Syrisch-katholische Kirche

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Syrisch-katholische Kirche
lateinisch Ecclesia Syro-Catholica,
syrisch ܥܕܬܐ ܣܘܪܝܝܬܐ ܩܬܘܠܝܩܝܬܐ īṯo suryaiṯo qaṯolīqaiṯo
Basisdaten
Jurisdiktionsstatus Patriarchatskirche
Ritus Antiochenischer Ritus
Liturgiesprache Syrisch
Kalender Julianischer Kalender
Gründungsdatum 1781
Sitz Syrisch-katholisches Patriarchat von Antiochia (Beirut)
Hierarch Patriarch von Antiochien und der Syrer Ignatius Joseph III. Younan
Statistik
Jurisdiktionen 15
Gläubige 266.000
Bischöfe 17
Pfarreien 79
Diözesanpriester 141
Ordenspriester 36
Ständige Diakone 19
Ordensbrüder 60
Ordensschwestern 41
Stand: 2014[1]
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Die syrisch-katholische Kirche (syrisch-aramäisch: ܥܕܬܐ ܣܘܪܝܝܬܐ ܩܬܘܠܝܩܝܬܐ īṯo suryaiṯo qaṯolīqaiṯo) ist die römisch-katholische Rituskirche der syrischen Tradition des antiochenischen Ritus.

Der katholischen Ostkirchen gehören weltweit etwa 150.000 Gläubige an, vor allem im Libanon, in Syrien, im Irak, den USA und in der sonstigen Diaspora. Ihr Oberhaupt ist der syrisch-katholische Patriarch von Antiochia, gegenwärtig S. S. Mar Ignatius Joseph III. Younan, mit Sitz in Beirut, Libanon. Liturgiesprache ist das Syrische. Zwar wird im Alltag das Arabische sehr oft benutzt, doch in einigen Gegenden im Nordirak und in Nordostsyrien wird noch eine syrische Sprache gesprochen.[2]

Sitz der syrisch-katholischen Kirche in Damaskus

Geschichte[Bearbeiten]

Seit 1628 wirkten die Jesuiten, Kapuziner und andere Orden in Aleppo (Syrien). Nicht wenige syrisch-orthodoxe Gläubige traten zum Katholizismus über. 1662 wurde mit Ignatius Andreas Akhidjan ein Vertreter der katholischen Gruppe zum Patriarchen gewählt. Nach dessen Tod wählten beide Gruppen ihre eigenen Patriarchen. Nach dem Tod des katholischen Patriarchen Petrus Gregorius (zuvor syrisch-orthodoxer Erzbischof von Jerusalem) 1702 erlaubten die Osmanen keine Neuwahl eines katholischen Patriarchen. 1782 trat der neu gewählte syrisch-orthodoxe Patriarch zum Katholizismus über, wodurch die syrisch-katholische Kirche ihre patriarchale Sukzessionslinie begründete.

Die syrisch-katholische Kirche entstand somit im 17. Jahrhundert aus der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien, als der in Rom ausgebildete syrisch-orthodoxe Erzbischof von Aleppo, Mor Ignatius Andreas Akhidjan (1662–1677), sich vom katholischen Maroniten-Patriarchen ordinieren ließ und ein katholisches Glaubensbekenntnis nach Rom sandte. Seit 1783 besteht eine stabile katholische Sukzessionslinie der syrischen Patriarchen von Antiochia, zuerst mit Sitz im Libanon, von 1850 bis 1920 in Mardin, seit 1920 mit Ignatius Ephrem II. Rahmani (1898–1929) in Beirut.[3]

Gegenwartslage[Bearbeiten]

Die syrisch-katholische Kirche hat neben dem Patriarchen dreizehn Bischöfe (Stand 2008). Die Liturgiesprache ist Altsyrisch-Aramäisch. Es wird der julianische Kalender befolgt. Der Ostertermin ist alten Stils. Viele Diasporagemeinden passen sich aber dem Umfeld an und folgen daher zum Teil dem gregorianischen Kalender.

Die syrisch-katholische Kirche sucht seit Mitte 1990er die Union mit der Mutterkirche, der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien.

Im Juli 2014 wurde der Bischofssitz in Mossul während der Irakkrise 2014 von ISIS-Kämpfern in Brand gesetzt.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Vries: Dreihundert Jahre syrisch-katholische Hierarchie. In: Ostkirchliche Studien. 5. 1956, 137-157.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Eastern Catholic Churches 2014. Catholic Near East Welfare Association, abgerufen am 11. Februar 2015 (englisch).
  2. Radio Vatikan: Syrisch-Katholiken suchen Einheit 28. April 2007
  3. Christian Cannuyer: Syrisch-katholische Kirche. In: Wolfgang Thönissen (Hrsg.): Lexikon der Ökumene und Konfessionskunde. Im Auftrag des Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik. Verlag Herder. Freiburg im Breisgau. 2007. ISBN 978-3-451-29500-3. S. 1324-1325.
  4. Der Standard:Bischofssitz in Mossul in Flammen