Türkheim

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Markt Türkheim. Für weitere Bedeutungen siehe Türkheim (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Türkheim
Türkheim
Deutschlandkarte, Position des Marktes Türkheim hervorgehoben
48.05972222222210.639444444444598Koordinaten: 48° 4′ N, 10° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Unterallgäu
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Türkheim
Höhe: 598 m ü. NHN
Fläche: 23,52 km²
Einwohner: 6699 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 285 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86842
Vorwahl: 08245
Kfz-Kennzeichen: MN
Gemeindeschlüssel: 09 7 78 203
Adresse der
Marktverwaltung:
Max.-Philipp-Straße 32
86842 Türkheim
Webpräsenz: www.tuerkheim.de
Bürgermeister: Sebastian Seemüller (CSU)
Lage des Marktes Türkheim im Landkreis Unterallgäu
Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Baden-WürttembergKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Türkheim ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Unterallgäu und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Türkheim. Mit mehr als 6.600 Einwohnern ist es die viertgrößte Gemeinde im Landkreis Unterallgäu. An der Südspitze des Naturparks Augsburg-Westliche Wälder gelegen, markiert Türkheim die landschaftliche Grenze von Augsburg-Schwaben zu Mittelschwaben.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Türkheim liegt landschaftlich mitten in Mittelschwaben, politisch im südöstlichen Rand der mittelschwäbischen Region Donau-Iller. Die größte Ausdehnung von Nord nach Süd beträgt 9,1, von West nach Ost 7,1 Kilometer. Die Wertach fließt durch Türkheim und kann über die Wertachbrücke überquert werden. Weiter oberhalb überqueren die Bahnstrecke Buchloe – Memmingen und die Autobahn Lindau – München die Wertach.

Mosaikbild von Türkheim und seinen Nachbargemeinden in der Hauptschule von Türkheim

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Türkheim und Irsingen.

Zu Türkheim gehören die Orte Türkheim i. Bay., Berg, Türkheim-Bahnhof, Türkheim-Bahnäcker, Irsingen, Ludwigsberg, Schönbrunn, Unterirsingen (Zollhaus) und Waldsiedlung.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die westlich von Türkheim gelegene Gemeinde Rammingen mit ihren Ortsteilen Ober- und Unterrammingen gehören genauso wie die östlich von Türkheim gelegenen Gemeinden Amberg und Wiedergeltingen zur Verwaltungsgemeinschaft Türkheim. Eigenständige Nachbargemeinden sind im Norden Ettringen, im Nordwesten der Markt Tussenhausen und im Süden die Kurstadt Bad Wörishofen. Nordöstlich von Türkheim besteht über einige Kilometer keine Ansiedlung; die dortige Großrundfunk-Sendestelle Wertachtal wurde 1972 an der Stelle der Einöde Pisterhof gebaut.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ehemalige Römerschanze im Norden

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte Türkheims kann man bis in die frühe Mittelsteinzeit zurückverfolgen. Damals durchstreiften Jäger und Sammler dieses Gebiet. Die ersten Siedler ließen sich dort in der Jungsteinzeit nieder. Sie lebten vom Ackerbau und der Tierzucht. In der Bronzezeit gab es eine Siedlung nördlich von Türkheim auf dem Goldberg.

Um 500 v. Chr. drangen die Kelten in das Türkheimer Gebiet vor. Sie errichteten eine Wallanlage (Römerschanze bzw. Keltenschanze) auf dem Haldenberg, die wahrscheinlich religiösen Zwecken diente. Im Jahre 15 v. Chr. eroberten die Römer die gesamte Gegend, sie wurde zur Provinz Raetien mit der Hauptstadt Augusta Vindelicorum (Augsburg). Ihre Hauptstraße, die von Augsburg nach Kempten führte, verläuft noch heute durch Türkheim. Im 4. Jahrhundert errichteten die Römer eine Befestigungsanlage auf dem Goldberg und gaben ihr den Namen Rostrum Nemaviae.

Die Römer wurden nach fast fünf Jahrhunderten von den Alamannen bezwungen, die immer stärker Einzug in das Gebiet hielten. Die ersten alamannischen Familien siedelten sich nachweisbar um 500 n. Chr. in Ettringen und Irsingen an. Im 5. Jahrhundert kam es zu einer Schlacht zwischen den fränkischen Merowingern und den Alamannen, aus der die Merowinger siegreich hervorgingen. Um dies zu besiegeln, siedelten sie einen wohl zwangsverschleppten thüringischen Familienverband in Türkheim an.[2] Von diesem Heim des Thüringers stammt auch der Name der Gemeinde.[3] Die Entwicklung des Ortsnamens von Durinc-heim zu Türkheim lässt sich anhand von historischen Quellen nachweisen.[2] Die erste urkundliche Erwähnung Türkheims anlässlich einer welfischen Schenkung an das Kloster Weingarten, stammt aus dem Jahr 1090.[4]

Das Dorf bis zum Übergang an Bayern[Bearbeiten]

Im frühen Mittelalter entstand die Herrschaft Schwabegg, zu der auch Türkheim gehörte. Die Welfen verkauften diese Herrschaft an die Waaler, die Herren von Riedheim, die Augsburger Gossenbrod und Paumgartner, die Herren von Knöringen, die Grafen von Rechberg, die Füllen von Windach und an die Fürsten von Hohenzollern.

