Tübingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Tübingen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Tübingen
Tübingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Tübingen hervorgehoben
48.529.0555555555556341Koordinaten: 48° 31′ N, 9° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Tübingen
Höhe: 341 m ü. NHN
Fläche: 108,12 km²
Einwohner: 84.496 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 782 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 72070–72076
Vorwahlen: 07071
07073 (Unterjesingen)
07472 (Bühl)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 08 4 16 041
Stadtgliederung: 23 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 1
72070 Tübingen
Webpräsenz: www.tuebingen.de
Oberbürgermeister: Boris Palmer (Grüne)
Lage der Stadt Tübingen im Landkreis Tübingen
Landkreis Böblingen Landkreis Calw Landkreis Esslingen Landkreis Freudenstadt Landkreis Reutlingen Landkreis Rottweil Zollernalbkreis Ammerbuch Bodelshausen Dettenhausen Dußlingen Gomaringen Hirrlingen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Mössingen Nehren (Württemberg) Neustetten Ofterdingen Rottenburg am Neckar Rottenburg am Neckar Rottenburg am Neckar Starzach TübingenKarte
Über dieses Bild
Neckarfront mit Hölderlinturm und Stiftskirche
Blick von der Stiftskirche auf den Neckar

Tübingen (im schwäbischen Dialekt Diebenga) ist eine Universitätsstadt im Zentrum Baden-Württembergs. Sie liegt am Neckar rund 30 Kilometer südlich von Stuttgart. Die Stadt ist Sitz des Landkreises Tübingen und des gleichnamigen Regierungsbezirks. Gemeinsam mit der östlichen Nachbarstadt Reutlingen bildet sie eines der 14 Oberzentren des Landes. Seit 1. April 1956 ist Tübingen Große Kreisstadt. Als elftgrößte Stadt Baden-Württembergs hat Tübingen etwa 85.000 Einwohner (Mai 2013) und besitzt von allen Städten Deutschlands den niedrigsten Altersdurchschnitt (39,0 Jahre am 31. Dezember 2011). Tübingen ist hinter Esslingen und Ludwigsburg die drittgrößte Mittelstadt in Baden-Württemberg.

Mit der 1477 gegründeten Eberhard Karls Universität gehört die Stadt zu den klassischen deutschen Universitätsstädten. Das städtische Leben wird dominiert von den etwa 28.700 Studenten (Stand: Wintersemester 2013/2014).[2]

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Blick vom Schloss Hohentübingen auf Tübingen

Tübingen liegt im mittleren Neckartal zwischen Nordschwarzwald und Schwäbischer Alb. In Tübingen mündet der Goldersbach in die Ammer, die wie die Steinlach in den Neckar mündet. Im Zentrum der Stadt liegen der Schlossberg und der Österberg, an den Stadträndern befinden sich unter vielen anderen der Schnarrenberg mit den neuen Universitätskliniken und der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik, der 475 m hohe Spitzberg als Hausberg des Stadtteils Hirschau, der Herrlesberg und die Härten. Der niedrigste Punkt des Tübinger Stadtgebiets befindet sich mit 307 m ü. NN im östlichen Neckartal, der höchste ist der Hornkopf im Schönbuch nördlich des Stadtteils Hagelloch mit 515,2 m Höhe. Im Norden Tübingens beginnt der Naturpark Schönbuch. Die Schwäbische Alb beginnt etwa 20 km weiter südöstlich.

Skulptur am geographischen Mittelpunkt Baden-Württembergs im Stadtgebiet von Tübingen

Geographischer Landesmittelpunkt von Baden-Württemberg[Bearbeiten]

In Tübingen ist in dem kleinen Wald Elysium, unterhalb des Luise-Wetzel-Wegs in der Nähe des Botanischen Gartens auf 48° 32′ 15,9″ N, 9° 2′ 28,21″ O48.537759.041169 der geographische Landesmittelpunkt von Baden-Württemberg nach der Schwerpunkt-Berechnungsmethode. Ein drei Tonnen schwerer, kegelförmiger Stein aus dem Frankenjura symbolisiert diesen Punkt. Er hat eine Neigung von 11,5°, dies soll die Hälfte der Erdneigung darstellen.[3] Etwa 17,9 km nördlich von dieser Stelle befindet sich in Sindelfingen der geographische Landesmittelpunkt nach Mittelungsmethode der jeweiligen Landes-Extrempunkte, der aber nicht gesondert markiert ist, so dass sich in Tübingen der einzige ausgewiesene Landesmittelpunkt Baden-Württembergs befindet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Tübingen, im Uhrzeigersinn von Nordosten beginnend genannt:

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Tübingen ist in 23 Stadtteile eingeteilt, darunter 10 sogenannte äußere Stadtteile. Von den letztgenannten sind acht erst bei der jüngsten Gemeindereform der 1970er Jahre eingegliedert worden und heute zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung. Das heißt, sie haben einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl zu wählenden Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher an der Spitze. Ferner gibt es jeweils eine Verwaltungsstelle. Die beiden bereits 1934 eingemeindeten Stadtteile Derendingen und Lustnau haben je einen Ortsbeirat und eine Geschäftsstelle der Stadtverwaltung. Sie sind in drei bzw. vier statistische Stadtteile untergliedert, die in der nachfolgenden Übersicht dahinter eingerückt genannt sind. Verwaltungs- und Geschäftsstellen sind quasi Rathäuser „vor Ort“, bei denen man die wichtigsten städtischen Angelegenheiten erledigen kann.

Innerhalb einiger Stadtteile gibt es teilweise weitere Stadtviertel, die sich im Laufe der Zeit ergeben haben. Dabei handelt es sich meist um Neubausiedlungen oder Wohngebiete, deren Grenzen durchaus auch fließend sein können. Jeder Stadtteil und deren Untergliederungen tragen für statistische Zwecke eine dreistellige Nummer.[4]

011 Zentrum 6096 03 Derendingen 6489
Stadtgliederung Tübingens
012 Universität 7937   031 Zentrum 1831
013 Wanne 5089   032 Feuerhägle 3525
014 Schönblick/Winkelwiese 3427   032 Mühlenviertel 665
014 Waldhäuser Ost 4379   033 Gartenstadt 468
014 Studentendorf WHO 1730 111 Bebenhausen 328
015 Österberg 1450 121 Pfrondorf 3257
015 Gartenstraße 830 131 Weilheim 1472
016 Au/Unterer Wert 1168 141 Kilchberg 1218
016 Französisches Viertel 2321 151 Bühl 2036
017 Südstadt 9980 161 Hirschau 3224
018 Weststadt 8065 171 Unterjesingen 2567
02 Lustnau 9570 181 Hagelloch 1635
  021 Zentrum 3001
  021 Herrlesberg/Stäudach 2016
  022 Denzenberg 1918
  022 Sand 400
  023 Neuhalde 1244
  026 Aeule 991

Raumordnung[Bearbeiten]

Tübingen liegt im Süden des Verdichtungsraums Stuttgart (Umfang siehe unter Stuttgart). Die Stadt bildet mit der Nachbarstadt Reutlingen das Oberzentrum der Region Neckar-Alb, dem folgende Mittelzentren zugeordnet sind:

Für folgende Städte und Gemeinden des Landkreises übernimmt Tübingen auch die Aufgaben des Mittelbereichs:

Geologie[Bearbeiten]

Luftaufnahme von Tübingen
Nordhang des Österbergs, ein labiler Baugrund

Der oberflächennahe geologische Untergrund Tübingens wird überwiegend von den Gesteinen der Mittleren Keuper (km) gebildet. Auf die steilen Keuperhänge folgen Schichtflächen, die von den Tonsteinen des Schwarzen Jura (Lias α1) gebildet werden. Die Schichtflächen liegen zwischen 440 und 500 m ü. NN und weisen meist eine gering mächtige Löss-Überdeckung auf, die während der Kaltzeiten dort abgelagert wurde.

Folgende Schichtenabfolge ist aufgeschlossen:

  • Lösslehm: Aus dem Lösslehm sind gute Ackerböden entstanden, auf denen, soweit sie nicht besiedelt wurden, Getreide angebaut wird.
  • Schwarzer Jura α: Wichtigster Stufenbildner in Tübingen.
  • Rhätsandstein: Fossilienreicher Sandstein, der auch zu Bauzwecken verwendet wurde.
  • Knollenmergel: Sie bilden die Oberhangbereiche und sind aufgrund ihrer Plastizität ein schlechter Baugrund.
  • Stubensandstein: Dieser Keuper-Sandstein wurde früher als Scheuersand gebrochen und bildet stellenweise ebenso Schichtflächen aus.
  • Untere Bunte Mergel, Kieselsandstein, Obere Bunte Mergel: Sie bilden die unteren Hangbereiche in Tübingen.
  • Schilfsandstein: Der Schilfsandstein kommt zum Beispiel im Bett des Neckars zu Tage. Er bildet den Sockel der Neckarbrücke. Die vom Schilfsandstein bedingte Neckarfurt begünstigte die Gründung Tübingens.
  • Alluviale Schotter: Sie bilden die ebenen Talgründe des Neckars und seiner Nebenbäche Steinlach und Ammer und werden zu Bauzwecken abgebaut. Daher rühren die im Neckartal vorhandenen Baggerseen.

Die von Alluvium, Stubensandstein und Lias α gebildeten Verebnungen haben eine wichtige Bedeutung als stabiler Baugrund und auch für die Anlage große Flächen in Anspruch nehmender Gebäude. Universität und Gewerbe wurden auf der alluvialen Schwemmlandebene angesiedelt. Neue Kliniken, das Neubaugebiet Waldhäuser Ost und die Naturwissenschaftlichen Fakultäten auf der Morgenstelle entstanden auf Stubensandstein und Lias α.

Hinderlich für die Bebauung und deshalb die bauliche Entwicklung hemmend ist der Knollenmergel. So sind beispielsweise der Nordhang des Österbergs sowie der Steinenberg deswegen frei von Bebauung.

Ca. 5 km nördlich von Tübingen befindet sich ein geologischer Lehrpfad am Kirnberg (Schönbuch), bei dem die Keuperschichten auf mehreren Schautafeln erläutert werden.[5] Der Lehrpfad Kirnberg liefert einen guten geologischen Überblick zur Tübinger Geologie.

1831 wurde für den Bau des neuen Anatomiegebäudes (Österbergstraße 3) eine rund 70m tiefe Brunnenbohrung zur Wasserversorgung abgeteuft, die auch wissenschaftlich beschrieben wurde und eine der ältesten geologischen Keuper-Profile von Süddeutschland darstellt.[6]

Klima[Bearbeiten]

Seltener Anblick: Zugefrorener Neckar im Februar 2012

Das Tübinger Klima bewegt sich etwa im Durchschnitt Baden-Württembergs. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 8,7 °C und liegt damit ungefähr in der Mitte zwischen den Werten der klimatisch begünstigten Städte im Rheintal (z. B. Karlsruhe: 10,3 °C) und den kalten Orten auf den Hochflächen (z. B. Villingen-Schwenningen: 6,7 °C). Auch die im langjährigen Mittel gemessene jährliche Niederschlagsmenge von 741 mm liegt etwa im Durchschnitt der Werte anderer Städte in Baden-Württemberg (z. B. Stuttgart: 679 mm / Freiburg im Breisgau: 954 mm).

Der regelmäßig wärmste Monat in Tübingen ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 18 °C, der kälteste der Januar mit einem Durchschnitt von −0,7 °C. Mit mittleren 101 mm fällt der meiste Regen im Juni. Die regenärmsten Monate sind der März und der Dezember mit einem langjährigen Durchschnitt von 39 mm.

Das Stadtklima ist stark durch die zahlreichen Erhebungen geprägt. So ist es im Winter keine Seltenheit, dass die am Neckar gelegenen Stadtteile völlig schneefrei sind, während die Höhenlagen eine geschlossene Schneedecke aufweisen. Auch die Lage der Hänge hat klimatische Auswirkungen. So ist beispielsweise der Südhang des Spitzbergs ausgesprochen warm und artenreich, während die Nordseite wesentlich kälter ist und nur einen Bruchteil der biologischen Vielfalt der Südseite aufweisen kann.

