Stettin

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Stettin
Szczecin
Wappen von Stettin
StettinSzczecin (Polen)
StettinSzczecin
Stettin
Szczecin
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 301,30 km²
Geographische Lage: 53° 25′ N, 14° 33′ O53.42472222222214.555277777778Koordinaten: 53° 25′ 29″ N, 14° 33′ 19″ O
Höhe: 1 m n.p.m
Einwohner: 408.172
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 70-018 bis 71-871
Telefonvorwahl: (+48) 91
Kfz-Kennzeichen: ZS (alt: SZ, SC, SM)
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 3 ŚwinoujścieJakuszyceCZ
A 6 DKołbaskowo–Stettin–Rzęśnica
DK 13 Stettin–RosówekD
Schienenweg: Wrocław–Szczecin
Berlin–Szczecin
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 301,30 km²
Einwohner: 408.172
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1355 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3262011
Verwaltung (Stand: 2014)
Stadtpräsident: Piotr Krzystek
Adresse: pl. Armii Krajowej 1
70-456 Szczecin
Webpräsenz: www.szczecin.pl

Stettin (poln. Szczecin [ˈʃt͡ʃɛt͡ɕin]; anhören?/i) ist die Hauptstadt der Woiwodschaft Westpommern und liegt rund 120 Kilometer nordöstlich von Berlin an der Mündung der Oder zum Stettiner Haff. Stettin ist einer der größten Seehäfen des Ostseeraumes und siebtgrößte Stadt der Republik Polen. Sie beherbergt mehrere private Hochschulen sowie drei staatliche Universitäten, darunter die Universität Stettin, und ist zusammen mit Kamień Pomorski Sitz des römisch-katholischen Erzbistums Stettin-Cammin.

Trotz ihrer politischen Zugehörigkeit zur Woiwodschaft Westpommern, die überwiegend deckungsgleich mit dem Westteil des historischen Hinterpommern ist, gehört Stettin und die ebenfalls westlich der Oder gelegenen polnischen Orte des Landkreises Police historisch zu Vorpommern.

Die grenzüberschreitende Agglomeration Stettin besitzt über 760.000 Einwohner und soll zur europäischen Metropolregion entwickelt werden.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Odermündung[Bearbeiten]

Der größte Teil der Stadt liegt am linken Westoderufer, das vor allem im Norden der Stadt von bewaldeten Hügeln geprägt ist (bis 130 m ü. NN). Auch die Stadtteile Dąbie (Altdamm), Podejuch (Podjuchy) und Colbatz (Kołbacz) östlich der Oder sind von Waldgebieten umgeben, der Buchheide (Puszcza Bukowa, bis 149 m ü. NN) und der Gollnower Heide (Puszcza Goleniowska).

Zwischen diesen beiden Stauchmoränen verläuft das bis fünf Kilometer breite Flusstal – begrenzt von den Hauptarmen Westoder und Ostoder (Odra Zachodnia und Odra Wschodnia). Die in zahlreiche Flussarme geteilte Oder mit zahlreichen Flussinseln reicht bis in das Stadtgebiet. Unmittelbar südlich der Stadt beginnt der deutsch-polnische internationale Park Unteres Odertal, der aus dem polnischen Landschaftsschutzpark Unteres Odertal und dem deutschen Nationalpark Unteres Odertal besteht und sich über Schwedt/Oder bis nahe Hohensaaten erstreckt.

Nördlich der Kernstadt weitet sich die Oder zu einem großen Binnensee, dem Dammschen See (Jezioro Dąbie), auf. In der Höhe von Police (Pölitz) findet der Fluss wieder in ein (sehr breites) Bett zurück, bevor er sich wieder aufweitet (Roztoka Odrzańska) und bei Trzebież (Ziegenort) ins Stettiner Haff mündet. Über den Kanał Piastowski (Kaiserfahrt) und die Swine (Świna) wird bei Świnoujście (Swinemünde) die offene Ostsee erreicht.

Stettiner Flussinseln[Bearbeiten]

Blick über die Westoder und vier Oderinseln: Duńczyca (Dunzig), links Wyspa Grodzka (Schlächterwiese), rechts die Hafenanlagen auf Łasztownia (Lastadie) und Ostrów Grabowski (Grabower Werder)

Im engeren Stadtgebiet liegen zwischen den beiden Hauptarmen des Flusses, der Westoder (Odra Zachodnia) und der Ostoder (Odra Wschodnia), sowie den alten Querverbindungen Parnitz und Dunzig zahlreiche Flussinseln:

  • Der Altstadt direkt gegenüber liegt die Insel Lastadie (Łasztownia), die über die Most Długi (übersetzt „Lange Brücke“, früher Hansabrücke) erreicht wird. Der Stadtteil Łasztownia grenzt unmittelbar an das Gebiet des Seehafens. Die Insel wird ohne Anbindung an ihr Straßennetz von der Schnellstraße Trasa Piotra Zaremby überquert, die, nördlich der Altstadt als Trasa Zamkowa (Schloss-Trasse) beginnend, Ost- und Westoder überquert.
  • Nördlich davon liegt, zwischen Westoder, Duńczyca und Oder-Dunzig-Kanal (Kanał Grodzki), die kleine, unbebaute Insel Schlächterwiese (Wyspa Grodzka).
  • Südlich von Lastadie liegt die Insel Silberwiese (Kępa Parnicka), umgeben von Westoder, Grünem Graben (Kanał Zielony) und Parnitz (Parnica). Die Silberwiese ist vollständig bebaut, und die Insel war früher durch die Bahnhofsbrücke mit dem direkt gegenüber liegenden Hauptbahnhof verbunden, die Brücke reicht heute nur noch bis zur kleinen Ahrensinsel in der Westoder. Durch weitere Brücken ist die Silberwiese mit Lastadie und mit der Neuen Silberwiese verbunden.
  • Die südlich angrenzende Neue Silberwiese (Wyspa Zielona) ist nur zu einem geringen Teil bebaut, die Insel entstand durch den Bau des Parnitz-Durchstichs.
  • Östlich des Parnitz-Durchstichs liegt die Insel Vorbruch (Wyspa Pucka), die durch den Vorflutkanal (Kanał Rybny) der größeren Insel Zaleskie Łęgi getrennt ist. Dieser Kanal zweigt flussaufwärts von der Westoder ab zum Hafensee (Jezioro Portowe) und führt von diesem flussabwärts zur Parnitz. Die Wyspa Pucka ist nur im Norden bebaut (ehem. Siedlung Vorbruch) und ansonsten weitgehend von Kleingärten bedeckt.
  • Zaleskie Łęgi ist die größte Insel des 80 km langen Międzyodrze genannten Inselgebietes zwischen den Unterläufen von Westoder und Ostoder. Sie ist im Norden von Hafen- und Bahnanlagen an der Parnitz geprägt. Dazu gehört die Bahnstation Szczecin Port Centralny an der nördlichsten Bahnstrecke über die Oder. Dieses Gebiet ist durch die Trasa Piotra Zaremby (Teil der Fernstraße 10) mit dem Westufer der Oder verbunden und über zwei parallele Brücken mit dem Ostufer. An der Südgrenze Stettins endet die Insel am Kanał Lesny (übers.: Waldkanal). Am Nordufer des Kanals verlaufen die Bahnstrecke Poznań–Szczecin sowie die Autobahn Autostrade Poznańska (Teil der Fernstraße 31) über die Insel, letztere ohne Verbindung mit dem örtlichen Wegenetz.
  • Nördlich von Lastadie liegt der Grabower Werder (Wyspa Ostrów), der ursprünglich eine ungefähr dreieckige Form besaß und von Westoder, Dunzig und Möllnfahrt begrenzt wurde. Da die Insel mitten im Gebiet des Seehafens liegt, wurden die Flussarme beim Bau der Hafenbecken stark verändert. So wurde ein Teil der Dunzig zugeschüttet, wodurch eine direkte Landverbindung mit Lastadie entstand. Die nach Norden offene Breslauer Fahrt (Kanał Dębicki) wurde damit zu einer Sackgasse. Durch den Oder-Dunzig-Kanal im Westen der Insel wurde die schon genannte Schlächterwiese abgetrennt. Der Dunzig-Parnitz-Kanal schuf eine Verbindung zwischen den beiden Flussarmen. Im Westen des Grabower Werders sind Kleingärten und Wald vorherrschend.
  • Nördlich davon liegt der Bredower Werder (Wyspa Gryfia), der ganz vom Hafen eingenommen wird. Ihn umgibt im Westen die Westoder, im Osten die Grabower Fahrt (Kanał Grabowski) und die Oderfahrt (Przekop Mieleński).
  • Die nördlich anschließenden Inseln Schwarzer Ort (Czarnołęka) und Großer Oderbruch (Wyspa Dębina) liegen bereits im Dammschen See.
  • Im Mündungsbereich der Ostoder in den Dammschen See liegen zwei weitere Inseln. Die nördliche Insel Mönne war bis 1945 Naturschutzgebiet. Im süd-westlichen Eck der Mönne befand sich eine der ältesten Vogel- und Naturschutzstationen Deutschlands, die Naturwarte Mönne. Auf dem Fundament des 1945 zerstörten Stationsgebäudes steht heute eine Gedenktafel, die auf polnisch und deutsch an den Gründer der Naturwarte, Paul Robien, erinnert. Inzwischen heißt die Insel nach ihm Wyspa Paula Robiena.

