TED (Konferenz)

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Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton auf der TED 2007
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TED (Abkürzung für Technology, Entertainment, Design) – ursprünglich eine alljährliche Innovations-Konferenz in Monterey, Kalifornien – ist vor allem bekannt durch die TED-Talks-Website, auf der die besten Vorträge als Videos kostenlos ins Netz gestellt werden. Viele dieser Videos werden seit 2009 in verschiedenen Sprachen untertitelt, auch Deutsch. Weltweit wurden die Videos der TED-Talks mehr als drei Milliarden mal abgerufen (Stand Nov. 2014).[1].

Die Ausrichtung der Innovationskonferenz hat sich über die Jahre erweitert, mittlerweile umfasst die Themenbandbreite nicht nur Technologie, Entertainment und Design, sondern auch Business, globale Themen, Kultur, Kunst und Wissenschaft.

Auf der weiterhin stattfindenden Ursprungskonferenz tauscht eine exklusive Gruppe von Fachleuten der unterschiedlichsten Gebiete ihre Ideen aus - gemäß dem Motto "ideas worth spreading" ("Ideen, die es wert sind, geteilt zu werden"). Jeder Vortragende hat dabei maximal 18 Minuten Zeit, seine Idee persönlich und ansprechend zu präsentieren. Das Spektrum der "Speaker" reicht von Wissenschaftlern über Unternehmer und Aktivisten bis hin zu Designern und Künstlern. Seit 2005 werden weitere TED-Konferenzen auch außerhalb der USA abgehalten ("TEDGlobal"). Die jährliche 5-tägige Hauptkonferenz der TED mit mehr als 80 Speakern fand im Jahr 2014 erstmals in Vancouver, Kanada, statt und soll dort mindestens drei Jahre bleiben. Wer an den Konferenzen teilnehmen möchte, muss sich um eine Einladung bewerben. Die Teilnahme an den unterschiedlichen Veranstaltungen kostet zwischen 4.000 und 25.000 US-Dollar.

Daneben gibt es Ableger wie die TEDx-Konferenzen - weltweit unabhängig organisierte TED-Konferenzen. Seit 2009 haben mehr als 10.000 TEDx-Events in mehr als 2500 Städten in 164 Ländern stattgefunden.[2] Aus diesen TEDx-Events sind mehr als 50.000 TEDx Talks entstanden, die 360 Millionen Views erhalten haben bisher. Knapp 300 TEDx Talks wurden bisher auch auf die ted.com-Seite aufgenommen.[3]

TED-Konferenz[Bearbeiten]

Im Jahr 1984 wurde TED vom Architekten Richard Saul Wurman ins Leben gerufen, der Technologie-Entwickler mit Designern und anderen Vordenkern in Kontakt bringen wollte. Da die erste Veranstaltung finanziell ein Misserfolg war, dauerte es sechs Jahre bis zur nächsten Konferenz. Seit 1990 findet TED jährlich statt. Nach der Tagung im Jahre 2002 hörte Wurman auf und verkaufte die TED an den Journalisten und Medienunternehmer Chris Anderson, der sie seitdem leitet. Vergleichbar ist das Standing der TED in den USA mit dem, was das Weltwirtschaftsforum in Davos in Europa ist - eines der renommiertesten Foren für den Austausch über Sektoren und interdisziplinäre Grenzen hinweg. TED hat sich jedoch aus dem progressiv-liberalen, technologiebegeisterten Westküsten-Milieu entwickelt und daher geht es bei der TED wesentlich stärker als bei Davos um Inspiration, positiv gestimmtes "Nach-vorne-schauen" und Vernetzung mit anderen "Changemakern".

TEDGlobal[Bearbeiten]

TEDGlobal 2012 in Edinburgh

Im Juli 2005 wurde die erste TEDGlobal in Oxford (England) abgehalten. Die zweite TEDGlobal fand im Juni 2007 in Arusha (Tansania) statt. 2009 und 2010 wurde TEDGlobal jeweils im Juli wieder in Oxford veranstaltet.[4]

2011 fand sie vom 11. bis 15. Juli im schottischen Edinburgh statt.[5] Die zweite TEDGlobal in Edinburgh fand vom 25. bis 29. Juni 2012 unter dem Motto „Radical Openness“ statt.[6] Die TEDGlobal vom 10. bis 14. Juni 2013, wiederum in Edinburgh, besaß das Motto „Think again“.[7]

2014 hat die TEDGlobal zum ersten Mal in Südamerika stattgefunden, und zwar in Rio de Janeiro in Brasilien unter dem Titel "South!".[8]

