TÜV Nord

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TÜV NORD AG
Logo der TÜV NORD AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1869
Sitz Hannover, Deutschland
Leitung Guido Rettig (Vorsitzender des Vorstands); Klaus Kleinherbers, Elmar Legge, Harald Reutter, Dirk Stenkamp
Mitarbeiter 9.925 (2013, Vollzeitäquivalent)
Umsatz 1.056,4 Mio. Euro (2013; 1.085,4 Mio. Euro 2012)
Bilanzsumme 745,9 Mio. Euro (2013; 754,1 Mio. Euro 2012)Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Technische Dienstleistungen
Website www.tuev-nord.de
TÜV Nord Haupteingang, Hannover
TÜV Nord Akademie, Hamburg

Die TÜV NORD AG ist ein international tätiges Dienstleistungsunternehmen und neben dem TÜV Süd und dem TÜV Rheinland eine der drei im Wettbewerb stehenden TÜV-Gruppen in Deutschland.

Unternehmensstruktur[Bearbeiten]

Das Unternehmen ist eine technische Prüforganisation und agiert in den Geschäftsbereichen Mobilität, Industrie Service, IT, Bildung und Personal, Aerospace sowie Rohstoffe. Es beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 10.000 Mitarbeiter in 70 Staaten Europas, Asiens, Afrikas und Amerikas.

Ursprünge der technischen Überwachung[Bearbeiten]

Der Motor der Industrialisierung in Deutschland im 19. Jahrhundert war die Dampfmaschine, die zu einem wesentlichen Rationalisierungsschub führte. Zur Erzeugung des Dampfes wurden Dampfkessel entwickelt, deren Betriebsdrücke und Dampfleistungen stetig gesteigert wurden, was aber immer wieder zu verheerenden Dampfkesselexplosionen führte. Begründet waren die Unfälle in mangelnden Kenntnissen bezüglich der Auslegung von drucktragenden Bauteilen, nicht standardisierte Werkstoffe, Mängel an Ausrüstungsteilen und auch fehlende Kenntnisse bei dem Betriebspersonal (Kesselwärter).

Zur Gewährleistung eines sicheren Betriebes erfolgte Ende der 1860er Jahre die Gründung regionaler Dampfkessel-Überwachungsvereine als Selbsthilfegemeinschaften der Dampfkesselbetreiber, so 1869 in Altona. Sie sollten Unfälle durch unabhängige Inspektionen vermeiden helfen. Die Zahl der Unfälle ging dadurch stark zurück. Im Laufe der Jahre erhielten diese „Dampfkessel-Überwachungs-und Revisions-Vereine“ (DÜV) weitere Aufgaben vom Staat übertragen. Am Anfang des 20. Jahrhunderts kam die Prüfung von Elektrotechnik hinzu. Aus den DÜV entstanden so "Technische Überwachungsvereine"(TÜV) als beliehene Unternehmer. In der Bundesrepublik waren die staatsentlastenden Tätigkeiten der TÜV in der Gewerbeordnung festgeschrieben. Der Staat hatte somit hoheitliche Überwachungstätigkeiten auf Vereine übertragen, die dadurch eine Monopolstellung erhielten.

Waren früher viele kleine regionale Vereine tätig, sind es heute wenige große Unternehmen, die durch Fusionen und Zusammenschlüsse entstanden sind. Mittlerweile ist das Monopol der TÜVs durch entsprechende Änderungen in den relevanten Verordnungen (z. B. Betriebssicherheitsverordnung) aufgehoben worden.

Entwicklung des TÜV Nord[Bearbeiten]

1992 erfolgte der Zusammenschluss von TÜV Norddeutschland, Hamburg und TÜV Nord, Rostock, zum TÜV Nord. Im gleichen Jahr schlossen sich der TÜV Hannover e.V. und TÜV Sachsen-Anhalt e.V. zum TÜV Hannover/Sachsen-Anhalt e.V. zusammen.

1997 kam es zur Vereinigung des TÜV Hannover/Sachsen-Anhalt und TÜV Nord zur TÜV-Nord-Gruppe (grünes Logo), die im Jahre 2004 mit dem RWTÜV und dessen Tochtergesellschaft TÜViT zur neuen TÜV Nord Gruppe (blaues Logo) fusionierte.

Aufgrund der verabschiedeten Wachstumsstrategie wurden 2006 neben anderen die koreanische Prüfgesellschaft Inkoc und der belgische Lebensmittelzertifizierer Integra übernommen.

2007 gab es Bestrebungen zu einer Fusion der beiden Konzerne TÜV Süd und TÜV Nord, die Ende August 2007 eingestellt wurden[1].

2007 wurden neben anderen die Unternehmen DMT (Rohstofferkundung), Verebus (Niederlande: Bahn-Signalwesen, Ingenieurdienstleistungen und technisches Dokumentationswesen) und Delphos Akademie (Security) erworben.

2010 wurde die RAG BILDUNG GmbH erworben.

2011 wurde die Alter Technology Group, Spanien, erworben.[2]

2011 Dem TÜV Nord Bildung GmbH & Co. KG (ehemals RAG Bildung GmbH) droht Insolvenz. 450 Mitarbeiter müssen entlassen werden und den übrigen wurden Gehaltsreduzierungen angekündigt, Standorte werden aufzugeben sein.[3]

2011 TÜV NORD weiht in Hannover eine Solartankstelle mit verschiedenen Lademöglichkeiten für Elektromobile ein. Vier Elektrofahrzeuge gehören zur Flotte.[4]

2011 Die TÜV NORD Gruppe überspringt erstmals die Umsatz-Milliardengrenze. Steigerungen wurden vor allem bei Dienstleistungen mit erneuerbaren Energien erzielt.[5]

2012 Harald Reutter rückt in den Vorstand auf, zuständig für Bildung. Er kündigt an, dass TÜV NORD trotz der Streichungen von Bildungsleistungen durch die Bundesregierung weiter auf Bildung und Qualifikation setzt.

2013 Der Vorstand der TÜV NORD Gruppe wird um Dirk Stenkamp erweitert, der die strategische Ausrichtung aller Auslandsgesellschaften sowie die Geschäftsbereiche Industrie Service und IT verantwortet.

2013 Einführung der Dachmarke TÜV NORD GROUP, unter der sich die operativen Marken TÜV NORD, DMT und ALTER TECHNOLOGY präsentieren. [6] In Hannover wird die neue Konzern-Zentrale eröffnet. [7]

Kritik[Bearbeiten]

siehe: Dekra#Kritik

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. TÜV Süd und TÜV Nord bleiben eigenständig
  2. http://www.haz.de/Nachrichten/Wirtschaft/Niedersachsen/TUeV-Nord-steigt-in-Satellitentechnik-Geschaeft-ein
  3. http://www.rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/tuev-nord-bildung-bereitet-sozialplan-vor-1.1228971
  4. http://www.haz.de/Hannover/Aus-den-Stadtteilen/Sued/TUeV-prueft-Bau-einer-Windkraft-Anlage
  5. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/dank-energiegeschaeft-tuev-nord-knackt-erstmals-die-milliardenmarke/6727290.html
  6. http://www.markenfaktor.de/2013/04/04/tuv-nord-konzern-mit-neuer-dachmarke/#more-2632
  7. http://www.neuepresse.de/Hannover/Meine-Stadt/TUeV-mit-neuer-Zentrale-in-Doehren

52.33459.7771Koordinaten: 52° 20′ 4,2″ N, 9° 46′ 37,6″ O