Klimatabelle[Bearbeiten]

Stettin
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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-2
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Stettin
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 1,3 2,8 7,2 12,6 18,4 21,6 22,8 22,6 18,6 13,1 6,9 3,0 Ø 12,6
Min. Temperatur (°C) -3,7 -3,1 -0,4 2,9 7,5 11,1 12,9 12,3 9,5 5,8 2,0 -1,6 Ø 4,6
Niederschlag (mm) 36 27 32 38 52 57 61 55 44 38 46 41 Σ 527
Sonnenstunden (h/d) 1,3 1,8 3,7 5,2 6,6 8,3 7,6 6,8 5,6 3,2 1,2 0,9 Ø 4,4
Regentage (d) 10 7 8 8 9 9 9 8 8 8 10 10 Σ 104
Luftfeuchtigkeit (%) 87 84 79 74 72 75 75 76 81 85 87 88 Ø 80,2
T
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1,3
-3,7
2,8
-3,1
7,2
-0,4
12,6
2,9
18,4
7,5
21,6
11,1
22,8
12,9
22,6
12,3
18,6
9,5
13,1
5,8
6,9
2,0
3,0
-1,6
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Politik und Gesellschaft[Bearbeiten]

Hoheitszeichen[Bearbeiten]

Stadtflagge Stettins
Rathaus von Stettin, ehemalige pommersche Provinzialregierung

Das Wappen der Stadt Stettin zeigt den Kopf des roten Greifen, des Wappentiers im Wappen Pommerns, mit der goldenen Krone im blauen Feld.[3] Das Wappen hat sich auch nach dem Zweiten Weltkrieg inhaltlich nicht geändert. In dieser offiziellen Form findet sich das Wappen auch auf der Stadtflagge Stettins wieder.[4]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Der historische Stadtkern, die Altstadt, liegt am westlichen Ufer der Westoder. Um sie herum legt sich die gründerzeitliche Neustadt. Das von diesen beiden eingenommene dicht bebaute Innenstadtgebiet hat einen Durchmesser von etwa drei Kilometern.

Die angrenzenden Stadtteile sind lockerer bebaut. Jenseits der Westoder liegen die Stadtteile Lastadie und Silberwiese auf den gleichnamigen Flussinseln. Auf dem linken Flussufer grenzt südlich an die Innenstadt Pommerensdorf (Pomorzany), westlich die Stadtteile Schwarzow (Świerczewo), Torney (Turzyn), Braunsfelde (Pogodno), und nördlich Grünhof (Bolinko) und Grabow (Grabowo).[5] Die meisten dieser zentrumsnahen Stadtteile sind ehemalige Dörfer, außerdem gibt es Villenkolonien der Vorkriegszeit und Plattenbausiedlungen der 1960er bis 1980er Jahre.

Auch in den Außenbezirken liegen zahlreiche gewachsene, eingemeindete Dörfer. Vor 1945 war Stettin mit 460 km² Fläche die flächenmäßig drittgrößte Stadt des Deutschen Reiches, das Stadtgebiet umfasste zahlreiche noch recht ländlich geprägte Ortschaften. Eine Sonderrolle innerhalb der Außenbezirke nimmt die ehemalige Stadt Altdamm (Dąbie) auf dem östlichen Oderufer ein. Sie besitzt einen eigenen mittelalterlichen Stadtkern und ist bis heute das Zentrum des Stettiner Stadtgebiets rechts der Oder.

Die Stadt Stettin ist in die vier Stadtbezirke Śródmieście (Stadtmitte), Północ (Nord), Zachód (West) und Prawobrzeże (rechtes Ufer) gegliedert, diese wiederum in 37 Stadtteile (osiedla, wörtlich „Siedlungen“):[6]

Deutscher Name Polnischer Name Einwohner Stadtbezirk Sitze im Ortsrat
Sandbäk-Nemitz Arkońskie-Niemierzyn 11.703 West 15
Buchheide-Hökendorf Bukowe-Klęskowo 14.261 Rechtes Oderufer 15
Buchholz Bukowo 3.591 Nord 15
Zentrum Centrum 21.252 Stadtmitte 21
Altdamm Dąbie 13.266 Rechtes Oderufer 15
Bredow-Grabow Drzetowo-Grabowo 17.184 Stadtmitte 15
Glambeck-Polchow Głębokie-Pilchowo 1.232 West 15
Frauendorf-Gotzlow Golęcino-Gocław 3.442 Nord 15
Scheune Gumieńce 19.048 West 15
Neu Rosengarten Kijewo 3.124 Rechtes Oderufer 15
Kreckow-Brunn Krzekowo-Bezrzecze 3.590 West 15
Westend Łękno 3.533 Stadtmitte 15
Majowe Majowe 7.820 Rechtes Oderufer 15
Mitteloder-Vorbruch Międzyodrze-Wyspa Pucka 1.111 Stadtmitte 15
Zabelsdorf Niebuszewo 17.678 Nord 15
Zabelsdorf-Grünhof Niebuszewo-Bolinko 22.657 Stadtmitte 21
Neustadt Nowe Miasto 7.969 Stadtmitte 15
Wussow Osów 3.328 West 15
Buchholz-Mühlenbeck-Jeseritz Płonia-Śmierdnica-Jezierzyce 3.911 Rechtes Oderufer 15
Podejuch Podjuchy 9.063 Rechtes Oderufer 15
Braunsfelde Pogodno 25.713 West 21
Pommerensdorf Pomorzany 22.186 West 21
Scholwin Skolwin 3.328 Nord 15
Hökendorf Słoneczne 14.088 Rechtes Oderufer 15
Altstadt Stare Miasto 4.902 Stadtmitte 15
Stolzenhagen Stołczyn 4.542 Nord 15
Stadtmitte-Nord Śródmieście-Północ 12.665 Stadtmitte 15
Stadtmitte-West Śródmieście-Zachód 16.256 Stadtmitte 15
Schwarzow Świerczewo 17.017 West 15
Torney Turzyn 20.736 Stadtmitte 21
Warsow Warszewo 7.184 Nord 15
Augustwalde-Franzhausen Wielgowo-Sławociesze 3.687 Rechtes Oderufer 15
Arnimswalde Załom 3.657 Rechtes Oderufer 15
Zawadzki Zawadzkiego-Klonowica 13.091 West 15
Finkenwalde Zdroje 8.868 Rechtes Oderufer 15
Züllchow Żelechowa 14.013 Nord 15
Sydowsaue-Klütz Żydowce-Klucz 2.455 Rechtes Oderufer 15

Stadtbild[Bearbeiten]

Blick über Westoder (Odra Zachodnia) und Dunzig (Duńczyca)

Altstadt[Bearbeiten]

Südflügel, so genannter Bogislawbau, des Stettiner Schlosses, das nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut wurde und seitdem unter dem Namen „Schloss der Herzöge von Pommern“ als Kulturzentrum fungiert.
Altes Rathaus

Die Altstadt wurde nach schweren Kriegszerstörungen nur teilweise wiederaufgebaut. Bis heute prägen zahlreiche Brachen das Stadtbild im ältesten Teil Stettins. Zwischen erhaltenen oder nach alten Unterlagen rekonstruierten alten Bauwerken stehen zahlreiche sehr einfache Wohnhäuser der 1950er Jahre.

Den höchsten Punkt der Altstadt nimmt das Schloss der Herzöge von Pommern ein. Zu seinen Füßen, südlich angrenzend, entstand die bürgerliche Stadt rund um die ehemalige Nikolaikirche und das heutige, gotische Alte Rathaus am Heumarkt. Das mehrfach erweiterte Gebiet der mittelalterlichen Stadt lag ungefähr zwischen dem Oderufer und den heutigen Straßen Dworcowa („Bahnhofstraße“, früher Grüne Schanze), aleja Niepodleglości, („Unabhängigkeitsallee“, früher Paradeplatz), plac Zołnierza Polskiego (Platz des polnischen Soldaten, früher Königsplatz) und der neuen Schnellstraße Trasa Zamkowa („Schloss-Trasse“). Ziemlich genau in der Mitte dieses alten Stadtgebiets steht die größte Kirche der Stadt, die gotische Jakobikirche.

