T-44

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
T-44
T-44.jpg
Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 4 (Kommandant, Fahrer, Richtschütze, Ladeschütze)
Länge 7,65 m (Länge mit Geschütz in 12-Uhr-Stellung)
Breite 3,10 m
Höhe 2,40 m (Turm Oberseite)
Masse 31,5 Tonnen
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung Turm 20–90 mm, Wanne 15–120 mm
Hauptbewaffnung 1 × 85-mm-Kanone SiS-S53 mit 58 Schuss
Sekundärbewaffnung 2 × 7,62-mm-MG-DTM
Beweglichkeit
Antrieb 12-Zylinder-Diesel W-44
500 PS (388 kW)
Federung Torsionsstab
Höchstgeschwindigkeit 45 km/h
Leistung/Gewicht 15,8 PS/Tonne
Reichweite 235 km

Der T-44 (von russisch танк für Panzer) war ein sowjetischer mittlerer Panzer. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurden ungefähr 150 Stück gebaut, jedoch nicht mehr im Kampf eingesetzt.

Entwicklung[Bearbeiten]

Der T-44 war eine 1944 entstandene Weiterentwicklung des T-34 vom Konstruktionsbüro Morosow (Werk 183). Er verfügte über eine stärkere Panzerung und war einfacher zu produzieren als der T-34, doch die Bewaffnung ließ sich nicht über die 85-mm-Kanone des T-34/85 hinaus steigern. Die erste Version des T-44 hatte Getriebeprobleme, die mit dem modifizierten T-44M gelöst wurden.

Der T-44 war der erste Panzer weltweit, der einen quer eingebauten Motor hatte. Dadurch war es möglich, den Turm weiter hinten einzubauen, was aufgrund des zentraler liegenden Schwerpunktes für verbesserte Fahreigenschaften sorgte. Zudem wurden so zwei Schwachstellen beseitigt: Die Kanone konnte bei Bergabfahrten nicht mehr auf den Boden aufkommen, und die Fahrerluke wurde von der Front auf die Oberseite der Wanne verlegt, wodurch eine einteilige Bugplatte eingebaut werden konnte. Beim T-34 war die Fahrerluke eine Schwachstelle der Bugpanzerung, ebenso wie die Kugelblende des Bug-MGs, auf das beim T-44 verzichtet wurde.

Die Entwicklung des Panzers wurde bereits 1945 eingestellt. Die Gesamtproduktion erreichte 655 Stück, die ausschließlich zur Ausbildung eingesetzt wurden.

Der T-44 wurde zur Basis für die Panzer des Typs T-54 und T-55, wobei ersterer 1947 mit einer 100-mm-Kanone in Dienst gestellt wurde.

Technik[Bearbeiten]

Der T-44 verfügte über ein Laufrollenlaufwerk mit fünf gummibandagierten Doppellaufrollen auf jeder Seite, die bereits die später für den T-54/55 charakteristische Lücke zwischen dem ersten und zweiten Laufrollenpaar aufwiesen. Erstmals kam hier die Drehstabfederung in einem Laufrollenlaufwerk zum Einsatz, wodurch die Höhe der Wanne gegenüber dem T-34 mit nahezu senkrecht stehenden Schraubenfedern gesenkt werden konnte. Der Motor war quer hinter dem Kampfraum eingebaut, was die Verlegung des Turmes in die Fahrzeugmitte ermöglichte – eine für die Zukunft richtungsweisende Bauweise. Das Wechselgetriebe befand sich hinter dem Motor im Fahrzeugheck. Die Antriebsrollen saßen am Fahrzeugheck, die Leitrollen am Bug. Durch den Verzicht auf das bewegliche Bug-MG und die dadurch mögliche Reduzierung der Besatzung um den Funker/MG-Schützen war es möglich, den Innenraum zu verkleinern und trotzdem einen größeren Munitionsvorrat aufzunehmen. Der Kampfsatz wuchs auf 58 85-mm-Granatpatronen an.

Bewaffnung[Bearbeiten]

Starr eingebautes Bug-MG, hier an einem Schnittmodell eines T-54; der Einbau entspricht dem im T-44

Der T-44 war mit der 85-mm-Kanone SiS-S53 bewaffnet. Gerichtet wurde mit einem Panzerzielfernrohr des Typs TSch-16. Koaxial zur Kanone war ein MG DTM (Degtjarjow, Tank, Modifiziert) eingebaut. Ein weiteres MG dieses Typs war mittig starr im Bug eingebaut. Es schoss durch eine leicht überkalibrige Bohrung in der Bugplatte. Es war für Unterdrückungsfeuer bestimmt; gezielt werden konnte nur grob mit dem ganzen Panzer, den Auslöser betätigte der Fahrer. Diese Bauweise wurde beim T-54 beibehalten und erst mit dem T-55 aufgegeben; das Loch in der Bugplatte ist ein Marker zur Unterscheidung zwischen T-54 und T-55. Der Kampfsatz für beide MGs betrug 2750 Schuss.

Varianten[Bearbeiten]

  • T-44-85: Prototyp, bewaffnet mit einer 85-mm-Kanone D-5T
  • T-44-100: Prototyp, bewaffnet mit einer 100-mm-Kanone D-10T; 100-mm-Bugplatte, Turmstirnwand 100 mm; Kettenschürzen
  • T-44-122: Prototyp, bewaffnet mit einer 122-mm-Kanone D-25-44T
  • T-44: Serienproduktion, bewaffnet mit einer 85-mm-Kanone SIS-S53
  • T-44M: Modernisierung 1961, Antriebskomponenten des T-54, Nachtsicht- und Funkausstattung; 61 Granaten, 2016 Schuss MG-Munition
  • T-44MK: Führungspanzer (1963), mit zusätzlichem Funkgerät R-112 und dafür verringertem Munitionsvorrat
  • T-44S: Modernisierung des T-44M 1966, mit Zweiebenenstabilisator für die Kanone
  • BTS-4A: Bergepanzer auf Basis des T-44M
  • SU 122-44: Prototyp eines Jagdpanzers in Kasemattbauweise und 122-mm-Kanone D-25S

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  A. W. Karpenko: Sowjetisch-Russische Panzer. 1905–2003. Elbe-Dnjepr, Klitzschen 2004 (Originaltitel: Обозрение отечественной бронетанковой техники (1905–1995 гг.), übersetzt von R. Meier), ISBN 3933395445, S. 261–268.
  •  Jörg Siegert, Helmut Hanske: Kampfpanzer der NVA. Motorbuch, Stuttgart 2011, ISBN 9783613032941, S. 70.
  •  Matthew Hughes, Chris Mann: T-34-Panzer. Karl Müller, Erlangen 1999 (Originaltitel: The T-34 tank, übersetzt von Jürgen Brust), ISBN 9783860707999, S. 89.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: T-44 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Stefan Kotsch: Vom T-54 zum T-90. Aus der Geschichte des sowjetischen Panzerbaus. Abgerufen am 27. Mai 2014.