Tönungsfolie

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Audi A6 mit getönten Scheiben

Eine Tönungsfolie ist vorwiegend eine im Automobilbereich eingesetzte PET-Folie, die zum Sonnenschutz, aber auch zur Verdunkelung verwendet wird. Die Folien sind von den Sonnenschutzfolien, wie sie für Fenster von Häusern verwendet werden, zu unterscheiden. Tönungsfolien werden in erster Linie zum nachträglichen Sonnenschutz an ungeschützten Autoscheiben hergestellt. Durch ihre geringe Lichtdurchlässigkeit (bis 3 %) bei manchen speziellen Varianten werden sie aber auch als Sichtschutz genutzt.

Aufbau[Bearbeiten]

Eine Tönungsfolie besteht aus einer oder mehreren Lagen von PET-Folien. Auf der Folie befindet sich eine Klebeschicht, die meist aus Acryl-Harz besteht. Dieser Kleber ist durch eine zusätzliche Schutzfolie abgedeckt. Einlagige Folien bleichen durch die Sonnenstrahlung relativ schnell aus und bekommen dabei einen Lilastich bis hin zum gänzlichen Verblassen nach mehreren Jahren. Mehrlagige Folien hingegen sind sehr widerstandsfähig und kratzfest. Sie unterliegen kaum diesem Ausbleichungsprozess. Die Hersteller geben teils lange Garantien auf die Qualität dieser Folien.

Verarbeitung[Bearbeiten]

Die Tönungsfolie wird nach dem Anpassen und Zuschneiden von innen auf die Autoscheibe verklebt. Da die Folien aus PET sind, lassen sie sich nicht einfach ziehen oder dehnen. Durch die heutigen mehr oder weniger gekrümmten Autoscheiben ist ein falten- oder blasenfreies Verlegen schwierig. Dies betrifft besonders die häufig stark gekrümmten Heckscheiben. Die Folien müssen mit einem Heißluftfön bei ca. 240 Grad auf die Scheibenform „geschrumpft“ werden. Dies braucht sehr viel Übung und Erfahrung, da diese PET-Folien bei ca. 250 Grad „verbrennen“ und dann unbrauchbar sind.

Zweck[Bearbeiten]

Die Folie gibt dem Wagen ein anderes Aussehen und gewährt bei entsprechender Undurchlässigkeit einen guten Sichtschutz. Zusätzlich reduziert sie die Aufheizung des Innenraumes eines Fahrzeugs und wird auch als Sonnenschutz verwendet. Fast alle Tönungsfolien absorbieren die aggressive UV-A und UV-B Strahlung bei ca. 360 nm zu ca. 99 %. Diese Strahlen tragen im Wesentlichen zum Ausbleichen von Materialien im Innenraum bei und schädigen die Haut der Insassen. Je nach Art und Tönung der Folien weisen diese die Wärmestrahlung der Sonne um bis zu 60 % zurück und verringern das Aufheizen des Fahrzeuginnenraumes.

Durch ihre Splitterschutzwirkung stellen Tönungsfolien einen zusätzlichen Schutz vor Glassplittern bei einem Unfall dar. Außer der Frontscheibe aus Verbundsicherheitsglas bestehen die weitaus meisten Autoscheiben noch immer aus herkömmlichen Einscheibensicherheitsglas. Dessen Splitter können bei einem Unfall Verletzungen verursachen. Tönungsfolien können Glassplitter binden und die Verletzungsgefahr so vermindern.

Rechtliches[Bearbeiten]

In Deutschland dürfen nur zugelassene Folien, die eine Allgemeine Bauartgenehmigung (ABG) haben, in Fahrzeugen verlegt werden. Die ABG-Nummer muss auf allen verlegten Folien sichtbar sein. Die Bescheinigung ist mitzuführen und auf Verlangen vorzuweisen. Eine Eintragung durch den TÜV ist nicht notwendig. Die Tönungsfolien dürfen nur an den für die Sicht des Fahrers nicht relevanten Scheiben, also den hinteren Seitenscheiben und der Heckscheibe verlegt werden. Ein zweiter Außenspiegel ist dann zwingend notwendig. An der Windschutzscheibe darf lediglich ein Blendstreifen angebracht werden, der eine Gesamtfläche von nicht mehr als 25 % der Windschutzscheibe bedeckt und nicht größer als 0,1 m² ist. Außerdem darf das Sichtfeld des Fahrers dadurch nicht beeinträchtigt werden. Auch das Verlegen von klaren Sicherheitsfolien ist an den vorderen Seitenscheiben oder der Windschutzscheibe verboten.

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