An die mittelalterliche Stadtmauer erinnert heute nur noch der Siebenmäntel- oder Frauenturm (Baszta Siedmiu Płaszczy/Baszta Panieńska) an der nordöstlichen Ecke des damaligen Stadtgebiets. Die beiden erhaltenen barocken Festungstore, das Berliner Tor (poln. Brama Portowa, „Hafentor“) im Westen und das Königstor (polnisch gleichbedeutend Brama Królewska) im Norden, entstanden erst im Zuge des Festungsausbaus nach dem Übergang an Preußen unter König Friedrich Wilhelm I. zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Sie wurden vom preußischen Festungsbaumeister Gerhard Cornelius von Wallrave entworfen und dienten neben militärischen auch repräsentativen Zwecken, so dokumentieren die Inschriften am Königstor die Inbesitznahme der Stadt durch Preußen.

Zwei weitere gotische Kirchen sind erhalten geblieben, die Johanneskirche, ursprünglich die Kirche des Franziskanerklosters, am südlichen Rand der Altstadt und die Kirche St. Peter und Paul im Norden. Dagegen sind die Marienkirche zwischen Kleiner und Großer Domstraße und die Nikolaikirche neben dem Alten Rathaus am Heumarkt (Rynek Sienny) bereits am Ende des 18. bzw. zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus dem Stadtbild verschwunden. Zwischen Jakobikirche und Königstor liegen mehrere barocke Stadtpaläste, etwa der ehemalige pommersche Landtag in der Staromłyńska („Altmühlenstr.“, früher Luisenstraße) das Wolkenhauerhaus am Plac Orła Białego („Pl. des weißen Adlers“, früher Rossmarkt), heute Musikhochschule, oder das ehemalige Generalkommando, heute Nationalmuseum, am plac Żołnierza Polskiego, früher Königsplatz.

Neustadt[Bearbeiten]

Hakenterrasse (polnisch Wały Chrobrego)
plac Grunwaldzki (Kaiser-Wilhelm-Pl.)
plac Jasne Błonia (Quistorp-Aue)

Nach 1945 übernahm die gründerzeitliche Neustadt anstelle der fast völlig zerstörten Altstadt die meisten Zentrumsfunktionen. Die Anlage der Neustadt ging auf die Initiative des langjährigen Oberbürgermeisters Hermann Haken zurück.

Ein echter Stadtmittelpunkt ist heute nicht erkennbar, jedoch kann man den Bereich um aleja Niepodległości („Unabhängigkeitsallee“) und plac Wyzwolenia („Befreiungsplatz“), vor dem Krieg zusammen Paradeplatz, zwischen Berliner Tor (polnisch Brama Portowa/„Hafentor“) und dem Hotelhochhaus Radisson SAS als wichtigsten Straßenzug der heutigen Innenstadt ansehen. Direkt neben dem Hotelgebäude befindet sich die Shopping-Mall Galaxy, das größte Einkaufszentrum der Stadt.

An der aleja Niepodległości stehen einige Prachtbauten der Gründerzeit, etwa ein neobarockes Gebäude, einst gebaut als Sitz der staatlichen Bank Pommersche Landschaft, heute wieder Niederlassung einer Bank, die neugotische Oberpostdirektion und mehrere Kaufhäuser.

Am Berliner Tor stößt rechtwinklig der plac Zwycięstwa („Siegesplatz“, bis 1945 Hohenzollernplatz) auf den genannten Straßenzug. Den Platz schmücken repräsentative Grünanlagen, in denen sich am westlichen Ende die im Jugendstil errichtete Bugenhagenkirche (polnisch św. Wojciecha, „Adalbertkirche“) erhebt. Aus der gleichen Zeit stammt die benachbarte frühere evangelische Garnisonkirche, heute Herz-Jesu-Kirche (polnisch N. Serca Pana Jezusa), deren Funktion jetzt – als katholische Garnisonkirche – die ehemalige Bugenhagenkirche übernommen hat.

In der südlichen Neustadt, zwischen Altstadt und Hauptbahnhof, entstanden vor dem Ersten Weltkrieg weitere repräsentative Großbauten, die heute, nach der Zerstörung ihrer städtebaulichen Umgebung, als Solitäre in einer Abfolge großer Grünanlagen stehen.

Nördlich des Bahnhofs, unmittelbar am Oderufer (Bollwerk/polnisch Bulwar Piastowski) steht die Hauptpost, ein Backsteinbau in maßvoller Neorenaissance. Die westlich anschließende Freifläche heißt plac Tobrucki („Tobrukplatz“). Das ehemalige Neue Rathaus am plac Stefana Batorego („Stephan-Báthory-Platz“, früher Rathausplatz) wurde nach Berliner Vorbild Rotes Rathaus genannt, es beherbergt heute Einrichtungen der Hafenverwaltung. Das nahe ehemalige Stadthaus mit seinem hohen Jugendstilturm ist heute Sitz der Pommerschen Medizinhochschule (Pomorska Akademia Medyczna).

Die äußere Neustadt erinnert in ihrem städtebaulichen Grundriss an Pariser Vorbilder, in der Architektur der Einzelgebäude dagegen an Berlin. Große, gerade Straßenachsen schneiden sich an repräsentativen Sternplätzen, deren bekanntester der plac Grunwaldzki (ehem. Kaiser-Wilhelm-Platz) im Norden der Neustadt ist. Die Bebauung der einzelnen Parzellen erfolgte wie in Berlin mit Vorderhäusern, Seitenflügeln und Quergebäuden, wodurch zahlreiche enge Hinterhöfe entstanden. Die Bebauung der Neustadt ist überwiegend viergeschossig. Eine der größten Straßenachsen ist die Aleja Jedności Narodowej (ehem. Kaiser-Wilhelm-Straße), an deren Endpunkt das heutige Rathaus von Szczecin steht, ehemals als Landeshaus Sitz der Provinz Pommern. Hinter dem Rathaus liegt die Jasne Błonia („Helle Brache“, früher Quinstorp-Aue), in der ein Denkmal Papst Johannes Pauls II. bereits zu dessen Lebzeiten errichtet wurde.

Nördlich der Altstadt, zwischen Oderufer und Grabower Anlagen, entstand von 1902 bis 1921 das bekannteste Bauensemble Stettins, die Hakenterrasse. Drei monumentale Großbauten stehen an dieser Uferstraße: die Seefahrthochschule, das Stadtmuseum (heute Theater und Meeresmuseum) sowie das Gebäude der Regierung von Pommern, das heute als Sitz der Wojewodschaft Westpommern weiterhin seiner ursprünglichen Funktion dient. Die flussseitige Straßenseite schmücken zwei Jugendstilpavillons und eine große Freitreppe zum tiefer liegenden Fluss.

Äußere Stadtteile[Bearbeiten]

Die äußeren Stadtteile Stettins sind von großen Grünanlagen durchzogen. Zu diesen gehört der Hauptfriedhof, im Stadtteil Scheune (polnisch Gumieńce) an der ulica Ku Słońcu („Straße zur Sonne“, früher Pasewalker Chaussee), mit 1,7 km² Fläche einer der größten Friedhöfe Europas. Er wurde auf Initiative des schon erwähnten Oberbürgermeisters Haken angelegt, der hier auch begraben liegt.

Der nördlich angrenzende Stadtteil Pogodno, die frühere Villenkolonie Braunsfelde, ist Heimat des Fußballvereins Pogoń Szczecin. Nördlich dieses Stadtteils liegt der Park Leśny Arkónski („Arkona-Waldpark“, früher Eckerberger Wald), ein wichtiges Ausflugsziel. Nicht weit davon liegt der schöne jezioro Głębokie („Tiefer See“, früher Glambecksee) im Park Leśny Głębokie.

Größere Plattenbausiedlungen liegen am westlichen Rand von Pogodno (Zawadzkiego, Somosierry), im Süden von Pogodno (Kaliny, Przyjaźni), in Niebuszewo (Zabelsdorf, Książąt Pomorskich) sowie im südlichen Stadtteil Pomorzany (Wzgórze Hetmańskie).

Geschichte[Bearbeiten]

Stettin um 1640 (Merian)
Stettin um 1888

Stettin entwickelte sich Ende des 12. Jahrhunderts aus einer wendischen und zwei benachbarten deutschen Siedlungen, denen der pommersche Herzog Barnim I. 1243 das Stadtrecht verlieh. Danach wuchsen die Stadtteile schnell zusammen, und Stettin wurde zu einem bedeutenden Handelsplatz. 1278 erfolgte die Aufnahme in den Hansebund. Herzog Otto I. machte Stettin 1309 zur Residenzstadt Pommerns.

