Töss (Winterthur)
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Töss (Kreis 4) |
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| Koordinaten | 695598 / 26078047.4908333333338.7072222222222Koordinaten: 47° 29′ 27″ N, 8° 42′ 26″ O; CH1903: 695598 / 260780 |
| Fläche | 7.21 km² |
| Einwohner | 10'381 (31. Dez. 2012) |
| Bevölkerungsdichte | 1440 Einwohner/km² |
| Eingemeindung | 1. Jan. 1922 |
| BFS-Nr. | 230-400 |
| Postleitzahl | 8406, 8310 |
| Gliederung | |
| Quartiere | |
Töss ist ein Stadtkreis der Stadt Winterthur in der Schweiz. Die ehemals selbständige Gemeinde Töss wurde 1922 eingemeindet und bildet den heutigen Kreis 4. Der Stadtteil ist nach dem Fluss Töss benannt, der hier durch Winterthur fliesst.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Töss liegt im Südwesten von Winterthur. Die früher eigenständige Gemeinde Töss ist geprägt von den Industrieanlagen und Arbeiterhäuser der Firmen Rieter und Sulzer, die man in grösserer Zahl im Quartier Eichliacker antrifft. Der ganze Stadtteil wird durch die viel befahrene Zürcherstrasse geteilt, die den Ortskern durchtrennt und die Abgrenzung der beiden Quartiere Eichliacker und Schlosstal bildet. Leicht erhöht über Töss liegt in einem Tal das Quartier Dättnau. Es entstand in den 1940er-Jahren und ist das grösste Quartier des Stadtteils. Zum Stadtkreis gehört auch das Quartier Rossberg im Süden, das von einem kleinen Weiler und vom gleichnamigen Golfplatz geprägt ist.
Geschichte [Bearbeiten]
Im Quartier Töss stand das dominikanische Kloster Töss. Bekannte Insassen waren unter anderen Elsbeth Stagel, die Mitverfasserin des um 1340 entstandenen Tösser Schwesternbuches und die ungarische Königstochter Elisabeth von Ungarn. Nach der Reformation wurde das Kloster geschlossen und 1833 für 108'000 Franken an Johann Jacob Rieter verkauft. Viele der heutigen Häuser wurden als Arbeiterwohnungen der Firma Rieter erbaut. Die Gemeinde Töss wurde nach einer Volksabstimmung am 1. Januar 1922 in Winterthur eingemeindet, mit dem es schon durch das Sulzer-Areal verbunden war. Schon seit 1898 verkehrte die Strassenbahn Winterthur nach Töss und verschiedene Bereiche der Politik wurden koordiniert.
Wappen [Bearbeiten]
- In Gold eine verkürzte rote Spitze, darin auf grünem Dreiberg ein silbernes Doppelkreuz, überhöht rechts von einer blauen Traube mit grünem Blatt, links von einem blauen Rebmesser mit rotem Griff.
Das ungarische Doppelkreuz wurde zu Ehren von Elisabeth von Ungarn in das Wappen aufgenommen, die zu Beginn des 14. Jahrhunderts im Kloster Töss lebte.
Verkehrsanbindung [Bearbeiten]
Die Hauptverbindung ist die Trolleybuslinie 1 (Töss – HB – Oberwinterthur) die an der Zürcherstrasse entlangfährt. Auch einige andere Linien fahren durch Töss. Die Buslinie 5 (Dättnau – HB – Technorama) fährt via Zentrum Töss und Rosenau in das Dättnau. Die Linie 11 (HB – Steig) verkehrt via Storchenbrücke und Tössfeld in die Steig. Die Linie 7 (HB – Schlosstal – Bahnhof Wülflingen) durchquert auch den Stadtteil, jedoch bedient die Linie hauptsächlich das Schlosstal und endet beim Bahnhof Wülflingen. Die Regionallinie 660 (HB – Brütten – Nürensdorf – Bassersdorf (- Flughafen)) bedient die Stationen Zentrum Töss, Töss und Steig zum Ein- und Aussteigen. Am Wochenende durchquert die Nachtlinie N66 (HB – Töss – Brütten – Nürensdorf - Bassersdorf – Lindau - Kemptthal) den Stadtteil.