TEDIndia[Bearbeiten]

Im November 2009 wurde zum ersten Mal eine TED-Konferenz in Mysore, Indien abgehalten, die TEDIndia.[9]

TEDMED[Bearbeiten]

TEDMED ist eine jährlich stattfindende medizinische Technologiekonferenz in den USA. Gegründet wurde die Tagung 2009 von Marc Hodosh und Richard Saul Wurman. Schwerpunkte sind Medizintechnik, Krebsforschung sowie Themen im Bereich der privaten und öffentlichen Gesundheitsfürsorge. Die mitgeschnittenen Vorträge können auf der TEDMED-Internetseite abgerufen werden.[10]

TED Prize[Bearbeiten]

Seit 2005 wird der TED Prize verliehen. Der Preis war bis einschließlich 2012 mit 100.000 US-Dollar dotiert, seit 2013 werden dem Gewinner 1.000.000 US-Dollar überreicht[11]. Die bisherigen Preisträger sind:

TED Talks[Bearbeiten]

Seit dem Frühjahr 2006 werden auf der TED-Internetseite Vorträge von TED-Konferenzen veröffentlicht.[22] Mittlerweile finden sich über 1000 TED Talks auf der TED.com-Seite aus den verschiedensten Bereichen und zu den unterschiedlichsten Themen.[23] Das Motto dieser Vorträge lautet: „Ideas worth spreading“ (dt.: „Ideen, die es Wert sind, verbreitet zu werden“). Die Videoaufnahmen der Vorträge, die nicht länger als 18 Minuten sind, werden unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht (by-nc-nd).[24]

Im Mai 2009 wurden erstmals – im Rahmen des TED Open Translation Project[25] – zu 300 englischsprachigen Vorträgen zeitcodierte Untertitel in 40 Sprachen veröffentlicht.

Der mit über 30 Millionen Views am häufigsten abgerufene TED Talk ist der des britischen Erziehungswissenschaftlers Ken Robinson, der darüber spricht, wie die Schule die Kreativität der Kinder abtötet. [26].

TEDx[Bearbeiten]

Seit 2009 ermöglicht die TED unabhängigen Organisatoren, eigene Konferenzen unter dem Namen TEDx, wie z. B. die TEDxVienna in Wien oder die TEDxBerlin in Berlin zu veranstalten. Um ein einheitliches Erscheinungsbild zu gewährleisten, werden kostenlose Lizenzen vergeben. Zu den Vorgaben zählt beispielsweise die Gestaltung der Bühne sowie eine Veröffentlichung der Vorträge per Video.[27] TEDx richtet sich beispielsweise an Universitäten, Schulen, Geschäfte, Bibliotheken, und an Gemeinschaften oder Gruppen aller Art.[28] Ziel ist es, eine lokale Plattform für das Teilen von Ideen zu schaffen. Bei den großen TEDxEvents in Deutschland - wie z.B. TEDxBerlin[29], TEDxHamburg[30] oder TEDxMünchen[31] - kommen die Speaker sowie das Publikum sowohl aus der jeweiligen Stadt bzw. Land, als auch international aus Europa und dem Rest der Welt. TEDx sind wie die TED als nonprofit organisiert.

TED Talks in Bildung und Wirtschaft[Bearbeiten]

Die wachsende Verbreitung der TED Talks hat zu Überlegungen geführt, ob dieses Format auch in Bildung und Wirtschaft eingesetzt werden kann. Sowohl der bereits verfügbare Content (Webvideos), als auch die Art, in der die Videos erstellt werden, lassen mehrere Anwendungsbereiche sinnvoll erscheinen. Die ersten Aktivitäten im Bereich Bildung wurden von der TED Organisation selbst unternommen. Der Bereich TED Talks Education fasst TED Talks, die sich mit Bildungsfragen befassen, zusammen. [32] Im Bereich TED ED ist eine wachsende Bibliothek von „Erklärvideos“ zu unterschiedlichsten Themen entstanden. Die Mehrheit dieser Videos stammt von Schülern, die diese in TED ED Clubs gemeinsam erstellt haben. [33] . In einer Kooperation mit dem Verlag Wiley (TED Studies) werden thematisch ähnliche TED Talk in Playlists zusammengestellt und um Essays ergänzt, in denen die Hintergründe aus Sicht von Fachleuten erläutert werden. [34] Auch in Unternehmen werden TED Talks inzwischen eingesetzt, um die inspirierende und motivierende Wirkung zu nutzen. Zu Themen wie Leadership, Erfolg im Beruf, Motivation oder Innovation können TED Talks als Einstieg in Workshops, Lunch&Learn etc. genutzt werden, die Erstellung von Videos im TED-Stil wird für die Mitarbeiterkommunikation oder die Verbreitung von Konferenzbeiträgen genutzt. [35]