1451 und 1464 wütete die Pest in der Stadt. Nach Einführung der Reformation wurde in Stettin die erste weltliche Hochschule Pommerns, das Pädagogium, gegründet. 1570 fand hier der so genannte Stettiner Friedenskongress statt, der den Nordischen Siebenjährigen Krieg beendete. Herzog Johann Friedrich (reg. 1569–1600) baute das Schloss zu einer Residenz im Renaissancestil aus und verlieh ihm im Wesentlichen das heutige Erscheinungsbild. 1637 starb hier Herzog Bogislaw XIV. als letzter Greifenherzog. Von 1630/37 bis 1713/20 war Stettin in schwedischer Hand. Als Sitz der schwedischen Provinzialverwaltung und wichtige Festung, die den nördlichsten Oderübergang sicherte, wurde sie in den Kriegen der schwedischen Großmachtzeit mehrmals belagert. 1659 widerstand sie den Belagerern,[7] aber 1677 während des Schwedisch-Brandenburgischen Krieges eroberte Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg die Stadt, musste sie aber wieder abgeben. 1713 besetzte nach der Einnahme der Stadt durch russische und sächsische Truppen in der Belagerung von Stettin der preußische König Friedrich Wilhelm I. als neutrale Macht die Stadt und erwarb sie endgültig durch den Stockholmer Frieden von 1720. Die Preußen siedelten wichtige Verwaltungseinrichtungen an und bauten Stettin weiter zu einer Festungsstadt aus. Das Altpreußische Infanterieregiment No. 7 wurde nach Stettin verlegt, und Stettin wurde so zur preußischen Garnisonsstadt. Während der napoleonischen Kriege wurde die Festung 1806 von den Franzosen kampflos eingenommen, die die Stadt bis 1813 besetzt hielten.

1815 wurde Stettin Hauptstadt der preußischen Provinz Pommern. Mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie Stettin–Berlin und der Erweiterung des Hafens entwickelte sich die Stadt auch zu einem wichtigen Industriestandort. Nach der Entfestung ab 1870 vergrößerte sich die Stadt durch neue Wohngebiete und Eingemeindungen. 1879 wurde auf einer Anhöhe vor der Stadt ein Krankenhaus mit 300 Betten eröffnet. Stettin beherbergte verschiedene Verwaltungsbehörden, die zum Teil auch als Schulen dienten.

An Bildungs- und Lehranstalten verfügte Stettin im Jahre 1909 über drei Gymnasien, zwei Realgymnasien, zwei Lehrerinnenseminare, eine Maschinenbauschule, eine Baugewerkschule, eine Seemannsschule, eine Navigationsschule, eine Landwirtschaftsschule, eine Handelsschule, eine Hebammenlehranstalt mit angeschlossener Frauenklinik, eine Taubstummenanstalt und eine Blindenanstalt.[8] 1913 erfolgte die Grundsteinlegung für den Stettiner Bismarckturm am linken Oderhochufer in Stettin-Gotzlow, der 1921 – verzögert durch den Ersten Weltkrieg – als Denkmal und Aussichtsturm eingeweiht wurde. Auf Beschluss des pommerschen Provinziallandtags von 1929 wurde die überalterte und nicht mehr ausbaufähige Provinzial-Hebammen-Lehranstalt und Frauenklinik in der Innenstadt (Karkutschstraße) in die Landesfrauenklinik der Provinz Pommern (LFK) umgewandelt. Unter Leitung des Gynäkologen und Institutsdirektors Siegfried Stephan wurde für die LFK zwischen 1929 und 1931 in einem ruhigen Außenbezirk (Roonstraße 7, südöstliche Ecke des Quistorparks und des Westendsees) ein großzügiger Neubau errichtet.[9] Die Synagoge zu Stettin wurde 1938 bei den Novemberpogromen zerstört.

1939 wurde durch die Eingemeindung der Städte Altdamm und Pölitz sowie weiterer 36 Gemeinden Groß Stettin geschaffen. Die rund tausend Stettiner Juden waren die ersten auf deutschem Gebiet, die von den Nationalsozialisten ins nun besetzte Polen deportiert wurden: am 12. Februar 1940 erfolgte ihre Verhaftung im ganzen pommerschen Regierungsbezirk Stettin.[10] 1944 richteten Bombenangriffe des Bomber Command der Royal Air Force große Schäden an, denen die Altstadt inklusive des Hafengebiets zu 90 Prozent,[11] das übrige Stadtgebiet zu 70 Prozent zum Opfer fielen. Am 26. April 1945 wurde Stettin von der Roten Armee erobert.

Nach Kriegsende war der genaue Verlauf der Demarkationslinie zwischen der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands und den unter polnische Verwaltung gestellten deutschen Gebieten im Stettiner Raum noch unklar, so dass die Sowjetunion zunächst davon absah, das westlich der Oder gelegene Stettin den polnischen Behörden zu übergeben. Sie setzte in der Stadt eine neugebildete deutsche Verwaltung ein, zunächst ab dem 2. Mai 1945 unter Erich Spiegel als Bürgermeister, der am 26. Mai 1945 durch den KPD-Politiker Erich Wiesner abgelöst wurde. Am 5. Juli 1945 wurde Stettin jedoch – unter Bruch bestehender alliierter Vereinbarungen, die einen Grenzverlauf „unmittelbar westlich von Swinemünde und von dort die Oder entlang bis zur Einmündung der westlichen Neiße“[12] vorsahen, die Oder-Neiße-Linie – von der sowjetischen Besatzungsmacht an Polen übergeben. Gleichzeitig erfolgte die Ablösung der deutschen Stadtverwaltung unter Absetzung des Bürgermeisters Wiesner, und es begann die Ansiedlung von Polen, die mit der Vertreibung der deutschen Zivilbevölkerung einherging. Stettin wurde als Hauptstadt der gleichnamigen Woiwodschaft und unter Reaktivierung von Industrie, Bildungseinrichtungen etc. wiederaufgebaut. Der Hafen wurde erst 1955 von der Sowjetunion übergeben.

1970 wie 1980 kam es zu Arbeiterunruhen, und neben Danzig wurde Stettin zur Keimzelle der Gewerkschaftsbewegung Solidarność. 1972 machte die katholische Kirche Stettin zum Bistumssitz. Am 27. Mai 1990 wurde die erste demokratische Kommunalwahl durchgeführt. 1999 wurde Stettin im Zuge einer Verwaltungsreform Hauptstadt der neuen Woiwodschaft Westpommern.

Ortsname[Bearbeiten]

Der Ortsname lautete ursprünglich Stetin, so in Urkunden aus den Jahren 1140[13] und 1123.[14] Ab dem 15. Jahrhundert kam es zur Verdoppelung des zweiten „t“, die bald allgemein üblich wurde und zum Ortsnamen Stettin führte.[15] Ungefähr gleichzeitig wurde die Stadt zur Unterscheidung von dem 1310 gegründeten Neustettin immer allgemeiner auch Alten-Stettin genannt.[15][16] Bis Anfang des 19. Jahrhunderts traten die Schreibweisen Alt-Stettin, Altstettin und Stettin nebeneinander auf,[17] bis man schließlich zu dem einfacheren Stettin zurückkehrte, was seitdem der Ortsname in deutscher Sprache ist.[15] Der polnische Ortsname Szczecin ist seit dem 19. Mai 1946 die amtliche Bezeichnung der Stadt.[18]

Religion[Bearbeiten]

Jakobikirche, Westfassade
Orthodoxe Kirche św. Mikołaja

Christentum[Bearbeiten]

Evangelisch[Bearbeiten]

Die Einwohner Stettins, so wie ganz Pommerns, wurden mit der Reformation fast ausschließlich evangelisch. 1905 waren 93,3 % der Stettiner evangelisch und 3,9 % katholisch. Die Eintragungen über Taufen, Eheschließungen und Todesfälle der evangelischen Kirchenmitglieder in Stettin sind seit 1603 vorhanden und wurden nach 1920 von der HLT-Kirche („Mormonen“) aufgezeichnet. Mit der Vertreibung der deutschen Bevölkerung 1945 bis 1948 endete auch die evangelische Zeit in Stettin: von ehemals 15 Stadtgemeinden besteht noch eine, deren Zentrum die ehemalige Gertrudenkirche (heute: Św. Trójce/St. Trinitatiskirche) an der Großen Lastadie (heute: ul. Energetyków) ist. Sie gehört zur Diözese Breslau der Evangelischen Kirche Augsburger (lutherischer) Konfession in Polen, die etwa 0,3 % der Gesamtbevölkerung umfasst.

Römisch-katholisch[Bearbeiten]

Da die heutigen polnischen Bewohner mehrheitlich der katholischen Kirche angehören, wurde 1972 ein katholisches Bistum mit Sitz in Stettin eingerichtet, das 1992 zum Erzbistum Stettin-Cammin erhoben wurde. Die Jakobikirche im Zentrum der Stadt wurde zur katholischen Kathedrale.

Die Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche in der ul. Mickiewicza

Griechisch-katholisch/Orthodox[Bearbeiten]

Die in großer Zahl in Stettin lebenden Ukrainer gehören überwiegend der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche, aber auch der Polnisch-Orthodoxen Kirche an. Kirchen dieser beiden christlichen Religionsgemeinschaften byzantinischen Ritus’ befinden sich auf dem früheren Gelände des Bethanienstifts an der ul. Mickiewicza.

Altkatholisch[Bearbeiten]

Den Altkatholiken gehört die älteste Kirche Stettins und Pommerns, die im Zweiten Weltkrieg nur gering beschädigt wurde: die St.-Peter-und-Paul-Kirche.

