Syrian Arab Airlines

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Syrian Arab Airlines
Logo der Syrian Arab Airlines
Airbus A320-200 der Syrian Arab Airlines
IATA-Code: RB
ICAO-Code: SYR
Rufzeichen: SYRIANAIR
Gründung: 1961
Sitz: Damaskus, SyrienSyrien Syrien
Drehkreuz:
Heimatflughafen: Damaskus
IATA-Prefixcode: 070
Leitung: Ghaida Abdullatif (CEO)
Vielfliegerprogramm: Syrian Air Frequent Flyer
Flottenstärke: 27
Ziele: National und international

Syrian Arab Airlines (arabisch ‏مؤسسة الطيران العربية السورية‎), kurz auch Syrianair (arabisch ‏السورية‎), ist die nationale Fluggesellschaft der Syrischen Arabischen Republik mit Sitz in Damaskus.

Geschichte[Bearbeiten]

Syrianair wurde am 21. Dezember 1946 gegründet, die ersten Flüge fanden im Juni 1947 statt und bedienten die Flughäfen in Damaskus, Aleppo, Deir ez-Zor und Qamischli. Wegen finanzieller Schwierigkeiten wurden die Flüge schon im Mai 1948 eingestellt, aber mit staatlichen Zuschüssen 1951 wieder aufgenommen. In den folgenden Jahren vergrößerte sich die Airline und flog auch Beirut, Bagdad und Jerusalem an, später kamen Kairo, Kuwait und Doha dazu. 1952 vergrößerte sich die Flotte um drei Douglas DC-3, 1957 um vier DC-4. Zwischen 1953 und 1954 musste der Flugbetrieb kurz eingestellt werden, da die Konzession nach einem Absturz entzogen wurde (siehe Abschnitt Zwischenfälle).

Im Februar 1958 schlossen sich Syrien und Ägypten zur Vereinigten Arabischen Republik zusammen. Entsprechend fusionierte Syrian Airlines mit der ägyptischen Fluggesellschaft MisrAir und firmierte fortan unter dem Namen United Arab Airlines. Außer vermehrten Flügen zwischen Kairo und Damaskus änderte sich für die Passagiere nichts. Mit dem Austritt Syriens aus der Vereinigten Arabischen Republik 1961 wurden auch die Fluggesellschaften wieder getrennt. Die Syrian Arab Airlines wurde im Oktober 1961 neu gegründet und ist bis heute Staatseigentum. In den folgenden Jahren wurde das Streckennetz ausgebaut, Flüge nach Athen, München, Rom, Paris und London Richtung Westen und Schardscha, Dubai und Teheran im Osten wurden in den Flugplan aufgenommen.

Syrian Arab Airlines war Gründungsmitglied der Arab Air Carriers Organization und trat 1967 der IATA bei. In den folgenden Jahren flog Syrian Arab Airlines immer mehr Flughäfen an und vergrößerte die Flotte. 1973 musste der Flugbetrieb wegen des Jom-Kippur-Kriegs für mehrere Wochen eingestellt werden. Im selben Jahr wurde der neue Flughafen Damaskus eröffnet und dient der Airline seither als Hub.

Heute befördert Syrian Arab Airlines nach eigenen Angaben auf den internationalen Flügen zwischen 900.000 und 1.000.000 Passagieren pro Jahr [1].

Im Zuge der Verschärfung der Sanktionen gegen Syrien verhängte die Europäische Union am 23. Juli 2012 ein Flug- und Landeverbot gegen die Syrian Arab Airlines.[2] Die Schweiz verhängte im August 2012 ebenfalls ein solches Verbot.[3]

Flugziele[Bearbeiten]