Das Patronatsrecht und den Zehent der Türkheimer Kirche hatten schon 1226 die regulierten Kanoniker vom Heiligen Grab in Denkendorf. Nach der Reformation, mit der das Kloster Denkendorf evangelisch wurde, verkaufte Denkendorf im Juli 1560 den Türkheimer Zehent an den Augsburger Bürger Hieronymus Kraft. Dieser veräußerte ihn wohl Anfang 1561 an den bayerischen Herzog Albrecht V. Auch das Präsentationsrecht ging an das bayerische Herrschaftshaus über.

Der Markt vom 17. bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Im Jahre 1666 löste Kurfürst Ferdinand Maria die verpfändete Herrschaft Schwabegg von den Hohenzollern aus und übergab sie, als väterliches Erbe, seinem Bruder, Herzog Maximilian Philipp. Als der Kurfürst 1679 starb und sein Sohn Max Emanuel noch nicht volljährig war, wurde Maximilian Philipp bis 1680 Administrator von Bayern. Danach zog er sich nach Türkheim zurück mit einer standesgemäßen Hofhaltung. Er holte die Kapuziner nach Türkheim und erhob am 7. Oktober 1700 das Dorf zum Markt.

Seine Gemahlin Mauritia Febronia stiftete ein Spital. Die herzogliche Hofhaltung zog Kunsthandwerker an. Die Türkheimer Schreiner-, Maler- und Bildhauerwerkstätten lieferten Kirchenausstattungen bis in die Schweiz. Zu ihren bedeutendsten Vertretern gehörten die Bergmüller und Hegenauer, Martin Beichel und Ignaz Hillenbrand.

Der Säkularisation fielen in Türkheim die Benno- und die Leonhardkapelle zum Opfer. Aufgrund eines Erlasses König Ludwigs I. konnte das Kapuzinerkloster weiter bestehen. Türkheim hatte als Gerichtsort (Oberes und Unteres Gericht) eine hohe Zentralität, vornehmlich Orte im Flossachtal und in den südlichen Stauden gehörten zum Einzugsgebiet. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Die Dominikanerinnen aus Bad Wörishofen errichteten 1859 in Türkheim eine Filiale, die die Mädchenschule des Ortes übernahm. Ihr Beichtvater Pfarrer Kneipp kam jede Woche einmal ins Türkheimer Kloster. Um die freiwerdende Pfarrstelle in Türkheim bewarb er sich jedoch nicht. Gedenktafeln in der Pfarrkirche erinnern daran, dass auch Türkheimer im Russlandfeldzug Napoleons und im Deutsch-Französischem Krieg 1870/71 fielen.

Das KZ-Mahnmal, Inschrift:
Frommer Sühne sei dies Mal geweiht.
Dass neu wir wandeln in Gerechtigkeit.

Der Markt vom 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart[Bearbeiten]

Im Jahre 1908 wurde die Staudenbahn von Türkheim-Bahnhof bis Ettringen eröffnet, die 1912 bis Gessertshausen verlängert wurde. 1917 erwarb Jakob Sigle eine Holzschleiferei an der Wertach und baute sie zur Salamanderschuhfabrik aus.

Aus dem Ersten Weltkrieg kamen 82 Soldaten nicht mehr zurück, im Zweiten Weltkrieg fielen 107 Türkheimer, 99 blieben vermisst.

Im Herbst 1944 begann die Organisation Todt in der Nähe des Oberen Bahnhofs (heute Türkheim-Bahnhof) Häuser und ein Außenlager des KZ Dachau (Kaufering VI) für 2.000 Häftlinge zu errichten, das aus einem Frauen- und einem Männerlager bestand. Die Häftlinge mussten unter elenden Bedingungen Zwangsarbeit zur unterirdischen Rüstungsproduktion verrichten, wobei hunderte zugrunde gingen.[5] Eine Gedenkkapelle erinnert daran. Am 27. April 1945 rückten amerikanische Truppen in Türkheim ein.

Der bekannteste Häftling war Viktor Frankl, der aus dem Konzentrationslager Auschwitz nach Türkheim verlegt wurde. Nach ihm wurde die Dr.-Viktor-Frankl-Straße benannt. Sie führt zu einem kleinen Friedhof, der an die Opfer erinnert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Türkheim einige öffentliche Einrichtungen: 1960 die Polizeistelle, 1969 das Amtsgericht und die Landwirtschaftliche Schule, 1977 das Dominikanerkloster, 1983 das Krankenhaus (heute ein Altenheim); 1987 wurde der Personenverkehr auf der Staudenbahn eingestellt. Hart getroffen wurde die Gemeinde durch die wirtschaftlichen Probleme ihrer beiden größten Unternehmen Salamander und Schneider. Salamander wurde aufgeteilt und existiert weiterhin, während Schneider nach mehreren Anläufen, die insolvente Firma zu retten, 2005 endgültig geschlossen wurde.

Im Gegenzug wurde in Bildung und Infrastruktur investiert: 1972 wurde ein neues Gymnasium gebaut. Die Hauptschule bietet den M-Zug an, der es ermöglicht, die Mittlere Reife abzulegen. Bereits in den 1960er Jahren wurde auf Türkheimer Flur die Bundesstraße 18 als kreuzungsfreie Kraftfahrzeugstraße gebaut, die allerdings dem heutigen Verkehrsumfang nicht mehr genügt. Bis 2002 wurde dieses Teilstück zur Autobahn ausgebaut. Seit dem Vollausbau der A 96 2009 ist nicht nur die Landeshauptstadt München, sondern sind auch Memmingen und Lindau durchgehend vierspurig zu erreichen.

2003 wurde das zweite Teilstück der Umgehungsstraße fertiggestellt und damit der Ortskern vom Durchgangsverkehr befreit. Seitdem werden die Hauptstraße und einige Nebenstraßen in mehreren Etappen umgestaltet und verschönert.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Nachbargemeinde Irsingen eingegliedert.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Nur Türkheim Ohne Irsingen Mit Irsingen
Jahr 1665 1682 1700 1900 1910 1919 1931 1939 1950 1961 1970 1960 1961 1970 1980 1990 2000 2003 2011
Einwohner 450 602 800 1891 2009 2130 2530 2659 3888 4242 4791 4629 4647 5182 5142 5351 6577 6659 6683

Anmerkung: 1700 war das Jahr der Erhebung zum Markt.

Geschichte der anderen Gemeindeteile[Bearbeiten]

Berg[Bearbeiten]

Berg dürfte um 1000 n. Chr. von Ettringen aus besiedelt worden sein. Wo heute die Kapelle steht, war im Mittelalter wohl die Burg eines Geschlechts des niederen Adels. Welf IV. schenkte Berg dem Kloster Weingarten, das es bis 1533 an verschiedene Herren als Lehen vergab. Der bedeutendste Besitzer danach war die St.-Jakobs-Pfründe in Augsburg. Damals hatte der Weiler sieben Anwesen. In der Zeit des Herzogs Maximilian Philipp kam Berg nach Türkheim.

Irsingen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Irsingen (Türkheim)

Irsingen wurde erstmals im Jahre 1084 erwähnt. Der Ort wurde 1818 politische Gemeinde und am 1. Mai 1978 in den Markt Türkheim eingegliedert. Früher nahezu ganz auf Landwirtschaft ausgerichtet, findet Irsingen auch zunehmend als ländlicher Wohnort Gefallen. Heute zählt Irsingen gut 700 Einwohner und verfügt über ein eigenes Vereinsleben. Bekannt ist die Blaskapelle des Musikvereins, der auch über eine Jugendkapelle verfügt. Am 3. Oktober 1998 wurde das vom Jugend- und Brauchtumsverein in Eigenleistung erbaute Jugendzentrum Irsingen (besser bekannt unter dem Namen Juze Freiheit oder Juze) eingeweiht.

Politik[Bearbeiten]

Wahlergebnisse seit dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Landtagswahl 1946 1950 1954 1958 1962 1966 1970 1974 1978 1982 1986 1990 1994 1998 2003
CSU 72,8 % 29,8 % 36,1 % 45,3 % 45,7 % 50,1 % 60,1 % 69,9 % 65,6 % 62,6 % 61,0 % 54,7 % 53,2 % 48,6 % 61,1 %
SPD 13,3 % 19,1 % 26,2 % 25,1 % 30,4 % 35,2 % 32,4 % 23,8 % 28,2 % 25,6 % 24,0 % 23,1 % 26,4 % 23,6 % 20,0 %
FDP 2,8 % 4,0 % 3,0 % 2,1 % 3,3 % 2,8 % 3,0 % 3,1 % 3,0 % 2,6 % 3,9 % 4,6 % 1,8 % 1,0 % 1,6 %
GRÜNE 5,1 % 5,9 % 5,9 % 4,9 % 3,4 % 4,2 %
BP 20,5 % 16,6 %
FU+BP 9,6 % 3,4 %
BHE 21,4 % 16,3 % 16,7 % 15,2 %
WAF 8,4 %
NPD / REP NPD 7,4 % 3,2 % REP 6,0 % 4,5 %
Sonstige 2,7 % 5,2 % 1,8 % 1,2 % 2,0 % 4,5 % 1,3 % 3,2 % 3,2 % 4,1 % 5,2 % 5,6 % 9,2 % 23,4 % 13,1 %
Bundestagswahl 1949 1953 1957 1961 1965 1969 1972 1976 1980 1983 1987 1990 1994 1998 2002
CSU 38,4 % 47,0 % 56,4 % 51,8 % 56,5 % 57,5 % 63,2 % 68,7 % 65,3 % 68,8 % 61,9 % 54,7 % 53,1 % 50,9 % 63,6 %
SPD 19,3 % 21,1 % 22,9 % 29,4 % 35,1 % 32,7 % 30,4 % 26,2 % 26,3 % 21,9 % 22,4 % 25,0 % 26,8 % 31,2 % 23,1 %
FDP 7,2 % 2,2 % 3,1 % 5,2 % 4,5 % 3,3 % 3,5 % 3,4 % 6,1 % 4,4 % 6,2 % 6,9 % 5,9 % 5,3 % 4,9 %
GRÜNE 1,2 % 3,6 % 6,5 % 3,6 % 5,4 % 3,9 % 5,1 %
BP 22,1 % 10,8 %
FU+BP 3,6 %
BHE 15,2 % 12,2 % 6,8 %
WAF 11,1 %
NPD / REP NPD 2,0 % 4,9 % 2,7 % REP 4,8 %
Sonstige 1,9 % 3,7 % 1,8 % 6,8 % 1,9 % 1,6 % 0,2 % 1,7 % 1,1 % 1,3 % 3,0 % 5,0 % 8,8 % 8,7 % 3,3 %
Europawahl 1984 1989 1994 1999 2004
CSU 59,4 % 49,4 % 46,2 % 68,4 % 62,4 %
SPD 23,2 % 20,5 % 21,1 % 19,2 % 12,7 %
FDP 3,3 % 2,2 % 4,1 % 1,1 % 4,0 %
Grüne 6,2 % 7,7 % 6,5 % 3,5 % 7,0 %
REP  ? %
Sonstige 7,9 % 20,2 % 22,1 % 7,8 % 13,9 %

Liste der Bürgermeister[Bearbeiten]

Liste der Bürgermeister von Türkheim und von Irsingen (bis 1978)
1. Bürgermeister 2. Bürgermeister (seit 1919) Bürgermeister von Irsingen
Adorno 1851–1861 Wendelin Hensler 1919–1925 Johann Guggenmoos 1875–1906
Högg 1862–1876 Stephan Singer 1925–1933 Johann Müller 1906–1919
Löcherer 1877–1879 Josef Zwick * 1933–1945 Joseph Lofner 1920–1945
Wiedemann 1879–1881 Benedikt Wech 1945–1946 Joseph Kämmerle 1945–1948
Vögele 1882–1893 Josef Weber 1946–1952 Anselm Lofner 1948–1976
Johann Kratzer 1893–1902 Josef Zacher sen. 1952–1956 Albert Prestele 1976–1978
Josef Wiedemann 1902–1935 Ludwig Waldmann 1956–1972
Josef Wiedemann (Neffe) 1935–1945 Wendelin Hailer 1972–1975
Josef Zwick * 1942–1945 Karl Waldmann 1975–1978
Stefan Singer 1945–1964 Margarete Axmann 1978–1990
Josef Zacher 1964–1974 Anton Steinert 1990–1996 3. Bürgermeister (seit 1990)
Wendelin Hailer 1975–1982 Roswitha Siegert 1996–2002 Johann Bleyer 1990–2002
Anton Schäffler 1982–1992 Peter Senner 2002–2008 Irmgard Schäffler 2002–2008
Silverius Bihler 1992–2010 Irmgard Schäffler 2008 - 2012 Otto Rinninger seit 2008
Sebastian Seemüller seit 2010 Walter Fritsch seit 2012 Josef Vogel seit 2014

Der heutige Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 20 Sitze und verteilt sich folgendermaßen:

  • CSU 7 Sitze, stellt den Ersten Bürgermeister Sebastian Seemüller
  • SPD 5 Sitze, stellt den zweiten Bürgermeister Walter Fritsch
  • FW 6 Sitze, stellt den Dritten Bürgermeister Josef Vogel
  • Bündnis 90/Die Grünen 2 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 7. Oktober 1700 durch Herzog Maximilian Philipp verliehen.

Blasonierung: „Geteilt; oben in Blau zwei goldene Schrägbalken, unten in Silber eine von einem silbernen Wellenbalken durchzogene grüne Hügellandschaft.“

Die Schrägbalken im oberen Teil des Schildes sind dem Wappen der ehemaligen Grafschaft Schwabegg entnommen, jedoch in den Farben Gold - Blau (anstatt Silber - Rot); die grünen Hügel und der silberne Wellenbalken deuten vereinfachend auf die Lage des Marktes Türkheim an der Wertach und auf die voralpine Landschaft hin.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge des Marktes ist Blau - Gelb (1:1) gestreift mit aufgelegtem Wappen.

Partnergemeinde Vaskút[Bearbeiten]

Seit dem 6. Juni 1992 besteht eine Partnerschaft mit der südungarischen Gemeinde Vaskút (gesprochen Waschkut, auf Deutsch: Eisenbrunnen).

Schulen und Kindertageseinrichtungen[Bearbeiten]

Der Esel, ehemaliger Standort vor der Hauptschule.

Die Geschichte der Schulen in Türkheim beginnt im 15. Jahrhundert. Die Dominikanerinnen des Klosters Wörishofen kauften 1859 das ehemalige Jagdschloss und übernahmen dort den Unterricht für die Mädchen. Heute ist dieses Gebäude Zentrum der Grundschulanlage und beherbergt Verwaltung und Lehrerzimmer.

1904 bauten die Nonnen ein zweites Schulhaus am Tiroler Weg.

1957 zog die Knabenschule nach vielen Stationen in ein neues Gebäude an der Oberjägerstraße. Seit der Schulreform 1969 ist die Grundschule am Tiroler Weg angesiedelt, die Hauptschule in der Oberjägerstraße.

An die Grundschule wurde mittlerweile zweimal angebaut, die erste Erweiterung mit Turnhalle wurde 1986, die zweite 1997 eingeweiht.

Gegenwärtig werden 360 Schüler unterrichtet. In der Grundschule Rammingen, die der Türkheimer Schule angegliedert ist, sind es rund 70 Kinder. An der Grundschule bestehen Arbeitsgruppen wie die Schulspielgruppe oder die Orff-Gruppe. Mit dem Heim für betreutes Wohnen strebt die Grundschule einen intensiven Kontakt an.

  • Kindergärten: In 3 Kindertagesstätten (Stand 2013) 190 Betreuungsplätze
  • Kinderkrippe: 45 Krippenplätze in zwei Kindertagesstätten (Stand 2013)
  • Kinderhort: 35 Hortplätze im Kindergarten St. Josef (Stand 2013)
  • Grundschule: Grund- und Hauptschule mit 46 Lehrern und 767 Schülern (Stand 1999)
  • Hauptschule mit ausgebautem M-Zug
  • Gymnasium:
1972 wurde das staatliche mathematisch-neusprachliche Joseph-Bernhart-Gymnasium eröffnet. Bis 1975 wurde in Räumen der Hauptschule unterrichtet. Dann erfolgte der Umzug in das neue Gebäude. 1980 wurde ein Erweiterungsbau errichtet, 1981 die Kollegstufe eingeführt; die ersten Abiturienten verließen das Gymnasium. Im Oktober 1997 wurde ein weiterer Anbau eingeweiht, der eine Astronomiekuppel enthält. Im September 2005 wurde der dritte Anbau im Süden der Schule eröffnet, der Platz für vier Klassen bietet. Gegenwärtig (2012) besuchen 853 Schüler das Gymnasium[7]. Es ist es bestehen derzeit ein naturwissenschaftlich-technologischer, ein sprachlicher und ein wirtschaftswissenschaftlicher Zweig.
  • Gemeindebücherei: 1904 wurde eine katholische Volksbibliothek gegründet. Eigentümer war der katholische Presseverein Türkheim. 1908 stellte Dr. A. Noder das Gesuch an die Gemeinde, eine öffentliche Bibliothek einzurichten. Spätestens seit 1912 war die Bücherei in der Knabenschule und seit 1981 ist sie in einem Nebengebäude des Schlosses untergebracht.
  • Volkshochschule

Sportanlagen und Sportvereine[Bearbeiten]

Die meisten Sportstätten liegen im Sportzentrum in den Wertachauen.

  • Freibad: Das vor wenigen Jahren verschönerte Freibad lockt in den Sommermonaten auch viele auswärtige Badegäste an. Es beinhaltet ein 50-m-Schwimmerbecken, ein 30-m-Nichtschwimmerbecken mit Wasserrutsche sowie Kinderplantschbecken. 8000 m² Liegewiese und zwei Beach-Volleyball-Felder runden das Angebot ab.
  • Der Golfplatz befindet sich auf dem Ludwigsberg und besitzt einen 18-Loch-Meisterschaftsplatz und einen 9-Loch-Kurzplatz.
  • Kunsteisstadion
  • Reitsportanlage
  • Skateranlage und Streetballplatz
  • Tennisplätze: Die Anlage umfasst fünf Freiplätze, eine Tennishalle und ein Clubheim. Neben dem Tennissport wird auch die Geselligkeit durch Aktivitäten im Tennisverein Türkheim gepflegt.
  • Turnhallen
  • Wertachstadion

Freizeit und Natur[Bearbeiten]

Die Maximilian-Philipp-Straße.
Der südlichste Punkt des Naturpark Augsburg-Westliche Wälder. Im Hintergrund: 's Bächle

Durch die Gemeinde, entlang bzw. unter der Hauptstraße, fließt das Bächle. Südlich des ehemaligen Schlosses befindet sich der Schlossgarten, der Raum zur Erholung bietet. Innerhalb der Gemeinde befinden sich noch viele unbebaute Grünflächen.

Naturpark Augsburg-Westliche Wälder[Bearbeiten]

Der Ludwigsberg, der südlichste Berg des Naturparks, ist ein beliebter Ort zum Golfen und für kurze Wanderungen. Beim Bau der Umgehungsstraße wurde hierfür eine Grünbrücke angelegt. Im Winter ist dort ein kleiner Skilift in Betrieb und auf kurzen Loipen wird Skilanglauf betrieben.

Baden und Radfahren[Bearbeiten]

Neben dem Wertachstausee befinden sich einige Baggerseen, die im Sommer zum Baden geeignet sind. Sehr beliebt bei Radfahrern ist der Radweg westlich entlang der Wertach mit einem schmalen Waldstreifen. Sonst ist die Landschaft sehr landwirtschaftlich geprägt. Das nicht asphaltierte Radwegenetz ist weit verzweigt, in jede Nachbargemeinde führt mindestens ein durchgehend asphaltierter Radweg, der auch zum Inlineskaten geeignet ist.

Vereinsleben[Bearbeiten]

Mehr als 40 Vereine prägen das sportliche und kulturelle Angebot der Gemeinde, welches von gemeindlichen Einrichtungen wie Bücherei, Musikschule und Volkshochschule abgerundet wird. Einigen Vereinen steht die Fundushalle zur Verfügung, die von diesen in Eigenleistung aufgebaut wurde.

Das Herzogfest erinnert an den Herzog Maximilian Philipp.

Der Theaterverein Türkheim spielt im Herbst jeden Jahres Theaterstücke.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Maximilian-Philipp-Straße
In derHauptstraße im Ortskern befinden sich die meisten kleineren Geschäfte und Gastronomiebetriebe
Das Alte Rathaus
  • Altes Rathaus
Kurz nach der Markterhebung wurde 1702 das Rathaus erbaut und im 18. und 19. Jahrhundert wiederholt renoviert. 1982 verkaufte es der Markt an die Raiffeisenbank. Die Ostseite ist reich gegliedert, teilweise mit toskanischen Kolossalpilastern. Unter dem Erker befinden sich drei bemalte Reliefwappen von Türkheim (Mitte), Herzog Maximilian Philipp (links) und seiner Gemahlin Mauritia Febronia (rechts). Der Bau hat einen achteckigen Dachreiter mit Zwiebelhaube. Die Wetterfahne zeigt die Sieben Schwaben.
  • Kino
Das Türkheimer Kino Kronen-Lichtspiele ist seit 1949 ein beliebter Treffpunkt in der Wertachgemeinde. Es wurde 2001 komplett renoviert und mit einem zweiten Kinosaal erweitert. Insgesamt stehen 361 Sitzplätze zur Verfügung. Regelmäßige Premieren, Filme in Originalfassung, Frühstückskino, Kinderfilmfestivals, Wunschfilmfeten, Kindergeburtstage im Kino, Filmgalas in Anwesenheit von Regisseuren und Schauspielern, besondere Gildefilme runden das Programm ab.
Das Kino hat eine Reihe von Auszeichnungen erhalten: Für das besonders gute Jahresfilmprogramm 1996, 1997, 1998, 1999, 2000 sowie 2001 durch das Bundesinnenministerium; für das qualitativ herausragende Kinder- und Jugendfilmprogramm 2001 durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien; für das qualitativ herausragende Jahresfilmprogramm 1993, 1994, 1995, 1996, 1997/1998, 1999/2000 und 2000/2001 durch die Bayerische Staatsregierung.
Ludwig Aurbachers Geburtshaus
  • Aurbacherhaus
In dem im Kern aus dem 18. Jahrhundert stammenden Haus des Türkheimer Nagelschmieds in der Maximilian-Philipp-Straße wurde am 26. August 1784 der Volksschriftsteller Ludwig Aurbacher geboren. Er starb 1847 in München. Sein bekanntestes Werk ist Die Abenteuer der Sieben Schwaben.
  • Ludwigstor
Die Loretokapelle wurde mit dem Kleinen Schloss durch einen über die Hauptstraße führenden Gang verbunden. 1829 wurde dieser Gang, anlässlich der Besuchs König Ludwigs I. in einen Triumphbogen umgebaut. Bei seiner Durchfahrt durch den Markt am 30. August 1829 genehmigte Seine Majestät ..., den artigen Bogen für alle Zeiten Ludwigstor nennen zu dürfen.
  • Kleines Schloss
Im Jahr 1695 ließ Herzogin Mauritia Febronia durch den Münchner Hofbaumeister Giovanni Antonio Viscardi das Kleine Schloss erbauen und ihre Räume im ersten Stock vom Ettringer Matthäus Stiller stuckieren. 1988 bis 1998 wurde das Kleine Schloss renoviert, es beherbergt jetzt das Schlosscafé. In den historischen Räumen finden alljährlich Kunstausstellungen des Türkheimer Förderkreises statt.
  • Großes Schloss
Nach der Zerstörung der westlich von Schwabmünchen gelegenen Burg Schwabegg 1371 wurde Türkheim Hauptort der gleichnamigen Herrschaft. Ein Pfandinhaber dieser Herrschaft, Wolf Dietrich von Knöringen, ließ 1532 bis 1535 das Große Schloss erbauen. Für Herzog Maximilian Philipp und seine Gemahlin Mauritia Febronia, geborene Gräfin von Bouillon, wurde das ruinöse Schloss 1682 bis 1686 umgebaut und ein barocker Schlossgarten angelegt. 1705 starb in diesem Schloss der Herzog, ein Jahr später die Herzogin. Ihre Särge stehen in der Gruft von St. Michael in München. Die Kurfürsten Max Emanuel und Max III. Joseph weilten öfters im Türkheimer Schloss, vor allem zur Jagd. Seine heutige Gestalt erhielt das Schloss 1754–1757 nach Plänen von Francois Cuvilliés d. Ä. und Karl Albert von Lespilliez. Den Umbau leitete der Münchner Hofmaurermeister Leonhard Matthäus Gießl. Von 1797 bis 1969 war dort das herrschaftliche Pflegamt, später das Landgericht und dann das Amtsgericht untergebracht. Seit 1983 beherbergt das Große Schloss das Rathaus und das Heimatmuseum. An der Ostseite befindet sich im Giebelfeld des Erkers das Fresko des Allianzwappens Bayern/Bouillon.
Im Schlossgarten
  • Sieben-Schwaben-Museum
Im zweiten Obergeschoss des Schlosses befindet sich das Heimatmuseum. Das Sieben-Schwaben-Museum wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von Hans Ruf gegründet. Es beherbergt Sammlungen zur Vor- und Früh- und Ortsgeschichte, Trachten und Möbel, schwäbische Landkarten, Originalzeichnungen und Druckgrafik des Barockmalers Johann Georg Bergmüller und den schriftlichen Nachlass des Volksschriftstellers Ludwig Aurbacher, des Verfassers von Die Abenteuer der Sieben Schwaben.
  • Schlossgarten
Im Rahmen der Renovierungsarbeiten des Schlosses unter Herzog Maximilian Philipp wurde der barocke Schlossgarten angelegt. Er ist frei zugänglich.
  • KZ-Gedenkstätte
in Türkheim-Bahnhof
Die Loretokapelle