Buddhismus[Bearbeiten]

Stettin gilt auch als eines der Zentren des Buddhismus in Polen. Unter anderem befindet sich hier der Sitz der 'Misja Buddyjska' (Buddhistischen Mission), einer Dachorganisation buddhistischer Gruppen in Polen. Mit der Eröffnung einer 'Buddhistischen Bibliothek' im Rahmen der Pommerschen Bibliothek durch den Dalai Lama im Mai 2000 wurde die Bedeutung Stettins gewürdigt. 2005 fanden auf Einladung der polnischen Buddhisten der Jahreskongress der Europäischen Buddhistischen Union und das Treffen der 'Buddhist Teachers in Europe' in Stettin statt.

Kultur[Bearbeiten]

Bibliotheken[Bearbeiten]

Die Książnica Pomorska („Pommersche Bibliothek“) in Stettin ist die umfangreichste Bibliothek der Woiwodschaft Westpommern. Sie besitzt auch viele Vorkriegsbestände aus der ab 1905 von Erwin Ackerknecht geleiteten ehemaligen Stettiner Stadtbücherei. Die Broschüre Schätze der Pommerschen Bibliothek Stettin gibt einen guten Überblick zu den derzeitigen Beständen.[19]

Kandidatur als Kulturhauptstadt Europas[Bearbeiten]

Stettin ist Kandidat als Kulturhauptstadt Europas für das Jahr 2016.[20]

Wichtige Bauwerke, Straßen und Plätze[Bearbeiten]

Das Loitzhaus
Die Jacobikirche in Stettin, jetzt mit neuer Spitze

In der Altstadt[Bearbeiten]

  • Das Schloss der Herzöge von Pommern (Zamek Książąt Pomorskich) wurde im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört. Erst in den 1980er Jahren wurde es im Stil der Renaissance rekonstruiert, als Orientierung dienten unter anderem Stiche aus dem 17. Jahrhundert. Das Schloss liegt an der nordöstlichen Ecke der Altstadt, besitzt einen großen, quadratischen und einen kleineren, länglichen Hof sowie zwei Türme. Zum Schloss gehört das Gebäude der Schlosskirche zu Stettin. Im großen Schlosshof finden im Sommer Freiluftkonzerte statt. Ein Flügel des Schlosses dient als Stettiner Opernhaus.
  • Der benachbarte Frauen- oder Siebenmäntelturm (Baszta Panieńska/Baszta Siedmiu Płaszczy) verdankt seinen Namen der Legende nach einem Schneider, der dem Herzog von Pommern sieben Mäntel nähen sollte, aber mit dem wertvollen Stoff zu fliehen versuchte und nach seiner Festnahme in diesem Stadtmauerturm seine Strafe absitzen musste.
  • Der gotische Loitzenhof (Dom Loitzów, 16. Jahrhundert) unterhalb des Schlosses war der Sitz der bedeutenden Kaufmannsfamilie Loitz, die durch den Salzhandel zu großem Reichtum kam und als Bankiers in vielen Städten Nordeuropas vertreten war. Das Handelsimperium, dessen wichtigste Zentren außer Stettin auch Danzig und Lüneburg waren, brach 1572 zusammen, als große Kredite an den König Sigismund II. August von Polen und Kurfürst Joachim II. von Brandenburg nach deren Tod nicht zurückgezahlt wurden. Die Familie Loitz konnte dadurch ihre eigenen Gläubiger nicht mehr bezahlen und musste aus Stettin fliehen.
  • Die spätgotische St.-Peter-und-Paul-Kirche (Kościół Piotra i Pawła) steht an der Stelle des ersten christlichen Gotteshauses der Stadt, in dem bereits der Missionsbischof Otto von Bamberg 1124 die Messe feierte.
  • Die Jakobikirche (Katedra pw. Św. Jakuba) wurde von den Bürgern der stolzen Hansestadt nach dem Vorbild der Lübecker Marienkirche errichtet. Die dreischiffige Hallenkirche war sehr reich ausgestattet, sie wurde jedoch 1677 durch Kriegsereignisse zerstört. 1894 stürzte der zuvor aufgestockte Westturm ein, wurde jedoch wiederaufgebaut. Luftangriffe während des Zweiten Weltkriegs hatten einen erneuten Einsturz des damals 119 Meter hohen Turms und große Schäden am Kirchenschiff zur Folge. Die Kirche wurde erneut wiederaufgebaut, die Nordwand erhielt dabei eine moderne Fassade im Stil der 1950er Jahre. Sie ist heute die Kathedrale des katholischen Erzbistums Stettin-Cammin.
Heumarkt und Altes Rathaus
  • Das Alte Rathaus stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde ab 1677 im barocken Stil wieder aufgebaut. Nach der Zerstörung während des Zweiten Weltkrieges erfolgte die Rekonstruktion der ursprünglichen gotischen Gestaltung. Die Nordfassade zum Neuen Markt (Rynek Nowy) erhielt einen vereinfacht rekonstruierten, durchbrochenen gotischen Ziergiebel, die Südfassade zum Heumarkt zeigt Formen der Renaissance. Im Alten Rathaus befindet sich heute das Museum für Stadtgeschichte. Im Ratskeller befindet sich ein Restaurant.
  • Der Heumarkt (Rynek Sienny) erhält zur Zeit seine historische Gestalt wieder. An seiner Ostseite entstehen Neubauten, deren Platzfassade am historischen Vorbild orientiert ist. Die westliche Platzseite ist noch nicht geschlossen.
Grumbkow-Palais/Pałac pod Globusem
  • Den Rossmarkt (heute Plac Orła Białego = „Platz des weißen Adlers“) nördlich der Jacobikirche ziert eine Grünanlage mit einer Statue der Göttin Flora (18. Jh.) und dem barocken Rossmarktbrunnen. Das große Gründerzeitbauwerk auf der Westseite des Platzes war die Preußische Nationalversicherung. Im Vorgängerbau (1723–26) wurde 1759 die spätere russische Zarin Maria Fjodorowna geboren. In dem benachbarten Barockhaus, erbaut vom niederländischen Kaufmann Georg Christian Velthusen, produzierte vor dem Zweiten Weltkrieg die Firma Georg Wolkenhauer Klaviere. Heute beherbergt es eine Musikhochschule. Ebenfalls an der Westseite des Platzes steht das Grumbkow-Palais, erbaut 1724/25 als Sitz des damaligen Regierungspräsidenten des (preußischen) Herzogtums Pommern, Philipp Otto von Grumbkow. Wegen seines Giebelaufsatzes wird es heute Pałac pod Globusem („Palais unter dem Globus“)[21] genannt.
  • Der barocke Palast des Architekten G. C. Wallrave in der ulica Staromłyńska („Altmühlenstr.“, früher Luisenstraße) Nr. 27 beherbergte früher das pommersche Provinzparlament (Landhaus), seit 1928 einen Teil des Pommerschen Landesmuseums, heute Muzeum Narodowe w Szczecinie (Nationalmuseum Szczecin). Im ehemaligen preußischen Generalkommando direkt gegenüber befindet sich heute das Museum für polnische Kunst des frühen 20. Jahrhunderts.
  • Das barocke Königstor (Brama Królewska, 1725–27) an der nördlichen Begrenzung der Altstadt und das Berliner Tor (Brama Portowa, 1725–29) am plac Zwycięstwa („Siegesplatz“, früher Hohenzollernplatz) sind prächtige Schmuckbauten des preußischen Festungsbaumeisters Gerhard Cornelius von Walrave. Die Wandreliefs im Torgebäude erinnern an die Erwerbung Pommerns durch Preußen.
  • Philharmonie (Architekten Fabrizio Barozzi, * 1976, und Alberto Veiga, * 1973)[22]
Hochhauskomplex PAZIM
plac Lotników (Augusta Platz)

In der Neustadt[Bearbeiten]

