TK-208 Dmitri Donskoj

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TK-208 ist ein strategischer U-Kreuzer der russischen Seekriegsflotte und das erste von sechs Schiffen der Klasse 941 (NATO-Code: Typhoon)

Bau[Bearbeiten]

Am 16. März 1976 wurde TK-208 in die Bestandsliste der Seekriegsflotte der Sowjetunion aufgenommen und am 30. Juli 1976 in der Werft Sewmasch in Sewerodwinsk auf Kiel gelegt. Die Zuordnung zur Klasse der Schweren strategischen U-Kreuzer erfolgte am 25. Juli 1977. Mit dem Herausrollen aus der Bauhalle in ein überdachtes Trockendock wurde am 27. September 1979 der Stapellauf vollzogen. Es folgten Standprüfungen im Trockendock sowie die Seeerprobung im Weißen Meer.

Dienst in der Seekriegsflotte der Sowjetunion[Bearbeiten]

Die Seekriegsflotte übernahm das neue Schiff am 29. Dezember 1981 und am 9. Februar 1982 wurde TK-208 in die neu aufgestellte 18. Division der 1. Flottille der Nordflotte in der Nerpitschja-Bucht im Fjord Sapadnaja Liza eingegliedert. Die Erprobung es Raketenkomplexes D-19 mit der Rakete RSM-52 (SS-N-20 Sturgeon) erfolgte von 1983 bis 1985. Es folgten Abschreckungspatrouillen in der Barentssee und im Nordmeer.

Umrüstung 1989 bis 2002[Bearbeiten]

Am 20. September 1989 wurde TK-208 in der Bauhalle der Werft Sewmasch aufgelegt, um die Umrüstung auf den neuen R-39UTTKh Grom (RSM-52W Bark/3M91) (NATO-Codename: SS-NX-28) zu erfahren. TK-208 konnte auf Grund ihrer Größe nur in dieser Bauhalle umgerüstet werden, da die Werft Swjosdotschka zu klein war. 1991 bekam das Projekt die Bezeichnung 941UM. Den Zusammenbruch der UdSSR verschlief das Schiff also. Gleichzeitig begann man mit der Entwicklung eines strategischen U-Kreuzer der Vierten Generation, welcher mit neuen Raketen bewaffnet werden sollte. Der Entwicklungsweg der Rakete für die Atom-U-Boote des Projektes 955 verzögerte sich. Für das Projekt 955, dessen erstes Schiff 1996 unter dem Namen Jurij Dolgorukij auf Kiel gelegt wurde und am 15. April 2007 vom Stapel lief, war zunächst die Rakete D-19M Bark bestimmt, an der im Staatliches Raketenzentrum Makejew in Miass gearbeitet wurde. Die dortigen Konstrukteure konnten aber die vorgeschriebenen Abmessungen für die Rakete nicht einhalten (deshalb musste auch das Atom-U-Boot selbst umgebaut werden). Bei den Tests dieser Rakete wurden auch andere Mängel festgestellt. Als die Rakete schließlich 1998 zu 80 Prozent fertig war, musste das Projekt geschlossen werden. Aus Geldmangel war auch die Umrüstung der TK-208 auf den neuen Komplex schon 1996 eingestellt worden und das Schiff lag ungenutzt in der Bauhalle. Nach dem Fehlschlag mit der Rakete RSM-52W Bark ging der Auftrag an das Moskauer Institut für Wärmetechnik (MITT), das den bodengestützten Raketenkomplex RS-12M2 Topol-M entwickelt hatte. Die seegestützte Rakete des Instituts bekam die Bezeichnung RSM-56 Bulawa (SS-N-30). Die Arbeiten an der halb umgerüsteten TK-208 begannen von vorn. Zuerst mussten die für die ursprünglich geplante Rakete RSM-52W Bark bestimmten Systeme wieder ausgebaut und die für die RSM-56 Bulawa bestimmten Vorrichtungen eingebaut werden.

Dienst in der Seekriegsflotte der Russischen Föderation[Bearbeiten]

Im Laufe des Jahres 2002 bekam TK-208 den Namen Dmitri Donskoj und wurde am 26. Juni 2002 wieder aus der Bauhalle gezogen. Das geschah wohl so plötzlich, dass in den Medien vom Stapellauf des größten U-Bootes der Welt berichtet wurde und die Dmitri Donskoj somit irrtümlich für kurze Zeit als neues Baumuster angesehen wurde. Da die Umrüstung der TK-208 noch zu Zeiten der ehemaligen UdSSR begonnen worden war, kamen damals solche Meldungen auf Grund der Geheimhaltung nie in die Presse. TK-208 war also praktisch vergessen worden und bis zum Zeitpunkt der Meldung hatte sich niemand dafür interessiert.

Der erste Teststart einer SLBM des Typs Bulawa fand am 27. September 2005 statt. Seitdem absolvierte das Atom-U-Boot bis heute mehrere Testreihen.

Technische Daten[Bearbeiten]

  • Länge: 172 m
  • Breite: 23,3 Meter
  • Tiefgang: 11,3–12,5 Meter
  • Höhe (Kiel-Turmkante): ca. 28 Meter
  • Wasserverdrängung: 21.600 Tonnen (aufgetaucht) / 26.500 Tonnen (getaucht)
  • Antrieb
    • 2 × OK-650B-Druckwasserreaktoren, 190 MW (thermisch)
    • 2 × Dampfturbinen GT3A mit je 49.000 PS
    • 4 × E-Generatoren mit je 3200 kW
    • 2 × Dieselgeneratoren vom Typ DG-750
    • 2 × Antriebsdiesel mit je 260 PS für Schleichfahrt
    • Höchstgeschwindigkeit: 14 Knoten (aufgetaucht)/27 Knoten (getaucht)
  • Bewaffnung
  • Flugkörper:
    • SS-N-15 (abgefeuert aus Torpedorohren Kaliber 533 mm)
  • Schiffssysteme:
    • Sonar: Skat
    • Radar: Albatros
    • EloKa: Nakat-M
    • Funkanlage: Molnija
    • Satelliten-Navigationssystem: Simfonia
    • Satelliten-Navigationsanlage (Tobo Responder): Kremnij-2
    • Satelliten-Kommunikationsanlage: Tsunami
    • Tauchtiefe: ca. 450 m maximal
  • Besatzung: 150–180 (davon 50 Offiziere und 80 Unteroffiziere)
  • Seeausdauer
    • 120 Tage (Frieden)
    • 260 Tage (Verteidigungsfall)

Weblinks[Bearbeiten]