Türband

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Aufbau eines Einbohrbandes

Ein Türband, auch Türscharnier oder Türangel (veraltet Haspe oder Haspel, hakenförmig)[1] genannt, hat die Aufgabe, ein möglichst störungsfreies Drehen der Tür zu ermöglichen, und verbindet die Zarge oder den Blendrahmen mit der Tür. Anzahl, Größe und Konstruktion hängen von der Masse des Türblatts und dessen Beanspruchung ab. Meist werden heutzutage Einbohrbänder genutzt, die aus zwei oder mehr Teilen bestehen und deren Bolzen in Tür und Rahmen eingeschraubt werden, um der Tür den nötigen Halt zu geben.

Man unterscheidet je nach Konstruktion verschiedene Arten von Bändern:

Türbänder[Bearbeiten]

Das Fitschenband wird von der Seite her so in den Türrahmen eingestemmt, dass nur die Drehrolle (Drehachse) vorsteht.

Das Klobenband ist die Form von Türscharnier, die von außen auf die Tür geschraubt wird. Sie wird fast ausschließlich im rustikalen Möbelbau verwendet. Ein gutes Beispiel für ein Klobenband sind die reich verzierten schmiedeeisernen oder zinnigen Beschläge an Antiquitäten.

Das Pfannenband ist eine Sonderform des Klobenbandes, das sich durch die Lagerung in einer „Drehpfanne“ vom Klobenband unterscheidet und vor allem für schwere Tore geeignet ist. Wie die oben erwähnten Bänder kommt auch dieses heute nur noch selten zur Anwendung.

Das Einbohrband ist die wohl häufigste Art, die heute im Einsatz ist. Diese Bänder lassen sich hervorragend industriell verarbeiten, justieren und bieten teilweise gar eine Höhenverstellung (3-dimensionale Verstellung).

Die Paumelle ist ein Türband, das sich bei stumpf einschlagenden (= flächenbündig im Türrahmen einliegenden) Türen findet. Paumellen gibt es gerade für Bauten mit hoher Beanspruchung auch mit Kugellagern.

Ein Pendeltürband ist mit zwei federbelasteten Bändern versehen und ermöglicht ein Durchschwingen in beide Durchgangsrichtungen. Bekanntheit durch die Saloontüren in Western.

Das Zapfenband findet vor allem bei Metalltüren Verwendung. Bei Holztüren am ehesten in Verwendung mit einem Bodentürschließer.

Das Tresorband ist ein spezielles, völlig in Rahmen und Türblatt verdeckt angebrachtes Drehgelenk, das die Öffnung einer Tür gewährleistet, wobei im geschlossenen Zustand des Flügels keinerlei Lenker oder Bandteile zwischen Flügel und Rahmen erkennbar bzw. einsehbar sind.[2]

Möbeltürbänder[Bearbeiten]

Das Fitschenband wird von der Seite her so in das Möbel eingestemmt, dass nur die Drehrolle (Drehachse) vorsteht.

Das Klobenband findet heute vor allem bei Möbeln Anwendung, bei welchen man gewissen Stilrichtungen folgen will (Antikmöbel).

Das Zylinderband ist ein Band, welches für verschiedene Arten von Möbelkonstruktionen einsetzbar ist, da es dieses in verschiedenen Kröpfungen gibt, für gefälzte und stumpfe Möbeltüren.

Das Zapfenband wird von oben und unten in die Tür eingelassen. Somit ist der Beschlag weder von außen noch von innen zu sehen. Zapfenbänder sind extrem robust und verschleißen kaum, da ihre Konstruktion sehr einfach ist. Da das Zapfenband, das eine innenliegende Türkonstruktion benötigt, nur handwerklich zu montieren ist, wird es somit heute kaum noch verwendet.

Das Einbohrband ist im Möbelbereich heute eher seltener zu finden.

Das Topfband ist der heute im Möbelbereich wohl häufigste Typ. Mit einer Bohrung in der Möbeltür und einer Grundplatte an der Korpuswand wird das Topfband mit der Grundplatte verbunden (geschraubt oder heute meist eingeklickt). Diese Topfbänder lassen sich meist auch 3-dimensional verstellen. Topfbänder gibt es mit unterschiedlichen Öffnungswinkeln (normal 90 Grad, maximal 180 Grad) und von einzelnen Herstellern auch für spezielle Verwendungszwecke (z. B. für Eckschränke). Oft werden diese Topfbänder auch mit Schnappmechanismus (Feder) verwendet, was das Anbringen eines Zuhaltemagneten oder eines Schnappverschlusses erspart.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm: haspe und haspel
  2. Registerauskunft des DPMA: Tresorband

Weblinks[Bearbeiten]