Syrian Arab Airlines flog 2011 noch 57 Ziele im Nahen Osten sowie in Europa, Nordafrika und Indien an. Mit Stand Januar 2006 waren dies Aleppo, Damaskus, Deir ez-Zor, Qamischli und Latakia in Syrien sowie international Abu Dhabi, Algier, Amman, Amsterdam, Athen, Bagdad, Bahrain, Barcelona, Beirut, Belgrad, Benghazi, Berlin, Brüssel, Budapest, Bukarest, Casablanca, Dschidda, Dammam, Delhi, Doha, Dubai, Jerewan, Frankfurt am Main, Helsinki, Istanbul, Kairo, Karatschi, Khartum, Kopenhagen, Kuwait, Kiew, Larnaka, London, Madrid, Manchester, Marseille, Mailand, Moskau, Mumbai, München, Maskat, Paris, Prag, Riad, Rom, Sanaa, Schardscha, Sofia, Stockholm, Teheran, Tripolis, Tunis und Wien.

Syrianair unterhielt darüber hinaus Codeshare-Abkommen mit Austrian Airlines, Cyprus Airways, Royal Jordanian, Saudi Arabian Airlines, Iberia, Turkish Airlines und KLM Royal Dutch Airlines.

Flotte[Bearbeiten]

Eine Boeing 727-200 der Syrianair
Eine Boeing 747SP der Syrianair

Mit Stand August 2013 besteht die aktive Flotte der Syrian Arab Airlines aus 27 Flugzeugen, weitere Maschinen sind derzeit abgestellt[4][5]:

Auf Grund von Embargos der USA ist es für Syrianair schwierig, neue westliche Flugzeuge oder entsprechende Ersatzteile zu akquirieren und somit den vollen Flugbetrieb aufrechtzuerhalten.[6]

Zwischenfälle[Bearbeiten]

  • Am 21. Dezember 1953 stürzte eine der Douglas-Maschinen bei Damaskus ab, alle 9 Menschen an Bord starben. Nach diesem Unglück wurde die Konzession für die Airline vorläufig aufgehoben.
  • Eine Dakota stürzte am 24. Februar 1956 in einem starken Sturm beim Start in Aleppo ab. Mit 19 Toten war dieser Absturz der schlimmste Unfall in der Geschichte der Airline.
  • Am 20. September 2012 kollidierte ein Airbus A320-200 der Syrian Arab Airlines in etwa 3600m Höhe auf dem Weg von Damaskus nach Latakia mit einem syrischen Militärhelikopter. Infolgedessen wurde das Seitenleitwerk schwer beschädigt, die Maschine konnte jedoch wieder sicher in Damaskus landen, während die vierköpfige Besatzung des Militärhubschraubers den Zusammenstoß nicht überlebte.[7]
  • Am 10. Oktober 2012 wurde ein Airbus A320-200 der Airline von türkischen Kampfflugzeugen (F16) abgefangen und gezwungen auf dem Flughafen von Ankara zu landen. Der Airbus war von Moskau auf dem Weg nach Damaskus, die türkischen Behörden hatten den Verdacht, dass der Jet Waffen an Bord hatte. Nach der Flugzeugsdurchsuchung bestätigte sich der Verdacht der Behörden. Die Passagiermaschine durfte 8 Stunden später samt 35 Passagieren weiterfliegen, aber ohne die illegale Fracht.[8]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Syrian Arab Airlines – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Syria Air “About” (abgerufen am 26. November 2010) (englische Sprache)
  2. Reuters Deutschland: EU stellt sich auf Syrien ohne Assad ein, 23. Juli 2012 (abgerufen am 15. August 2012).
  3. swissinfo.ch: Swiss target more Syrian firms and individuals, 14. August 2012 (abgerufen am 16. August 2012).
  4. russianplanes.net - Syrian Arab Airlines (russisch), abgerufen am 9. August 2013
  5. ch-aviation.ch - Syrianair (englisch), abgerufen am 9. August 2013
  6. bbc.co.uk - Syrian flag carrier struggles to keep flying (englisch) 11. Februar 2011
  7. http://avherald.com/h?article=45671063&opt=0
  8. tagesschau.de:Flugzeug hatte Militärmaterial für Syrien an Bord