TÜV Rheinland
| TÜV Rheinland AG | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 1872 |
| Sitz | Am Grauen Stein, 51105 Köln |
| Leitung | Manfred Bayerlein |
| Mitarbeiter | 16.000 (Ø 2011)[1] |
| Umsatz | 1,42 Mrd. EUR (2011) |
| Branche | Dienstleistung |
| Produkte | Dienstleistungen im Bereich Entwicklung, Prüfung, Qualifizierung und Zertifizierung |
| Website | www.tuv.com |
Die TÜV Rheinland AG ist ein international tätiger Prüfdienstleister mit Sitz in Köln. TÜV Rheinland ist als technische Prüforganisation in den Bereichen Sicherheit und Qualität tätig. TÜV Rheinland ist die am stärksten international ausgerichtete der drei im Wettbewerb stehenden TÜV-Unternehmensgruppen in Deutschland.
Alleiniger Aktionär der TÜV Rheinland AG ist der TÜV Rheinland Berlin Brandenburg Pfalz e.V. Vorstandsvorsitzender der TÜV Rheinland AG ist Dr.-Ing. Manfred Bayerlein, Aufsichtsratsvorsitzender ist Bruno O. Braun.
Mit 16.000 Mitarbeitern hat TÜV Rheinland 2011 einen Umsatz von 1,42 Milliarden Euro und einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 124 Millionen Euro erwirtschaftet. Beim Umsatz entfielen 48 Prozent auf das Geschäft außerhalb Deutschlands. Das Unternehmen ist an 500 Standorten in 65 Ländern der Erde präsent. 9.200 Mitarbeiter sind außerhalb Deutschlands tätig, 6.800 in Deutschland. China und Südamerika sind mit weit über 2000 Mitarbeitern neben Deutschland die bedeutendsten Märkte.
Inhaltsverzeichnis |
Arbeitsfelder[Bearbeiten]
TÜV Rheinland hat seine Dienstleistungen in sechs Geschäftsbereichen gebündelt: Industrie Service, Mobilität, Produkte, Leben und Gesundheit, Training und Consulting sowie Systeme. TÜV Rheinland prüft technische Anlagen, Produkte und Dienstleistungen, begleitet Projekte und gestaltet Prozesse für Unternehmen. Die Fachleute trainieren Menschen in zahlreichen Berufen und Branchen. Dazu verfügt TÜV Rheinland über ein globales Netz anerkannter Labore, Prüf- und Ausbildungszentren. Dazu zählen unter anderem Labore zur Umweltanalytik und für Werkstofftechnik, für physikalische und chemische Prüfungen sowie für die Analyse von Lebensmitteln.
Das Labornetzwerk wird kontinuierlich ausgebaut. Die größten Laborzentren der so genannten Global Technology Assessment Center (GTAC) von TÜV Rheinland befinden sich in Bangkok, Budapest, Köln/Nürnberg, Silicon Valley, Shanghai und Yokohama. In den GTAC kontrollieren und zertifizieren Experten des Prüfdienstleisters rund um den Globus die Qualität und Sicherheit von Produkten. Das spiegelt die Realität der weltweiten Warenströme wider. Daneben unterhält TÜV Rheinland im Bereich der erneuerbaren Energien ein breites Netz von Solar Energy Assessment Center mit dem Schwerpunkt der Prüfung und Zertifizierung von Photovoltaikmodulen. Hierbei ist TÜV Rheinland Weltmarktführer. Solarprüfzentren von TÜV Rheinland befinden sich in Bangalore, Gyeongsan (Korea), Köln, Shanghai, dem taiwanesischen Taichun sowie zwei in Yokohama. Hinzu kommt das Labor von TÜV Rheinland PTL im US-amerikanischen Tempe. Speziell im Bereich der Fahrzeuguntersuchungen unterhält TÜV Rheinland ferner 275 Prüfstellen in Chile, Deutschland, Frankreich, Lettland und Spanien sowie Testzentren für passive Sicherheit, Abgas- und Motorentechnik.
Dienstleistungen bietet TÜV Rheinland für nahezu alle Wirtschaftszweige an. Dazu zählen beispielsweise die Energiewirtschaft, die Produktion von Konsumgütern, die Automobilindustrie, die Grundstoffindustrie, Investitionsgüterindustrie, Handel, Bau, Nahrungsmittelindustrie, Luftfahrt, IT-Branche, Logistik, Banken und Finanzdienstleister, Landwirtschaft, Freizeit und Tourismus oder der Bildungssektor und die Gesundheitsbranche.
