Töte zuerst

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Töte zuerst – Der israelische Geheimdienst
Originaltitel שומרי הסף
The Gatekeepers
Produktionsland Israel, Deutschland, Frankreich
Originalsprache Hebräisch, Englisch
Erscheinungsjahr 2012
Länge 95 Minuten
Stab
Regie Dror Moreh
Drehbuch Dror Moreh
Produktion Estelle Fialon
Philippa Kowarsky
Dror Moreh
Musik Regis Baillet
Jerome Chassagnard
Alex Claude
Daniel Meir
Kamera Avner Shahaf
Lee Klein
Schnitt Oron Adar
Besetzung

Töte zuerst – Der israelische Geheimdienst (hebräisch ‏שומרי הסף‎, englisch The Gatekeepers) ist ein israelischer Dokumentarfilm von Regisseur Dror Moreh. Sechs ehemalige Chefs des israelischen Inlandgeheimdienstes Schin BetAvraham Schalom, Ja'akov Peri, Karmi Gilon, Ami Ajalon, Avi Dichter und Juval Diskin – berichten über ihre Arbeit. Der Dokumentarfilm wurde 2013 für einen Oscar nominiert.[1]

Inhalt[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Hauptgegenstand des Films ist der von den Interviewten erhobene Vorwurf, die dargestellten, gewalttätigen und teils rechtswidrigen Geheimdienstmethoden seien taktischer Natur und die israelische Politik würden den dadurch geschaffenen Freiraum nicht strategisch nutzen.

Eines der übergeordneten Themen des Filmes ist die Rechtmäßigkeit und ethische Rechtfertigung der Okkupation der Palästinensergebiete, der Einsatz von Folter an palästinensischen Gefangenen, die ethische Rechtfertigung sogenannter gezielter Tötungen und das Töten bzw. Verletzen von Unbeteiligten bei derartigen Aktionen.

Die Ereignisse, über die der Film berichtet, werden mit Archivaufnahmen und computeranimierten Szenen illustriert. Im Wesentlichen ist der Film in sieben Teile gegliedert:

  • Keine Strategie, nur Taktiken: Hier wird die Rolle beschrieben, die der Shin Bet während des Sechs-Tage-Kriegs und der anschließenden Besetzung des Westjordanlandes, des Gazastreifens, der Golanhöhen und Ost-Jerusalems spielt.
  • Vergiss die Moral: Über die Kav-300-Affäre im Jahre 1984, bei der zwei bereits gefangengenommene palästinensische Entführer von Agenten des Schin Bets ermordet wurden.[2]
  • Des einen Terrorist ist des anderen Freiheitskämpfer: Über den Friedensprozess nach dem Oslo-Abkommen.
  • Unser eigenes Fleisch und Blut: Über jüdischen Terrorismus der Untergrundbewegung des Gusch Emunim und die Ermordung von Jitzhak Rabin durch Jigal Amir.
  • Der Sieg lässt dich leiden: Über Verhandlungen mit den Palästinensern während der Zweiten Intifada.
  • Kollateralschaden: Über die Tötung Jahya Ayyashs und anderer Hamas-Aktivisten und die dabei zu Tode gekommenen Unbeteiligten.
  • Der alte Mann am Ende des Ganges: Über das Infragestellen der eigenen Arbeit und dessen ethischen und strategischen Einfluss auf den Staat Israel.

Hintergrund[Bearbeiten]

Zu den Ko-Produzenten gehören Arte und der NDR.[3][4]

Regisseur Moreh berichtete in Interviews, dass ihn Errol Morris’ Dokumentation The Fog of War: Eleven Lessons from the Life of Robert S. McNamara zu dem Film inspiriert habe.[5][6]

Die Animationen wurden von der französischen Firma Mac Guff geliefert.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Oscars winners and nominees 2013: Complete list. In: Los Angeles Times. 25. Februar 2013, abgerufen am 6. März 2013.
  2. Gideon Levy: The Shin Bet scandal that never died. In: Haaretz. 2. Oktober 2011
  3. The Gatekeepers: Credits
  4. Peter Münch: „Töte zuerst“ auf Arte – Wo keine Kamera hätte sein dürfen. In: Süddeutsche Zeitung. 5. März 2013
  5. Michael Phillips: „Gatekeepers“ director takes on the fog of war. In: Chicago Tribune. 22. Februar 2013
  6. Johanna Adorján: Im Gespräch: Regisseur Dror Moreh: Keine linken pazifistischen Spinner. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 22. Februar 2013
  7. Mac Guff: News: The Gatekeepers