Ta Mok

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ta Mok (Khmer តាម៉ុក, deutsch Großvater Fausthieb [1]) ist das Pseudonym von Chhit Choeun (* 1926; † 21. Juli 2006 in Phnom Penh), eine Hauptfigur in der Führung der Roten Khmer. Sein wahrer Name ist ungewiss, manche Quellen geben Ek Choeun oder Oeung Choeun an.

Leben[Bearbeiten]

Er nahm am anti-französischen und später am anti-japanischen Widerstand in den 1940er Jahren teil. Ursprünglich hatte er eine Priesterlehre in Pali angefangen, die er 1964 abbrach, nachdem er der anti-französischen Bewegung Khmer Issarak beigetreten war. Bald darauf verließ er Phnom Penh und schloss sich den Roten Khmer an.

Offizier der Khmer Rouges[Bearbeiten]

Das ehemalige Wohnhaus von Ta Mok

In den späten 1960ern war er ein General und der Leitende Offizier der Roten Khmer. 1970 verlor er im Kampf die Hälfte eines Beines. Es wird angenommen, dass er die massiven Säuberungsaktionen während der kurzen Periode des Demokratischen Kampuchea (1975–1979) leitete, was ihm den Beinamen „der Schlächter“ einbrachte. Trotz der Entmachtung des Regimes im Jahre 1979 behielt Ta Mok fast uneingeschränkt seine Macht und kontrollierte von seinem Stützpunkt in Anlong Veng aus die nördlichen Gebiete des Landes, die weiterhin unter der Herrschaft der Roten Khmer standen. 1997 spalteten sich die Roten Khmer in mehrere Fraktionen, von denen Ta Mok eine weiterhin als Oberster Kommandant beherrschte. In diesem Jahr entmachtete er den kränkelnden Ex-Diktator Pol Pot, stellte ihn vor ein Khmers-Rouges-Volkstribunal und verurteilte ihn wegen Verrats zu lebenslanger Haft. Ab diesem Zeitpunkt war er der „Bruder Nr.1“ der Khmer Rouge. Pol Pot starb 1998 unter ungeklärten Umständen im Arrest. Ein Suizid wird nicht ausgeschlossen, da Ta Mok ihn wohl an die US-Amerikaner ausliefern wollte.

Flucht und Gefangennahme[Bearbeiten]

Nachdem auch Ta Moks Fraktion immer mehr in sich zerbrach, musste er 1998 nach Anlong Veng fliehen. Am 6. März 1999 nahm die kambodschanische Armee Ta Mok nahe der Grenze zu Vietnam fest und brachte ihn nach Phnom Penh, wo man ihn und seinen früheren Weggefährten Kang Kek Leu (Kampfname „Dëuch“) in das Gefängnis für militärische Straftäter, T-3, brachte. Ta Mok war einer der letzten Führer der Roten Khmer, die in Haft saßen. Andere, beispielsweise Nuon Chea, Khieu Samphan oder Ieng Sary, waren entweder bereits verstorben oder schlossen mit der Regierung von Hun Sen Immunitätsabkommen, was vielen erlaubte, unbehelligt von ihrer Vergangenheit und ohne sich für ihre Verbrechen verantworten zu müssen, führende Rollen in der neuen Regierung zu spielen.

Prozessverzögerungen[Bearbeiten]

Obwohl nach kambodschanischem Recht einem Gefangenen innerhalb von sechs Monaten der Prozess gemacht werden muss, wurde Ta Moks Haft ohne Gerichtsverhandlung mehrmals verlängert, bis 2002 gegen ihn die Anklage wegen "Verbrechen an der Menschlichkeit" erhoben wurde. Im geplanten Prozess zur Aufarbeitung der Verbrechen des Khmer-Regimes hätte der General eine Schlüsselrolle spielen sollen.

Ende Juni 2006 wurde der frühere Militärkommandeur der Roten Khmer schwer krank in ein Krankenhaus eingeliefert. Ta Mok verstarb nach Angaben seines Anwalts am Morgen des 21. Juli 2006 nach einem mehrtägigen Koma. [2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bizot, François: The Gate, New York, Alfred A. Knopf 2003 (translated by Euan Cameron) ISBN 0-375-41293-X
  • Becker, Elizabeth: When the War was Over. Cambodia and the Khmer Rouge, New York, Public Affairs 1998, ISBN 1891620002; (When the War Was over. The Voices of Cambodia's Revolution and Its People) New York, Simon and Schuster 1986, ISBN 0-671-41787-8

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. n-tv: „"Schlächter" Ta Mok ist tot“, 21. Juli 2006
  2. phw / AFP: „Ex-Militärchef der Roten Khmer gestorben“, Spiegel Online, 21. Juli 2006