Tübingen (1990-2008)
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
38
 
4
-2
 
 
37
 
6
-1
 
 
49
 
10
2
 
 
46
 
14
4
 
 
75
 
19
9
 
 
91
 
22
12
 
 
88
 
24
14
 
 
69
 
24
13
 
 
61
 
19
10
 
 
64
 
14
6
 
 
52
 
8
2
 
 
45
 
4
-1
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: http://www.weatheronline.de/weather/maps/city?LANG=de&CEL=C&SI=kph&MAPS=over&CONT=dldl&LAND=DL&REGION=0001&WMO=10733&UP=0&R=0&LEVEL=161&NOREGION=1
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Tübingen (1990-2008)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,2 6,3 10,1 14,1 19,0 22,1 24,2 24,3 19,3 14,4 7,8 4,0 Ø 14,2
Min. Temperatur (°C) -1,6 -1,1 1,5 4,2 8,7 11,9 13,6 13,4 9,5 6,1 1,9 -0,8 Ø 5,6
Temperatur (°C) 1,3 2,6 5,8 9,2 13,9 17,0 18,9 18,8 14,4 10,2 4,8 1,6 Ø 9,9
Niederschlag (mm) 37,9 37,2 48,6 46,2 75,1 91,3 88,3 69,3 60,5 63,7 51,7 44,9 Σ 714,7
Sonnenstunden (h/d) 2,6 3,5 4,3 5,6 6,9 7,5 7,3 7,1 5,4 3,8 2,4 2,1 Ø 4,9
Regentage (d) 13,6 12,9 14,6 14,1 14,6 14,6 14,2 13,2 13,2 13,8 15,0 15,0 Σ 168,8
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
4,2
-1,6
6,3
-1,1
10,1
1,5
14,1
4,2
19,0
8,7
22,1
11,9
24,2
13,6
24,3
13,4
19,3
9,5
14,4
6,1
7,8
1,9
4,0
-0,8
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
37,9
37,2
48,6
46,2
75,1
91,3
88,3
69,3
60,5
63,7
51,7
44,9
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Geschichte[Bearbeiten]

Menhir von Weilheim als Kopie nahe dem Fundort des Originals
Tübingen um 1650, umgeben von Weingärten, Kupferstich von Matthäus Merian
Ansicht von Tübingen um 1820, Gouache von O.F. Strodtbeck
Tübingen etwa um 1891–1894

Vorgeschichte und erste urkundliche Erwähnung[Bearbeiten]

Die Region um die Stadt Tübingen ist spätestens seit dem Magdalénien, dem jüngsten Abschnitt des Jungpaläolithikums, von eiszeitlichen Jägern und Sammlern aufgesucht worden. Im Folgenden lässt sich in nahezu alle prähistorischen Epochen die Anwesenheit von Menschen in Form von Werkzeugfunden, Bestattungen, Hausgrundrissen oder Siedlungsresten, z. B. die der Bandkeramischen, der Rössener, der Schnurkeramischen und auch der Großgartacher Kultur, nachweisen.[7] Die Bronzezeit ist in Tübingen u. a. durch den sensationellen Fund des „Menhirs von Weilheim“ vertreten.[8] Aus der älteren Eisenzeit sind auf dem Stadtgebiet Tübingens zahlreiche Grabhügel der Hallstattzeit bekannt, wie etwa der Grabhügel von Tübingen-Kilchberg.[9] Aus der Zeit um 85 n. Chr. stammen Spuren der Römer, die hier den Neckar-Limes errichteten. Im Zusammenhang mit der Belagerung von „castrum twingia“ (Zwingburg) durch König Heinrich IV. wird Schloss Hohentübingen 1078 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Es ist von einer ländlichen Vorgängersiedlung auszugehen, die im Bereich des hochflutsicheren Sattels zwischen Schloss- und Österberg zu verorten ist. Darauf gibt allein schon der Ortsname den Hinweis: der Name des Ortsgründers Tuwo in der Vorsilbe und die Namensendung auf -ing(en) deutet auf Gründung während der Völkerwanderungszeit hin.[10] Die Tübinger Unterstadt hat dort ihren Ursprung. Die Oberstadt entstand erst später als Erweiterung der Burgmannensiedlung unterhalb der Burg.

Mittelalter[Bearbeiten]

Aus dem Jahre 1191 stammt die erste Erwähnung von Kaufleuten, was als Beweis für einen Marktplatz gilt. Mitte des 11. Jahrhunderts gehört das Gebiet um Tübingen den Grafen von Zollern.[11] Stadtrechte werden 1231 zum ersten Mal genannt. Im Jahre 1262 gründete Papst Alexander IV. ein Augustiner-Eremitenkloster, mit einem Franziskanerkloster folgte das zweite Kloster in Tübingen, gegründet mit Unterstützung des Pfalzgrafen Heinrich von Tübingen, genau zehn Jahre später. Um 1300 erhält Tübingen eine Lateinschule, die spätere Schola anatolica. 1342 gelangen Burg und Stadt an die Grafen von Württemberg. Die Stadt wurde kurz darauf Sitz eines Amtes.

Tübingen wird Universitätsstadt[Bearbeiten]

Mit der Verlegung des Sindelfinger Martinsstiftes nach Tübingen 1476 wurde ein Kollegiatstift gegründet, das die wirtschaftlichen und personellen Voraussetzungen für die Gründung einer Universität bot. Die Pfarrkirche St. Georg wurde zur Stiftskirche. Die Gründung der Eberhard Karls Universität erfolgte ein Jahr darauf. Am 8. Juli 1514 wurde der Tübinger Vertrag, der als wichtigstes Verfassungsdokument des Herzogtums Württemberg gilt, geschlossen. Als Ort des Vertragsabschlusses darf Tübingen seither die württembergischen Geweihstangen in seinem Wappen führen. Mit der Einführung der Reformation endete zwischen 1534 und 1535 die Geschichte der Klöster der Stadt. 1535 nahm Leonhart Fuchs einen Ruf an die Universität an, ein Jahr später wurde von Herzog Ulrich von Württemberg als Stipendium für evangelische Theologiestudenten das Evangelische Stift Tübingen gegründet, das 1547 in das ehemalige Augustinereremiten-Kloster einzog.

Dreißigjähriger Krieg[Bearbeiten]

Zwischen 1622 und 1625 besetzte nach der Schlacht bei Wimpfen am 6. Mai die Katholische Liga das evangelische Herzogtum Württemberg. 1629 trat dann das Restitutionsedikt in Kraft. Während des „Kirschenkriegs“ vom 28. Juni bis 11. Juli wurde Tübingen geplündert. Nach der Schlacht bei Nördlingen übergab der Kommandant Johann Georg von Tübingen im September 1634 das von 70 Bürgern besetzte Schloss Hohentübingen kampflos an die kaiserlichen Truppen. Immerhin wurde Tübingen dank des Engagements eines Tübinger Bürgersohns, der als (evangelischer) Rittmeister im Fürstenbergischen Regiment in kaiserlichen Diensten stand, nicht geplündert. Tübingen war anschließend meist von bayerischen Truppen besetzt.

In den Jahren 1635 und 1636 starben 1.485 Menschen in der Stadt an Pest. Zwei Jahre später fiel die Schwedische Armee in Tübingen ein. Kurz vor Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde Schloss Hohentübingen 1647 von den Franzosen belagert (Belagerung von Schloss Hohentübingen). Am 14. März wurde der Südostturm mit Hilfe einer Mine gesprengt. Die bayerische Besatzung gab auf und erhielt ehrenvollen Abzug. Die Franzosen blieben bis 1649 in Tübingen.

18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Katasterplan der Stadt Tübingen aus dem Jahr 1819

Bei einem Stadtbrand wurden 1789 Teile der östlichen Altstadt im Bereich der heutigen Neuen Straße zerstört und dann auf begradigten Grundrissen im klassizistischen Stil wieder aufgebaut. 1798 gründete Johann Friedrich Cotta, der Verleger deutscher Klassiker wie Goethe und Schiller, in Tübingen die Allgemeine Zeitung, die in den folgenden Jahren zur führenden politischen Tageszeitung Deutschlands werden sollte.

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Von 1807 bis 1843 lebte Friedrich Hölderlin in Pflege im Hölderlinturm am Neckar. Ab Anfang des 19. Jahrhunderts wuchs die Stadt erstmals nennenswert über die mittelalterlichen Grenzen hinaus mit der rechtwinkligen Wilhelmsvorstadt an der Neuen Aula und dem (Alten) Botanischen Garten. Im sogenannten Gôgenaufstand von 1831 zogen etwa 60 Handwerksburschen und Weingärtner als Protest gegen Polizeiwillkür durch die Stadt und sangen das Schiller’sche Räuberlied.[12] Die lokale Obrigkeit richtete einen Hilferuf an die offiziell nicht bestehenden und verbotenen Studentenverbindungen, und bewaffnete Studentische Sicherheitswachen wurden gegen die Aufständischen eingesetzt.[13] Beim Tübinger Brotkrawall von 1847 wurde ein aus etwa 150 Studenten bestehendes akademisches Sicherheits-Corps der Universität Tübingen unter der Führung von Carl Heinrich Ludwig Hoffmann aus den Arsenalen der Universität bewaffnet. Das Sicherheitscorps beendete die Unruhen, indem es entschlossen gegen die sozialen Interessen der armen Bevölkerungsschichten antrat.[14][15]

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Das Württembergische Infanterie-Regiment Nr.180 inspiziert während des Ersten Weltkriegs einen Fliegerbombenschaden in der Tübinger Hirschgasse

Ab 1873 ist Tübingen Militärstandort, südlich der Stadt wird eine Infanterie-Kaserne eingerichtet, in der das 10. Württembergische Infanterieregiment Nr. 180 stationiert wird. Im Jahr 1938 erhält die Kaserne den Namen Thiepval-Kaserne, benannt nach dem in der französischen Provinz Picardie gelegenen Weiler Thiepval, wo während der Sommeschlacht im September 1916 Soldaten dieses Regimentes kämpften. Eine Tafel an der Kasernenmauer erinnert daran. Bei einem französischen Luftangriff im Ersten Weltkrieg wurden 16 Häuser beschädigt. Von 1914 bis 1916 wird eine zweite Kaserne errichtet, die zunächst als Neue Kaserne bezeichnet wird und ebenfalls 1938 zur Erinnerung an die Lorettoschlacht den Namen Loretto-Kaserne erhält. 1935 wird eine dritte Kaserne eröffnet, die 1938 von Burgholzkaserne in Hindenburg-Kaserne umbenannt wird.

Durch die Deutsche Gemeindeordnung wurde Tübingen 1935 zum Stadtkreis erklärt, blieb aber innerhalb des Landkreises Tübingen, dessen Gebiet 1938 erheblich vergrößert wurde. 1933 bis 1943 bestand in Tübingen eine Außendienststelle der Gestapo.[16] Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge in der Gartenstraße 35–37 von SA-Männern niedergebrannt. An 14 jüdische Opfer der Shoa erinnert heute ein Gedenkstein auf dem Jüdischen Friedhof nördlich der B 28 Richtung Wankheim. Der jüdischen Opfer der NS-Diktatur wird auch an der Mauer zur Stiftskirchenseite auf dem Holzmarkt seit 1983 mit einer Gedenktafel gedacht,[17] ebenso seit 2000 mit dem Denkmal Synagogenplatz an der Gartenstraße.

Am 19. April 1945 endete für Tübingen der Zweite Weltkrieg. Drei Luftangriffe hatten 82 Häuser völlig zerstört, 104 schwer und 607 leicht beschädigt.[18] Durch die Initiative des Standortarztes Theodor Dobler wurde die Stadt kampflos an die französischen Truppen übergeben. 1946 wurde Tübingen Hauptstadt des Landes – ab 1949: BundeslandesWürttemberg-Hohenzollern, bis dieses im neuen Land Baden-Württemberg aufging. Die Stadt wurde „unmittelbare Kreisstadt“. 1952 wurde Tübingen Sitz des Regierungsbezirks Südwürttemberg-Hohenzollern, der bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 in den Regierungsbezirk Tübingen überführt wurde. 1956 erhielt Tübingen die Bezeichnung Große Kreisstadt. 1965 wurde Tübingen mit dem Europapreis für hervorragende Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken ausgezeichnet. Durch die Eingliederung von acht Gemeinden erreichte das Stadtgebiet zwischen 1971 und 1974 seine heutige Ausdehnung. Bei der 1973 durchgeführten Kreisreform erhielt der Landkreis Tübingen ebenfalls seine heutige Ausdehnung.

La Place de Tübingen-Reutlingen, ehemaliges Zentrum der französischen Garnisonsstadt
Als Hauswand verbauter Rest der ehemaligen Stadtmauer nahe dem Haagtor

Bis in die 1990er Jahre blieb Tübingen französische Garnisonsstadt. Die französischen Soldaten prägten das Stadtbild mit. Außer den drei Tübinger Kasernen nutzte die französische Garnison zahlreiche Wohngebäude, insbesondere in der Südstadt.

