Tabqa-Talsperre

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Tabqa-Talsperre
Assadsee
Assadsee (links), Taqba- (mitte) und Baath-Talsperre (rechts); Foto auf STS-78 im Juni 1996 (Das Bild ist nicht genordet. Die Nordrichtung verläuft etwa von der Mitte des unteren Bildrandes zur linken oberen Ecke.)
Assadsee (links), Taqba- (mitte) und Baath-Talsperre (rechts); Foto auf STS-78 im Juni 1996
(Das Bild ist nicht genordet. Die Nordrichtung verläuft etwa von der Mitte des unteren Bildrandes zur linken oberen Ecke.)
Lage: Gouvernement ar-Raqqa, Syrien
Zuflüsse: Euphrat u. a.
Abflüsse: Euphrat
Größere Orte in der Nähe: Tabaqa, Ar-Raqqa
Tabqa-Talsperre (Syrien)
Tabqa-Talsperre
Koordinaten 35° 52′ 0″ N, 38° 34′ 0″ O35.86666666666738.566666666667Koordinaten: 35° 52′ 0″ N, 38° 34′ 0″ O
Daten zum Bauwerk
Bauzeit: 1968–1978
Höhe des Absperrbauwerks: 60 m
Bauwerksvolumen: 46 Mio. m³
Kronenlänge: 4500 m
Kronenbreite: 19 m
Basisbreite: 512 m
Kraftwerksleistung: 800 - 1000 MW
Daten zum Stausee
Wasseroberfläche zwischen 610 und 817 km²dep1
Speicherraum 11.900 Mio. m³

Die Tabqa-Talsperre, auch ath-Thawra-Damm, Sadd al-Furat oder Euphrat-Staudamm (arabisch ‏سد الفرات‎, DMG Sadd al-Furāt); ist eine Talsperre am Euphrat im Gouvernement ar-Raqqa in Syrien. Samt dem durch sie entstehenden Stausee, dem Assadsee (französisch Lac el-Assad, arabisch ‏بحيرة الأسد‎, DMG Buḥayrat al-ʾasad), zählt sie als die größte des Landes.

Die Talsperre dient der Stromerzeugung in einem Wasserkraftwerk mit einer Leistung von 800 bis 1000 Megawatt. Der Strom wird bis nach Aleppo geliefert. Außerdem dient die Talsperre der Bewässerung von Feldern entlang des Flusses bis zur irakischen Grenze.

Die Talsperre wurde von März 1968 bis 1974 mit sowjetischer finanzieller und technischer Hilfe errichtet.[1] Ab 1973 aufgestaut wurde er schließlich von Präsident Hafiz al-Assad, nach dem der Stausee benannt ist, 1993 eingeweiht. Der Assadsee ist Syriens größter See mit einer maximalen Kapazität von 11 Kubikkilometern.[2] Die Fläche des Stausees beträgt nach verschiedenen Quellen 610, 625, 630, 674 oder sogar 810 oder 817 km². Er ist 80 km lang, durchschnittlich 8 km breit und fasst ca. 12 Milliarden Kubikmeter. Ein großes Netzwerk von Kanälen verwendet Wasser aus dem Assadsee, um die Ländereien auf beiden Seiten des Euphrates zu bewässern. Zusätzlich versorgt der See die Stadt Aleppo mit Trinkwasser und unterstützt die Fischindustrie. Die Ufer des Assadsees haben sich zu wichtigen ökologischen Zonen entwickelt. Wegen Wasserknappheit kann der See oft nicht vollständig gefüllt werden, wodurch die geplante elektrische Leistung nicht erreicht wird und auch die vorgesehenen Flächen nicht bewässert werden können.

Der Staudamm befindet sich bei ath-Thawra, etwa 35 km westlich der Stadt ar-Raqqa und 120 Kilometer östlich von Aleppo. Der frühere kleine Ort Tabqa ist Teil der neuen, mit breiten Straßen angelegten Stadt Ath Thawra geworden, die von Vertriebenen aus den Überschwemmungsgebieten gegründet wurde. Er ist ein 60 m hoher und - mit Nebendämmen - 4,5 km langer Erdschüttdamm. Nach dem Bauwerksvolumen ist er einer der größten der Erde; er liegt etwa auf Platz 25. Als Hochwasserentlastung dient ein 250 m langes Überlaufbauwerk mit zwei Öffnungen.

Der Bau der Tabqa-Talsperre führte 1974/75 fast zu einem Krieg mit dem Irak, weil dieser sich von der Wasserzufuhr abgeschnitten fühlte. Zusätzlich hält die Türkei mit dem Atatürk- und dem Keban-Staudamm Wasser zurück.

Der Assad-See überschwemmte eine Reihe wichtiger archäologischer Fundstellen, darunter das bronzezeitliche Emar.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ibrahim Kaya The Euphrates–Tigris basin: An overview and opportunities for cooperation under international law, 44 1998.
  2. C. Jones, M. Sultan, E. Yan, A. Milewski, M. Hussein, A. al-Dousari, S. al-Kaisy, R. Becker Hydrologic impacts of engineering projects on the Tigris–Euphrates system and its marshlands, 353 2008, S. 59–75, doi:10.1016/j.jhydrol.2008.01.029.

Weblinks[Bearbeiten]