Katholische Kirchengebäude und Kapellen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Pfarreiengemeinschaft Türkheim
  • Kapelle St. Wendelin in Berg
  • Josefskapelle in Irsingen
  • Pfarrkirche St. Margareta in Irsingen
  • Kapuzinerkirche und Kapuzinerkloster Maria Unbefleckte Empfängnis in Türkheim
  • Loretokapelle Unsere liebe Frau von Loreto in Türkheim
  • Pfarrheim Pater Rupert Mayer in Türkheim
  • Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Türkheim
  • Zollhauskapelle St. Peter und Paul in Zollhaus (Unterirsingen)
  • Viele Bildstöcke und Flurkreuze.

Evangelisch - Lutherische Gemeinde Türkheim[Bearbeiten]

In Türkheim befindet sich die evangelisch-lutherische Heiliggeistkirche. Das Kirchengebäude wurde 1955/56 nach Plänen von Franz Gürtner aus München erbaut. An der Altarwand befinden sich die in Stuck ausgeführten Apostel von Reinhard Fritz aus München und ein Kruzifix von Paul Benziger aus Türkheim.

Ferner gibt es in Türkheim eine Moschee.

Friedhöfe[Bearbeiten]

Neben den Gemeindefriedhöfen in Amberg, Irsingen, Rammingen, Türkheim und Wiedergeltingen gibt es in Türkheim den Kapuziner-Friedhof und in Türkheim-Bahnhof einen KZ-Friedhof, der an das ehemalige Konzentrationslager (KZ) bei Türkheim erinnert. Das KZ bei Türkheim wurde als Lager Kaufering VI im Oktober 1944 eingerichtet. Südlich des Lagers entstanden Häuser für die Organisation Todt. Im Frühjahr 1945 brach im Lager eine Epidemie aus. Am 27. April befreiten amerikanische Soldaten die Lagerhäftlinge. Verstorbene KZ-Häftlinge wurden auf den 1946 nördlich des Lagers eingerichteten Friedhof umgebettet. 1950 entstand ein Mahnmal. Im Jahr 1997 errichtete der Markt eine Erinnerungstafel.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Kopie des Grabtuchs von Turin[Bearbeiten]

Die Pfarrei Türkheim ist dank der familiären Verbindung Maximilian Philipps im Besitz einer Kopie des Turiner Grabtuches, von der es weltweit nur etwa 50 Exemplare gibt.

Gebets- und Pilgerwege[Bearbeiten]

  • Jakobusweg in Schwaben
  • Fußweg nach Berg

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Märkte[Bearbeiten]

Im Frühjahr und Herbst finden in Türkheim Märkte auf der Hauptstraße statt; sie zählen zu den größten ihrer Art in Mittelschwaben. Um den 1. Mai findet im Schlossgarten ein Töpfermarkt statt. Mitte August findet einer der größten Flohmärkte in Bayern (ca. 20.000 Besucher) statt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Türkheim ist ein bedeutender Industriestandort mit Unternehmen im Kunststoffbereich und Baugewerbe. Mit der Ausweisung und Erschließung eines großen Gewerbegebietes am nördlichen Ortsrand während der 1970er Jahre und eines neuen Gewerbegebiets am Unterfeld im Ortsteil Irsingen hat Türkheim die Weichen für weitere Firmenansiedelungen gestellt.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 3.116.000 Euro, davon waren umgerechnet 559.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 19, im produzierenden Gewerbe 1796 und im Bereich Handel und Verkehr 205 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 424 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2160. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 11, im Bauhauptgewerbe 20 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 81 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1607 Hektar, davon waren 629 Ackerfläche und 954 Dauergrünfläche.