Geschichte der Stadtteile bzw. Ortschaften und Wohnplätze[Bearbeiten]

Die Orte, die als Folge der Eingemeindung in den 1970er Jahren eine Ortschaftsverfassung mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher haben, werden als Ortschaft bezeichnet, sind aber laut Hauptsatzung der Stadt ebenso Stadtteile wie die früher eingemeindeten Stadtteile. Ferner gibt es noch einen Wohnplatz, der nie eine selbständige Gemeinde war.

  • Ammern (Wohnplatz) wurde um 1120 als „Ambra“ erstmals erwähnt. Durch diverse Schenkungen der Pfalzgrafen von Tübingen kam der Ort im 12. Jahrhundert an das Kloster Obermarchtal, das ab 1303 bereits die Vogtei innehatte. Danach verschwand das Dorf allmählich. Die verbliebenen Güter kamen mit Obermachtal 1803 an die Fürsten von Thurn und Taxis und ab 1806 unter württembergische Verwaltung. 1852 wurde Ammern Besitz des königlichen Hauses Württemberg und gehörte politisch zur Gemeinde Derendingen, mit der es 1934 nach Tübingen eingemeindet wurde. 1935 wurde die Teilgemeinde Ammern und 1978 die Markung Ammern aufgelöst.
  • Bebenhausen (Ortschaft) wurde 1185 als „Bebenhusin“ erstmals erwähnt, doch ist die Siedlung bereits älter. Die Pfalzgrafen von Tübingen stifteten ein Kloster, das zunächst von Prämonstratensern besiedelt war. 1190 folgten Zisterzienser aus Schönau bei Heidelberg. Spätestens ab 1204 war das Kloster reichsunmittelbar. Erst Ende des 14. Jahrhunderts gelangte es unter die Herrschaft Württembergs. 1534 wurde es nach Einführung der Reformation aufgelöst. Die Güter des Klosters und der zugehörige Ort wurden durch württembergische Vögte im Klosteramt Bebenhausen verwaltet. 1759 wurde dieses zum Oberamt erhoben und dessen Sitz nach Lustnau verlegt. Ab 1807 gehörte Bebenhausen zum Oberamt Tübingen.
  • Bühl (Ortschaft) wurde um 1100 als „de Buhile“ erstmals erwähnt. Um 1120 werden Edelfreie von Bühl genannt. Im 12. Jahrhundert gelangte der Ort an die Grafen von Hohenberg. Ab 1292 war Bühl als Lehen an Amman von Rottenburg vergeben, die es bis 1502 innehatten. Dann wurde es aufgeteilt. Unter anderen waren die Herren von Ehingen zu Kilchberg und die Herren von Stein zum Rechtenstein die Besitzer. Letztere bauten ab 1550 das Schloss. Die Oberhoheit über Bühl oblag bei Österreich. Das Lehen wurden mehrmals eingezogen und wieder verpfändet. 1805 kam Bühl an Württemberg und wurde dem Oberamt Rottenburg zugeordnet. Bei dessen Auflösung 1938 kam Bühl zum Landkreis Tübingen.
  • Derendingen (Stadtteil) wurde um 1089 als „Taredingin“ erstmals erwähnt. Die Herren von Derendingen waren Dienstleute der Grafen von Achalm, welche die Hälfte des Ortes an das Kloster Zwiefalten verkauften. Über die andere Hälfte herrschten im 13. Jahrhundert Dienstleute der Pfalzgrafen von Tübingen, die ihren Anteil 1342 an Württemberg veräußerten. Doch konnte das Kloster Zwiefalten seinen Anteil am Dorf später noch ausbauen. 1750 vertauschte das Kloster Zwiefalten seinen Besitz mit Württemberg, so dass ganz Derendingen württembergisch war. Der württembergische Teil gehörte stets zum Amt bzw. Oberamt Tübingen.
  • Hagelloch (Ortschaft) wurde 1106 als „Hagunloch“ erstmals erwähnt. Über mehrere Herrschaften gelangte der Ort 1296 durch Verkauf an das Kloster Bebenhausen, mit dem er 1534 an Württemberg kam. Bis 1807 verblieb Hagelloch unter der Verwaltung des Klosteramts Bebenhausen und kam dann zum Oberamt Tübingen.
  • Hirschau (Ortschaft) wurde um 1204 als „Hizroune“ erstmals erwähnt. Über mehrere Herrschaften kam der Ort unter hohenbergisches Lehen und ab 1381 an Österreich. Ab 1621 war Hirschau wieder an die Freiherren von Hohenverg, ab 1733 an die Herren von Raßler verpfändet (bis 1762). Nach dem Übergang an Württemberg 1805 wurde Hirschau 1807 dem Oberamt Rottenburg zugeteilt und kam bei dessen Auflösung 1938 zum Landkreis Tübingen.
  • Kilchberg (Ortschaft) wurde im 12. Jahrhundert als „Kiliberc“ erstmals erwähnt. Der Ortsadel waren Dienstleute der Pfalzgrafen von Tübingen. Ab 1429 kam der Ort an die Herren von Ehingen zu Hohenentringen, doch war ein Achtel des Ortes bereits seit 1389 württembergisch. Die Ehinger erbauten das Schloss. Im 17. Jahrhundert wurde der Ort auf verschiedene Herrschaften aufgeteilt, unter anderem an Leutrum von Ertingen. 1805 kam Kilchberg an Württemberg und wurde dem Oberamt Tübingen zugeordnet.
  • Lustnau (Stadtteil) wurde um 1120 als „Lustnow“ erstmals erwähnt. Der Ort wurde von pfalzgräflichen Ministerialen derer von Lustnau beherrscht. Doch gelangte das Dorf nach und nach an das Kloster Bebenhausen, das hier einen Pfleghof errichtete. Nach Aufhebung des Klosters war Lustnau Sitz des Klosteramtes Bebenhausen, das erst 1807 aufgelöst wurde. Seither gehörte der Ort zum Oberamt Tübingen. Durch große Bautätigkeiten erweiterte sich das Dorf ab etwa 1930 in Richtung Tübingen, so dass der Ort heute mit der Kernstadt verwachsen ist.
  • Pfrondorf (Ortschaft) wurde um 1200 als „Prundorf“ erstmals erwähnt. Zunächst bei den Pfalzgrafen von Tübingen, gelangte der Ort an die Herren von Lustnau und schließlich um 1400 an das Kloster Bebenhausen, zu dessen Klosteramt der Ort gehörte. 1807 kam Pfrondorf zum Oberamt Tübingen.
  • Unterjesingen (Ortschaft) wurde Ende des 11. Jahrhunderts als „Yesingen“ erstmals erwähnt. Nach dem Ort benannte sich ab 1299 Marschälle von Jesingen. Das Dorf gehörte zur Burg Roseck, die im Besitz der Herren von Ow war und 1410 an das Kloster Bebenhausen gelangte. Dorf und Burg wurden somit württembergisch und gehörten zum Klosteramt Bebenhausen. 1807 kam Jesingen zum Oberamt Tübingen und 1810 zum Oberamt Herrenberg. Zur Unterscheidung zum benachbarten Ort Oberjesingen wurde die Vorsilbe Unter- beigefügt, so dass der Ort seither Unterjesingen genannt wird. Bei der Auflösung des Oberamtes Herrenberg 1938 kam Unterjesingen zum Landkreis Tübingen.
  • Waldhausen (Stadtteil) wurde um 1100 erstmals erwähnt. Um 1270 kam der Ort an das Kloster Bebenhausen und ab 1534 zum Klosteramt Bebenhausen. 1807 kam der Ort zum Oberamt Tübingen, blieb aber stets ein Teil der politischen Gemeinde Bebenhausen. 1934 wurde der Ort nach Tübingen umgemeindet. 1967 wurde die Gemarkung Waldhausen aufgehoben. In den 1970er Jahren entstand unweit des Weilers Waldhausen ein neues Wohngebiet „Waldhäuser Ost (WHO)“, das heute mit der Kernstadt Tübingen zusammengewachsen ist.
  • Weilheim (Ortschaft) wurde um 1100 als „Wilon“ erstmals erwähnt. Nach dem Ort benannten sich ab 1271 Ministeriale der Pfalzgrafen von Tübingen. 1342 kam der Ort mit Tübingen an Württemberg und war ab 1500 dem Amt bzw. späteren Oberamt Tübingen zugeteilt.

Religionen[Bearbeiten]

Christentum[Bearbeiten]

Tübingen gehörte zunächst zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat „vor dem Wald“ (Kapitel Sülchen) zugeordnet. Infolge der Zugehörigkeit zum Herzogtum Württemberg wurde hier, wie im übrigen Württemberg, ab 1535 die Reformation eingeführt. Die in der Stadt tätigen Reformatoren waren Ambrosius Blarer und Balthasar Keuffelin. Danach war Tübingen über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. 1559 trat die große Kirchenordnung in Kraft. Tübingen wurde auch bald Sitz eines Dekanats (siehe Kirchenbezirk Tübingen) innerhalb der Württembergischen Landeskirche, das zunächst zur Generalsuperintendentur Bebenhausen gehörte. Ab 1692 gab es ein Dekanat Lustnau. 1806 wurde Tübingen Sitz einer eigenen Generalsuperintendentur. Seit 1911 gehört das Dekanat Tübingen zur Prälatur Reutlingen.

Die evangelische Hauptkirche Tübingens ist die Stiftskirche, die wohl aus einer um 1188 erwähnten Kapelle hervorging. Die St. Georg, später St. Georg und Maria geweihte Kirche wurde 1476 zur Stiftskirche erhoben, nachdem das Chorherrenstift Sindelfingen an die Tübinger Pfarrkirche übertragen worden war. Die heutige Kirche wurde ab 1470 errichtet. Der Turm stammt von der Vorgängerkirche. Die zweite alte Kirche der Stadt ist die 1337 erstmals erwähnte Jakobuskirche. Auch sie war ursprünglich eine Kapelle, die nach der Reformation mit dem Spital verbunden wurde. Die im Kern romanische Kirche wurde im 16. Jahrhundert gotisch umgestaltet. An ihr wurde 1910 eine Pfarrei errichtet. Weitere evangelische Kirchen sind die Eberhardkirche aus dem Jahr 1911 (Pfarrei ab 1911), die Martinskirche von 1955 (Pfarrei ab 1957), die Stephanuskirche von 1968 (Pfarrei ab 1965), die Albert-Schweitzer-Kirche und die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, die zwischen 1983 und 1985 erbaut wurde. Diese sieben Kirchengemeinden der Kernstadt Tübingen bilden die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Tübingen.

Das Wilhelmsstift und die katholische Pfarrkirche St. Johannes, vom Turm der Stiftskirche aus gesehen
Die Albert-Schweitzer-Kirche

Aus dem im 13. Jahrhundert gegründeten Augustinerkloster ging nach der Reformation das Evangelische Stift hervor. Das um 1272 gegründete Franziskanerkloster wurde nach der Reformation in das Collegium Illustre umgewandelt. Hier zog 1817 das katholische theologische Seminar aus Ellwangen ein. Seither wird es als Wilhelmsstift bezeichnet.