Kritik[Bearbeiten]

In einem Blogbeitrag auf der Website von New Statesman wurde TED vorgeworfen, sich an ein Publikum zu wenden, das den Eindruck gewänne, es sei Teil einer elitären Gruppe, die die Welt verbessere. Um an den Konferenzen teilnehmen zu können, müsse man jedoch reich und gut vernetzt sein. Deshalb sei der Slogan "Ego worth paying for" angebrachter.[36]

Die für BusinessWeek und TechCrunch schreibende Kolumnistin Sarah Lacy beschuldigt TED, aus verschiedenen Gründen elitär zu sein: Tagungsgebühren in der Höhe von $6,000 und eine schlechtere Behandlung von weniger bedeutenden Teilnehmern.[37]

„But a few years ago, I’d heard so many ugly stories about treatment of the people who aren’t quite-important-enough that I finally had to call the fawned-over conference out in one of my highest-read BusinessWeek columns ever, all but guaranteeing I’ll never be let in its hallowed doors.[38] (Aber vor ein paar Jahren hatte ich so viele hässliche Geschichten über die Behandlung von den Leuten gehört, die eben nicht wichtig genug sind, dass ich letztendlich die umschwärmte Konferenz in einer meiner am häufigsten gelesenen BusinessWeek-Kolumnen zur Rede stellen musste, womit ich gleichzeitig sicherstellte, niemals durch ihre ehrwürdigen Türen eingelassen zu werden.)“

Der amerikanische Unternehmer und Risikokapitalgeber Nick Hanauer hielt einen Vortrag bei TED University, in dem er die Zusammenhänge von höchstem Steuersatz mit Arbeitslosigkeit und wirtschaftlicher Gleichstellung analysierte.[39] Dabei gab es Vorwürfe, dass TED Zensur üben würde, weil der Vortrag nicht auf der TED-Website veröffentlicht wurde.[40][41] Chris Anderson antwortete darauf im National Journal, Hanauers Vortrag gehöre zu den möglicherweise am meisten politisch kontroversen Vorträgen bei TED und man müsste deswegen sehr vorsichtig überlegen, wann man ihn veröffentlichen sollte.[40] Zusätzlich argumentierte Anderson in seinem persönlichen Blog, dass TED nur einen Vortrag pro Tag veröffentliche, der aus mehreren ausgesucht wird.[42] Bruce Upbin von Forbes beschrieb Hanauers Vortrag als "minderwertig und dumm" ("shoddy and dumb")[43], während die Zeitschrift New York die Handlungsweise von TED kritisierte.[44]

Der Soziologe, Architektur- und Designtheoretiker Benjamin H. Bratton von der University of California, San Diego bezeichnete in einem Kommentar für The Guardian den Versuch von TED, Fortschritte in Sozioökonomie, Wissenschaft, Philosophie und Technologie mittels Vorträgen zu fördern, als wirkungslos.[45] Chris Anderson antwortete darauf (ebenfalls im Guardian), dass manche Kritiker eine falsche Vorstellungen von den Zielen von TED haben würden.[46]

Zusätzlich gab es auch Meinungsverschiedenheiten zwischen einigen Organisatoren und Referenten:

  • Die Komikerin Sarah Silverman verwendete in ihrem TED-Vortrag im Jahr 2010 ein Mal die Formulierung, sie wolle ein "geistig zurückgebliebenes Kind" ("mentally retarded baby") adoptieren (Silverman arbeitet allerdings sehr häufig auf satirische und ironische Weise mit Tabus und Vorurteilen, um diese bloßzustellen und zu kritisieren). TED-Organisator Chris Anderson beanstandete ihre Wortwahl "retarded" auf Twitter, in der Folge entwickelte sich auf Twitter eine Auseinandersetzung zwischen Anderson und Silverman.[47][48]
  • Der Essayist Nassim Nicholas Taleb nannte TED eine "Monstrosität, die Denker und Wissenschaftler in anspruchslose Unterhaltungskünstler und Zirkusdarsteller verwandelt" ("monstrosity that turns scientists and thinkers into low-level entertainers, like circus performers"). Er behauptete, Kuratoren von TED hätten seinen Vortrag "warning about the financial crisis" auf der TED-Website anfangs aus "rein kosmetischen Gründen" ("purely cosmetic grounds") nicht veröffentlicht.[49]

Auf einige der Kritikpunkte geht TED auch auf Ihrer Webseite direkt ein ("Debunking TED myths")[50].

