Tödliche Entscheidung – Before the Devil Knows You’re Dead

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Filmdaten
Deutscher Titel Tödliche Entscheidung – Before the Devil Knows You’re Dead
Originaltitel Before the Devil Knows You’re Dead
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2007
Länge ca. 117 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Sidney Lumet
Drehbuch Kelly Masterson
Produktion Michael Cerenzie,
William S. Gilmore,
Brian Linse,
Paul Parmar
Musik Carter Burwell
Kamera Ron Fortunato
Schnitt Tom Swartwout
Besetzung

Tödliche Entscheidung – Before the Devil Knows You’re Dead ist ein US-amerikanischer Thriller aus dem Jahr 2007. Er ist der letzte Film von Sidney Lumet. Das Drehbuch schrieb Kelly Masterson.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film handelt von dem Überfall zweier Brüder auf das Juweliergeschäft ihrer Eltern und die daraus entstehenden Konsequenzen für die gesamte Familie. Die beiden Brüder Andy und Hank Hanson brauchen Geld; Andy ist drogensüchtig und hat zur Finanzierung seiner Sucht in seinem Unternehmen Geld unterschlagen, Hank ist gegenüber seiner Exfrau und seiner Tochter mit dem Unterhalt im Rückstand. Andy entwickelt die Idee, das Geschäft seiner Eltern zu überfallen, dort Geld und Juwelen zu stehlen und die Juwelen an einen Hehler zu verkaufen. Es gelingt Andy, Hank von dem Plan zu überzeugen, zumal beide den Laden und die dortigen Sicherungsmaßnahmen gut kennen. Hank soll den Überfall durchführen, er engagiert jedoch den Kriminellen Bobby. Bobby nimmt jedoch entgegen der ursprünglichen Planung eine Waffe mit; auch ist er es, der schließlich in den Laden eindringt. Im Laden trifft er auf Andys und Hanks Mutter Nanette Hanson und nicht wie erwartet auf eine andere Angestellte. Da es Nanette Hanson gelingt, mit einer im Laden deponierten Waffe auf Bobby zu schießen, misslingt der Überfall. Bei dem Schusswechsel kommt Bobby ums Leben und Nanette wird schwer verletzt. Nachdem sie ins Krankenhaus eingeliefert worden ist, zeigt sich, dass sie so schwer verletzt ist, dass eine Genesung unwahrscheinlich ist. Ihr Mann Charles entscheidet schließlich schweren Herzens, dass die lebenserhaltenden Maßnahmen eingestellt werden.

Die beiden Brüder verlieren nicht nur ihre Mutter, sondern sehen sich nun weiteren Problemen gegenüber: der Schwager des erschossenen Bobby erpresst Hank und fordert 10.000 Dollar, in Andys Firma kommt es zu einer Steuerprüfung und er wird sogar von seiner Frau Gina verlassen, die ihm gegenüber offenbart, mit seinem Bruder ein Verhältnis zu haben. Zu guter Letzt nimmt der gebrochene Vater der Brüder eigenhändig Ermittlungen auf. Er besucht einen ihm aus seiner früheren Berufslaufbahn bekannten Hehler, um zu erfahren, dass Andy diesem lukrative Ware in Aussicht gestellt hatte. Als Beweis überreicht der Hehler Charles die Visitenkarte seines Sohnes. Daraufhin wird dem Vater klar, dass sein Sohn für Nanettes Tod verantwortlich ist und nimmt dessen Verfolgung auf.

Andy und Hank brechen in die Wohnung von Andys Drogenhändler ein, wo sie eine große Menge Geld erbeuten. Andy erschießt dabei sowohl den Händler als auch einen zufällig anwesenden Kunden. Mit der Beute begeben sich Andy und Hank in die Wohnung von Bobbys Schwager, den Andy ebenfalls erschießt. Andy will die anwesende Schwester des Ermordeten, Bobbys Freundin, ebenfalls töten, doch Hank ist dagegen und es kommt zu einer Konfrontation zwischen den beiden Brüdern, die so weit eskaliert, dass Andy Hank erschießen will, da er von dessen Verhältnis mit seiner Frau weiß. Kurz bevor er den Abzug betätigen kann, kann die Schwester die Waffe ihres getöteten Bruders ergreifen und Andy niederschießen. Hank flüchtet, während Andy ins Krankenhaus eingeliefert wird, beobachtet vom Vater, der den beiden gefolgt ist. Er besucht schließlich Andy im Krankenhaus, wo dieser gegenüber seinem Vater ein Geständnis ablegt. Daraufhin erstickt Charles seinen wehrlosen Sohn mit einem Kissen.

