Tápióbicske

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Tápióbicske
Wappen von Tápióbicske
Tápióbicske (Ungarn)
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Basisdaten
Staat: Ungarn
Region: Mittelungarn
Komitat: Pest
Kleingebiet bis 31.12.2012: Nagykáta
Koordinaten: 47° 22′ N, 19° 41′ O47.362519.687222222222Koordinaten: 47° 21′ 45″ N, 19° 41′ 14″ O
Fläche: 48 km²
Einwohner: 3.465 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+36) 29
Postleitzahl: 2764
KSH kódja: 15015
Struktur und Verwaltung (Stand: 2013)
Gemeindeart: Gemeinde
Bürgermeister: Sándor Kanyó (parteilos)
Postanschrift: Rákóczi út 93
2764 Tápióbicske
Webpräsenz:
(Quelle: A Magyar Köztársaság helységnévkönyve 2011. január 1. bei Központi statisztikai hivatal)

Tápióbicske [ˈtaːpi.oːbitʃkɛ] ist eine Gemeinde in Ungarn. Sie liegt im Südosten des Komitats Pest, im Kleingebiet Nagykáta, im Tal des Tápió-Bachs, 60 Kilometer von der Landeshauptstadt Budapest entfernt, im geographischen Dreieck Jászberény-Cegléd-Monor.

Die Fläche des Ortes beträgt 4848 Hektar. Die Einwohnerzahl betrug während der ersten Volkszählung in Ungarn 1784 1.437 Personen, zur Zeit (Volkszählung 2001) sind es 3.442. Der Ort hatte die meisten Einwohner (4.226) im Jahre 1930.

Geschichte[Bearbeiten]

Aus der Bronzezeit wurden zwei Erdburgen freigelegt. Das heutige Dorf entstand höchstwahrscheinlich im 12. Jahrhundert. Der Namensgeber des Dorfes ist die Familie Bicskei (oder Bikcsei, später Bicskey), deren Mitglieder bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die wichtigsten Gutsbesitzer des Dorfes waren. Der Name der Familie erscheint erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 1250 von König Béla IV. Das Dorf selbst wird erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 1275 erwähnt. Während der Türkenherrschaft entvölkerte sich das Dorf allmählich und wurde zur Wüstung. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts trug die Rückkehr der ehemaligen Einwohner sowie die Neuansiedlung von Ansiedlern aus Norden, darunter auch Slowaken, zu einer Neuentwicklung bei.

Die Einwohner beschäftigten sich immer mit der Landwirtschaft. Die Bodenverhältnisse waren besonders zur Kultivierung von Brotgetreide geeignet. Auch der Weinbau war bedeutend. Im 18. Jahrhundert lebten hier zwei Großgrundbesitzerfamilien: die Familie Beleznay und die Familie Hellenbach. Später wurden Kleingüter und Mittelgüter charakteristisch.

Die Kirche wurde 1737 eingeweiht, aber sie erhielt ihre heutige Form erst im Jahre 1786. Die einschiffige Barockkirche ist eine der Sehenswürdigkeiten des Dorfes. Das neue Dorf wurde um diese Kirche herum gebaut, aber im Frühling 1834 brannte der untere Teil des Dorfes völlig ab.

Eine der siegreichen Schlachten der Revolution und des Freiheitskampfes 1848/49 fand in Tápióbicske und am Dorfrand statt. Zur Erinnerung daran wurde am 23. Oktober 1910 auf dem ehemaligen Schlachtfeld das Honvéddenkmal von Gyula Jankovics errichtet. Hier wurden die damals hier Gefallenen in einem Gemeinschaftsgrab begraben. In dieser Schlacht fand ein Duell zwischen Baron Riedesel und Alajos Színi Sebő statt. Zu dessen Ehren wurde 1999 ein Denkmal errichtet.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verarmten die alten Adeligen, viele von ihnen zogen weg. Das einzige große Gut des ehemaligen Bitskey-Geschlechts geriet in die Hände von Kálmán Bitskey, der auch die Kirche und den Unterricht wesentlich unterstützte. Er schenkte den Baugrund für die Grundschule, die 1902 erbaut wurde und bis heute erhalten ist. In den Jahren um die Jahrhundertwende bildete sich das typische Bauerntum heraus. Die kaum gewinnbringende bäuerliche Wirtschaft wurde durch das Pendeln in die Hauptstadt und den immer wichtiger werdenden Weinbau ergänzt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich das Dorf sehr rasch. Das Weinbaugebiet wurde auf das Gebiet zwischen den zwei Tápió-Bächen ausgedehnt.

Dem Ersten Weltkrieg fielen 151 Einwohner aus Tápióbicske zum Opfer. Die Erinnerung an diesen Krieg bewahrt das Denkmal neben der Kirche (28. Oktober 1926 von Ottó Koltay). Im Zweiten Weltkrieg starben 147 Menschen aus dem Dorf. Zu ihrer Erinnerung wurde ein Denkmal auf dem Friedhof errichtet.

Nach der Wende im Jahre 1990 entstanden wichtige Einrichtungen und Anlagen neu, und auch das öffentliche Leben hat sich belebt.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]