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: TED – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1], Zugriff am 16. Juli 2013
  2. "State of the x - TEDx October 2014", TED, Zugriff am 4. Dezember 2014
  3. "State of the x - TEDx October 2014", TED, Zugriff am 4. Dezember 2014
  4. TED Global 2009 - The Substance of Things Not Seen (englisch) www.conferences.ted.com. Abgerufen am 11. Januar 2010.
  5. conferences.ted.com: TEDGlobal, Zugriff am 3. Januar 2011
  6. conferences.ted.com: TEDGlobal, Zugriff am 16. August 2012
  7. Adrian Kreye: Auf den Klippen. In: Süddeutsche Zeitung, 22./23. Juni 2013, Seite 14.
  8. conferences.ted.com: "TEDGlobal 2014", Zugriff am 4. Dezember 2014
  9. TED India - The Future Beckons (englisch) www.conferences.ted.com. Abgerufen am 11. Januar 2010.
  10. TEDMED Videos (englisch) www.tedmed.com. Abgerufen am 5. August 2010.
  11. TED Prize. TED.com. Abgerufen am 12. August 2013.
  12. TED Prize 2005. TEDPrize.org. Abgerufen am 1. Februar 2009.
  13. TED Prize 2006. TEDPrize.org. Abgerufen am 1. Februar 2009.
  14. TED Prize 2007. TEDPrize.org. Abgerufen am 1. Februar 2009.
  15. TED Prize 2008. TEDPrize.org. Abgerufen am 1. Februar 2009.
  16. TED Prize 2009. TEDPrize.org. Abgerufen am 1. Februar 2009.
  17. TED Prize 2010. TEDPrize.org. Abgerufen am 21. Februar 2010.
  18. TED Prize 2011. TEDPrize.org. Abgerufen am 20. Oktober 2010.
  19. TED Prize 2012. TEDPrize.org. Abgerufen am 9. Januar 2013.
  20. Announcing the Prize Winner for 2013! Sugata Mitra. www.ted.com. Abgerufen am 24. Juni 2013.
  21. TED Prize 2014. TEDPrize.org. Abgerufen am 20. April 2014.
  22. TED Talks (englisch) www.ted.com. Abgerufen am 15. Juli 2013.
  23. TED Talk Topics - Themenliste (englisch) Abgerufen am 4. Dezember 2014.
  24. Are TEDTalks copyrighted? (englisch) www.ted.com. Abgerufen am 11. Januar 2010.
  25. TED Open Translation Project (englisch) www.ted.com. Abgerufen am 11. Januar 2010.
  26. TED Talk "Ken Robinson: How school kills creativity", Zugriff am 4. Dezember 2014
  27. Ideenkonferenz TED expandiert. Mit Max und Moritz die Welt retten (deutsch) www.handelsblatt.com. Abgerufen am 13. Juli 2013.
  28. Webseiten zum Konzept von TEDx (englisch) www.ted.com. Abgerufen am 11. Januar 2010.
  29. TEDxBerlin
  30. TEDxHamburg
  31. TEDxMünchen
  32. TED Education
  33. TED Ed
  34. TED Studies
  35. Artikel in Weiterbildung Dezember 2014
  36. Martin Robbins: The trouble with TED talks (englisch) New Statesman. Abgerufen am 10. September 2014.
  37. Techcrunch.com
  38. Techcrunch.com
  39. The Atlantic.
  40. a b International Business Times
  41. National Journal
  42. Chris Anderson personal blog.
  43. Bruce Upbin. The Real Reason That TED Talk Was 'Censored'? It's Shoddy And Dumb, Forbes, 5/17/2012.
  44. The Approval Matrix, New York magazine. 28. Mai 2012. 
  45. "We need to talk about TED", Prof. Benjamin Bratton, The Guardian, 30. Dezember 2013
  46. "TED is not a recipe for civilisational disaster", Chris Anderson, The Guardian, 8. Januar 2014
  47. Techcrunch.com blog
  48. Techcrunch blog
  49. Nassim Taleb: The Black Swan: Second Edition: The Impact of the Highly Improbable: With a New Section: 'On Robustness and Fragility'. Random House Trade, 2010, ISBN 0-8129-7381-X.
  50. "Debunking TED myths", Zugriff am 16. Juli 2013