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Syców
Wappen von Syców
Syców (Polen)
Syców
Syców
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Landkreis: Oleśnica
Fläche: 17,06 km²
Geographische Lage: 51° 19′ N, 17° 43′ O51.31666666666717.716666666667Koordinaten: 51° 19′ 0″ N, 17° 43′ 0″ O
Höhe: 153 m n.p.m
Einwohner: 10.385
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 56-500
Telefonvorwahl: (+48) 62
Kfz-Kennzeichen: DOL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: E 67: Hradec KrálovéPiotrków Trybunalski
Nächster int. Flughafen: Breslau
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 12 Schulzenämter
Fläche: 144,79 km²
Einwohner: 16.561
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 114 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0214073
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Sławomir Kapica[2]
Adresse: ul. Mickiewicza 1
56-500 Syców
Webpräsenz: www.sycow.pl

Syców ['sɨʦuf] (deutsch Groß Wartenberg; bis 1888 Polnisch-Wartenberg) ist eine Stadt mit über 10.000 Einwohnern im Powiat Oleśnicki der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Syców liegt etwa 47 Kilometer nordöstlich von Breslau im Katzengebirge.

Stadtwappen[Bearbeiten]

Das Stadtwappen von Syców zeigt auf schwarzem Grund einen geharnischten, ins Horn stoßenden Reiter auf einem weißen Ross. Um die Reiterfigur schweben drei goldene Sterne. Ein älteres Wappen zeigte auch einen weißen Jagdhund, der neben dem Ross lief.

Stadtgeschichte[Bearbeiten]

Ende des 12. Jahrhunderts wurden der Ort und die Gegend erstmals als districtus Syczow sive Wartinbergk in einer Urkunde des Bistums Breslau erwähnt. Ein Albert von Schmollen wurde 1276 als castellanus in Wrathenberc bezeichnet, was darauf hinweist, dass die Stadt schon vor diesem Datum ein wichtiger Ort an der Handelsstraße Breslau–KalischThorn war. Es bezeugt auch das Vorhandensein einer festen Burg, die außerhalb der Stadt lag. 1287 wurde die Stadtpfarrkirche erwähnt.

Durch Erbteilungen des Herzogtums Breslau fiel Wartenberg 1293 an das Herzogtum Glogau, 1320 kam die Stadt zum Herzogtum Oels. Für das Jahr 1369 ist für Wartenberg das Magdeburger Stadtrecht bezeugt und auch das erste Stadtsiegel. Um 1400 erbauten die Piasten die Stadtpfarrkirche zu den hl. Aposteln Peter und Paul. Nach dem Tode des letzten piastischen Herzogs von Oels wurde die Herrschaft Wartenberg 1489 als erledigtes Lehen vom König Vladislav II. Jagellonicus eingezogen. Der König trennte Wartenberg vom Herzogtum Oels ab und schaffte eine Freie Standesherrschaft, die bis 1517 im Besitz der Herren von Haugwitz blieb. 1529–1571 war die Standesherrschaft dann Eigentum der Freiherren von Maltzan. Elisabeth von Maltzan verkaufte 1571 die Standesherrschaft für 133.000 Gulden an den Freiherrn Georg von Braun (Vorfahre des Wernher von Braun). Unter Braun kam die Stadt zur Blüte: Er förderte das Handwerk und schützte die Bauern auf seinen Gütern. 1591 verkaufte Georg Wilhelm von Braun die Standesherrschaft für 140.000 Taler an Abraham, Burggraf zu Dohna-Schlobitten. Dohna, glühender Katholik, gab sämtliche protestantisch gewordenen Kirchen in der Standesherrschaft an den katholischen Klerus zurück. Unweit der alten Burg begann Burggraf Dohna 1594 den Bau eines neuen Schlosses, die Arbeiten dauerten bis 1608.

Zur Unterscheidung von Deutsch-Wartenberg im Kreis Grünberg nannte man die Stadt ab 1610 Polnisch-Wartenberg. 1734 erwarb Reichsgraf Ernst Johann von Biron, späterer Herzog von Kurland, die Standesherrschaft, die bis 1945 bei seinen Nachkommen, dem Fürstenhaus Biron von Curland, blieb. Polnisch Wartenberg kam 1742 mit Schlesien zu Preußen und wurde zur Hauptstadt eines Kreises von zusammen 813,89 km². In der preußischen Zeit wurde die Stadt zu einem wichtigen Zentrum der Leinweberei. Sie hatte 1758 863 Einwohner. 1805 wurde die Stadtmauer abgerissen. Im Jahr 1825, als die Stadt 1867 Einwohner hatte, emigrierten viele Weber nach Kongresspolen in die Städte Kalisz und Zgierz. Das Schloss wurde 1853 vergrößert und im Tudorstil umgebaut. 1880 hatte die Stadt 214 Häuser und 2320 Einwohner, davon 1306 Evangelische, 887 Katholiken und 127 Juden. Die Bevölkerung ernährte sich von der Land- und Forstwirtschaft sowie dem Handwerk und Handel. Im Kreis Polnisch Wartenberg waren es etwa 57% der Einwohner, die sich zur polnischen Muttersprache bekannten.