Töss besitzt seit 1876 mit dem Bahnhof Winterthur-Töss eine Bahnstation an der Bahnstrecke Winterthur–Bülach–Koblenz, die im Zuge der Eisenbahneuphorie in Winterthur durch die Schweizerische Nordostbahn erbaut wurde. Die Station wird von der S41 (Winterthur HB – Bülach – Bad Zurzach – Waldshut) der S-Bahn Zürich bedient sowie vom Nachtzug Winterthur – Bülach. Im kantonalen Richtplan ist als langfristiges Ziel eine zweite Bahnstation mit dem Projektnamen Försterhaus-Töss an der Bahnstrecke Zürich–Winterthur eingetragen.
Kultur und Freizeit [Bearbeiten]
In Töss steht das Gaswerk, ein alternatives Kulturzentrum. Zudem findet jährlich am letzten Wochenende der Sommerferien die "Tössemer Dorfet" statt, das Dorffest von Töss. Als Naherholungsgebiet bietet sich der Sportplatz Reitplatz in der Nähe der Töss an. Im Dättnau liegt das Naturschutzgebiet "Dättnauerweiher".
Bildung [Bearbeiten]
In Töss gibt es sieben Kindergärten (Am Weiher, Auwiesen, Dättnau, Emil Klötli, Schlosstalstrasse, Strittacker und Steig) und den Sprachheilkindergarten Strittacker. Für die 1. bis zur 6. Klasse gibt es fünf Primarschulhäuser (Laubegg/Dättnau, Eichliacker, Gutenberg, Rebwiesen und Zelglistrasse). Das Oberstufenschulhaus für Sek A, B und C ist das Rosenau. Die Kantonsschulen und andere höhere Schulen sind im Stadtzentrum.
Sport [Bearbeiten]
Der lokale Fussballklub heisst FC Töss und spielt auf dem Sportplatz Reitplatz, auf dem auch ein Beachsoccerfeld (Spielplatz der Winti Panthers), ein Pumptrack und Beachvolleyballfelder sind. Im Dättnau liegt die Hornussenanlage des Stadtclub und die BMX-Bahn von Powerbike Winterthur, die auch für Europameisterschaftsläufe benutzt wird. In Töss steht neben dem 1970 erbauten Schwimmbad eine Tennishalle. Im Frühjahr findet jeweils die Schulsportveranstaltung Töss-Stafette statt, die beim Reitplatz startet.
Der Turnverein Töss wurde 1870 gegründet. Seinen heutigen Bestand erlangte er durch die im Jahr 2000 vollzogene Fusion der Turnvereine Töss und Tössfeld (gegründet 1895). Zum Einzugsgebiet gehören auch die Wohnquartiere Brühlberg, Dättnau, Eichliacker, Nägelsee, Steig und Vogelsang/Breite. Der Turnverein bietet ein breit gefächertes Sportangebot. Der Rekordolympiasieger Georges Miez war Mitglied des TV Töss. Auch Miezes Vereinskollege Melchior Wezel gewann 1928 im Gymnastik-Teamwettkampf die Goldmedaille.
Söhne und Töchter von Töss [Bearbeiten]
- Jakob Christoph Heer (1859−1925), Schweizer Schriftsteller
- Ernst Wetter (1877−1963), Schweizer Politiker und Bundesrat
- Georges Miez (1904−1999), Schweizer Rekordolympiasieger
Weblinks [Bearbeiten]
- Quartierplattform Winterthur-Töss
- Tösser Schwesternbuch
- Zur Geschichte des Klosters Töss siehe W. Happes: Kloster Töss und Kloster Töss und Elsbeth Stagel
- Meinrad Suter: Töss (Gemeinde) im Historischen Lexikon der Schweiz
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