Mit Ausnahme von Bühl und Hirschau wurde in den Stadtteilen Tübingens infolge der überwiegenden Zugehörigkeit zu Württemberg ebenfalls die Reformation eingeführt. Daher gibt es dort bis heute meist auch eine evangelische Kirchengemeinde oder zumindest eine evangelische Kirche. Derendingen hatte bereits um 1189 eine Kapelle. Die heutige Kirche wurde 1514 erbaut. Die evangelische Kirche Hagelloch wurde 1904 im neoromanischen Stil erbaut. Eine Pfarrei gab es in Hagelloch jedoch bereits seit 1545. In Kilchberg wurde die Reformation durch Georg von Ehingen eingeführt. Die Pfarrkirche in Kilchberg hat verschiedene Bauphasen. Der älteste Teil ist wohl romanisch. Zur Gemeinde Kilchberg gehören auch die Protestanten in Bühl. Die Kirche St. Martin in Lustnau wurde Ende des 15. Jahrhunderts erbaut, doch gab es bereits im 12. Jahrhundert eine Kirche und Pfarrei. Von der Pfarrei Lustnau wird auch die Kirchengemeinde Bebenhausen betreut. Doch hat die Gemeinde mit der ehemaligen Klosterkirche auch eine eigene Kirche. Pfrondorf war zunächst eine Filiale von Lustnau. 1833 erhielt der Ort eine eigene Pfarrei und auch eine eigene Kirche. Unterjesingen hatte schon im 11. Jahrhundert eine Pfarrei und eine der Hl. Barbara geweihte Kirche aus dem 14. Jahrhundert. Die heutige Kirche wurde 1470 bis 1494 erbaut. In Weilheim gab es eine dem Hl. Nikomedes geweihte Kirche. Die heutige Kirche wurde 1499 bis 1521 im spätgotischen Stil erbaut. Zur Gemeinde gehören auch die Protestanten aus Hirschau. Alle genannten Kirchengemeinden gehören ebenfalls zum Dekanat Tübingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Bereits 1750 errichtete das Kloster Marchtal im Weiler Ammern eine katholische Gemeinde, die 1806 aufgehoben wurde, als die katholische Stadtkirchengemeinde Tübingen gegründet wurde. Die Gottesdienste wurden zunächst in der Jakobuskirche – der ehemaligen Spitalkirche – gehalten. Der Direktor des Wilhelmsstifts war ab 1817 zugleich katholischer Stadtpfarrer. 1818 konnte die Gemeinde ihr eigenes Gotteshaus, die Kirche St. Wilhelm in der Nähe des Wilhelmsstifts bauen. Die 1806 gegründete Gemeinde gehörte zunächst noch zum Bistum Konstanz, dann ab 1808 zum Generalvikariat Ellwangen und ab 1821 zum neu gegründeten Bistum Rottenburg (heute Diözese Rottenburg-Stuttgart). Die heutige Tübinger Pfarrkirche St. Johannes Evangelist wurde 1875 bis 1878 erbaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden weitere katholische Gemeinden und Kirchen in Tübingen und zwar St. Michael (1949, Pfarrei ab 1958) und St. Paulus (1974, Pfarrei ab 1975). Ein Klinikkirche wurde 1961 gebaut, wo eine Pfarrei bereits 1896 errichtet worden war. Das Hochschulpfarramt wurde 1933 errichtet. Zur Gemeinde St. Johannes Evangelist gehören auch die Katholiken aus Hagelloch und Unterjesingen. Die Katholiken aus Weilheim werden von der Gemeinde St. Michael betreut.

Im Stadtteil Bühl wurde 1275 eine Kirche und Pfarrei genannt. Da Bühl über verschiedene Herrschaften schließlich unter die Oberhoheit Österreichs gelangte, blieb der Ort katholisch. Dennoch wurde durch Georg von Ehingen und David von Stein im 16. Jahrhundert vorübergehend die Reformation eingeführt, doch 1609 wieder rückgängig gemacht. Die heutige Pfarrkirche St. Pankratius in Brühl wurde 1902 erbaut, der Turm stammt noch vom Vorgängerbau 1599. Zur Gemeinde gehören auch die Katholiken aus Kilchberg. Die Einwohner aus Hirschau gehörten zunächst zur Pfarrei Sülchen bei Rottenburg, teilweise auch zu Wurmlingen. 1461 wurde die Kapelle St. Ägidius in Hirschau zur Pfarrei erhoben. Die heutige Kirche St. Ägidius ist im Kern gotisch, wurde aber zwischen 1851 und 1852 überwiegend neu erbaut. In Lustnau wurde 1956 die Kirche St. Petrus erbaut und 1961 zur Pfarrei erhoben. Dazu gehören auch die Katholiken aus Pfrondorf. Alle katholischen Kirchengemeinden im Tübinger Stadtgebiet gehören heute zum Dekanat Rottenburg des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Tübingen auch eine Griechisch-orthodoxe Gemeinde sowie Freikirchen, darunter die Evangelisch-methodistische Kirche (Friedenskirche), eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten – Kreuzkirche), die TOS-Gemeinde Tübingen, eine Freie Christliche Gemeinde, eine Selbständige Evangelisch-Lutherische Gemeinde (Philippus-Gemeinde), eine Adventgemeinde (Siebenten-Tags-Adventisten) und eine Freikirchliche Pfingstgemeinde (Arche). Auch die Neuapostolische Kirche, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und die Christengemeinschaft sind in Tübingen vertreten.

Islam[Bearbeiten]

Es existieren drei Moscheen in Tübingen:

  • die IGMG in der Reutlinger Straße
  • die Moschee im Türkischen Verein im Stadtgraben
  • das Islamische Kultur- und Begegnungszentrum im Philosophenweg auf der Wanne

Seit dem Wintersemester 2011/2012 besteht das Zentrum für Islamische Theologie, das zur Universität Tübingen gehört.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

In die Stadt Tübingen wurden folgende Gemeinden und Gemarkungen eingegliedert:

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Siehe auch Einwohnerentwicklung von Tübingen

Im Mittelalter und der frühen Neuzeit hatte Tübingen wenige tausend Einwohner. Die Bevölkerung wuchs langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. So forderten Pestepidemien 1348 und während des Dreißigjährigen Krieges in den Jahren 1634 und 1635 zahlreiche Todesopfer. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1818 erst 7.500 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits 15.000. Bis 1939 verdoppelte sich die Einwohnerzahl auf 30.000. Durch die Eingemeindung von acht kleineren Nachbargemeinden Anfang der 1970er Jahre wuchs die Bevölkerung von 55.000 im Jahre 1970 auf 70.000 im Jahre 1973. Am 31. Dezember 2008 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Tübingen nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg 85.344.[19] Seit 2009 wird auch in Tübingen eine Zweitwohnungsteuer erhoben. Der Steuersatz beträgt seit dem Jahr 2012 10 % der Jahreskaltmiete.[20] Innerhalb eines Jahres hat sich deshalb die Zahl der Personen mit Hauptwohnung um ca. 3000 Personen erhöht. OB Boris Palmer (GRÜNE) strebt mittelfristig eine Einwohnerzahl von 100 000 an. Nachdem sich durch ZENSUS 2011 die Einwohnerzahl Tübingens um 6,5 Prozent auf rd. 85.000 verringert hat, dürfte dieses Ziel in naher Zukunft schwer zu erreichen sein. Zu diesem Zweck verfolgt die Stadt die Politik, Baulücken zu schließen. Sie will damit auch einer immer stärkeren Zersiedelung entgegenwirken. karte.immobilien-kompass.de

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Tübinger Rathaus am Marktplatz (Mai 2008)

In Tübingen ist seit etwa 1300 ein Rat und ein Gericht nachweisbar, wobei der Rat das Gericht einschloss. Beide Gremien vertraten die Bürgerschaft gegenüber der Herrschaft. Nach dem Übergang an Württemberg gab es zunächst nur ein Gericht. Ein Rat wurde erst wieder 1477 eingerichtet, doch hatte er völlig andere Aufgaben. Im 16. Jahrhundert wurden beide Gremien auch als „Magistrat“ bezeichnet.

Ursprünglich war es die Aufgabe der jeweils bis zu zwei gleichzeitig amtierenden Bürgermeister, die Steuern einzuziehen und das städtische Rechnungswesen zu führen, das städtische Bauwesen zu beaufsichtigen, sowie den Verlauf der Ammer außerhalb der Stadt unter Kontrolle zu halten. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts wuchsen die Aufgaben und die Bedeutung der Bürgermeister stetig an. Ihre Zahl erhöhte sich um 1600 auf vier. Das entsprach einem Viertel des Tübinger Gerichtspersonals. Sie waren auf Lebzeiten im Amt, aber es führten nur jeweils die zwei „rechnenden Bürgermeister“ die Amtsgeschäfte. Als Landschafts-Abgeordnete spielten die Bürgermeister darüber hinaus in der Landespolitik eine wichtige Rolle.[21][22]

Im 16. Jahrhundert standen dem Amtsbürgermeister nur 30 fl. Fixum zu. Vom Steuereinzug empfing er zusätzlich 25 Pfund Heller und von der Frucht-Verwaltung 5 Pfund Heller. Am 24. Dezember 1674 entschied Herzog Wilhelm Ludwig, der Amtsbürgermeister solle in Zukunft 50 fl. aus der Stadtkasse beziehen, die andern Gerichts-Verwandten und Bürgermeister aber 24 fl. jährlich. Dafür musste die Stadt aber 12 Geldgulden als Taxe zur fürstlichen Kanzlei zahlen. Der Amtsbürgermeister erhielt laut fürstlicher Resolution von 1710 außer dem Wartgeld und dem gesetzlichen Zählgeld jährlich eine fixe Besoldung von 150 fl. Er durfte auch seit 1749 das Zwingergärtchen am Schmiedtor nutzen.[23]

Mit der Einführung der württembergischen Gemeindeverfassung 1819 gab es keinen Unterschied mehr zwischen Gericht und Rat. Das Gremium wurde nunmehr als Stadtrat bezeichnet. Das Stadtoberhaupt hieß zunächst Oberbürgermeister, ab 1823 Stadtschultheiß und ab 1903 erneut Oberbürgermeister. Dieser wird heute von den Bürgern für eine Amtszeit von acht Jahren direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats und Leiter der Verwaltung. Seine allgemeinen Stellvertreter sind der Erste Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung „Erster Bürgermeister“ sowie der Zweite Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung „Bürgermeister“.

Bei der Wahl des Oberbürgermeisters am 22. Oktober 2006 wurde bei einer Wahlbeteiligung von 51,6 % Boris Palmer (Bündnis 90/Die Grünen) mit 50,4 % der Stimmen im ersten Wahlgang zum neuen Oberbürgermeister gewählt und setzte sich dabei unter anderem gegen die Amtsinhaberin Brigitte Russ-Scherer (SPD, 30,2 %) und Hans-Jörg Stemmler (CDU, 11,9 %) durch.[24] Er hat sein Amt am 11. Januar 2007 angetreten.

Bei der Wahl des Oberbürgermeisters am 19. Oktober 2014 wurde bei einer Wahlbeteiligung von 55,0 % Boris Palmer (Bündnis 90/Die Grünen) mit 61,7 % der Stimmen im ersten Wahlgang im Amt bestätigt. Die von CDU und FDP unterstütze Herausforderin Beatrice Soltys kam auf 33,2 %.[25]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus dem Oberbürgermeister als Vorsitzendem und 40 ehrenamtlich tätigen Stadträtinnen und Stadträten. Das Gremium legt die Ziele und die Rahmenbedingungen des kommunalpolitischen Handelns fest und entscheidet über alle wichtigen Gemeindeangelegenheiten, soweit nicht der Oberbürgermeister Kraft Gesetzes zuständig ist oder ihm der Gemeinderat bestimmte Aufgaben übertragen hat.

Der Gemeinderat wird alle fünf Jahre direkt gewählt. Die letzte Kommunalwahl war am 25. Mai 2014.[51]

Zusammensetzung des Gemeinderats (40 Sitze) seit der Wahl vom 25. Mai 2014
Gruppierung Sitze
AL/GRÜNE 12
CDU 8
SPD 7
Tübinger Liste e.V. 5
TÜL/Die Linke 4
FDP 2
PIRATEN 1
Die PARTEI/Stammtisch "Unser Huhn" 1

Jugendgemeinderat[Bearbeiten]

Im Jahr 1999 wurde zum ersten Mal der Tübinger Jugendgemeinderat gewählt. Er besteht aus 24 Mitgliedern und wird alle zwei Jahre von allen 13- bis 18-Jährigen im Tübinger Stadtgebiet gewählt. Mitglieder dürfen zum Wahlzeitpunkt nicht älter als 18 Jahre sein. Wie andere Jugendgemeinderäte arbeitet er mit dem Oberbürgermeister zusammen. Eine Besonderheit des Jugendgemeinderat ist, dass er neben einem Rede- und Anhörungsrecht auch über ein Antragsrecht im Gemeinderat verfügt. Seit 2002 wird jährlich der Lilli-Zapf-Jugendpreis vom Jugendgemeinderat zusammen mit dem Verein Courage e. V. im Bereich Zivilcourage und Soziales verliehen.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt Tübingen zeigt in Gold an drei roten Trageringen die dreilatzige rote Fahne der Pfalzgrafen. Auf dem Schild zwei schräg gekreuzte, mit roten, golden geschlitzten Puffärmeln bekleidete Männerarme, die zwei mit Spitzen aufwärts zeigende Hirschstangen halten. Die Stadtflagge ist rot-gelb.