Geschichte[Bearbeiten]
Am 31. Oktober 1872 gründen Unternehmer in Eigeninitiative den „Verein zur Überwachung der Dampfkessel in den Kreisen Elberfeld und Barmen“. Elberfeld-Barmen (heute Wuppertal) war der erste große industrielle Ballungsraum Kontinental-Europas. Weitere Vereinsgründungen in Koblenz (6. Juli 1873), Aachen (17. November 1873) und Mönchengladbach (1. April 1874) folgen.[2]
Am 1. April 1877 schließen sich Vereine im Rheinland zum „Rheinischen Dampfkesselüberwachungsverein Cöln-Düsseldorf“ (DÜV) mit Sitz in Düsseldorf zusammen. 1900 kontrolliert der DÜV die ersten Kraftfahrzeuge und nimmt Führerscheinprüfungen ab. 1918 weitet der DÜV seine Aktivitäten auf die Bereiche Bergbau und Energie aus.
Schon am 1. April 1909 hatte sich der Rheinische Dampfkesselverein in zwei eigenständige Vereine, nämlich den Rheinischen D.Ü.V. Düsseldorf-Essen und den D.Ü.V. Cöln, aufgespalten.[2] 1936 wird aus dem Rheinischen DÜV der „Technische Überwachungsverein Köln“, kurz TÜV Köln. 1962 wird dieser umbenannt in „TÜV Rheinland e.V.“.
1970 wird die erste Tochtergesellschaft im Ausland gegründet. Das 114 m hohe Hochhaus in Köln, Am Grauen Stein, wird 1974 bezogen.
Zur Steuerung der operativen Gesellschaften wird 1993 die TÜV Rheinland Holding AG gegründet. 1997 fusioniert der TÜV Rheinland mit dem TÜV Berlin-Brandenburg e.V. zum „TÜV Rheinland Berlin Brandenburg e.V.“. 2003 erfolgt eine weitere Fusion mit dem TÜV Pfalz e.V. zum „TÜV Rheinland Berlin Brandenburg Pfalz e.V.“; die Unternehmensgruppe wird in „TÜV Rheinland Group“ umbenannt.
2006 Beitritt zum „Global Compact“ der Vereinten Nationen. Das internationale Netzwerk von Unternehmen und Interessenorganisationen macht sich weltweit für Menschenrechte, für grundlegende Arbeitsrechte und für Umweltschutz sowie gegen Korruption stark. 2008 wurde erstmals der Internationale TÜV Rheinland Global Compact Award verliehen. Der Preis wird an herausragende Persönlichkeiten verliehen, die mit ihrer Arbeit die Ziele des Global Compact der Vereinten Nationen unterstützen.
Durch größere Akquisitionen 2006 und 2010 gehört TÜV Rheinland in Brasilien zu den größten unabhängigen Prüfunternehmen mit weit über 2.000 Mitarbeitern. Seit der Gründung der Tochtergesellschaft in Australien im Jahr 2007 ist TÜV Rheinland auf allen Kontinenten im Markt vertreten.
Seit dem 1. September 2011 ist Manfred Bayerlein Vorstandsvorsitzender der TÜV Rheinland AG. Bayerlein, ein promovierter Ingenieur, war in seiner letzten Position als Mitglied des Vorstands bei der TÜV Süd AG tätig, wo er als Chief Operating Officer das weltweite operative Geschäft verantwortete.[3]
Im Zusammenhang mit dem Gesundheitsskandal des französischen Medizinprodukteherstellers Poly Implant Prothèse (PIP), für deren fehlerbehaftete Implantate er als Benannte Stelle das Qualitätsmanagement zertifiziert hatte, ist der TÜV Rheinland am 2. Februar 2012 zu einer Anhörung vor das Handelsgericht in Toulon geladen.[4] Das Unternehmen stellt demgegenüber klar, dass es selbst Opfer des kriminellen Vorgehens von PIP wurde und bereits seit Bekanntwerden des Vorfalls im März 2010 juristisch gegen den Implantathersteller tätig wurde.[5][6]
Literatur[Bearbeiten]
- Clemens Holzhauer: "die stille revolution - 100 Jahre Technischer Überwachungsverein Rheinland", Verlag TÜV Rheinland, 1972
- Heinz Welz: "Mit Sicherheit Richtung Zukunft - Die TÜV Rheinland Geschichte", Verlag TÜV Rheinland, 1996
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Unternehmensbericht 2011
- ↑ a b Holzhauer, Seite 27
- ↑ Pressemappe TÜV Rheinland AG, abgerufen am 11. August 2011
- ↑ Der Spiegel Online: Betrug mit Billigsilikon war Chefsache vom 6. Januar 2012, abgerufen am 14. Januar 2012
- ↑ TÜV Rheinland: Pressemeldung vom 29. Dezember 2011
- ↑ TÜV Rheinland: TÜV Rheinland: Stellungnahme zu Implantaten von Poly Implant Prothèse
Weblinks[Bearbeiten]
50.9241676.9925Koordinaten: 50° 55′ 27″ N, 6° 59′ 33″ O

