Tétouan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

35.566666666667-5.3666666666667Koordinaten: 35° 34′ N, 5° 22′ W

Karte: Marokko
marker
Tétouan
Magnify-clip.png
Marokko
Stadtansicht
Königlicher Palast in Tétouan
In der Medina

Tétouan (arabisch ‏تطوان‎, DMG Tiṭwān, spanisch Tetuán), auch als „Die weiße Taube“ bekannt (französisch: La colombe blanche), ist eine Stadt in Marokko mit 352.351 Einwohnern (Berechnung 2010)[1]. Seit 1999 ist sie – wegen ihres gemäßigten Klimas – Sommerresidenz von König Mohammed VI.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Lage

Das für marokkanische Verhältnisse regenreiche Tétouan liegt etwa 90 Meter über dem Meeresspiegel auf einem Plateau, das zum Djebel Dersa gehört und ist etwa 10 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. In nördlicher und südlicher Richtung ist die Stadt von Rifbergen umgeben.

[Bearbeiten] Geschichte

Anders als bei anderen Städten an der Mittelmeerküste sind für Tetouan keinerlei Zeugnisse aus phönizischer Zeit belegt. Die Römer gründeten in der Nähe der heutigen Stadt eine Militärsiedlung mit Namen "Oppidum Tamuda". Im 14. Jahrhundert war Tétouan als Seeräubernest gefürchtet und wurde deshalb wiederholt von kastilischen Schiffen angegriffen. Nach der Eroberung Granadas (1492) und nochmals zu Beginn des 17. Jahrhundert siedelten sich maurische und jüdische Flüchtlinge aus Andalusien an, was einen wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt zur Folge hatte. Bereits Ende des 19. Jahrhundert – nach dem Verlust seiner überseeischen Kolonien – engagierte sich Spanien zunehmend im Norden Marokkos und im Jahr 1913 wurde Tétouan Residenzstadt des spanischen Hochkommissars in Marokko. Während des spanischen Bürgerkriegs wurde Tétouan von Flugzeugen der republikanischen Seite bombardiert, denn der Norden Marokkos stand nahezu geschlossen hinter General Franco, dessen Feldzug zur 'Befreiung' Spaniens hier seinen Anfang nahm. Im Jahre 1956 gab Franco dem internationalen Druck nach und stimmte der Unabhängigkeit Marokkos zu.

Die Einwohner der Stadt leben hauptsächlich von Handel, Tourismus, Fischfang und Olivenanbau. Weitere Einnahmequellen bieten die dort angesiedelte Textil-, Zigaretten- und Elektroindustrie.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Hauptattraktion von Tétouan ist die weitläufige, zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Medina mit ihrem engen Nebeneinander von Wohnen, Handwerk und Handel. Das sehenswerte Archäologische Museum zeigt vorgeschichtliche Funde sowie eine schöne Sammlung römischer Mosaike, Münzen und Keramiken; im Gartenbereich findet sich eine große Anzahl von Grabsteinen: libysch-berberische, römische, islamische, jüdische und portugiesische in friedlichem Nebeneinander. Auch die Bauten aus der spanischen Kolonialzeit – insbesondere die im neomaurischen Stil erbaute Pfarrkirche an der Place Moulay el Mehdi – sind sehenswert.

Die Ruinen des etwa fünf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegenden römischen Oppidum Tamuda, einer Militärsiedlung auf quadratischem Grundriss, lohnen einen kurzen Besuch.

[Bearbeiten] Literatur

  • Arnold Betten: Marokko. Antike, Berbertraditionen und Islam – Geschichte, Kunst und Kultur im Maghreb. DuMont, Ostfildern 2009, S. 138f, ISBN 978-3-7701-3935-4

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Städtepartnerschaft

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Tetouan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Tetuan. World Gazetteer
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen