Tabula Rasa

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Der Ausdruck Tabula rasa ist eine lateinische Übersetzung des griechischen Ausdrucks pinax agraphos (unbeschriebene Tafel) und heißt wörtlich abgeschabte ("rasierte"), geglättete - und daher wieder beschreibbare - Schreibtafel aus Wachs. Der Ausdruck wird als Metapher oder als Eigenname verwendet. Statt Tabula rasa verwendet man auch die Ausdrücke leere Tafel, unbeschriebenes Blatt oder - im Englischen - white paper (so Locke).

Tabula rasa als Metapher:

  • Bildungssprachlich bedeutet eine Tabula rasa allgemein etwas, was durch nichts (mehr) vorgeprägt ist.
  • Die Redewendung im Deutschen Tabula rasa machen (analog zu „reinen Tisch machen“) bezieht sich auf die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs in der Antike als wiederbeschreibbare Wachstafel. Die Redewendung beschreibt dementsprechend die Intention, mit einer Sache abzuschließen und einen Neuanfang zu wagen – also im übertragenen Sinne die Schreibtafel abzuschaben und ihren Ursprungszustand wiederherzustellen.
  • In der Philosophie (und Psychologie) ist die Tabula rasa ein Bild, um die Prägung der Seele (des Geistes etc.) durch die Sinneseindrücke zu beschreiben oder zu behaupten; siehe Tabula rasa.
  • Im Völkerrecht wird der Ausdruck verwendet, um einen radikalen staatlichen Neuanfang im Zusammenhang der Dekolonialisierung zu bezeichnen; siehe Tabula rasa (Völkerrecht).

Tabula rasa als Eigenname:


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