Das älteste Siegel der Stadt stammt aus dem Jahr 1272 und zeigt bereits die Fahne der Pfalzgrafen, die auch in den Wappen von Böblingen und Herrenberg abgebildet ist. Auch nachdem die Stadt württembergisch wurde, blieb das Wappensymbol erhalten. Doch verlieh Herzog Ulrich von Württemberg am 18. August 1514 als besonderes Ehrenzeichen für die Treue der Stadt beim Aufstand des Armen Konrad das so genannte Oberwappen, die Hirschstangen mit den beiden Landsknechtarmen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Tübingen unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Auch einige Stadtteile von Tübingen haben Partnergemeinden:

Panorama von der Stiftskirche

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Tübinger Marktplatz

Die Wirtschaft Tübingens ist stark vom öffentlichen Dienst geprägt. Größte Arbeitgeber sind die Universität und das Klinikum mit zusammen über 12.000 Beschäftigten. Dazu kommen noch rund 30 Behörden mit etwa 2.500 Arbeitsplätzen. Insgesamt arbeiten circa 40.400 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Tübingen. Dazu kommen noch die in Tübingen beschäftigten Beamten und Selbstständigen. Fast 24.000 der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten pendeln nach Tübingen ein, etwa 10.000 Tübinger arbeiten auswärts. Bei der Agentur für Arbeit waren in den letzten zehn Jahren bis zu 2.843 Bürger arbeitslos gemeldet, darunter etwa ein Drittel länger als zwölf Monate. Aktuell (2014) liegt die Zahl der Arbeitslosen auf einem absoluten Tiefststand (ca. 1.400).[56]

Industrie[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu vielen anderen Städten Württembergs war Tübingen nie ein namhafter Industriestandort. Seit dem allgemeinen Rückgang des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland verfügt die Stadt heute nur noch über einen größeren industriellen Arbeitgeber, die Walter AG. Daneben gibt es eine Reihe von kleineren Unternehmen im Maschinenbau, in der Medizintechnik und der Textilbranche. Ausgehend von den Forschungsinstituten der Universität kamen in den letzten Jahren einige Unternehmen in den Bereichen Informations-, Bio- und Nanotechnologie hinzu. Viele alteingesessene Handwerksbetriebe haben sich in der Weststadt im Handwerkerpark zusammengeschlossen.[57].

Bis in die 1990er Jahre hinein bestanden noch drei weitere größere Industrieunternehmen in Tübingen, die zusammen mehrere tausend Arbeitnehmer beschäftigen. Namentlich waren dies die Württembergische Frottierweberei Lustnau (Insolvenz 1992), der Haushaltsgerätehersteller Zanker (Auflösung 1993) und die Beka-Werke, in denen bis 1999 Küchenartikel hergestellt wurden. Aber auch in der Blütezeit des verarbeitenden Gewerbes erreichte der Industriestandort Tübinger niemals die Größe und Bedeutung anderer Standorte in der Region. Die historisch geringe Industrialisierung Tübingens und die damit einhergehende geringe Bedeutung Tübingers für die Rüstungsproduktion im Zweiten Weltkrieg war mit ein Grund, warum die Stadt von alliierten Luftangriffen weitgehend verschont blieb.

Verkehr[Bearbeiten]

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

ÖPNV[Bearbeiten]
Hauptartikel: Nahverkehr in Tübingen

Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wird durch den Stadtverkehr Tübingen (SVT), einen Betriebszweig der Stadtwerke Tübingen GmbH, organisiert. Die einzelnen Stadtbuslinien werden ausgeschrieben und für einen bestimmten Zeitraum an ein Busunternehmen vergeben. In den Nächten von Donnerstag auf Freitag, von Freitag auf Samstag sowie von Samstag auf Sonntag verkehren Nachtbusse. Der Nahverkehr ist in den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) eingebunden. Für Studenten der Eberhard Karls Universität wird ein Semesterticket angeboten, das im gesamten NALDO-Netz gültig ist.

Eisenbahn[Bearbeiten]
Tübinger Hauptbahnhof

Der Tübinger Hauptbahnhof ist ein Eisenbahnknotenpunkt mehrerer Bahnen. Auf der Neckar-Alb-Bahn von Stuttgart über Plochingen und Reutlingen nach Tübingen fährt neben RB nach Wendlingen (Fahrzeit ca. 40 Min.) ein RE nach Stuttgart (Fahrzeit ca. 61 Min., in Plochingen Anschluss an die Filstalbahn nach Ulm-(München)), sowie stündlich die Nagoldtalbahn nach Pforzheim (über Nagold, Calw – Fahrzeit ca. 74 Min.) und ein zweistündlicher IRE mit nur einem Halt in Reutlingen (Fahrzeit ca. 45 Min.) nach Stuttgart Hbf und stellt dort Verbindung zum Fernverkehr her. Werktäglich verkehrt auf dieser Strecke darüber hinaus seit 2009 versuchsweise ein Intercity-Zugpaar durchgehend nach Köln und Berlin bzw. von Düsseldorf. Im Zuge des Großprojektes Stuttgart 21 soll eine direktere Linienführung über den Flughafen ohne den Umweg über Plochingen zu einer deutlichen Verbesserung der Anbindung nach Stuttgart sowie zum Fernverkehr führen. Von Tübingen aus verkehren außerdem die Obere Neckarbahn nach Horb (dort Anschluss an die Gäubahn Stuttgart-Singen(-Zürich)), die Ammertalbahn nach Herrenberg (die in Herrenberg den Anschluss an die S-Bahnlinie 1 über Böblingen nach Stuttgart und dann weiter an die Teckbahn nach Kirchheim/Teck herstellt, Fahrzeit nach Stuttgart Hbf 72 Min.) sowie die Zollernalbbahn über Sigmaringen nach Aulendorf.

Weitere Bahnanlagen im Stadtgebiet Tübingen sind die von der DB betriebenen Haltepunkte Tübingen-Lustnau an der Neckar-Alb-Bahn, Tübingen-Derendingen an der Zollernalbbahn sowie Tübingen West, Unterjesingen Mitte und Unterjesingen Sandäcker an der von einem kommunalen Zweckverband betriebenen Ammertalbahn.

Seit dem 13. Dezember 2009 hat Tübingen einen Fernverkehrsanschluss. Ein täglich verkehrender Intercity verbindet Tübingen mit Stuttgart, Mannheim, Köln und Düsseldorf, an bestimmten Tagen auch mit Berlin.[58]

Regionalstadtbahn[Bearbeiten]

Seit einigen Jahren wird die Einrichtung einer Regionalstadtbahn Neckar-Alb nach dem Karlsruher Modell geplant. Hierzu soll insbesondere eine Stadtbahnstrecke vom Hauptbahnhof über Universität und Universitätskliniken zum Wohngebiet Waldhäuser Ost entstehen, die mit dem regionalen Zugverkehr durchgebunden wird. Eine Standardisierte Bewertung ergab eine positive volkswirtschaftliche Nutzen-Kosten-Relation von 1,4.[59][60] 2013 wurde mit den Vermessungsarbeiten der Regionalstadtbahn begonnen.[61] Die Regierung des Landes Baden-Württemberg hat das Projekt 2014 auf die Schiene gestellt.[62]

Touristikzüge an Wochenenden im Sommer[Bearbeiten]

Touristikzüge der Hohenzollerischen Landesbahn aus gekuppelten Triebwagen ab Tübingen nach Kleinengstingen (Wagen 4-5), Schömberg (Wagen 3) bzw. nach Sigmaringen (Wagen 1-2) erreichen den Naturpark Obere Donau, wo ein vertaktetes Angebot auf allen Stecken gefahren wird.

Fernbus[Bearbeiten]

Verschiedene Fernbuslinien verbinden die Stadt unter anderem mit München, Villingen-Schwenningen und Freiburg.

Individualverkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Zwar hat die Stadt keinen unmittelbaren Autobahnanschluss, jedoch kreuzen sich in Tübingen zwei wichtige Bundesstraßen: Die B 27 SchaffhausenVillingen-Schwenningen–Tübingen–StuttgartHeilbronn und die B 28 StraßburgFreudenstadt–Tübingen–ReutlingenUlm. Die B 27 ist in Richtung Norden autobahnähnlich ausgebaut, so dass die Bundesautobahn 8 bei Stuttgart schnell erreicht werden kann. Der vierspurige Ausbau ab Derendingen bis Dußlingen wurde im Herbst 2006 fertig gestellt. Zur Entlastung der Südstadt fehlt dazwischen der Schindhautunnel. Zudem ist geplant, die Bundesstraße 28 a in Richtung Rottenburg bis zur Anschlussstelle der Bundesautobahn 81 durchgehend vierspurig auszubauen. Das Stück bis zum Hirschauer Knoten wurde im Herbst 2007 als vierspurige Straße fertiggestellt.

In Tübingen wurde 2008 eine Umweltzone eingerichtet, so dass die Stadt bis auf wenige Ausnahmen nur noch mit Feinstaubplakette befahren werden darf. Ausgenommen sind die größeren Durchfahrtsstraßen B 27, B 28, Stuttgarter und Pfrondorfer Straße durch Lustnau, Wilhelmstraße zwischen Lustnau und Nordring, Nordring, Schnarrenbergstraße stadteinwärts bis zum Breiten Weg, Breiter Weg, Gmelinstraße stadteinwärts bis zum Universitätsklinikum sowie der Hagelocher Weg. In der Innenstadt sind ferner das Neckarparkhaus an der Wöhrdstraße über die Friedrichstraße und das Parkhaus Metropol an der Reutlinger Straße über die Hechinger Straße ausgenommen.

Bedingt durch die topographischen Verhältnisse gibt es in Tübingen erhebliche Kapazitätsprobleme im innerstädtischen Nord-Süd-Verkehr. Bereits im 19. Jahrhundert führten Engpässe in der Verbindung zwischen dem nördlich der Altstadt gelegenen Universitätsviertel und dem im Süden angelegten Bahnhof 1885–1887 zum Ausbau der in der Senke zwischen Altstadt und Österberg gelegenen Mühlstraße.[63] Starke Belastung führte bereits 1938 zum Bau einer östlichen Umgehung im Zuge der damaligen Reichsstraße 27, die jedoch nicht alle Verkehrsbeziehungen abdecken konnte. Zur westlichen Umgehung der Innenstadt wurde daher 1979 der vierspurige Schlossbergtunnel im Zuge der B 28 in Betrieb genommen. Zur Entlastung der Mühlstraße wurde 1992 eine halbseitige Sperrung für den motorisierten Individualverkehr in Fahrtrichtung Süden eingerichtet. Eine 2009 durchgeführte Umgestaltung des Straßenraums in der Mühlstraße mit dem Ziel eines besser geschützten Radverkehrs führte zu Problemen im Busverkehr, obwohl die Breite der von den Bussen genutzten Fahrbahn nicht reduziert worden war.[64] Eine generelle Verbreiterung des Straßenquerschnitts ist in diesem Bereich nicht möglich.

Weltweit sind mehr als 50 Tübinger Straßen nach Tübingen benannt.

Fahrradverkehr[Bearbeiten]

Der Radverkehrsanteil im Binnenverkehr liegt in Tübingen bei rund 23 Prozent und erreicht damit Größenordnungen typischer Radverkehrsstädte. Beim Radverkehr wird eingeschätzt, dass die Qualität des derzeitigen Radverkehrsnetzes nicht der sehr hohen Bedeutung des Radverkehrs in Tübingen entspricht. Auch begünstigt die lokale Topographie nicht das Radfahren.[65]

Fernwanderwege[Bearbeiten]

Am Kloster Bebenhausen in Tübingen beginnt der Jakobspilgerweg, der als Via Beuronensis bekannt und seit 2009 ausgeschildert ist. Er führt über die Schwäbische Alb nach Konstanz an den Bodensee. Von dort führt er durch die Schweiz, dann durch Frankreich und Spanien nach Santiago de Compostela. Er ist durchgehend mit einer stilisierten Jakobsmuschel markiert.

Medien[Bearbeiten]

Über das lokale Geschehen im Raum Tübingen berichtet das Schwäbische Tagblatt, die Lokalzeitung mit der Südwest-Presse als Mantelteil. Außerdem erscheint einmal wöchentlich das kostenlose Anzeigenblatt Tübinger Wochenblatt.

