Syrische Anwesenheit im Libanon

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Syrische Anwesenheit im Libanon ist eine Umschreibung für die Stationierung syrischer Streitkräfte im Libanon im Zeitraum zwischen 1976 und 2005.

Der libanesische Staatspräsident Émile Lahoud bezeichnete die Anwesenheit syrischer Truppen im Libanon, die auf einen Beschluss der Arabischen Liga zurückging, als Anwesenheit einer befreundeten Armee eines befreundeten Landes. Der Präsident der USA George W. Bush bewertete sie dagegen als eine Besetzung.

Entwicklung[Bearbeiten]

Während des libanesischen Bürgerkriegs ersuchte Libanon um syrische Hilfe im Sinne einer arabischen Friedenstruppe. Die Arabische Liga kam überein, eine Friedenstruppe zu senden, die hauptsächlich aus syrischen Truppen zusammengesetzt war. Anfänglich war Syriens Aufgabe die Maroniten zu schützen, aber zwei Jahre später (1978), modifizierte Syrien seinen Standpunkt auf den der PLO.

In den späten 1980er-Jahren wurde General Michel Aoun durch Staatspräsident Amine Gemayel zum Ministerpräsidenten ernannt. Dies war ein kontroverser Schritt, da Aoun ein maronitischer Christ und dieser Posten laut Nationalpakt von 1943 einem sunnitischen Moslem vorbehalten war. Moslemische Minister weigerten sich, in Aouns Regierung mitzuwirken, die auch nicht von Syrien anerkannt wurde. Zwei rivalisierende Regierungen wurden gebildet; die Militärverwaltung unter Aoun hatte ihren Sitz in Ost-Beirut und die zivile unter Selim al-Hoss, welche die syrische Unterstützung gewann, hatte ihren Sitz in West-Beirut. Aoun war gegen die syrische Anwesenheit im Libanon und berief sich auf die Resolution 520 des UN-Sicherheitsrates (aus dem Jahre 1982)[1]. Die syrische Armee blieb im Libanon.

Nach einem erfolgreichen Feldzug gegen die Forces Libanaises, die den Hafen von Beirut kontrolliert hatten, erklärte Aoun angesichts seiner aktuellen Popularität in Ost-Beirut den „Befreiungskrieg“ gegen die syrischen Streitkräfte. Die Kämpfe begannen am 14. März 1989. Opfer unter der Zivilbevölkerung auf beiden Seiten von unbestimmten Artilleriebeschuss waren an der Tagesordnung. Aoun erhielt anfänglich eine breitere internationale Unterstützung als el-Hoss, aber dies endete abrupt, als die Vereinigten Staaten ihre Vorbereitungen für den Golfkrieg mit dem Irak wegen Kuwait trafen. Aoun hatte beachtliche Unterstützung durch die irakische Regierung erhalten, die eine Chance sah, das rivalisierende Baath-System in Damaskus zu schwächen. Als Gegenleistung für die syrische Unterstützung im Golfkrieg erlaubten die Vereinigten Staaten und Israel Syrien die Absetzung Aouns. Im Oktober 1990 nahmen syrische Truppen den Präsidentenpalast in Baabda im Sturm. Aoun suchte Zuflucht in der Botschaft Frankreichs, wohin er auch später ins Exil ging.

Die syrischen Streitkräfte verblieben bis 2005 im Libanon und übten wesentlichen Einfluss auf die libanesische Regierung aus.

Abzug der Truppen[Bearbeiten]

Nach dem israelischen Rückzug aus dem südlichen Libanon und dem Tod des syrischen Präsidenten Hafiz al-Assad im Jahre 2000 stand die syrische Anwesenheit heftiger Kritik und dem Widerstand durch die libanesische Bevölkerung gegenüber. Syrien zog all seine Truppen am 26. April 2005 ab, nach der Zedernrevolution, die eine Reaktion auf das Attentat auf den Fahrzeugkonvoi des früheren Ministerpräsidenten Rafik al-Hariri am 14. Februar 2005 war.

Involvierte Einheiten[Bearbeiten]

Zwischen 1976 und 2005 war Syrien mit etwa 20.000 und 40.000 Soldaten im Libanon vertreten. Hauptformationen waren die 47. Brigade, die 62. Brigade, der Großteil der 10. Panzerdivision (2 Panzerbrigaden - die 76. und die 91., 1 Panzergrenadierbrigade, 1 Artillerie-Brigade), plus 5 Special-Forces-Regimenter, die an strategisch wichtigen Positionen stationiert waren. Außerdem war eine Luftverteidigungsbrigade im Libanon stationiert. Vor 1984 waren Armeeeinheiten in Brigadestärke in Beirut, Sidon und Tripolis stationiert. Ghazi Kanaan und Rustum Ghazaleh waren als Geheimdienstleiter de facto für die Leitung der Truppen verantwortlich[2][3].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. UN-Website: UN-Resolution 520, abgerufen am 28. August 2006 (englisch)
  2. [1]/Artikel im Middle East Forum (engl.)
  3. Artikel im Nachrichtenmagazin Der Spiegel