Třebeň

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Třebeň
Wappen von ????
Třebeň (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Karlovarský kraj
Bezirk: Cheb
Fläche: 2169,9274[1] ha
Geographische Lage: 50° 8′ N, 12° 24′ O50.12972222222212.404166666667439Koordinaten: 50° 7′ 47″ N, 12° 24′ 15″ O
Höhe: 439 m n.m.
Einwohner: 412 (1. Jan. 2014) [2]
Postleitzahl: 351 11 - 353 01
Kfz-Kennzeichen: K (alte CH)
Verkehr
Bahnanschluss: Tršnice–Luby
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 10
Verwaltung
Bürgermeister: Antonín Kalina (Stand: 2008)
Adresse: Třebeň 31
351 34 Skalná
Gemeindenummer: 539023
Website: www.treben.cz
Lageplan
Lage von Třebeň im Bezirk Cheb
Karte
Třebeň

Třebeň (deutsch Trebendorf) ist eine Gemeinde in Tschechien im Okres Cheb. Das Dorf liegt 4 km östlich von Františkovy Lázně links der Eger und hat etwa 400 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten]

Das egerländische Dorf Trebendorf wurde im 12. Jahrhundert als Reichslehen der Kaiserburg der Staufer in Eger gegründet, und 1208 erstmals erwähnt. Es war zunächst der Burg in Eger erbuntertänig, wurde später ein Afterlehen der Notthafft (Adelsgeschlecht), kam dann zum größten Teil zur Grundherrschaft des Kloster Waldsassen. Auch die Landgrafen von Leuchtenberg besassen zins- und robotpflichtige Höfe in Trebendorf, ebenso die Rohrer, die ihre Höfe 1339 an das Kloster Waldsassen übergaben. 1444 sind die Juncker von Oberkunreuth als Eigentümer des Dorfes nachweisbar. Im Egerer Achtbach wird Trebendorf 1330 erwähnt, im Klauensteuerbuch 1392 werden 10 Bauern namentlich angeführt, im Musterungsbuch des Egerlandes für Trebendorff werden zwei Hauptleute und acht Bauern genannt.[3]

1462 wurde das Dorf während des Bayerischen Krieges durch böhmische Truppen niedergebrannt. Der damalige Besitzer des Ortes Heinz Junckher förderte den Wiederaufbau und ließ die Sankt-Laurentius-Kirche erbauen, die 1495 als Filialkirche der Pfarrei Sankt Niklas in Eger geweiht wurde und heute noch erhalten ist. Nach den Juncker kam Trebendorf in den Besitz wechselnder Eigentümer Egerer Patriziergeschlechter. Von 1564 bis 1627 war Trebendorf, wie das gesamte Egerland, evangelisch-lutherischen Glaubens und hatte bis in den Dreißigjährigen Krieg hinein eine Dorfschule.

1628 bis 1711, während der Rekatholisierung, betreuten Franziskaner und Jesuiten den Trebendorfer Kirchensprengel, der 1711 zum Kirchensprengel Oberlohma (Horni Lomany) kam und 1787 wieder eine römisch-katholische Lokalie von Eger war. Seit 1828 bestand eine einklassige Schule für die Kinder des Dorfes, die 1861 zweiklassig, 1875 dreiklassig und 1892 vierklassig wurde und Unterricht in Lesen, Schreiben und Religion gab, allerdings nur Jungen zugänglich war. 1848 endete die Erbuntertänigkeit und 1855 wurde Trebendorf eine selbständige Pfarrei und eine Gemeinde mit den Ortsteilen Hart, Oberndorf, Kötschwitz, Honnersdorf, Langenbruck, Wogau, Dreihöf, Harlas, Tirschnitz und Hag (Gehaag, Haje).

In den Jahren 1860/1868 führte die englische Kohlenbergbaufirma I.R. Eaton im Egerer Becken Bohrungen durch und fand in Trebendorf in etwa 60 Meter Tiefe starke Kohlenflöze. Der dortige "Viktoriaschacht" kam 1865 durch einen Wassereinbruch, der Tonschichten und Feinsand zum Schwimmen brachte, zum Erliegen. Bei dem danach errichteten "Isabellaschacht" protestierte die Verwaltung des nahen Kurortes Franzensbad bei zuständigen Behörden und Ministerien, da ein Versiegen der Heilquellen befürchtet wurde. Der Schacht wurde später wegen der Förderung minderwertiger Kohle aufgegeben.

