Synkretistischer Streit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Synkretistische Streit war eine Auseinandersetzung zwischen lutherischen Irenikern und Zeloten.

Der im Humanismus positiv besetzte Begriff Synkretismus (Erasmus: friedliches Verhalten relativer Gegner) wird von orthodoxen Lutheranern (Abraham Calov u. a. in Wittenberg) gegen die um Aussöhnung bemühten Lutheraner (vor allem Georg Calixt in Helmstedt) im abschätzigen Sinn verwendet.

Der Streit entzündet sich maßgeblich an Calixts "consensus quinquaesaecularis". Entsetzt über die Gräuel des Dreißigjährigen Krieges wollte er eine für alle Konfessionen gültige Basis finden, um die damaligen Streitigkeiten zu beenden. Diese Basis meinte er im Apostolischen Glaubensbekenntnis und den kirchlichen Lehrentscheidungen der ersten fünf Jahrhunderte gefunden zu haben.

Die besonders streng orthodox-lutherischen Wittenberger Theologen warfen Calixt daraufhin vor, er relativiere Luther und die Reformation. Was er betreibe, sei Religionsmengerei (Synkretismus). Calixt bezeichneten sie gar als einen Kryptokatholiken.

Persönliche Werkzeuge