Kritiken[Bearbeiten]

Lisa Nesselson schreibt in der Zeitschrift Variety vom 10. September 2007, der Film sei ein mit „spürbarer, echter Spannung“ gespicktes Melodram. Sie lobt die „perfekt entworfenen“ („perfectly designed“) Filmsets.[1]

Frank Scheck schreibt in der Zeitschrift The Hollywood Reporter vom 7. September 2007, der Film sei eine „bombige“ Rückkehr zur alten Form des Regisseurs nach einer Reihe von Fehltritten und zeige dessen zahlreiche Stärken. Das „meisterhafte“ Drehbuch verwandle die relativ simple Geschichte eines fehlgeschlagenen Raubüberfalls in ein komplexes Werk. Der Film sei ebenso Charakterstudie wie Krimi und Thriller. Scheck lobt insbesondere die „perfekt arbeitenden“ Darsteller, die sogar in Nebenrollen fachmännisch („expertly“) agierten.[2]

„Wenn der Kinogänger die interessante Erzählstruktur und manchmal etwas sehr verwobene Story konzentriert im Blickfeld hält, kann er sich auf ein abgründiges, spannendes und zugleich schockierendes Familiendrama gefasst machen...“

Kulthit.de[3]

„Vor drei Jahren erhielt der Regisseur einen Ehrenoscar fürs Lebenswerk, als Entschädigung für all die Male, bei denen man ihn bislang übergangen hat. Nun hat er, der sein Können längst nicht mehr beweisen muss, mit 84 Jahren noch mal ein Meisterwerk gemacht.“

Filmbulletin - Kino in Augenhöhe[4]

Hintergründe[Bearbeiten]

Regisseur Sidney Lumet (unter anderem „Die zwölf Geschworenen“, „Hundstage“, „Serpico“) zeichnet in dem, teilweise in Rückblenden erzählten, Krimi-Drama nach, wie eine auf den ersten Blick funktionierende amerikanische Familie in dramatischer Weise an sich selbst zerbricht. Unter dem Titel „Tödliche Entscheidung“ kam der Film am 10. April 2008 in die deutschen Kinos.

Der Film wurde in New York City und Umgebung gedreht.[5] Seine Weltpremiere fand am 6. September 2007 auf dem Deauville Festival of American Cinema statt, dem am 13. September 2007 das Toronto International Film Festival 2007 und später einige andere Filmfestivals folgten. Am 26. Oktober 2007 kam er in ausgewählte Kinos der USA, in denen er bis zum 18. November 2007 ca. 2,2 Millionen US-Dollar einspielte.[6][7]

Der Titel entstammt dem irischen Trinkspruch „May your glass be ever full. May the roof over your head be always strong. And may you be in heaven half an hour before the devil knows you're dead“.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Before the Devil Knows You’re Dead wurde bei den Satellite Awards 2007 dreimal nominiert: Bestes Filmdrama, Regie und Drehbuch. Bei den Independent Spirit Awards 2008 erhielten Nebendarstellerin Marisa Tomei und erneut das Filmskript von Kelly Masterson Nominierungen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Filmkritik von Lisa Nesselson, abgerufen am 3. Dezember 2007
  2. Filmkritik von Frank Scheck, abgerufen am 4. Dezember 2007 (Version vom 12. Oktober 2008 im Internet Archive)
  3. Filmkritik auf kulthit.de, gefunden am 11. April 2008
  4. Filmkritik von Johannes Binotto abgerufen am 8. August 2008
  5. Filming locations für Before the Devil Knows You're Dead, abgerufen am 3. Dezember 2007
  6. Premierendaten für Before the Devil Knows You're Dead, abgerufen am 3. Dezember 2007
  7. Box office / business für Before the Devil Knows You're Dead, abgerufen am 3. Dezember 2007