Der Südwestrundfunk betreibt in Tübingen ein Landesstudio, aus dem unter anderem auch das Regionalprogramm „Radio Tübingen“ innerhalb von SWR4 Baden-Württemberg produziert und ausgestrahlt wird. Weitere Hörfunkprogramme sind die Uniwelle Tübingen, die Wüste Welle, das Freie Radio für Tübingen und Reutlingen und die helle welle. Aus dem Raum Reutlingen und Tübingen sendet auch das private Regionalfernsehen RTF.1. Außerdem berichtet das Universitätsfernsehen der Eberhard Karls Universität Tübingen CampusTV Tübingen über studentische Veranstaltungen und regionale Themen.

Behörden, Gerichte und Einrichtungen[Bearbeiten]

CRONA-Kliniken des Universitätsklinikums Tübingen auf dem Schnarrenberg

Tübingen ist Sitz des Regierungspräsidiums und des Landratsamts Tübingen.

Ferner gibt es ein Land- und ein Amtsgericht sowie Notariate, die zum Bezirk des Oberlandesgerichts Stuttgart gehören, sowie ein Finanzamt. Vormals gehörten die Tübinger Gerichte zum Oberlandesgericht Württemberg-Hohenzollern.

Neben dem Uniklinikum gibt es seit 1957 die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik mit 327 Betten und seit 1916 das Paul-Lechler-Krankenhaus für Tropenkrankheiten mit 101 Betten.

In Tübingen ist der Sitz der Baden-Württembergischen Versorgungsanstalt für Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte, eine dem Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg nachgeordneten Dienststelle.

Die Stadt ist Sitz des Kirchenbezirks Tübingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Die Stadtbücherei Tübingen besitzt eine Hauptstelle (in der Nonnengasse) und drei Zweigstellen (Derendingen, Waldhäuser-Ost, Wanne). Bei einem Bestand von 204.000 Medien wurden 2012 fast 1.050.000 Entleihungen erzielt.[66]

Bildung[Bearbeiten]

Universität

Universität Tübingen, Neue Aula
Universitätskliniken Tübingen Schnarrenberg

Die Eberhard Karls Universität ist eine der ältesten und renommiertesten deutschen Universitäten und wurde 1477 gegründet. Diese Bildungseinrichtung war zeitweise Studienort von Männern der Widerstandsbewegung vom 20. Juli 1944. Im Foyer der Neuen Aula wird seit 1984 an diese Widerstandskämpfer mit einer Gedenktafel erinnert.[67] Der Universität ist ein Klinikum mit 17 verschiedenen Kliniken und circa 1.500 Betten angeschlossen. Seit 1998 wird das Klinikum als eine selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts geführt.

Das Evangelische Stift der Evangelischen Landeskirche in Württemberg existiert seit 1536. Des Weiteren befindet sich in Tübingen die Evangelische Hochschule für Kirchenmusik Tübingen, die 1999 von Esslingen am Neckar weggezogen ist.

Einen bedeutenden und bundesweit einmaligen Beitrag zur Studienorientierung leistet das Leibniz Kolleg, eine ehemalige Einrichtung der Universität, die nun von einer Stiftung geleitet wird.

Tübingen hat ein Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Gymnasien). Die Stadt ist außerdem „Korporativ Förderndes Mitglied“ der Max-Planck-Gesellschaft.[68]

Tübingen ist darüber hinaus Sitz folgender Institute:

Schulen

In Tübingen gehen mehr als 15.000 Kinder und Jugendliche zur Schule. Insgesamt befinden sich 30 Schulen im Stadtgebiet, darunter 15 Grund-, vier Haupt-, drei Realschulen, fünf städtische Gymnasien, drei Berufsschulen, je eine Förder- und Sonderschule sowie eine Waldorfschule.[69]

Grundschulen

  • FAS – Freie Aktive Schule Tübingen e. V.
  • Ganztagesschule am Hechinger Eck
  • Ganztagesschule Dorfackerschule Lustnau
  • Ganztagesschule Hügelschule
  • Gebundene Ganztagesschule Französische Schule
  • Grundschule auf der Wanne
  • Grundschule Bühl
  • Grundschule Hagelloch
  • Grundschule Hirschau
  • Grundschule im Aischbach
  • Grundschule Innenstadt / Pavillon
  • Grundschule Innenstadt / Silcherschule
  • Grundschule Kilchberg
  • Grundschule Pfrondorf
  • Grundschule Unterjesingen
  • Grundschule Weilheim
  • Grundschule Winkelwiese/WHO – Standort Waldhäuser-Ost
  • Grundschule Winkelwiese/WHO – Standort Winkelwiese
  • Köstlinschule
  • Ludwig-Krapf-Schule

Gesamtschulen

Hauptschulen und Werkrealschulen

  • Mörike-Werkrealschule
  • Werkrealschule Innenstadt
  • Geschwister-Scholl-Schule (Schulversuch „Erweiterte Kooperation“, keine reguläre Hauptschule mehr seit Schuljahr 2009/10)
  • FAS – Freie Aktive Schule Tübingen e. V

Sonderschulen

  • Kirnbachschule
  • Pestalozzi-Schule
  • Rudolf-Leski-Schule

Gymnasien

Realschulen

  • Walter-Erbe-Realschule
  • Albert-Schweitzer-Realschule
  • Geschwister-Scholl-Schule (Schulversuch „Erweiterte Kooperation“, keine reguläre Realschule mehr seit Schuljahr 2009/10)

Berufliche Schulen

  • Gewerbliche Schule Tübingen
  • Mathilde-Weber-Schule (Hauswirtschaftliche Schule)
  • Wilhelm-Schickard-Schule (Kaufmännische Schule)
  • Bildungs- und Technologiezentrum Tübingen

Sonstige Schulen

Schulämter

  • Regierungspräsidium Tübingen – Schule und Bildung
  • Landratsamt Tübingen – Schulamt
  • Kreismedienzentrum Tübingen

Weinbau[Bearbeiten]

Aufgelassener Weingarten am Schnarrenberg. Deutlich erkennbar ist die Terrassierung des Hangs.

Für einen Großteil der Tübinger Bevölkerung war der Weinbau bis ins 19. Jahrhundert der dominierende Erwerbszweig.[70] Die damaligen Weingärtner wurden als Gôgen bezeichnet und verspottet. Noch heute erzählt man sich so genannte Gôgenwitze, die besonders derb sind und das beschwerliche Leben der Weingärtner in früherer Zeit widerspiegeln. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam der Weinbau in Tübingen fast vollständig zum Erliegen, da der Anbau hochwertiger Weine im Raum Tübingen nicht möglich ist. Zwar bieten die reichlich vorhandenen Südhänge ausreichend Wärme, aber keine für den Weinbau geeigneten Böden. Die oberen Erdschichten bilden nur eine relativ dünne Auflage über dem darunter liegenden Gestein aus Gipskeuper, Buntem Mergel und Stubensandstein. Die Böden der Hanglagen sind daher karg und für die landwirtschaftliche Nutzung wenig geeignet. Dementsprechend liegt der überwiegende Teil dieser Flächen heute brach.

An den Südseiten von Schlossberg, Spitzberg und Schnarrenberg ist noch heute die Terrassierung der Hänge aus den Tagen des Weinbaus weitgehend erhalten, an vielen Stellen aber von Wald oder Gestrüpp überwachsen. Seit 2004 gibt es wieder ein privates Weingut in der Stadt. Außerhalb des eigentlichen Stadtgebiets befinden sich am Südhang des Spitzberges oberhalb des Stadtteils Hirschau sowie am südlichen Schönbuchrand im Ortsteil Unterjesingen eine Reihe privater Weingüter. Die Tübinger Weinlage Sonnenhalden zählt zum Bereich Oberer Neckar des Weinbaugebietes Württemberg.

Der Tübinger Wein ist heute aufgrund der geringen Anbaumenge nur begrenzt in Tübingen und Umgebung erhältlich. Häufig wird er zeitlich befristet in Besenwirtschaften ausgeschenkt. Nicht aus Tübinger Wein hergestellt ist der Sekt Schloss Hohentübingen, der in einigen Lokalen in der Altstadt erhältlich ist.

Wohnprojekte[Bearbeiten]

Im Jahr 2001 entstand in Tübingen mit dem Kauf der Immobilien des Wohnprojekts Schellingstraße das erste Wohnprojekt unter dem Dach des Mietshäusersyndikats außerhalb der Freiburger Region. Mittlerweile gibt es vier Mietshäuser-Syndikats-Wohnprojekte in Tübingen. Im Herbst 2010 beschloss der Tübinger Gemeinderat, das Wohnprojekt „Vierhäuser Projekt“ mit einem Kredit von 150.000 Euro zu unterstützen[71]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Hölderlinturm am Neckar mit Stocherkahn
Schlossportal
Schloss und Rathaus vom Turm der Stiftskirche im Juli 2007

Bauwerke[Bearbeiten]

Stadtbild[Bearbeiten]

Das Rathaus und die Altstadt sind vollständig erhalten. Es gibt zahlreiche Fachwerkhäuser und viele enge Gassen. Die Neckarfront mit dem Hölderlinturm ist ein weithin bekanntes Fotomotiv der Stadt und eines ihrer bekanntesten Wahrzeichen.

Vom Rathaus ertönt ein Stundenschlag und mehrfach täglich ein Glockenspiel (MP3; 223 kB).

Kirchen und Klöster[Bearbeiten]

Die Stiftskirche Tübingen von 1470 ist die evangelische Hauptkirche der Stadt. Hier sind die württembergischen Herzöge Eberhard im Bart (gestorben 1496), Herzog Ulrich (1550) und Herzog Christoph (1568) in dem mit dem Lettner abgetrennten Chorraum der Stiftskirche begraben.

Die zweite alte Kirche der Stadt ist die 1337 erstmals erwähnte Jakobuskirche, die aus einer Kapelle hervorging. Die im Kern romanische Kirche wurde im 16. Jahrhundert gotisch umgestaltet.

Aus dem im 13. Jahrhundert gegründeten Augustinerkloster ging nach der Reformation das Evangelische Stift hervor. Das um 1272 gegründete Franziskanerkloster wurde nach der Reformation in das Collegium Illustre, den heutigen Wilhelmsstift, umgewandelt.

Die katholische Pfarrkirche St. Johannes wurde 1875 bis 1878 erbaut, die evangelische Eberhardkirche im Jahr 1911. Ein interessantes Beispiel des Neuen Bauens in der Weimarer Republik ist die 1931 erbaute Neuapostolische Kirche von Karl Weidle.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele neue Kirchen errichtet. Evangelische Kirchen sind die Martinskirche von 1955, die Stephanuskirche von 1968, die Albert-Schweitzer-Kirche und die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, die zwischen den Jahren 1983 und 1985 erbaut wurde. Katholische Kirchen aus dieser Zeit sind St. Michael (1949), St. Petrus (1956) und St. Paulus (1974).

Zu den Kirchen in den Tübinger Stadtteilen siehe den Abschnitt Religionen.

Sonstige Bauwerke[Bearbeiten]

Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Schloss Hohentübingen, die Eberhard Karls Universität, das Rathaus, das Stadtmuseum, das Goethehäuschen, das Nonnenhaus, das Kloster Bebenhausen, das Französische Viertel („Stadt der kurzen Wege“, ab 1991 im Entstehen, ebenso wie das Loretto-Viertel), der Österbergturm, Bismarckturm und der Steinenbergturm.

Zu den unrühmlichen Bauwerken der Stadt gehörte die Bauruine an der Blauen Brücke. Ende der 1990er Jahre sollte dort ein großes Konzerthaus entstehen. Da die Kreditgeber die Weiterfinanzierung aber stoppten, wurde der Bau eingestellt. Auch die weitere Nutzung als Multiplexkino wurde verworfen. Zwangsversteigerungen des verkehrsgünstig gelegenen Objektes scheiterten und die weitere Nutzung des Geländes war lange Zeit offen.[72] Im September 2012 wurde das Gebäude schließlich abgerissen. Geplant ist nun der Bau eines Hotels.[73]

Museen[Bearbeiten]

Bekannte Tübinger Museen sind die Kunsthalle Tübingen, das Museum im Schloss Hohentübingen als wichtiger Teil im Museum der Universität Tübingen MUT, wo unter Federführung der Universität Exponate aus denkmalorientierten Wissenschaftsbereichen ausgestellt werden, das Stadtmuseum Tübingen mit der Lotte-Reiniger-Scherenschnittsammlung und das Auto- und Spielzeugmuseum Boxenstop Tübingen in der Brunnenstraße. Zudem können verschiedene kunst-, aber auch natur- und geowissenschaftliche Sammlungen des Museums der Universität Tübingen MUT, wie die Graphische Sammlung, die Mineralogische Sammlung oder die Paläontologische Sammlung der Universität mit zahlreichen Saurier-Präparaten besucht werden. Andere Sammlungen der Universität öffnen nach Voranmeldung ihre Türen. Zusätzlich gibt es noch den von Herbert Rösler umgebauten G91 Bau, der Ausstellungszwecken dient.

