Symptomatische Therapie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Begriff Symptomatische Therapie (Syn. Symptombezogene Therapie) findet für die ärztlichen Maßnahmen Anwendung, die sich auf die Bekämpfung bestehender Symptome einer Krankheit beziehen.[1] Im Unterschied zum Teilbereich der „palliativen Therapie“ ist es dabei nicht von Bedeutung, ob die Ursache der Erkrankung kurativen Maßnahmen zugänglich ist oder nicht, die Übergänge bei der Verwendung beider Begriffe sind jedoch fließend.

Die Therapie einzelner Symptome kann von großer Bedeutung sein, weil auf diese Weise in entsprechenden Fällen die Entstehung schwerwiegender Komplikationen verhindert werden kann. Unbehandelte Symptome (z. B. Schmerz) beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen.[2]

Beispiele zur Erläuterung[Bearbeiten]

Fieber[Bearbeiten]

Wenn im Rahmen einer bakteriellen Entzündung, die durch testgerechte Antibiose behandelbar ist (z. B. Pneumonie) die Körpertemperatur auf gefährlich hohe Werte ansteigt (Fieber), dann ist neben der als kurativ geltenden Antibiose die symptomatische Gabe von Antipyretika angezeigt, um unnötige Schäden, die durch die Temperaturerhöhung ausgelöst würden, abzumildern.

Vergiftung[Bearbeiten]

Im Rahmen einer Vergiftung, beispielsweise mit Medikamenten, die atemdepressiv wirken ist symptombezogen in der Notfallmedizin eine künstliche Beatmung (das Versagen der Atmung würde zum Tode des Patienten führen) solange indiziert, bis der Körper des Patienten das Medikament soweit abgebaut oder ausgeschieden hat, dass eine ausreichende Atemfunktion spontan wieder möglich ist.[3]

Zahnschmerz[Bearbeiten]

Im Falle durch Karies ausgelöster Zahnschmerzen ist die Gabe eines Schmerzmittels die „symptombezogene“ Therapie, unabhängig von der zahnärztlichen Maßnahme zur Behandlung des kariösen Zahnes.

Krankheiten mit gutartigem Verlauf[Bearbeiten]

Bei Krankheiten mit grundsätzlich gutartigem Verlauf (z. B. banale Virusinfekte), für deren Behandlung keine spezifische Therapie zur Verfügung steht, wird die „symptomatische Therapie“ empfohlen. Dabei werden z. B. Schmerz und Fieber solange ünterdrückt, bis der Heilungsprozeß soweit fortgeschritten ist, dass die Lebensqualität des Patienten nicht mehr nennenswert beeinträchtigt ist.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Abdolvahab-Emminger H.: Exaplan, Urban&FischerVerlag, 2003, S. 1637, ISBN 3-437-42461-0, hier online
  2. www.medizin.uni-koeln.de: Symptomatische Therapie, hier online; zuletzt eingesehen am 30. Jan. 2009
  3. Thierbach A.: Lexikon der Notfallmedizin, Springer, 2002, S. 70ff., ISBN 3-540-65798-3, hier online
  4. Sandholzer H., e.a.: Praxistrainer Allgemeinmedizin, Schattauer Verlag, 2006, S. 105, ISBN 3-7945-2513-2, hier online