Tabletcomputer

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Dieser Artikel beschreibt Tabletcomputer allgemein. Für entsprechende Geräte nach Microsofts Spezifikation von 2001 siehe Microsoft Tablet-PC.
Apple iPad mit Bildschirmtastatur

Ein Tablet (englisch tablet ‚Schreibtafel‘, US-engl. tablet ‚Notizblock‘) oder Tabletcomputer, selten auch Flachrechner[1] ist ein tragbarer, flacher Computer in besonders leichter Ausführung mit einem Touchscreen, aber, anders als bei Notebooks, ohne ausklappbare Tastatur. Aufgrund der leichten Bauart und des berührungsempfindlichen Bildschirms zeichnen sich Tablets durch eine einfache Handhabung aus. Die Geräte ähneln in Leistungsumfang, Bedienung und Form modernen Smartphones und verwenden meist ursprünglich für Smartphones entwickelte Betriebssysteme wie Android oder Apple iOS.

Entwicklung[Bearbeiten]

Konzepte für diese Gerätegattung existieren bereits länger; eines der ersten Geräte dieser Art war 1993 das Newton MessagePad von Apple, das allerdings keine große Marktbedeutung erringen konnte. Die als Personal Digital Assistant bezeichneten Geräte waren zu Beginn der Entwicklung aufgrund der technischen Möglichkeiten und des fehlenden breitbandigen mobilen Internetzugangs hauptsächlich auf Kalender-, Adress- und Aufgabenverwaltung beschränkt.

Unter dem Begriff Surfpad wurde im Jahr 2001 das SIMpad, ein von Siemens in der Schweiz auf den Markt eingeführter Microsoft Tablet-PC, vermarktet. In Deutschland eingeführt wurde dieses Gerät von der Telekom unter dem Namen T-Sinus Pad. Der Name wurde gewählt, um sich von mobilen Internetgeräten ohne bzw. mit eingeschränkter Multimediafähigkeit, z. B. Mobiltelefonen mit WAP-Unterstützung, abzugrenzen. Das Booten des Betriebssystems endet in einem Webbrowser und lädt schon während des Systemstarts benutzerspezifische Webinhalte in die für das Surfen im Internet angepasste Benutzeroberfläche.

Das erste Gerät dieser Gattung, welches in größeren Stückzahlen verkauft wurde, ist das 2010 vorgestellte Apple iPad, das unter iOS läuft. Seither wurden weitere Geräte mit den Betriebssystemen Android, Microsoft Windows, HP webOS und QNX vorgestellt; kommerziell erfolgreich sind bis Ende 2012 vorwiegend Android-Geräte von Amazon (Kindle Fire, Kindle Fire HD), Google (Nexus 7) und Samsung (diverse Samsung-Galaxy-Tab-Modelle) sowie das Apple iPad und die Tablets mit Windows 8.

Bauform[Bearbeiten]

Die Bauform wird teilweise auch als Pad oder Surfpad bezeichnet. Diese Geräteklasse hat oft Ein-Chip-Systeme mit Embedded-Betriebssystemen. Das Gerät besteht dabei aus einem monolithischen Block, welcher das Display und sämtliche anderen Bauteile enthält. Dabei sind nur wenige Schnittstellen für Peripheriegeräte vorhanden. Teilweise existiert nur eine einzelne Schnittstelle, die über Adapter Standardschnittstellen wie USB oder VGA bereitstellt. Die Displays sind häufig kapazitive Touchscreens, weshalb die Geräte nur mit den Fingern oder speziellen Eingabestiften bedient werden können.

Hardware[Bearbeiten]

Der berührungsempfindliche Bildschirm eines Tablets wird mit dem Finger oder mit einem Stift bedient. Zur Eingabe von Text erscheint, wo notwendig, eine Tastatur auf dem Display. Bei einigen Geräten ist alternativ auch der Anschluss einer externen Tastatur und weiterer Geräte mittels Bluetooth möglich.

Als Hardware kommen verschiedene Prozessorarchitekturen, wie die x86- oder die ARM-Architektur, in Frage. Im Gegensatz zu Notebooks, Netbooks, Servern, Workstations und regulären PCs, bei denen x86-kompatible Prozessoren dominieren, sind diese bei Tablets die Minderheit, und wie bei Smartphones dominieren im Tablet-Markt die ARM-Prozessoren.

Anstelle einer Festplatte wird bei Tablet-PCs Flashspeicher als Massenspeicher verwendet. Einige Tablets der Firmen Archos und Sony sind mit Festplatte bzw. SSD ausgestattet.

Betriebssysteme[Bearbeiten]

Als Betriebssysteme kommen angepasste Linux-Systeme wie Android von Google, QNX, das iOS von Apple, Windows RT/Windows 8 oder auch HPs webOS zum Einsatz. Marktführer bei den Tablet-PCs sind die Geräte mit Android-Betriebssystem; diese erreichten 2013 einen Marktanteil von 62 % und lösten den bisherigen Marktführer Apple ab, dessen Geräte 36 % Marktanteil hielten. Der Windows-Marktanteil stieg von 1 % auf 2,1 %.[2]

Vom Funktionsumfang entsprechen die günstigeren Geräte eher einem Smartphone als einem Netbook/PC, da sich in der Regel ausschließlich speziell freigegebene Software nutzen lässt und beispielsweise iOS für iPad derzeit nur in engen Grenzen mehrere Anwendungen parallel laufen lassen kann (Multitasking), nur die weniger weit verbreiteten und höherpreisigen Windows 8-Tablets bieten Leistung und Funktionalität eines PC.

Der Funktionsumfang eines Tablets kann durch Zusatzprogramme (kurz App von Applikation) erweitert werden. Einen immer größeren Stellenwert bekommt der Tablet-Journalismus, wobei das Tablet als Informationsmedium benutzt wird, um journalistisch aufbereitete Medieninhalte zu konsumieren oder zum Teil auch selbst zu schaffen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tablets – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wortschatz — Abfrageegebnis. Flachrechner. Abgerufen am 31. März 2014.
  2. Gartner: Android überholt iOS bei Tablet-Verkäufen. Meldung bei heise online, 3. März 2014.