  • Die Hakenterrasse (Wały Chrobrego) ist das bekannteste Bauensemble der Stadt. Die baumbestandene, hoch über der Oder gelegene Uferstraße entstand zwischen 1900 und 1914 auf dem Gelände des aufgegebenen Forts Leopold nördlich der Altstadt. Drei monumentale öffentliche Gebäude stehen hier. Die Seefahrthochschule, das südliche Bauwerk, ist ein Bau der deutschen Neurenaissance. Ihr folgt ein heller Jugendstilbau mit markantem, kupfergedeckten Mittelturm. Er beherbergt einen Theatersaal, Spielstätte des Teatr Współczesny („Theaters der Gegenwart“), und das Meeresmuseum, eine Abteilung des polnischen Nationalmuseums, früher war hier das Städtische Museum Stettin. Das dritte Großbauwerk, in nordischer Renaissance für die Regierung von Pommern errichtet, hat heute die gleiche Funktion als Sitz der Wojewodschaft Westpommern. Vor dem mittleren Bau öffnet sich die Allee zwischen zwei Jugendstilpavillons zur Oder, eine breite Freitreppe führt hinunter zum Fluss.
  • Der Hochhauskomplex PAZIM wurde 1992 fertiggestellt, er beherbergt ein Hotel der Radisson-Kette sowie Büronutzungen. Das Hochhaus hat 22 Etagen und ist 92 m hoch. Es ist damit aber nur das zweithöchste Bauwerk der Stadt. Der 2008 wiederhergestellte Turm der Jacobikirche hat eine Höhe von 110,18 m. Neben dem PAZIM befindet sich das 2003 eröffnete Einkaufszentrum Galaxy Center (Aleja Wyzwolenia).
  • Die Aleja Papieża Jana Pawła II („Allee Papst Johannes Paul II“; früher Kaiser-Wilhelm-Straße; 1945–2007 Aleja Jedności Narodowej („Allee der nationalen Einheit“)) ist die größte der Straßenachsen der Neustadt. Auf ihr liegen zwei große Plätze, der plac Grunwaldzki (sinngemäß „Tannenbergplatz“, früher Kaiser-Wilhelm-Platz) und der plac Lotników („Platz der Flieger“, früher Augustaplatz). Das Reiterstandbild auf letzterem stellt den Condottiere Bartolomeo Colleoni dar. Es wurde 1913 als Kopie eines italienischen Vorbildes geschaffen und stand bis zum Zweiten Weltkrieg im Kuppelsaal des Theater- und Museumsbaus an der Hakenterrasse.
  • Der plac Jasne Błonia, früher Quistorp-Aue, am nördlichen Ende der Straße wurde der Stadt von einem Bürger, dem Großunternehmer und Zementfabrikanten Johannes Quistorp, unter der Bedingung geschenkt, dass sie für immer von Bebauung freizuhalten sei. Hier feierte Papst Johannes Paul II. 1987 mit rund einer Million Gläubigen die heilige Messe.
Pekao-Bank an der Aleja Niepodległości, ehem. Zentrale der Generallandschaft
Postamt
  • Die aleja Niepodległości („Unabhängigkeitsallee“, früher Paradeplatz) ist heute der wichtigste Straßenzug der Innenstadt. Auf der östlichen Straßenseite gibt es Geschäfte und Restaurants, auf der westlichen Seite repräsentative bis pompöse Großbauten, darunter der neobarocke Sitz der Pekao-Bank, erbaut 1891–1895 von Emil Drews als Sitz der staatlichen Pfandbriefanstalt Pommersche Landschaft und die benachbarte neugotische Oberpostdirektion (1903–1905).
  • Am südlich angrenzenden plac Zwycięstwa („Siegesplatz“, früher Hohenzollernplatz) stehen außer dem Berliner Tor zwei große Kirchen, die Bugenhagenkirche (neugotische und Jugendstilformen, 1906–1908) und die ehemalige Garnisonkirche (1913–1915, Jugendstil).
  • Neues Rathaus (1879 vollendet), neugotisch.
  • Auf dem Rathausplatz der Manzelbrunnen (1898). An der Stelle der früheren Brunnenfigur Sedina, einer allegorischen die Stadt Stettin verkörpernden Frauenfigur, steht derzeit ein Anker; es gibt aber konkrete Bestrebungen zur Wiedererrichtung der Sedina.[23] In der Nähe steht das ehemalige Stadthaus, heute medizinische Akademie, ein monumentaler Jugendstilbau mit hohem Turm.
  • Der unten beschriebene Hauptbahnhof hat ein ansehnliches schlichtes Empfangsgebäude aus den 1950er Jahren. Das Innere ziert eine große Landkarte Pommerns.

In den äußeren Stadtteilen[Bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben[Bearbeiten]

Nach Geburtsjahr geordnet

  • Otto Jageteufel († 1412), Bürgermeister, begründete die Jageteufelsche Stiftung
  • Peter Artopoeus (1491–1563), eigentlich Peter Becker, Pastor Primarius an der Marienkirche, Reformator
  • Philipp Dulichius (1562–1631), Komponist, ab 1587 Kantor am Fürstlichen Pädagogium in Stettin
  • Daniel Cramer (1568–1637), lutherischer Theologe, Chronist und Autor
  • Georg Wehling (1644–1719), Schullehrer und Schriftsteller, Leiter der Ratsschule in Stettin von 1682 bis 1719
  • Christian Zickermann (1672–1726), Pfarrer an der Stettiner Peter-Paulskirche und Geschichtsforscher
  • Jacob Schimmelmann (1712–1778), lutherischer Geistlicher, lebte seit 1765 in Stettin und übersetzte hier die altisländische Edda ins Hochdeutsche
  • Joachim Bernhard Steinbrück (1725–1789), Pfarrer an der Stettiner Peter-Paulskirche und Geschichtsforscher
  • Karl Friedrich Wilhelm Hasselbach (1781–1864), Historiker und Gymnasiallehrer, Leiter des Marienstiftsgymnasiums von 1828 bis 1854
  • Carl Loewe (1796–1869), Komponist, Gymnasiallehrer und städtischer Musikdirektor in Stettin
  • Christian Heß (1803–1874), Botaniker und Wetterbeobachter, Rektor der Ottoschule in Stettin von 1835 bis 1874
  • Gustav Flügel (1812–1900), Komponist, Organist an der Schlosskirche
  • Wolf Alois Meisel (1815-1867), erster von der jüdischen Gemeinde Stettins angestellter Rabbiner (von 1848-1859)
  • Theodor Wehrmann (1819–1892), Gymnasiallehrer, wirkte in Stettin als Provinzialschulrat von 1856 bis zu seinem Tode
  • Wilhelm Kornhardt (1821–1871), Gasindustrieller und Fabrikant, Direktor des Stettiner Gaswerks und Mitbegründer der Stettiner Chamottefabrik F. Didier
  • Hermann Grieben (1822–1890), Journalist und Dichter, arbeitete 1850/1851 an der Ostsee-Zeitung und von 1853 bis 1859 an der Pommerschen Zeitung in Stettin
  • Johannes Quistorp (1822–1899), Industrieller, Wohltäter der Stadt
  • Heinrich Friedrich Haker (1823–1907), Kaufmann, ab 1885 Vorsteher der Stettiner Kaufmannschaft
  • Friedrich Wilhelm Gesenius (1825–1888), Pädagoge, gründete in Stettin die Geseniussche Höhere Mädchenschule
  • Gottfried von Bülow (1831–1907), Archivar und Historiker, Leiter des Staatsarchivs Stettin
  • August Todt (1833–1900), deutscher Organist und Komponist, wirkte ab 1863 in Stettin
  • Hugo Lemcke (1835–1925), Historiker, Direktor des Stadtgymnasiums von 1881 bis 1906
  • Heinemann Vogelstein (1841–1911), liberaler Rabbiner, wirkte ab 1880 in Stettin
  • Hugo Rühl (1843–1922), Turnlehrer, Stadtschulrat und Sportfunktionär
  • Karl Böddeker (1846–1924), Anglist, Romanist und Schulbuchautor, Direktor an der Kaiserin-Auguste-Viktoria-Schule von 1898 bis 1916
  • Fritz Godow (1851–1932), plattdeutscher Schriftsteller, Mittelschullehrer in Stettin
  • Siegmund Schlichting (1853–1924), deutscher Komponist, arbeitete seit 1880 in Stettin und komponierte die Stettiner Kreuzpolka
  • Karl August Schuchardt (1856–1901), Chirurg und Gynäkologe, arbeitete ab 1889 an der chirurgischen Klinik des Städtischen Krankenhauses
  • Hildegard Voigt (1856–1936), Schriftstellerin, lebte seit früher Jugend in Stettin
  • Philipp Gretscher (1859–1937) deutscher Sänger und Komponist, war ab 1901 in Stettin tätig
  • Fritz Herbert (1860–1925), Gründer der Zeitung Volksbote, Reichstagsabgeordneter, Konsumgenossenschafter, Aufsichtsrat der GEG
  • Carl von Wichmann (1860–1922), Kommandeur des Füsilier-Regiments „Königin Viktoria von Schweden“ (Pommersches) Nr. 34 von 1913 bis Kriegsbeginn
  • Wilhelm von Beczwarzowski (1862–1932), Stabsmitglied des Füsilier-Regiments „Königin Viktoria von Schweden“ (Pommersches) Nr. 34 von 1913 bis 1915
  • Alfred Haas (1860–1950), Historiker, Volkskundler und Gymnasiallehrer; Sammler pommerscher Sagen
  • Ulrich Hildebrandt (1870–1940), Kirchenmusiker, Organist an der Schlosskirche
  • Otto Bollnow (1877–1959), Schullehrer und Heimatforscher, arbeitete von 1902 bis 1914 in Stettin, zuletzt an der 2. Mädchenmittelschule
  • Hermann Bernhard Braeuning (1880–1946), Gründer und Direktor des Tuberkulose-Hospitals in Hohenkrug
  • Erwin Ackerknecht (1880–1960), Leiter der Stadtbücherei Stettin von 1907 bis 1945
  • Paul Robien (1882–1945), Vordenker der Umweltbewegung, lebte in der Naturwarte Mönne an der Ostodermündung in den Dammschen See
  • Otto Kunkel (1895–1984), Prähistoriker, bis 1945 Direktor des Pommerschen Landesmuseums in Stettin
  • Hans Bernhard Reichow (1899–1974), Architekt und Städteplaner
  • Hermann Czirniok (1903–?), Politiker (NSDAP), Bürgermeister von Stettin 1934
  • Piotr Zaremba (1910–1993), Stadtplaner und Architekt, erster Stadtpräsident von Stettin
  • Piotr Celeban (* 1985) Fußballspieler

Preußische Gouverneure der Festung Stettin:

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Garnison[Bearbeiten]

Seit dem 18. September 1999 liegt der Stab des Multinationalen Korps Nord-Ost in den „Baltischen Kasernen“ in Stettin.

