T-10

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T-10
Schwerer Panzer T-10

Schwerer Panzer T-10M

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 4
Länge 9,87 m
10,6 m (T-10M)
Breite 3,56 m
Höhe 2,43 m
Masse 52 t
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung 20–250 mm[1]
Hauptbewaffnung 122-mm-Geschütz D-25TA
T-10M:
122-mm-Geschütz M-62-T2
30 Schuss
Sekundärbewaffnung 2 × 12,7-mm-MGs DSchK (koaxial)
T-10M:
2 × 14,5-mm-MGs KPW
1000 Schuss
Beweglichkeit
Antrieb V-12-Dieselmotor W-12-5 mit 38,88 l Hubraum[2]
522 kW (700 PS)
Höchstgeschwindigkeit 42 km/h
Leistung/Gewicht 10,04 kW/t
Reichweite 250 km

Der T-10 war der letzte schwere Kampfpanzer nach hergebrachter Terminologie, der in der Sowjetunion hergestellt wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Mit dem T-10 wurde die lange Reihe schwerer sowjetischer Panzer beendet, die 1943 mit dem IS-1 begann. Der IS-1 (IS stand für Josef Stalin) wurde vom November 1943 bis zum Mai 1944 in etwa 120 Exemplaren gebaut. Es folgten der IS-2, der in den 1950er-Jahren zu IS-2M modernisiert wurde (Produktion 1943–1947, mehrere 1000 Stück), der IS-3 (Produktion 1945–1948, 2311 Stück), der IS-4 (Produktion 1947, nur 250 Stück gebaut) sowie die Versuchsmodelle und Prototypen IS-5 bis IS-10. Letzterer ging mit der Bezeichnung T-10 als letzter schwerer Panzer in Produktion und wurde ab 1953 in die sowjetische Armee eingeführt.

Anfangs wurde der T-10 an normale Panzerdivisionen ausgeliefert, später wurden sie gesonderten Einheiten zugewiesen, die bei Bedarf den Divisionen zur Unterstützung entsandt werden konnten.[1]

In den 1960er-Jahren wurde auch in der Sowjetunion das Konzept des modernen Hauptkampfpanzers übernommen, das die Trennung zwischen den Konzepten leichter, mittlerer und schwerer Kampfpanzer zugunsten eines Allzweckpanzers weitgehend aufhebt. Mit der Einführung des T-64 wurden die schweren Panzer außer Dienst gestellt. Neuentwicklungen wie das Obiekt 770 mit einer 130-mm-Kanone wurden 1966 eingestellt. Gleichzeitig wurde die Produktion des T-10 zugunsten der leichteren Fahrzeuge beendet.[3]

Mit der Entwicklung der Panzerabwehrlenkwaffen wurden die Kanonen mit großer Reichweite als Bewaffnung der schweren Kampfpanzer nicht mehr benötigt. Mit dem BMP-1 kam in der Sowjetunion der erste Schützenpanzer mit Lenkwaffen in die Bewaffnung der Armee, während für die kleineren Kanonen des T-64 die AT-8 Songster und deren Nachfolgemodelle entwickelt wurden. Neue Entwicklungen in der Panzertechnologie machten es möglich, auch kleinere Fahrzeuge mit starker Panzerung auszustatten.

Mit dem Sechstagekrieg wurde deutlich, dass „die Tage der schweren Panzer gezählt waren“.[4]

Konstruktion[Bearbeiten]

Der T-10 wurde in den Versionen -A, -B und -M produziert bzw. modernisiert. Ab 1957 gelangte der T-10M in die Armee, bis 1966 wurden etwa 3000 Stück gebaut.

Beim T-10 kam ein ähnliches Laufwerk wie bereits beim KW-1 von 1940 zum Einsatz, das jedoch verlängert wurde. Die Wannenform entsprach der des IS-3, der T-10 wurde jedoch breiter und länger, da der T-10 im Gegensatz zur IS-Serie sieben Laufrollen hatte. Der Motor war eine verbesserte Version des W-2IS vom IS-3 und leistete 510 kW (700 PS), jedoch verfügte der T-10 über eine bessere Panzerung und Bewaffnung.[1] Dennoch war der T-10 im Vergleich zu leichteren sowjetischen Kampfpanzern wie T-54, T-55 und T-62 deutlich langsamer. Im T-10M (Objekt 272) kam der W-12-6B mit 750 PS zum Einsatz, beim T-10M (Objekt 734) der W-12-6 mit ebenfalls 750 PS.[2]

Die 122-mm-Kanone mit Rauchabsauger verschoss zweiteilige Kartuschenmunition, wodurch die Feuergeschwindigkeit sehr niedrig war. Anfangs standen dem T-10 nur Explosivgeschosse und Panzersprenggranaten (Durchschlagsleistung: 185 mm RHA auf 1000 m) zur Verfügung, bis 1967 dann Unterkaliber- und HEAT-Geschosse (Durchschlagsleistung: 400 mm RHA) eingeführt wurden.[1] Mit der Einführung des T-64, dem der T-10 in jeder Hinsicht unterlegen war, wurden die schweren Panzerbataillone Anfang der 1970er-Jahre aufgelöst und damit auch die T-10M aus dem aktiven Dienst genommen. Sie verblieben aber noch bis etwa 1993 in den Reserveeinheiten. Der T-10M hatte zusätzlich einen IR-Suchscheinwerfer, einen stabilisierten IR-Zielscheinwerfer, ABC-Schutz und kann Tiefwatoperationen durchführen. [1]

Modellvarianten[Bearbeiten]

  • T-10 – (1952), Motor W-12-5
  • T-10A – (1956) mit neu entwickelter Waffenstabilisierungsanlage (eine Achse), Motor W-12-5[2]
  • T-10B – (1957) neue Waffenstabilisierung (zwei Achsen), Motor W-12-5[2]
  • T-10M – (1957) verbesserte Kanone M-62-T2 L/43 mit Mündungsbremse, Zwei-Achsen-Waffenstabilisierung, neuere MGs KPWT, ABC-Schutzanlage, Nachtsichtgeräte, Motor W-12-6 (750 PS)[2]
    • 1963 – Installation eines Schnorchels für Flussdurchquerungen
    • 1967 – Einführung von Wucht- und HEAT-Geschossen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: T-10 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e  Foss, Christopher F.: Panzer und andere Kampffahrzeuge von 1916 bis heute. Buch und Zeit Verlagsgesellschaft mbH, Köln 1977 (Sonderausgabe 1985).
  2. a b c d e  A. W. Karpenko: Sowjetisch-Russische Panzer. 1905–2003. Elbe-Dnjepr, Klitzschen 2004 (Originaltitel: Обозрение отечественной бронетанковой техники (1905-1995 гг.), übersetzt von R. Meier), ISBN 3933395445, S. 427–432.
  3. Sewell, Stephen ‘Cookie’: Why Three Tanks?, Armor, vol. 108, n 4 (July-August 1998), Fort Knox, KY: US Army Armor Center, p. 21 (Englisch)
  4.  Perrett, Bryan: Soviet Armour Since 1945. Blandford Press, London 1987 ((Englisch) ISBN=0713717351).