Schloss Wartenberg um 1860, Sammlung Alexander Duncker

1888 wurde die Stadt in Groß Wartenberg umbenannt.[3] 382,59 km² des Kreises wurden 1920 von der Versailler Konferenz der Republik Polen zugesprochen. Im Januar 1945 fiel die Stadt völlig unversehrt in die Hände der Sowjetarmee, die hier bis zum Sommer 1945 blieb. Die Stadt (u.a. das Rathaus) und das Schloss wurden geplündert und angezündet. Beim Einzug der neuen, polnischen Verwaltung lag die halbe Stadt in Trümmern. 1946 hatte die Stadt 2600 Einwohner, in den folgenden Jahren stieg die Bevölkerungszahl, so dass 1961 4277 Einwohner und 1970 5637 Einwohner gezählt werden konnten.

Marktplatz in Syców

Die Freien Standesherren von Wartenberg[Bearbeiten]

Die Familie trägt heute den Namen „Prinz von Biron-Curland“ und ist 2005 in München wohnhaft.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In der Stadt sind etwa 15 größere Firmen unter anderem aus der Möbel-, Lebensmittel- und Landwirtschafts-Maschinenindustrie tätig. Die Arbeitslosigkeit betrug im Jahre 2004 25,9 %.

Bildung[Bearbeiten]

In Syców gibt es ein Gymnasium (polnisches Gymnasium: 7.–9. Klasse), sechs Grundschulen, drei städtische Kindergärten sowie einen privaten Kindergarten.

Religionen[Bearbeiten]

Die Mehrheit der Einwohner ist römisch-katholisch, es gibt aber auch eine evangelische Gemeinde mit eigener Kirche.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die katholische Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul. Ein gotischer Bau aus dem 15. Jahrhundert.
  • Die klassizistische evangelische Pfarrkirche der Heiligen Apostel Johannes und Petrus (ehemalige Schlosskirche) wurde 1785–1789 nach Plänen von Carl Gotthard Langhans erbaut
  • Gotischer Torturm der Stadtmauer aus dem 15. Jahrhundert
  • Der 1813 angelegte Stadtpark (früher Schlosspark) mit Skulpturen, die teilweise aus dem 1945 zerstörten Schloss stammen.

Gemeinde[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Syców gliedert sich neben der Stadt Syców in folgende Ortsteile (deutsche Namen[4] bis 1945) mit Schulzenamt:

  • Biskupice (Bischdorf)
  • Drołtowice (Rudelsdorf)
  • Działosza (Ottendorf)
  • Gaszowice (Görnsdorf)
  • Komorów (Kammerau)
  • Nowy Dwór (Karolinsburg)
  • Stradomia Wierzchnia (Ober Stradam)
  • Szczodrów (Schollendorf)
  • Ślizów (Schleise)
  • Wielowieś (Langendorf)
  • Wioska (Mühlenort)
  • Zawada (Dyhrnfeld)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jan Władysław Grabski: 200 miast wróciło do Polski, Poznań 1948
  • Traud Gravenhorst, Schlesien – Erlebnisse eines Landes, Breslau 1938
  • Groß Wartenberg Stadt und Kreis. Eine Beschreibung des niederschlesischen Kreises bis zum Jahre 1945. Zusammengestellt von Karl-Heinz Eisert, 1974 herausgegeben von der Heimatkreisorganisation Groß Wartenberg im Karl-Heinz Eisert Verlag Alfdorf/Württ.
  • Handbuch der historischen Stätten Schlesien. hg. von Hugo Weczerka, Stuttgart 1975, 2. Aufl. 2005, ISBN 3-520-31602-1
  • Kulak Teresa, Mrozowicz Wojciech – SYCÓW I OKOLICE, od czasów najdawniejszych po współczesność, Wrocław–Syców 2000
  • Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen Schlesien. München Berlin 2005, ISBN 3-422-03109-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Syców – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. Juli 2014.
  2. http://www.pkw.gov.pl/pkw2/index.jsp?place=Lead07&news_cat_id=22409&news_id=40628&layout=1&page=text
  3. Vgl. http://territorial.de/ndschles/grwarten/landkrs.htm
  4. Das Genealogische Orts-Verzeichnis