Hochschulen[Bearbeiten]

  • Zachodniopomorski Uniwersytet Technologiczny w Szczecinie (Abk. ZUT)
  • Pomorski Uniwersytet Medyczny w Szczecinie
  • Uniwersytet Szczeciński
  • Akademia Morska
  • Akademia Sztuki
  • Arcybiskupie Wyższe Seminarium Duchowne w Szczecinie
  • Wyższa Szkoła Administracji Publicznej w Szczecinie
  • Wyższa Szkoła Ekonomiczno-Turystyczna
  • Wyższa Szkoła Humanistyczna TWP
  • Wyższa Szkoła Pedagogiczna TWP
  • Wyższa Szkoła Integracji Europejskiej
  • Wyższa Szkoła Języków Obcych
  • Wyższa Szkoła Techniczno-Ekonomiczna w Szczecinie
  • Szczecińska Szkoła Wyższa – Collegium Balticum
  • Wyższa Szkoła Zawodowa „OECONOMICUS“ PTE
  • Wyższa Szkoła Zarządzania
  • Zachodniopomorska Szkoła Biznesu

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Seehafen Stettin-Swinemünde[Bearbeiten]

Seehafen Stettin

Der Seehafen an der Odermündung in das Stettiner Haff ist für die gesamte polnische Wirtschaft wichtig – der Hafen Stettin-Świnoujście ist nach Danzig der zweitgrößte Seehafen des Landes. Die Lage an der Odermündung macht Stettin zum natürlichen Seehafen für das gesamte Einzugsgebiet dieses Stroms. Dies betrifft seit 1945 zuallererst die Produktion des oberschlesischen Industriegebiets um Katowice, des größten Ballungsraums des Landes. Ähnlich wie im Ruhrgebiet bildet der örtliche Steinkohlebergbau die wirtschaftliche Grundlage dieser Region, die dortige Stahlindustrie benötigt außerdem Eisenerz. Das für Oberschlesien bestimmte Eisenerz wird deshalb über Stettin-Swinemünde importiert und dort auf Binnenschiffe verladen, die zu exportierenden fertigen Stahlprodukte nehmen den umgekehrten Weg, ebenfalls über Stettin.

Bis 1945 war Stettin außerdem der Ein- und Ausfuhrhafen für Berlin, die zeitweise größte Industriestadt Europas war über den bereits 1605 (und nach Zerstörung 1743 wieder) eröffneten Finowkanal sowie ab 1917 über den moderneren Oder-Havel-Kanal mit der Oder verbunden. Die enge wirtschaftliche Symbiose zwischen beiden Städten riss nach Krieg, Vertreibung und Grenzziehung weitgehend ab. Durch den europäischen Einigungsprozess kann für die Schiffsverbindung zwischen Berlin und Stettin jedoch perspektivisch wieder eine größere Bedeutung angenommen werden.

Der Seehafen Stettin-Swinemünde hatte 2004 einen Gesamtumschlag von 15,5 Millionen Tonnen und 27.700 Containern. Der Fährhafen (die meisten Verbindungen beginnen in Swinemünde) zählte 740.000 Passagiere, die die Verbindungen nach Skandinavien benutzten.

Zwischen Stettin und Swinemünde besteht über das Stettiner Haff und die Oder eine Schiffsverbindung mit einem Tragflügelboot, die die rund 65 km lange Strecke in ca. 75 Minuten befährt.

Stettin ist außerdem ein bedeutender Schiffbaustandort, die Stettiner Werft war mit rund 10.000 Beschäftigten bis 2009 die größte in Europa.

Eisenbahnverkehr[Bearbeiten]

Szczecin Główny, der Hauptbahnhof
Blick vom Gleisfeld des Hauptbahnhofes vor der Renovierung

Stettin ist bereits seit 1843 an das Eisenbahnnetz angebunden. In diesem Jahr erreichte die am 1. August 1842 zwischen Berlin und Eberswalde eröffnete Stettiner Bahn ihren Endpunkt in der pommerschen Hauptstadt. Die Strecke begann im Stettiner Bahnhof an der Berliner Invalidenstraße und führte über Bernau, Eberswalde und Angermünde nach Stettin. Es war die erste Bahnverbindung der preußischen Hauptstadt mit einem Seehafen. Der Endbahnhof am Oderufer hieß demnach zunächst Berliner Bahnhof; aus ihm entwickelte sich der heutige Hauptbahnhof (Szczecin Główny). Auch das heutige Empfangsgebäude steht an der Uferstraße (Ulica Krzysztofa Kolumba) gegenüber dem Oderkai. Stettin war Sitz einer Eisenbahndirektion, der späteren Reichsbahndirektion Stettin. Neben der Strecke nach Berlin gibt es heute die Eisenbahnstrecke von Stettin über Pasewalk, Neubrandenburg und Güstrow nach Lübeck, entlang der Oder nach Süden (Gryfino, Küstrin, Zielona Góra, Breslau), nach Osten (Stargard SzczecińskiPosenWarschau und Stargard–Koszalin) sowie entlang der Ostseeküste über Kołobrzeg und Koszalin nach Danzig. Regionalzüge verkehren über Goleniów nach Kamień Pomorski sowie zur Insel Wollin bis nach Świnoujście. Auf der Strecke am westlichen Oderufer verkehrten bis 2002 Vorortzüge quer durch das Stettiner Stadtgebiet nach Police und Trzebiez. Diese Strecke dient mittlerweile aber nur noch dem Güterverkehr.

Die Strecken nach Angermünde und Lübeck Hbf werden von Zügen der Deutschen Bahn bedient. Ab Berlin-Hauptbahnhof ist Stettin ca. alle zwei Stunden erreichbar. Meistens besteht eine Anschlussverbindung über Angermünde, es gibt wenige durchgehende Züge. Die Regionalexpresszüge über Pasewalk stellen eine durchgehende Verbindung – ebenfalls im Zwei-Stunden-Takt – über Bad Kleinen nach Lübeck dar. Das Wochenendticket und das Mecklenburg-Vorpommern-Ticket gelten bis Stettin inklusive des Stadtverkehrs. Das Schleswig-Holstein-Ticket und das Quer-durch-das-Land-Ticket gelten nur bis Grambow. Von dort muss ein Zusatzfahrschein nach Stettin gelöst werden.

Die Bahnstrecke führt unmittelbar nördlich des Hauptbahnhofs in einem weiten Bogen über die Oder, die Insel Silberwiese (Kępa Parnicka) und die Parnitz. Jenseits dieses Oderarms erreicht die Bahn das Hafengebiet, ein großer Güterbahnhof (Port Centralny) schließt sich dort an.

Flughafen Stettin-Gollnow[Bearbeiten]

Der Flughafen in Goleniów (35 km nordöstlich) hatte 2003 rund 90.000 Passagiere und etwa 7.500 Flugbewegungen bei stark steigender Tendenz. Die meisten Linienflüge gehen mit LOT nach Warschau, die irische Billiglinie Ryanair fliegt nach London, Edinburgh, Liverpool und Dublin. Die norwegische Fluggesellschaft Norwegian Air Shuttle bietet Flüge nach Oslo an. (Stand April 2012)

Oderbrücken[Bearbeiten]

Hansabrücke, um 1900

In Stettin befinden sich die letzten festen Querungen der Oder vor ihrer Mündung. Im Stadtgebiet und der näheren Umgebung kreuzen vier Straßen und zwei Eisenbahnstrecken den in viele Flussarme geteilten Strom.