Die Gemeinde hat im Jahr 2007 versucht, unter dem Motto 7-Schwaben-Markt ein eigenes Marketing-Label zu entwickeln. Aufgrund der hohen Ausgaben und der geringen Resonanz dürfte dieses Projekt aber in der Zukunft einer Modifizierung unterliegen. Kritiker finden das Label unpassend und sehen den Begriff Herzoglich Einkaufen unter Hinweis auf die Vergangenheit Türkheims als geeigneter an.

Individualverkehr[Bearbeiten]

  • Anbindung an die Autobahn
Seit dem 11. November 2002 ist die Bundesautobahn 96 bis in die Landeshauptstadt München durchgehend vierspurig zu befahren, seit 2009 auch bis zur österreichischen Grenze bei Lindau. Der Ortskern von Türkheim ist weniger als drei Kilometer von der Autobahnanschlussstelle Bad Wörishofen entfernt.
  • Umgehungsstraße
Am 28. Juli 2003 konnte der zweite Abschnitt der 6,3 Millionen Euro teuren Umgehungsstraße eingeweiht werden. Sie führt parallel zur Hauptstraße im Westen an Türkheim vorbei, so dass der Schwerlastverkehr, der von der Autobahn kommt, den Ort nicht berühren muss.
  • Nächste Flughäfen
    • Regional: Flughafen Memmingen (FMM), ca. 35 km westlich gelegen
    • International: München (MUC)

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

Türkheim (Bay) Bahnhof liegt an der Bahnstrecke München – Buchloe – Memmingen – Lindau – St. Gallen – Zürich. Ein zweigleisiger Ausbau zwischen Buchloe und Hergatz über Memmingen sowie die Elektrifizierung zwischen Geltendorf und Lindau ist geplant, bisher aber noch nicht realisiert worden. Die abzweigende Bahnstrecke Türkheim–Bad Wörishofen war eine der ersten elektrifizierten Eisenbahnen in Bayern. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde der elektrische Betrieb aufgegeben.
  • Staudenbahn
Die Staudenbahn führte von Gessertshausen über die Stauden im Naturpark Augsburg-Westliche Wälder bis nach Türkheim (Bay) Bahnhof. Im Jahre 1908 war sie von Türkheim (Bay) Bahnhof bis Ettringen befahrbar, ab 1912 durchgehend bis Gessertshausen. Bis zur Einstellung des Bahnverkehrs hatte Türkheim einen weiteren Bahnhof. Zur Unterscheidung nannte man diesen Bahnhof Türkheim (Bay) Markt.
  • Überregionale Omnibuslinien
    • Augsburg – Türkheim – Bad Wörishofen – Kaufbeuren
    • Buchloe – Wiedergeltingen – Amberg – Türkheim – Mindelheim
    • Bad Wörishofen – Türkheim – Markt Wald

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Träger des Ehrenrings[Bearbeiten]

  • Margarete Axmann, Rektorin
  • Johann Bleyer, Zimmermeister
  • Anton Schäffler, Altbürgermeister
  • Anton Steinert, Altbürgermeister

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Chronik von Türkheim, Türkheim 1957
  • Alois Epple und Patricia Hintner: Festschrift 900 Jahre Türkheim, Türkheim 1990
  • Alois Epple (Hrsg.): Die Geschichte von Türkheim, Türkheim in der Barockzeit, Türkheim 2000, ISBN 3-932974-03-4
  • Alois Epple (Hrsg.): Anton Frei Türkheim im 20. Jahrhundert, Irsingen im 20. Jahrhundert, Türkheim 2005, ISBN 3-932974-13-1
  • Alois Epple: KZ Türkheim. Das Dachauer Außenlager Kaufering VI, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-938969-07-6

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Türkheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Richard Dertsch (Hrsg): Historisches Ortsnamenbuch von Bayern. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1989, S. 113.
  3. Alwine Aubele, Hartmut Gruber: 900 Jahre Türkheim. 1107–2007 – Stationen der Dorfgeschichte: Zur Geschichte eines Albdorfes. Band 2, Verlag der Ortsverwaltung, Türkheim 2006, S. 32.
  4. Richard Dertsch (Hrsg): Historisches Ortsnamenbuch von Bayern. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1989, S. 112.
  5. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 196
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 783.
  7. "Allgemeines" auf der Webseite des Joseph-Bernhart-Gymnasiums, abgerufen am 4. November 2011