Rhee Syng-man

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Syngman Rhee)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Syngman Rhee, 1951-May-1.jpg
Koreanische Schreibweise
Hangeul 이승만
Hanja 李承晩
Revidierte Romanisierung I Seung-man
McCune-Reischauer Yi Sŭngman
siehe auch: Koreanischer Name

Rhee Syng-man (* 26. März 1875 in Haeju, früher Provinz Hwanghae-do, Korea, heute Provinz Hwanghae-namdo, Nordkorea; † 19. Juli 1965 in Honolulu, USA) war ein südkoreanischer Politiker und von 1948 bis 1960 erster Präsident Südkoreas.

Leben[Bearbeiten]

Rhee Syng-man (um 1910)

Rhee stammte aus einer verarmten Adelsfamilie. Er besuchte eine methodistische Missionsschule.[1] In seiner Jugend nahm er an Studentenprotesten gegen die Monarchie in Korea teil und wurde wegen Landesverrats verurteilt. Während seiner sechsjährigen Gefängnisstrafe nahm er den christlichen Glauben an. 1904 ging er in die USA, wo er 1910 an der Princeton University promovierte. Anschließend kehrte er vorübergehend nach Korea zurück, musste aber aufgrund seiner politischen Aktivitäten gegen das Japanische Kaiserreich, welches Korea 1910 annektierte, das Land wieder verlassen.

Ab 1912 war Rhee Leiter einer Methodistenschule in Hawaii. 1919 wurde er in Abwesenheit zum Präsidenten der provisorischen Regierung Koreas im Exil gewählt. Er ging 1920 nach Schanghai, wo sich der Sitz der Exilregierung befand, kehrte aber nach Streitigkeiten schon 1925 nach Hawaii zurück. 1934 heiratete er in zweiter Ehe in New York die aus Wien stammende Franziska Donner und lebte danach in Washington, D.C. als „Repräsentant der koreanischen Exilregierung“.

Rhee Syng-man bei einem Treffen mit dem Präsidenten der Republik China, Chiang Kai-shek im August 1949 in Chinae in Südkorea

Nach der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg und der dadurch folgenden Unabhängigkeit Koreas vom Japanischen Kaiserreich wurde Rhee am 20. Juli 1948 zum ersten Präsidenten der Republik Korea (Südkorea) gewählt, wobei die Opposition die Wahlen boykottierte. Er genoss dabei die Unterstützung der USA, denen er als verlässlicher Verbündeter im Kampf gegen den Kommunismus galt. Seine Regierungszeit war durch Repressionsmaßnahmen gekennzeichnet. In seine Regierungszeit fällt auch das „Jeju-do-Massaker“, ein durch verschiedene Faktoren ausgelöster Konflikt auf der Insel Jejudo zwischen paramilitärischen Banden, Einheimischen, Polizei und Armee, bei dem ein Zehntel bis ein Viertel der Bewohner Jeju-dos umkam.

Rhee setzte sich zu Beginn seiner Regierung für eine gewaltsame Vereinigung des Landes ein, wofür ihm jedoch die Unterstützung fehlte. Im Koreakrieg von 1950 bis 1953 konnte Rhees Regierung nur durch das Eingreifen von UN-Truppen unter amerikanischer Führung vor der frühen Niederlage bewahrt werden. Der Koreakrieg und Rhees Politik legten den Grundstein für die bis heute engen Beziehungen Südkoreas zu den USA.

Rhee stand der Beendigung des Krieges durch die Regierung Eisenhower ablehnend gegenüber und plädierte für eine fortgesetzte militärische Kampagne, um das Land wieder zu vereinigen. Er musste sich schließlich den Wünschen der US-Regierung fügen.[2]

Rhee Syng-man und Douglas MacArthur 1951

Rhees vermutlich durch Manipulation zustande gekommene Wiederwahlen 1956 und 1960 standen im Zeichen von Unruhen im Land, gegen die er rücksichtslos vorgehen ließ. Eine vierte Amtszeit wurde 1960 durch Studentenproteste während der sogenannten April-Revolution verhindert, wonach er mit Hilfe der CIA nach Hawaii ausgeflogen wurde.[3]

1961 erkannte ein südkoreanisches Gericht ihm und 608 seiner politischen Gefolgsleute wegen undemokratischer Tätigkeit für sieben Jahre die Ehrenrechte ab.[4] Rhee starb 90-jährig in Honolulu an einem Herzanfall.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rhee Syng-man – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vor 63 Jahren als „Aufrührer“ ins Gefängnis. (PDF; 2,0 MB) In: Hamburger Abendblatt. 23. April 1960, S. 11.
  2. John Spanier: American Foreign Policy Since World War II. New York,1966, S. 108f.
  3. Syngman Rhee. Von Freunden gestürzt. In: Der Spiegel. 19/1960, S. 39–40. (Digitalisat)
  4. Ehrenrechte aberkannt. (PDF; 2,1 MB) In: Hamburger Abendblatt. Nr. 49 vom 27. Februar 1961, S. 2.
Vorgänger Amt Nachfolger
Kim Gu Südkoreanischer Präsident
1948–1960
Huh Jung
(geschäftsführend)
Koreanischer Name Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Vornamen der Person gesetzt. Dies ist die übliche Reihenfolge im Koreanischen. Rhee ist hier somit der Familienname, Syng-man ist der Vorname.