Syntagma

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Dieser Artikel behandelt den Begriff Syntagma in Linguistik, Recht und Militär; für den Platz in der Athener Innenstadt siehe Syntagma-Platz.
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Ein Syntagma (von griechisch σύνταγμα, syntagma, „Zusammengesetztes“ oder „Verfassung“) bezeichnet in der Linguistik eine Gruppe grammatikalisch und syntaktisch zusammengehöriger Wörter und kann sowohl einzelne Satzglieder als auch vollständige Sätze bezeichnen. Der Begriff wurde hier von Ferdinand de Saussure eingeführt. Weiterhin bezeichnet der Begriff eine Verfassung.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Linguistik

[Bearbeiten] Allgemeines

Ein Syntagma wird gewöhnlich nach seinem Hauptwort benannt. Das Hauptwort einer Nominalphrase ist immer ein Substantiv (Nomen), das Hauptwort einer adverbialen Bestimmung ist immer ein Adverb.

Aufgrund des linearen Charakters von Sprache kann die Verkettung von Einzelelementen auf der horizontalen Achse zu einer komplexeren Einheit beschrieben werden, zum Beispiel bildet die Verkettung von Buchstaben ein (orthographisches) Wort, diese verketten sich zu Phrasen, diese zu einem Satz. Das Antonym des Syntagmas ist das auf vertikaler Ebene funktionierende Paradigma.

Ein (sprachliches) Element ist durch die Beziehungen, die es innerhalb eines Syntagmas zu den anderen (Satz-)Elementen haben kann, definiert.

Beispiel: ein Hund läuft; eine Katze läuft; ein Fisch läuft. Auch letzteres ist ein gültiges Syntagma, da es allen (herkömmlichen) Rektionsbedingungen genügt. Dass es semantisch unsinnig ist (bzw. sein kann), ist Sache des (semasiologischen) Paradigmas bzw. des Wortfeldes.

[Bearbeiten] Beispiele

  • Rotes Kreuz besteht aus den Elementen „rot“ und „Kreuz“, wo die Elemente für sich genommen nicht den Sinn erkennen lassen. Erst in der Betrachtung des gesamten Gebildes erschließt sich der Sinn.
  • Freiheit und Verantwortung schränkt die Deutung des Begriffs Freiheit ein, da durch die Zusammennennung mit „Verantwortung“ z. B. die Deutung „Freiheit=Eigenmächtigkeit“ ausgeschlossen wird (weil Eigenmächtigkeit verantwortungslos sein kann).
  • Fördern und fordern ist ebenfalls ein Syntagma.

[Bearbeiten] Recht

Der Begriff Syntagma wird in der griechischen Sprache seit dem 19. Jahrhundert häufiger als Bezeichnung für eine staatliche Verfassung benutzt. Die 1834 eingeführte griechische Verfassung heißt Σύνταγμα της Ελλάδος.

[Bearbeiten] Militär

Bereits die alten Griechen benutzten den Begriff Syntagma „mehrere Tagmata als Bezeichnung für Regiment. Hiervon sind im Neugriechischen die Dienstgradbezeichnungen für Heeresoffiziere Syntagmatarchis (Oberst) und Antisyntagmatarchis (Oberstleutnant) abgeleitet.

[Bearbeiten] Literatur

  • Ferdinand de Saussure: Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft. Walter de Gruyter & Co., Berlin 1967, ISBN 3-11-000158-6.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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