Sylvia Kristel

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Sylvia Kristel (1973)

Sylvia Kristel (* 28. September 1952 in Utrecht; † 17. Oktober 2012[1] in Amsterdam) war eine niederländische Schauspielerin und ein Model.

Karriere[Bearbeiten]

Mit 17 Jahren begann sie ihre Karriere als Model, 1973 gewann sie den Wettbewerb Miss TV Europe.[2] International bekannt wurde sie 1974 durch die Hauptrolle im Erotikfilm Emmanuelle (nach dem gleichnamigen Roman von Emmanuelle Arsan). Seither ist ihr Name eng mit dem Film verbunden und das Filmplakat, auf dem Kristel mit kurzen Haaren und halbnackt in einem Rattansessel sitzt und mit einer Perlenkette spielt, avancierte zu einem Sinnbild der sexuellen Revolution. In den 1970er Jahren war der Erotikfilm des Regisseurs Just Jaeckin der erfolgreichste Film aus französischer Produktion. In späteren Filmen blieb sie ihrem Image treu und spielte neben Emmanuelle-Nachfolgefilmen auch die Titelrollen der erotischen Verfilmungen von Lady Chatterley’s Liebhaber (1981) und Mata Hari (1985). 1981 wirkte sie in den Vereinigten Staaten an der umstrittenen Sexkomödie Zärtlich fängt die Liebe an mit. 2004 inszenierte sie den Kurzfilm Topor et moi, der sich mit dem Beginn ihrer Karriere auseinandersetzt. Dies blieb ihre einzige Regiearbeit.

Sie trat in über 50 Filmen als Haupt- oder Nebendarstellerin auf.

Privat[Bearbeiten]

In ihrer 2006 erschienenen Autobiographie beschreibt Kristel, dass sie mit neun Jahren missbraucht wurde. Als Kristel 14 und ihre jüngere Schwester Marianne 12 Jahre alt war, trennten sich ihre Eltern, was Kristel als Trauma bezeichnete.[3][4]

Ihr Sohn Arthur Kristel (* 1975) entstammt einer Beziehung mit dem belgischen Schriftsteller Hugo Claus (1929–2008).[4] Sie verließ Claus für den Schauspieler Ian McShane, den sie 1979 beim Dreh zum Film Das Geheimnis der eisernen Maske kennengelernt hatte. Das Paar zog nach Los Angeles, wo Kristel in den folgenden fünf Jahren erfolglos versuchte beim amerikanischen Film Fuß zu fassen und schließlich Kokain-abhängig wurde.[4]

Nach der Beziehung zu McShane war Kristel zweimal verheiratet. Ihre erste Ehe mit dem amerikanischen Geschäftsmann Alan Turner endete nach fünf Monaten.[4] In zweiter Ehe war sie mit dem Filmproduzenten Phillippe Blot verheiratet.[4] Später lebte sie bis zu dessen Tod mit dem belgischen Radioproduzenten Fred De Vree zusammen.[4]

Sie sprach neben Niederländisch auch Französisch, Englisch, Deutsch und Italienisch und lebte in Amsterdam.

Kristel war seit ihrem elften Lebensjahr starke Raucherin ungefilterter Zigaretten. 2001 wurde in ihrem Hals eine Krebserkrankung festgestellt, die trotz Chemotherapie später auf ihre Lunge übergriff.[5] Im Juli 2012 erlitt sie einen Schlaganfall und erlag schließlich am 17. Oktober 2012 ihrem Krebsleiden.[6][7]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1972: Niet voor de Poesen (C.A.T.S.)
  • 1974: Emmanuelle
  • 1974: Die Nichte der O. (Julia – Es war nicht die Nachtigall)
  • 1975: Emmanuelle 2 – Garten der Liebe (Emmanuelle: L'antivierge)
  • 1976: Alice (Alice ou la dernière fugue)
  • 1976: Emanuela 77 (La Marge)
  • 1977: Goodbye Emmanuelle
  • 1979: Airport ’80 – Die Concorde (The Concorde: Airport ’79)
  • 1979: Das Geheimnis der eisernen Maske (The Fifth Musketeer)
  • 1980: Die nackte Bombe (The Nude Bomb)
  • 1981: Lady Chatterley’s Liebhaber (Lady Chatterley’s Lover)
  • 1981: Zärtlich fängt die Liebe an (Private Lessons)
  • 1984: Emmanuelle 4 (Emmanuelle IV)
  • 1985: Mata Hari
  • 1985: Nachhilfe in Sachen Liebe (The Big Bet)
  • 1985: Red Heat – Unschuld hinter Gittern (Red Heat)
  • 1987: Casanova (Fernsehfilm)
  • 1987: Flucht in den Tod (The Arrogant)
  • 1989: Draculas Witwe (Dracula’s Widow)
  • 1990: Im Schatten der Sandburg (In the Shadow of the Sandcastle)
  • 1993: Digital Love (Emmanuelle au 7ème ciel)
  • 1993: Emmanuelles Freundin (L’amour d’Emmanuelle)
  • 1993: Emmanuelle in Tibet (Éternelle Emmanuelle)
  • 1993: Emmanuelles Zauber (Magique Emmanuelle)
  • 1993: Emmanuelles Parfüm (Le parfum d’Emmanuelle)
  • 1993: Emmanuelle in Afrika (La Revanche d’Emmanuelle)
  • 1993: Emmanuelle in Venedig (Emmanuelle à Venise)
  • 1993: Emmanuelles Geheimnis (Le Secret d’Emmanuelle)
  • 1997: Gastons Krieg (Gaston’s War)
  • 1999: Harry Rents a Room
  • 2000: Die Unbesiegbaren
  • 2001: Forgive me (Vergeef me)
  • 2010: Two Sunny Days
  • 2010: Die Swingmädchen (Le ragazze dello swing, Fernsehfilm)

Literatur[Bearbeiten]

  • Jean Arcelin, Sylvia Kristel: Undressing Emmanuelle, A Life Stripped Bare. A Memoir (Autobiographie, aus dem Französischen Original: Nue, Cherche midi, Paris 2006, ISBN 978-2-749-10776-9, übersetzt von Polly McLean). Harpercollins, London 2006, ISBN 978-0-00-725696-9 (englisch).
    • niederländische Übersetzung: Naakt: een autobiografie (übersetzt von Truus Boot und Eveline van Hemert), Bezige Bij, Amsterdam 2007, ISBN 978-90-234-2553-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sylvia Kristel – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Emmanuelle"-Darstellerin Sylvia Kristel ist tot bei derwesten.de, abgerufen am 18. Oktober 2012
  2. Sylvia Kristel, Miss TV Europe, In A Floral Crop Top (PHOTO) (The Huffington Post, 30. August 2012, englisch, abgerufen 18. Oktober 2012)
  3. Marc Felix Serrao: Für immer Emmanuelle. In: Süddeutsche Zeitung 242/2012, 19. Oktober 2012, S. 12.
  4. a b c d e f My violent love affair with Lovejoy bei dailymail.co.uk, abgerufen am 15. Dezember 2012
  5. No regrets bei heraldscotland.com, abgerufen am 11. September 2013
  6. "Emmanuelle"-Darstellerin in Klinik: Erotik-Ikone erleidet Schlaganfall bei n-tv.de, abgerufen am 2. Juli 2012
  7. Schauspielerin Sylvia Kristel ist tot sueddeutsche.de, abgerufen am 18. Oktober 2012