Im Jahre 1870 wurde die Eisenbahnlinie Karlsbad-Eger, 1871 die Linie Tirschnitz-Franzensbad und die Lokalbahn Tirschnitz-Schönbach eröffnet. Die durch Jahrhunderte bäuerliche Bevölkerung in Trebendorf begann sich durch den Zuzug von Angestellten und Arbeitern des Bahnbetriebes und nachfolgenden Gewerbetreibenden zu verändern. Der Ausbau der bestehenden Straßenverbindungen förderte diese Entwicklung. Neben der Eisenbahnbrücke über die Eger entstand eine für schwere Fuhrwerke tragbare Eisenbrücke.

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Ende der Monarchie Österreich-Ungarn 1918 lag Trebendorf in der Tschechoslowakei, gehörte 1938 bis 1945 zum Reichsgau Sudetenland des Deutschen Reiches. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945 kam es zur Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei und in Trebendorf wechselte die Bevölkerung erneut. Neusiedler übernahmen den enteigneten Haus- und Grundbesitz und tschechisch wurde die Umgangs- und Behördensprache.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Seit dem 15.Jahrhundert wurde in Trebendorf in zahlreichen kleineren Bergbaubetrieben Kalk abgebaut und in Kalköfen gebrannt. 1883 wurde in einer solchen Kalksteingrube ein beinahe vollständiges Skelett eines Deinotherium bavaricum und etliche Skelettreste eines Mastodon angustidens, Vorläufer der jetzigen Elefanten gefunden. Das Skelett des ersteren wurde im Naturhistorisches Museum Wien aufgestellt.

Im 14. Jahrhundert bestand in Vokov, das bis 1855 zur Pfarrei Nebanitz (Nebanice) gehörte, eine Grundherrschaft mit einem Schloss als Herrensitz, das im 17. Jahrhunderts zerstört wurde und mit dem Eigentümer "Marquardus de Wagowe" 1216 erstmals nachweisbar war.

Nördlich der Gemeinde befindet sich das Naturreservat Soos. Am südlichen Ortsrand sind Reste einer um 1940 errichteten unvollendeten Reichsautobahntrasse vorhanden, die nach Osten bis ins Tal des Fleißenbaches führte.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Třebeň besteht aus den Ortsteilen Chocovice (Kötschwitz), Doubí (Aag), Dvorek (Höflas), Horní Ves (Oberndorf), Lesina (Hart), Lesinka (Harlas), Nový Drahov (Rohr), Povodí (Ensenbruck), Třebeň (Trebendorf) und Vokov (Wogau).[4] Grundsiedlungseinheiten sind Chocovice, Doubí, Dvorek, Horní Ves, Lesinka, Nový Drahov, Povodí, Třebeň und Vokov.[5] Zu Třebeň gehört außerdem die Ansiedlung Třídvoří (Dreihöf).

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Chocovice, Doubí u Třebeně, Dvorek, Horní Ves u Třebeně, Lesina, Nový Drahov, Povodí, Třebeň und Vokov u Třebeně.[6]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Trebendorf (mundartlich Trendoa(r)f, CSR und CSSR Treben) in: Heimatkreis Eger. Geschichte einer deutschen Landschaft in Dokumentationen und Erinnerungen. Herausgeber: Egerer Landtag e.V., Amberg in der Oberpfalz, 1981, Seite 488 ff. mit einem Ortsplan aus dem Jahr 1945 und Seite 37 mit einem Photo des 1883 in Trebendorf gefundenen Skeletts des Urelefanten Deinotherium bavaricum; Standplatz Naturhistorisches Museum Wien.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/539023/Treben
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  3. (Urkundenbestände im Gebietsarchiv Cheb)
  4. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/539023/Obec-Treben
  5. http://www.uir.cz/zsj-obec/539023/Obec-Treben
  6. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/539023/Obec-Treben