Theater[Bearbeiten]

Landestheater Tübingen in einer ehemaligen Stuhlfabrik

Das bekannteste Theater der Stadt ist das Landestheater Tübingen (LTT). Daneben gibt es das Zimmertheater Tübingen, ein kleines und zeitgenössisches Theater in der Bursagasse inmitten der Altstadt, sowie das Literarische Programm, ein kleines Theater auf dem Neckar.

Musik[Bearbeiten]

Zahlreiche Chöre und Orchester, die der Universität oder Kirchengemeinden zugeordnet sind oder selbständig sind, prägen das Musikgeschehen der Stadt. Überregionale Bekanntheit hat die Tübinger Motette in der Stiftskirche als allwöchentliche musikalische Samstagabend-Andacht nach Leipziger Vorbild erlangt.

Wichtigster Veranstaltungsort für Rock- und Pop-Musik ist das Sudhaus, das Kulturzentrum des Sudhaus e. V.

Kulminationspunkt der Tübinger Jazzszene ist der Jazzclub mit dem eigenen Domizil Jazzkeller in der Haaggasse, dem Veranstaltungsort regelmäßiger Jam-Sessions und 15 bis 20 Livekonzerten im Jahr. Der Jazzclub ist auch Veranstalter der Konzertreihen Jazz im Prinz Karl, Jazz im Studio und der Jazz & Klassik Tage.

Von 1975 bis 1992 prägte das Tübinger Folk- und Liedermacher Festival das Tübinger Musikleben. Alljährlich vom Club Voltaire und der sozio-kulturellen Tübinger Szene zu einem speziellen Thema organisiert, lockten Veranstaltungen mit nationalen und internationalen Musikgrößen über die Pfingsttage Zehntausende nach Tübingen. Der Club Voltaire erhielt für sein Festival-Programm 1985 den Kulturpreis der Kulturpolitischen Gesellschaft.

Zu den Lokalmatadoren der Tübinger Musikszene zählt seit über 30 Jahre die Bluesrock-Gruppe Black Cat Bone.

Herausragend unter den Bläsergruppen sind der seit 1911 bestehende Musikverein Derendingen mit über 40 Aktiven und eigener Jugendblaskapelle, die Winzerkapelle Harmonie Unterjesingen mit über 60 Aktiven Musikern, Jugendkapelle und Flötenausbildung und der Musikverein Pfrondorf mit 30 Aktiven und Jugendblasorchester. Alle bereichern das Kulturleben der Universitätsstadt durch ein jährliches Platzkonzert.

Zeitungen, Verlage[Bearbeiten]

Das Schwäbische Tagblatt mit Sitz in Tübingen ist die auflagenstärkste Tageszeitung im Landkreis Tübingen.

Parks und Friedhöfe[Bearbeiten]

Neuer Botanischer Garten
Die Platanenallee auf der Neckarinsel – Tübingens erste Flaniermeile

Grünanlagen bilden Ruheorte, Flanier- und Spielplätze im Stadtzentrum Tübingens und sind stark frequentierte Naherholungsgebiete. Im Zentrum der Stadt befindet sich der Alte Botanische Garten mit altem und artenreichem Baumbestand und dem Hölderlindenkmal. Auf der grünen Neckarinsel befindet sich die über 180 Jahre alte malerische Platanenallee gegenüber der Neckarfront mit Denkmälern für Friedrich Silcher und Ottilie Wildermuth, unweit davon der Park am Anlagensee zwischen Bahnhof und den drei „alten“ Tübinger Gymnasien: Uhland-, Kepler- und Wildermuthgymnasium. Zwischen Neckar und Altstadt liegt der Österberg, der nach einer Seite hin fast vollständig unbebaut ist und im Sommer den Spaziergängern und Gleitschirmfliegern, im Winter den Rodlern dient. Die Tübinger Parkanlagen sind im Sommer auch Studententreffpunkte und Lernorte.

Der Neue Botanische Garten Tübingen auf der Morgenstelle beherbergt verschieden temperierte Gewächshäuser, darunter ein „Fuchsien-Haus“ mit einer Sammlung von nach Leonhart Fuchs benannten Pflanzenarten.

Zu den innerstädtischen Grünanlagen sind auch die 14 Friedhöfe der Stadt einschließlich des Bergfriedhofs und des Stadtfriedhofs mit den zahlreichen Gräbern prominenter Bürger zu zählen. Auf dem Gräberfeld X des Stadtfriedhofs befindet sich auch die Bestattungsstelle des Anatomischen Instituts, wo fast 600 Opfer staatlicher Gewalt bestattet sind, die keines natürlichen Todes starben: Politische Gegner des NS-Systems, Zwangsarbeiter, Deserteure, Kriegsgefangene. An sie erinnern Gedenkplatten mit deren Namen. 1980 ließ die Universität eine weitere Gedenkplatte hinzufügen für die Opfer der NS-Medizin.[74]

Am Fuß des Spitzbergs befand sich von 1907 bis 1919 der privat betriebene Tiergarten Tübingen.

Sport[Bearbeiten]

Die Basketballer des SV 03 Tübingen spielen als Walter Tigers Tübingen in der 1. Bundesliga. In der Basketball-Regionalliga sind die Derendingen Academics sowie die 2. Mannschaft des SV 03 („Tigerle“) vertreten. Daneben spielt das Tübinger Modell in der 2. Volleyball-Bundesliga Süd. Zudem tragen die Erstligisten des TV Rottenburg (Volleyball) und des TV 1893 Neuhausen (Handball) ihre Heimspiele in Tübingen aus. Tübingen ist daher neben Berlin die einzige Stadt in Deutschland, in der gleichzeitig drei Vertreter von Hallensportarten in der ersten Bundesliga ihre Heimspiele austrugen.

Bekannt sind die Leichtathleten wie Dieter Baumann von der LAV ASICS Tübingen und Marius Broening, der Speerwerfer Stefan Wenk sowie die Turnerinnen Marie-Sophie Hindermann und Kim Bui.

Seit Oktober 2004 gibt es an der Europastraße eine Großsporthalle, die zunächst TüArena genannt wurde und heute Paul Horn-Arena heißt. Schwimmen kann man in einem modernen Freibad und zwei Hallenbädern, darunter dem historischen Uhlandbad. Außerdem hat das Institut für Sportwissenschaft der Universität ein breites Angebot.

Weitere Sportvereine in Tübingen sind die TSG Tübingen (gegründet 1845; Badminton, Fußball, Handball, Klettern, Kunstturnen, Lacrosse (Tuelax), Leichtathletik, Parkour, Rhythmische Sportgymnastik, Tennis und Volleyball), der SSC Tübingen (1988; American Football (Red Knights Tübingen), Fußball, Volleyball), der SV Bühl (1925; Fußball, Tennis, Männer- und Frauengymnastik, Kinderturnen, Pilates, Nordic Walking, Fitness-Gymnastik, Tanzkurse für Kinder, Rückengymnastik, Tischtennis), der TV Derendingen 1900 (Basketball, Fußball, Tennis, Tischtennis, Turnen), der TSV Hagelloch (1913; Fußball, Turnen, Leichtathletik, Volleyball, Handball), der TSV Hirschau (1923; Fußball, Tennis, Tischtennis, Volleyball, Turnen/Leichtathletik, Freizeit), der TSV Lustnau (1888; Badminton, Fußball, Handball, Leichtathletik, Rehasport, Tennis, Tischtennis, Turnen), der SV Pfrondorf 1903, der SV Unterjesingen 1923 (Fußball, Leichtathletik, Turnen) sowie der SV Weilheim (1979; Aerobic, Badminton, Basketball, Leichtathletik, Tennis, Tischtennis, Volleyball, Walking). Die ATV Arminia zu Tübingen ist eine nicht schlagende Sportverbindung an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen.

Nur einer Sportart gewidmete Vereine sind u. a. der Bowlingverein BSV Tübingen (1964), die Tübinger Sportfechter, der Hockey Club Tübingen (1984), die Flugsportvereine Tübingen (1950) und Unterjesingen (1934), der Tübinger Ruderverein Fidelia (1877), die RV (Radfahrvereine) Tübingen („RV Pfeil“) und Derendingen (beide 1905), die Radsportgemeinschaft Tübingen (Fahrradtrial), die Reitsportvereine RSV Roseck (Unterjesingen), Reit- und Fahrverein Bühl, Stadtgarde zu Pferd 1514 (ältester Verein Tübingens) und Tübinger Reitgesellschaft, die Schachvereine Schachgemeinschaft Hohentübingen (2006) und SV Tübingen 1870, der Tübinger Schwimmverein (1913), der Squash-Insel-Sportclub (1980), Schützenvereine in Tübingen (1562), Bühl (1892), Derendingen (1954), Pfrondorf und Hagelloch (1963), der Akademische Ski-Club Tübingen (1908), der Skiclub Hirschau (1975), der TC (Tennis-Club) Tübingen (1909), der TSC Astoria Tübingen und der Tanzsportverein TTC Rot-Gold Tübingen (1972).

Prägend für das sportliche Leben der Stadt Tübingen ist auch der vom Institut für Sportwissenschaft organisierte Hochschulsport mit umfangreichem Wettkampf- und Breitensportprogramm. An vorderster Stelle der universitären und das gesellschaftliche Leben Tübingens prägenden Sportveranstaltungen steht der 100-Kilometer-Staffellauf.

Studentenverbindungen[Bearbeiten]

Verbindungshäuser auf der Wielandshöhe oberhalb des Neckars

In Tübingen gibt es derzeit 32 Studentenverbindungen, die insbesondere durch ihre stattlichen Häuser das Stadtbild von Tübingen prägen. Vor allem der vordere Österberg und der Schloßberg sind von Verbindungshäusern gesäumt. Das alljährlich im Frühsommer stattfindende Stocherkahnrennen lebt auch von den teilnehmenden Studentenverbindungen. Mehr als ein Viertel sind schlagende Verbindungen, der Rest setzt sich aus nichtschlagenden, „gemischten“ oder reinen Damenverbindungen zusammen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Januar
    • Arabisches Filmfestival, Mitte/Ende Januar
  • März
    • Ausstellung „Für die Familie“ (fdf), Anfang März
  • April
  • Mai
  • Juni
    • Stocherkahnrennen auf dem Neckar am Fronleichnamstag (im Mai oder Juni); 13:00 Uhr Kostümparade, 14:00 Uhr Start des Rennens rund um die Neckarinsel
    • Ract!festival, eine „Umsonst und draußen“ Musikveranstaltung im Juni oder Juli mit Bands und Workshops
    • Tübinger Wassermusik, eine Konzertveranstaltung im besonderen Ambiente. Sie findet auf dem Neckar statt. Das Publikum sitzt dabei in Stocherkähnen.
  • Juli
    • Tübinger Sommerinsel, Ende Juli – Anfang August
  • August
    • Gutenachtgeschichten Anfang August
    • Sommeruniversität Anfang August
  • September
    • Umbrisch-Provenzalischer-Markt Mitte September
    • Tübinger Stadtlauf Mitte September
    • Retromotor ein Oldtimerfestival am dritten Septemberwochenende
  • Oktober
  • November
  • Dezember
    • Nikolauslauf, Halbmarathon am Rande des Naturpark Schönbuch im Norden Tübingens
    • chocolART, Internationales Schokoladenfestival Anfang Dezember
    • Weihnachtsmarkt am dritten Adventwochenende von Freitag bis Sonntag

Kinos[Bearbeiten]

  • Arsenal am Stadtgraben
  • Atelier vor dem Haagtor
  • Blaue Brücke mit 3 Sälen
  • Museum am Lustnauer Tor mit 3 Sälen

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Die Liste von Persönlichkeiten der Stadt Tübingen enthält in Tübingen geborene Persönlichkeiten sowie solche, die in Tübingen gewirkt haben, dabei jedoch andernorts geboren wurden.