  • Südlich der Stadt, bereits im Bereich des Landschaftsschutzparks Unteres Odertal gelegen, verläuft die Autostrada A6, ein Teil der Europastraße 28, die von Berlin nach Danzig führt.
  • Am südlichen Stadtrand verläuft die Schnellstraße DK31 nach Posen (Autostrada Poznańska), die auch vom Stadtbus benutzt wird. Direkt parallel zur Straße verläuft eine Eisenbahnstrecke, die von Güterzügen zur Umfahrung des Hauptbahnhofs genutzt wird. Straße und Eisenbahn kreuzen West- und Ostoder jeweils auf gemeinsamen Brücken.
  • Die im Krieg zerstörte Bahnhofbrücke wurde nicht wiederaufgebaut, ihre Reste verbinden heute nur noch die Ahrensinsel mit der Silberwiese.
  • Die Eisenbahn quert unmittelbar nördlich des Hauptbahnhofs die Westoder, die anschließende Insel Silberwiese und die Parnitz.
  • Die traditionelle Stadtbrücke in der Altstadt war die Hansabrücke, an ihrer Stelle steht heute die Lange Brücke (Most Długi). Es ist die Querung der Landesstraße 10.
  • Zwischen Schloss und Hakenterrasse kreuzt die am Königstor beginnende, autobahnähnliche Schloßstraße (Trasa Zamkowa) als Droga wojewódzka 115 die Oder. Sie ist die letzte Oderbrücke vor der Mündung.

Stadtverkehr[Bearbeiten]

Modernisierter Konstal 105Na

Die von der Stettiner Straßen-Eisenbahn Gesellschaft 1879 als Pferdebahn eröffneten und ab 1897 elektrifizierten Straßenbahnlinien fuhren im Stadtgebiet und in einige nördliche Nachbarorte.

Der städtische Verkehrsbetrieb Tramwaje Szczecińskie Sp. z o. o. betreibt heute den öffentlichen Verkehr innerhalb des Stadtgebiets in Form eines umfangreichen Straßenbahnnetzes[26] und ergänzender Buslinien. In der Stadt verkehren zwölf Straßenbahnlinien. Die wichtigsten Umstiegsknoten sind an der Brama Portowa (Berliner Tor) sowie Plac Rodła am Radisson-Hotel. Drei Linien (Nr. 2, 7 und 8) fahren über den Most Długi (Lange Brücke) auf das östliche Ufer der Westoder und dort auf dem Mittelstreifen der Gdańska bis zur Wendeschleife beim östlichen Hafenbecken, Basen Górniczy, einen Kilometer vor der Ostoder. Der Stadtteil Dąbie (Altdamm) wird also nicht von der Straßenbahn erreicht. Die innerstädtischen Verkehrsmittel können auch mit den angrenzenden Ländertickets und dem Schönes-Wochenende-Ticket der DB benutzt werden.[27]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  • Fr. Thiede: Chronik der Stadt Stettin – Bearbeitet nach Urkunden und den bewährtesten historischen Nachrichten. Müller, Stettin 1849, 936 Seiten; bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts reichende detaillierte Stadtchronik (Volltext).
  • Heinrich Berghaus: Geschichte der Stadt Stettin, der Hauptstadt von Pommern – Topographisch-statistisch beschrieben nach allen Richtungen ihres politischen, bürgerlichen, merkantilischen und kirchlichen Lebens. 2 Bände, Berlin/Wriezen 1875-76 (1. Band 1102 Seiten, 2. Band 1115 Seiten).
  • Reisebücher von Anno dazumal - Stettin, Reprint von 1929, Ein Führer durch die Hafen- und Industriestadt im Grünen. Stettiner Verkehrsverein G.m.b.H., Stettin, Berliner Tor Nr. 5, Verlag Gerhard Rautenberg, Leer 1989, ISBN 3-7921-0387-7.
  • Otto Kunkel, Hans Bernhard Reichow: Stettin – so wie es war. Fotografierte Zeitgeschichte Droste, 2. Auflage, Droste, Düsseldorf 1975, ISBN 3-7700-0351-9.
  • Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern – Abriß ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1865 (Nachdruck 1996 durch Sändig Reprint Verlag, Vaduz, ISBN 3-253-02734-1), S. 376–412 (Volltext). (Bis in die 1860er Jahre reichende Stadtchronik mit zahlreichen Quellenangaben.)
  • Martin Wehrmann: Geschichte der Stadt Stettin. Weltbild, Augsburg 1993 (unveränderter Nachdruck der Ausgabe von Stettin 1911), ISBN 3-89350-119-3. (Letzte größere Stadtchronik in deutscher Sprache.)
  • Ernst Völker: Stettin – Daten und Bilder zur Stadtgeschichte. G. Rautenberg, Leer 1986, ISBN 3-7921-0317-6.
  • Stettin – Ein Führer durch die Hafen- und Industriestadt im Grünen. Hrsg. Stettiner Verkehrsverein GmbH (1929), Stettin, Berliner Tor Nr. 5, Reprint dieser Ausgabe durch den Verlag G. Rautenberg, Leer 1989, ISBN 3-7921-0387-7.
  • Stettin-Szczecin 1945–1946, Dokumente-Erinnerungen, Dokumenty-Wspomnienia. Hinstorff, Rostock 1995, ISBN 3-356-00528-6. Dokumente und Augenzeugenberichte aus der Zeit 1945–1946.
  • Jan Musekamp: Zwischen Stettin und Szczecin – Metamorphosen einer Stadt von 1945 bis 2005. Veröffentlichungen des Deutschen Polen-Instituts, Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-447-06273-2 (eingeschränkte Vorschau).
  • Die Staatskräfte der preußischen Monarchie unter Friedrich Wilhelm III. Band 3, S.213 Digitalisat.
  • Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte Provinz Pommern – Stadtkreis Stettin. 2006.

Allgemeine Darstellungen[Bearbeiten]

  • Grażyna Kling, Wolfgang Kling: Polen: Ostsee & Masuren. Peter Meyer Verlag, Frankfurt 2007, ISBN 978-3-89859-139-3. (Darin 48 Seiten zu Stettin und der Insel Wollin).
  • Herman Schulze: Der Stettiner Hafen. Sonderabdruck in: Jahrbuch Hafenbautechnischen Gesellschaft 1922/23. Hamburg 1926. (Digitalisat, DjVu-Format)
  • Eckhardt Wendt (Hrsg.): Stettiner Lebensbilder. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern, Reihe 5, Bd. 40. Böhlau, Köln 2004, ISBN 3-412-09404-8.
  • Ernst Zahnow: Wanderziele in und um Stettin. Ein Ratgeber für Schulen, Jugendverbände und Heimatfreunde. Leon Saunier, Stettin 1933.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Stettin – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Stettin – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Stettin – Reiseführer

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 11. Juli 2014.
  2. Potsdamer Neue Nachrichten, abgerufen am 14. Juni 2012
  3. Eduard August Pitzschky: Das Wappen der Stadt Stettin. In: Baltische Studien, AF, Band 14, Nr. 1, Stettin 1850, S. 26–41.
  4. Regulamin Insygniów Miasta
  5. Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern – Abriss ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1865, 163–164.
  6. http://bip.um.szczecin.pl/umszczecinbip/chapter_50049.asp
  7. Historische Ansicht von 1729: Delineatio Obsidionis Urbis Stetini in Pomerania à Cesareanis et Confoederatis incaeptae d. Septemb. et derelictae d. ... Novemb. Anni 1659. (Digitalisat)
  8. Meyers Konversationslexikon, 6. Auflage, Leipzig und Berlin 1909, 19. Band, S. 10.
  9. Günter Köhler: Die Geschichte der Landesfrauenklinik Stettin, Stettiner Bürgerbrief Nr. 24 (1998), S. 40–52.
  10. Nach Scheffler kamen 825 bis 842 Juden dieses Transportes aus Stettin – s. Alfred Gottwaldt, Diana Schulle: Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich, 1941–1945. Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-059-5, S. 34 mit Anm. 3.
  11. Atlantica: Der neue große Satelliten-Weltatlas. S. 67
  12. Mitteilung über die Dreimächtekonferenz von Berlin („Potsdamer Abkommen“)
  13. Pommersches Urkundenbuch. 1. Band. 2. Auflage. Böhlau, Köln/Wien 1970, Nr. 30
  14. Pommersches Urkundenbuch. 1. Band. 2. Auflage. Böhlau, Köln/Wien 1970, Nr. 213
  15. a b c Martin Wehrmann: Geschichte der Stadt Stettin. S. 5
  16. Fr. Thiede: Chronik der Stadt Stettin. S. 10
  17. Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern. S. 376
  18. M. P. z 1946 r. Nr 44, poz. 85
  19. Schätze Der Pommerschen Bibliothek, (Hrsg. Książnica Pomorska im. Stanisława Staszica w Szczecinie), Szczecin 2010, 4. veränderte Aufl., ISBN 978-83-87879-78-5.
  20. SZCZECIN 2016
  21. Palais unter dem Globus Polnische Wikipedia
  22. http://www.filharmonia.szczecin.pl/index.php?option=com_pages&view=page&layout=philharmonic&page=14&Itemid=27&lang=de
  23. Die Pommersche Zeitung. Nr. 29/2008, S. 4.
  24. Liste Greifswalder Partnerstädte
  25. Die Pommersche Zeitung. Nr. 34/2010, S. 1–2.
  26. Straßenbahnen in Stettin private Website
  27. www.bahn.de →Angebotsberatung →Länder-Tickets bzw. SWT.