Tössbergland

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Das Tössbergland ist ein 700 bis 1300 m hohes Hügel- und Berggebiet in der Schweiz, das im Osten des Kantons Zürich an der Grenze zum Toggenburg liegt und das Zürcher Oberland bildet. Geographisch und geologisch wird das Tössbergland trotz seiner markanten Reliefunterschiede dem Mittelland zugeordnet (vergleichbar mit Napf und Rigi).

Bekannte Erhebungen sind das Hörnli, das Schnebelhorn, der Tössstock und der westlich vorgelagerte Bachtel.

Geologie[Bearbeiten]

Die geologische Geschichte des Tössberglandes steht in engem Zusammenhang mit der Alpenfaltung. Nachdem diese Faltung vor rund 30 Millionen Jahren begonnen hatte, setzte auch rasch die Erosion ein. Flüsse verfrachteten die Gesteinsfragmente in das Becken nördlich der Alpen (das heutige Schweizer Mittelland) und lagerten sie dort ab. An Stellen, wo grosse Flüsse das Becken erreichten, bildeten sich mit der Zeit ausgedehnte Schwemmkegel, auch Nagelfluhfächer genannt. Als Nagelfluh bezeichnet man zusammengesetztes Gestein bestehend aus abgerundeten (durch Flüsse transportierte) Gesteinsbrocken verschiedener Grössen. Diese Brocken werden durch feines Bindemittel, das die Hohlräume ausfüllt, zusammengehalten.

Vegetation[Bearbeiten]

Besonders der Kernraum des Tössberglandes ist von ausgedehnten Wäldern bedeckt, wobei man oberhalb von rund 800 bis 900 m ü. M. Tannen-Buchenwälder, darunter vorwiegend Buchenwälder findet. Bewaldet sind hauptsächlich die teils extrem steilen Hänge sowie die abgelegenen tiefen Kerbtäler. Auf den Kämmen und den weniger steilen Flächen herrschen Wiesen und Weiden vor.

Kulturlandschaft[Bearbeiten]

Das Tössbergland ist, abgesehen von den Ortschaften im Tale, eine sehr dünn besiedelte Region. Die Region ist ein typisches Streusiedlungsgebiet mit kleinen Weilern, die meist in den Tälern liegen, und zahlreichen Einzelhöfen, die stark verstreut sowohl in den Tälern als auch auf den Kämmen (Eggen) stehen. Diese Gehöfte sind vielfach sehr abgelegen und nur schwierig zu erreichen. Die Bewohner leben von der Viehhaltung und der Graswirtschaft sowie von der Forstwirtschaft und der Holzverarbeitung. Ackerbau wird nur in günstigen Tallagen und in den weniger stark kupierten Bereichen betrieben.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Köhlerei, was zur Folge hatte, dass das Gebiet teilweise gerodet wurde. Weil somit aber die stabilisierende Wirkung der Hänge durch die Bäume wegfiel, waren die Täler und die Dörfer des Unterlandes immer wieder einer Hochwassergefahr ausgesetzt, wobei die heute gezähmte Töss als ursprünglicher Wildbach jeweils grosse Schuttmengen mit sich führte.

Heute ist das Zürcher Oberland eine beliebte Wander- und Mountainbikeregion.