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Württembergisches Städtebuch; Band IV Teilband Baden-Württemberg Band 2 aus „Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte“ – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1961
  • Beschreibung des Oberamts Tübingen; hrsg. von dem königlichen statistisch-topographischen Bureau in der Reihe „Die württembergischen Oberamtsbeschreibungen von 1824 bis 1886“. Reprint: ISBN 3-7644-0048-X
  • Martin Biastoch: Tübinger Studenten im Kaiserreich. Eine sozialgeschichtliche Untersuchung. Thorbecke, Sigmaringen 1996, ISBN 3-7995-3236-6 (Contubernium – Tübinger Beiträge zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte Bd. 44) Zugleich: Tübingen, Universität, Dissertation 1993/1994
  • Wilfried Setzler, Benigna Schönhagen, Otto Binder: Kleine Tübinger Stadtgeschichte. Silberburg-Verlag, Tübingen 2006, ISBN 978-3-87407-666-1.
  • Tubingensia: Impulse zur Stadt- und Universitätsgeschichte. Festschrift für Wilfried Setzler zum 65. Geburtstag. Herausgegeben von Sönke Lorenz und Volker [Karl] Schäfer in Verbindung mit dem Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften der Universität Tübingen. Redaktion: Susanne Borgards. Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2008, ISBN 978-3-7995-5510-4 (Tübinger Bausteine zur Landesgeschichte, 10). 655, [I] S.
  • Der Landkreis Tübingen. Amtliche Kreisbeschreibung. Hrsg. von der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg in Verbindung mit d. Landkreis Tübingen (Stuttgart 1967).
  • H. Reim: Der frühbronzezeitliche Menhir von Weilheim, Stadt Tübingen. In: Jost Reischmann (Hrsg.): 900 Jahre Weilheim. Ein Heimatbuch. Tübingen-Weilheim,1991, S. 55 ff.
  • Jürgen Hald: Die Eisenzeit im Oberen Gäu: Studien zur hallstatt- und latènezeitlichen Besiedlungsgeschichte. Theiss, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8062-2369-9. (Zugleich: Tübingen Universität Dissertation 2008).

Film[Bearbeiten]

  • Tübingen. Der Film. Die Geschichte. Dokumentarfilm, Deutschland, 2012, 43:40 Min., Buch und Regie: Anita Bindner, Produktion: Haus des Dokumentarfilms, Kinostart: 14. November 2012, Erstsendung: 31. August 2014 bei SWR, Reihe: Geschichte im Südwesten, Inhaltsangabe von SWR.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tübingen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Tübingen – Quellen und Volltexte
 Wikinews: Tübingen – in den Nachrichten
 Wiktionary: Tübingen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Tübingen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Studierendenstatistik Wintersemester 2012/2013 der Universität Tübingen
  3. Verkehrsverein Tübingen: Der Mittelpunkt von Baden-Württemberg. Abgerufen am 14. Januar 2010.
  4. Einwohner mit Haupt- und Nebenwohnung nach Stadtteilen und Status am 31. Dez. 2012 (PDF; 46 kB)
  5. Johannes Baier: Der Geologische Lehrpfad am Kirnberg (Schönbuch) – Die Vergangenheit des Keupers. Fossilien 31(5), 36–40; Wiebelsheim 2014.
  6. Johannes Baier: Die Bohrung am Österberg in Tübingen von 1831. - Jahresbericht Mitt. oberrhein. geol. Ver., N.F. 96, 331-340; Stuttgart, 2014. ISSN 0078-2947
  7. Der Landkreis Tübingen. Amtliche Kreisbeschreibung. Hrsg. von der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg in Verbindung mit d. Landkreis Tübingen (Stuttgart 1967) S. 157 ff.
  8. H. Reim: Der frühbronzezeitliche Menhir von Weilheim, Stadt Tübingen. In: J. Reischmann (Hrsg.): 900 Jahre Weilheim. Ein Heimatbuch. 1991, S. 55 ff.
  9. J. Hald: Die Eisenzeit im Oberen Gäu: Studien zur hallstatt- und latènezeitlichen Besiedlungsgeschichte. Stuttgart 2009, S. 169 f.
  10. Weitere etymologische Beschreibungen zur Herkunft des Ortsnamens gibt es auf TÜpedia.
  11. Ludwig Karl Schmid: der Grafen von Zollern-Hohenberg und ihrer Grafschaft nach meist ungedrucken Quellen. Ein Beitrag zur schwäbischen und deutschen Reichs-Geschichte. Gebrüder Scheitlin, 1862, 626 Seiten.
  12. Wilfried Setzler: Kleine Tübinger Stadtchronik.
  13. Robert Kurz: Schwarzbuch Kapitalismus: Ein Abgesang auf die Marktwirtschaft. (PDF; 2,5 MB)
  14. Ulrich Köpf: Historisch-kritische Geschichtsbetrachtung: Ferdinand Christian Baur und seine Schüler: 8. Blaubeurer Symposion. Franz Steiner Verlag, 1994, S. 97.
  15. Helmut Marcon, Heinrich Strecker, Günter Randecker: 200 Jahre Wirtschafts- und Staatswissenschaften an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen: Leben und Werk der Professoren: die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Tübingen und ihre Vorgänger (1817–2002). Franz Steiner Verlag, 2004, S. 212.
  16. Ingrid Bauz, Sigrid Brüggemann, Roland Maier (Hrsg.): Die Geheime Staatspolizei in Württemberg und Hohenzollern. Stuttgart 2013, ISBN 3-89657-138-9, S. 94ff.
  17. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 92 ff.
  18. Erich Keyser: Württembergisches Städtebuch, S. 489. Stuttgart 1955
  19. nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern
  20. Universitätsstadt Tübingen: Zweitwohnungsteuersatzung (PDF; 68 kB) Abgerufen am 13. Dezember 2010.
  21. Wolfram Hauer: Lokale Schulentwicklung und städtische Lebenswelt: das Schulwesen in Tübingen von seinen Anfängen im Spätmittelalter bis 1806. Franz Steiner Verlag, 2003, Seite 24–25.
  22. Louis Baur: Der städtische Haushalt Tübingens: vom Jahre 1750 bis auf unsere Zeit. Historisch-statistisch beleuchtet vom Verfasser der Rückblicke auf die Vergangenheit Tübingens. Riecker, 1863. Seite 9.
  23. Louis Baur: Der städtische Haushalt Tübingens: vom Jahre 1750 bis auf unsere Zeit. Historisch-statistisch beleuchtet vom Verfasser der Rückblicke auf die Vergangenheit Tübingens. Riecker, 1863, Seite 116–1117.
  24. Universitätsstadt Tübingen: Oberbürgermeisterwahl am 22. Oktober 2006 (PDF; 47 kB) Abgerufen am 8. November 2010.
  25. Universitätsstadt Tübingen: Oberbürgermeisterwahl am 19. Oktober 2014 (PDF; 61 kB) Abgerufen am 19. Oktober 2014.
  26. a b c d e f g Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Tübingen. S. 269. Wikisource
  27. Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte, Band 23–24, Akademie-Verlag, 1975.
  28. Karl Klüpfel, Max Eifert: Geschichte und Beschreibung der Stadt und Universität Tübingen, Band 1. L.F. Fues, 1849, S. 66.
  29. Waldemar Teufel: Universitas studii Tuwingensis: d. Tübinger Universitätsverfassung in vorreformator. Zeit (1477–1534). Franz Steiner Verlag, 1977.
  30. Eberhard Friedrich Moser: Real-Index und Auszug der Herzoglich-Würtembergischen Hofgerichts-Ordnung und der dahin einschlagenden Herzoglichen General- und Special-Rescripten, auch Hofgerichtlichen Decreten. Heerbrandt, 1784, S. 319.
  31. Stephan Kienlin auf tuepedia.de
  32. Melchior Metzger (genannt Calwer) auf tuepedia.de
  33. Ferdinand Friedrich Faber: Die Wuerttembergischen Familien-Stiftungen: Bd. 13.–18. Heft. Stiftung XLII-LXIX. F. Koehler, 1855. Seite 24.
  34. Christoph Friedrich Gayler: Historische denkwürdigkeiten der ehemaligen freien reichsstadt izt königlich würtembergischen kreisstadt Reutlingen vom ursprung an bis zu ende der reformation 1577, Band 1–2. B.G. Kurtz Verlang, 1840, S. 448.
  35. Wolfram Angerbauer: Das Kanzleramt an der Universität Tübingen und seine Inhaber 1590–1817. Franz Steiner Verlag, 1972, S. 52.
  36. Württembergische Kommission für Landesgeschichte, Württembergischer Geschichts- und Altertumsverein, Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte, Band 63. W. Kohlhammer.
  37. Landesarchiv Baden-Württemberg: Bestand J 67: Sammlung von gedruckten Leichenreden und anderen Anlassreden (mit Karteien zu den Leichenpredigtensammlungen der Württ. Landesbibliothek und des fürstlich Hohenlohischen Archivs in Neuenstein).
  38. Er wurde von den Franzosen nach der Einäscherung von Vaihingen als Geisel genommen. Karl Pfaff: Geschichte des Fürstenhauses und Landes Wirtemberg: nach den besten Quellen neu bearbeitet, Teile 2–3. J. B. Metzler’sche Buchhandlung, 1839
  39. Johann Adam Kurrer auf tuepedia.de
  40. Jetzt lebend- und florirender Staat, Des Löblich Schwäbischen Crayßes. Tilger, 1750. Seite 100.
  41. Jakob Heinrich Dann auf tuepedia.de
  42. Der Rechtsstreit der Erben der verstorbenen fuerstinnen Wilhelmine Friedrike, Fuerstin von Oettingen Wallerstein, un Henriette. Elbensche Buchdruckerei, 1825. Seite 23.
  43. Eberhard Friedrich Moser: Real-Index und Auszug der Herzoglich-Würtembergischen Hofgerichts-Ordnung und der dahin einschlagenden Herzoglichen General- und Special-Rescripten, auch Hofgerichtlichen Decreten. Heerbrandt, 1784, S. 315.
  44. Christoph Adam Dörr auf tuepedia.de
  45. Johann Jacob Rehfues auf tuepedia.de
  46. Johann Immanuel Bossert auf tuepedia.de
  47. Helmut Marcon, Heinrich Strecker: 200 Jahre Wirtschafts- und Staatswissenschaften an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. S, 278.
  48. Philipp Maußhardt: Die neun Vorgänger der Tübinger Oberbürgermeisters: Nicht alle waren Ehrenmänner. Vom braven Beamten bis zum „Henker von Belgrad“ reicht die Palette der Rathauschefs. In: Schwäbisches Tagblatt, 20. Oktober 1990.
  49. Ernst Weinmann auf tuepedia.de
  50. Fritz Haussmann auf tuepedia.de
  51. Universitätsstadt Tübingen: Gemeinderat. Abgerufen am 3. März 2013.
  52. www.tuebingen.de: 16. Juni 2014: Delegation in Moshi angekommen – Oberbürgermeister Boris Palmer musste Reise absagen.
  53. www.tagblatt.de: Seit Montag ist Moshi in Tansania Tübingens elfte Partnerstadt.
  54. Moschi auf TÜpedia
  55. Iklad auf TÜpedia
  56. Universitätsstadt Tübingen: Wirtschaftsdaten – Beschäftigung und Arbeitslose. Abgerufen am 22. Januar 2014.
  57. Universitätsstadt Tübingen: Wirtschaft – Von Handwerk bis High Tech. Abgerufen am 15. Oktober 2010.
  58. deutschebahn.com
  59. Regionalstadtbahn wäre volkswirtschaftlich sinnvoll. In: Schwäbisches Tagblatt. Abgerufen am 15. Oktober 2010.
  60. Die Innenstadtstrecke der geplanten Regionalstadtbahn auf TÜpdia.
  61. Roth: [1]. In: Schwarzwälder Bote vom 17. Oktober 2013.
  62. Grünes Licht für Regionalstadtbahn - Koalitionsspitzen im Land machen Weg frei für die Finanzierung. In: Zollern Alb Kurier vom 9. Mai 2014.
  63. tuebingen.de
  64. tagblatt.de
  65. Stadtwerke Tübingen: Mobilitätsanalyse der Universitätsstadt Tübingen (PDF; 512 kB) Abgerufen am 22. November 2010.
  66. Deutsche Bibliotheksstatistik
  67. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 92
  68. Liste der Korporativ Fördernden Mitglieder (PDF) mpg.de (Universitätsstadt Tübingen)
  69. tübingen.de
  70. Weinbau auf TÜpedia.
  71. 800 LBBW-Wohnungen: Freiburg soll sich beteiligen.
  72. RTF1-Bericht vom 17. Januar 2003
  73. tuebingen.de zur Bauruine
  74. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 94 f.