Synagoge und Gemeindezentrum Hospitalstraße

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Synagoge und Gemeindezentrum Hospitalstraße
Synagoge und Gemeindezentrum Hospitalstraße errichtet 1951/52 im Jahre 2008

Synagoge und Gemeindezentrum Hospitalstraße errichtet 1951/52 im Jahre 2008

Daten
Ort Stuttgart
Architekt Ernst Guggenheimer
Baujahr 1951-1952
Koordinaten 48° 46′ 37″ N, 9° 10′ 19″ O48.776889.17188Koordinaten: 48° 46′ 37″ N, 9° 10′ 19″ O
Synagoge und Gemeindezentrum Hospitalstraße (Baden-Württemberg)
Synagoge und Gemeindezentrum Hospitalstraße
Besonderheiten
Synagoge und Gemeindezentrum auf den Grundmauern der alten Synagoge

Synagoge und Gemeindezentrum Hospitalstraße ist ein in den Jahren 1951/52 errichtetes Bauwerk der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs K.d.ö.R. in Stuttgart.

Geschichte[Bearbeiten]

1938 Zerstörter Vorgängerbau errichtet 1859/61 an der gleichen Stelle.

Das Bauwerk befindet sich in Stuttgart-Mitte im Hospitalviertel und dort in der Hospitalstraße 36. Es wurde auf den Grundmauern der im Novemberpogrom 1938 zerstörten Alten Synagoge errichtet. Am 13. Mai 1952 wurde die nach Entwürfen von Ernst Guggenheimer fertiggestellte Synagoge eingeweiht. Das Ewige Licht entzündete der damalige Landesrabbiner von Luxemburg Chaim Lehrmann. Die Weiherede hielt der damalige Landesrabbiner Siegbert Izchak.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Synagoge[Bearbeiten]

Der Bau ist dreiteilig. Ein größerer kubischer Saalbau wird von zwei Gebäudeflügeln auf der Eingangsseite flankiert. Den rechteckigen Betsaal umläuft eine dreiseitige Frauenempore. Die rechteckigen Fenster sind nach Entwürfen von Dr. Ulrich Knufinke bunt verglast. Auf der Ostseite des Betsaals befindet sich eine hohe Nische mit dem Toraschrein. Die neue Synagoge ist im nüchternen Baustil der Weimarer Republik gestaltet. Sie vermeidet jeden Bezug zur im Stil des Historismus errichteten Alten Synagoge.

Kunstwerke[Bearbeiten]

Links neben der Eingangstür zur Synagoge ist eine Bronzeskulptur Brennender Dornbusch des Stuttgarter Künstlers Roda Reilinger aufgestellt.

Andere Räumlichkeiten[Bearbeiten]

Neben dem Betsaal befinden sich innerhalb der Räumlichkeiten ein Verwaltungstrakt, Mikwe, Kindergarten und Gemeindesaal.

Ehrentafel[Bearbeiten]

Ehrentafel, Foto: 2014.

Im Vorraum des Betsaals der Synagoge ist eine Ehrentafel für die im Ersten Weltkrieg gefallenen jüdischen Soldaten aus Stuttgart aufgestellt. Das 250 cm hohe Denkmal wurde 1922 nach dem Entwurf des Stuttgarter Architekten Willi von Graf von dem Stuttgarter Bildhauer Josef Zeitler in Sandstein ausgeführt. Es erinnert an die Frontansicht eines Tempels und besteht aus einem Sockel, vier Rundsäulchen mit ornamentierten Basen und Kapitellen, drei von den Säulchen flankierten Inschriftenplatten sowie einem Gebälk. Die Tafel wird gekrönt von der ursprünglich mit einem Davidstern geschmückten Davidskrone, die von zwei Löwen flankiert wird.[1]

Der Gebälkfries trägt die Inschrift: „Wie sind die Helden gefallen“. Der Spruch ist aus Davids Klagelied über den Tod von Saul und Jonathan entnommen (2. Buch Samuel, Kapitel 1, Vers 19). Die Sockelinschrift gibt die Antwort: „1914 Fürs Vaterland 1918“. Die drei Inschriftenplatten tragen, alphabetisch nach dem Familiennamen, die Namen der 92 jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkriegs.

In der Pogromnacht des 10. November 1938 wurde die Synagoge angezündet. Von der Synagoge blieben nur die Gebotstafeln vom Dach des Gebäudes und das Gefallenendenkmal erhalten, die in der 1952 erbauten Synagoge wieder aufgestellt wurden.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrike Plate: Zur Erinnerung an den Ersten Weltkrieg. Zwei Gedenkorte in Stuttgart für gefallene jüdische Soldaten. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg Band 43, 2014, online:.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Synagoge und Gemeindezentrum Hospitalstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. #Plate 2014, Seite 137-138.
  2. Alemannia Judaica.