Túpac Yupanqui

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Tupaq (bzw. Thupa) Yupanki

Túpac (Inca) Yupanqui, in peruanischer Schreibung Tupaq Yupanki oder Tupaq Inka Yupanki (auch: Thupa Yupanki, Túpac Yupanqui oder Topa Inca Yupanqui; * in Cuzco; † 1493 in Chinchero), war ein Inka-Herrscher während der Blütezeit des Inkareiches vor der Eroberung Südamerikas durch die Spanier und regierte von 1471 bis 1493.

Hintergrund[Bearbeiten]

Unter der Herrschaft seines Vaters Pachacútec Yupanqui war er ein außergewöhnlicher Kriegsherr und wurde daher Apukispay, Führer der Imperialen Truppen, genannt. Nachdem durch seine Kriegszüge das Reich entscheidend erweitert und gefestigt worden war, verstarb sein Vater, der ein hohes Alter erreicht hatte und Túpac Yupanqui übernahm 1471 als 10. Inka die Herrschaft des Reiches. Unter seiner Führung errang das Inkareich die größte Ausdehnung. Durch Eroberungszüge konnte er das Gebiet zwischen Kitu (Quito) im heutigen Ecuador und Santiago im heutigen Chile dem Reich einverleiben. Er eroberte unter anderem das Königreich des Gran Chimú, einen hoch entwickelten Staat an der Nordküste des heutigen Peru. Darüber hinaus besiegte er in blutigen Kämpfen bei der Ortschaft Guapondelig um das Jahr 1480 die Kañari im heutigen Ecuador. Die maximale Ausdehnung des Reiches umfasste etwa ein Gebiet von 985.000 km². Túpac Yupanqui war mit seiner Schwester Mama Ocllo verheiratet mit der er mehrere Söhne hatte.[1]

Hohe Würdenträger der unterlegenen Stämme wurden während seiner Regierungszeit nach Cuzco berufen und mit wichtigen Verwaltungsfunktionen betraut. Dieser geschickte Schachzug sorgte nicht nur für innere Ruhe, sondern ließ Künstler, Denker und Wissenschaftler ansiedeln. Nach der Ermordung Túpac Yupanquis bestieg sein Sohn Huayna Cápac (1493–1527) den Thron als 11. Inka. Túpac Yupanqui hinterließ seinem Sohn ein gut organisiertes Reich und eine kampfstarke Armee von 300.000 Mann.

Die Floßfahrt zu den Osterinseln[Bearbeiten]

Laut einem Bericht des spanischen Chronisten Pedro Sarmiento de Gamboa sollen die Inkas zu seiner Regierungszeit die Osterinsel mit einer Flotte aus Balsaflößen erreicht haben. Gamboa berichtet von den Erzählungen der Inka in denen es hieß, dass Túpac Yupanqui eines Nachts einen Traum hatte, der ihm die Zukunft zeigte und in dem er ferne unbekannte Inseln mit reichen Schätzen sah. Er gelangte in dieser Vision zum Rand des großen Meeres, dorthin wo der Sonnengott Inti allabendlich in den Fluten versank. Der Inkafürst rief in Trance einen Antarqui an, einen Schamanen, der sich als Vogelmensch in die Lüfte erheben könne und in der Gestalt eines Vogelmenschen erkunden solle, ob es diese Inseln gäbe, ob sie erreichbar wären und wie lange die Fahrt dauern würde. Der Kundschafter sei zurückgekehrt und habe die Visionen des Fürsten und die Berichte der Seefahrer aus dessen Traum bestätigt. Daraufhin habe sich Túpac Yupanqui entschlossen dieses Wagnis einzugehen. Um das Jahr 1480 soll er mit seiner Gefolgschaft die Hauptstadt Cuzco verlassen haben und sich nordwärts auf den Weg durch die Anden zur rund 3000 Kilometer entfernten Pazifikküste begeben haben. Bei Manta seien sie schließlich am Meer angekommen. Zu dieser Zeit brachten die dort lebenden Indios ihre Ernte an Kumara ein und als der Inkafürst an einem ihrer Felder vorbeikam huldigten sie ihm und übergaben ihm einen Teil der Kartoffeln, die er mit auf seine Reise nehmen wollte. Auf diese Weise sei die Süßkartoffel dann in die Südsee gelangt, ebenso wie der Flaschenkürbis, Baumwollsamen und das Wissen um die Bearbeitung von Steinen.[2]

Túpac Yupanqui ließ alle Seefahrer insbesondere jene aus fernen Ländern zu sich bringen. Unter diesen befand sich vermutlich auch ein Mann aus Polynesien. Er berichtete ihm, dass er aus einem Land jenseits des Meeres gekommen sei und dass es auf dem Weg dorthin viele Inseln gäbe. Der Inka lässt den Befehl erteilen zahlreiche Flößen zu bauen. Schon beim folgenden Neumond, sollte die Reise beginnen. Dem Forscher Thor Heyerdahl gelang es im Jahr 1947 mit der Kon-Tiki diese Fahrt nachzustellen und so zu beweisen, dass der Pazifik auch mit einfachen Flößen überquert werden kann.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • José Antonio del Busto Duthurburu: Túpac Yupanqui. (= Colección Forjadores del Perú. Band 11.) Editorial Busto, Peru 1996, ISBN 8-483-89611-7.
  • José Antonio del Busto Duthurburu: Los hijos del sol. Túpac Yupanqui, descubridor de Oceanía. El Comercio, Lima 2011, ISBN 978-6-123-06035-0.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hanns J. Prem: Geschichte Altamerikas. R. Oldenbourg, München 1989, ISBN 3-486-53021-6, S. 73/74. (online)
  2. Terra X: Odyssee zur Osterinsel vom 28. Dezember 2003 auf zdf.de, abgerufen am 19. Mai 2014.
  3. Terra X: Odyssee zur Osterinsel vom 28. Dezember 2003 auf zdf.de, abgerufen am 19. Mai 2014.
Vorgänger Amt Nachfolger
Pachacútec Yupanqui
Pachakutiq Yupanki
Inka von Cuzco
14711493
Huayna Cápac
Wayna Qhapaq