Tabula ansata

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Schematische Darstellung einer tabula ansata.
Tabulae ansatae der Claudia Icmas und des Virtulus, Mainz.

Eine Tabula ansata (lat. „Tafel mit Handhaben“, Plural tabulae ansatae) ist eine rechteckige Inschriftentafel mit dreieckigen oder peltenformigen Ansätzen an den Schmalseiten. Rahmen in Form einer tabula ansata waren in der römischen Antike ein beliebtes Stilmittel bei der Einfassung von Inschriften. Diese finden sich vor allem bei reliefierten Steindenkmälern, wie dem Dativius-Victor-Bogen in Mainz, aber auch auf Alltagsgegenständen wie Geschirr oder auf Waffen. Ihre Funktion war die Hervorhebung der eingefassten Inschrift.

Abwandlungen der tabula ansata sind:

  • Ansätze in Blütenform (ansae duobus floribus effectae)
  • Ansätze mit Kymatia (ansae ex cymatiis compositae)
  • Ansätze, die in der Mitte eine stilisierte Rose aufweisen (ansae in medio eius rosa in formam geometricam redacta)

Die älteste bekannte tabula ansata wurde in Larisa in Griechenland gefunden. Es handelt sich hierbei um eine Votivinschrift an den Gott Enyalios aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. Aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. ist eine gehenkelte Tafel aus Bronze aus Olympia bekannt. Im Römischen Reich wurden gehenkelte Tafeln zunächst nur vom Militär und im kultisch-sakralen Bereich verwendet. Die Trajansäule zeigt beispielsweise römische Legioniäre, deren Scuta mit tabulae ansatae versehen sind, auf denen die Einheitszugehörigkeit vermerkt ist. Gegen Ende des 2. und im 3. Jahrhundert n. Chr. wurde deren Verwendung zunehmend profaniert. Sie ist bis in die Spätantike im Reichsgebiet weit verbreitet.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tabulae ansatae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien